Wie schon im letzten Blog angedeutet, sind wir jetzt seit 3 Tagen in Vietnam. Die erste Station war die nördliche Stadt Hanoi. Nach der nächtlichen Landung unseres Fliegers sind wir nur noch ins Hostel gefahren und fielen ins Bett. Reisen macht echt super Laune, ist aber nach einiger Zeit auch echt anstrengend.
| Vor dem Ho Chi Minh Mausoleum in Hanoi |
Am nächsten Tag ging es dann nach einem super Frühstück (es gab sogar Käse, und der war sogar richtig lecker!) Richtung Altstadt. Nachdem wir von Thailand und Kambodscha schon Einiges in Sachen Verkehr gewöhnt waren übertrifft Vietnam diese Länder bei Weitem. Rechts oder links überholen, scheiss egal. Blinken tun nur die Armen und Schwachen, und wer kein Moped besitzt ist sowieso ein Niemand. Ein absolutes Chaos, gepaart mit stetigem Hupkonzert. Hat man sich an die Verkehrslage gewöhnt, ist Hanoi durchaus ein schönes Städtchen und gänzlich verschieden zu Thailand. Die Tempelanlagen sind hier nicht wie gewohnt mit Gold und Prunk verzieht, sondern eher schlicht im Sinne des Konfuzius gehalten. Einige schöne Parks und sehr viel leckeres Essen wurden gesichtet. Das Essen ist hier schwer von den französischen Kolonie-Zeiten geprägt und so sieht man viel Teiggebäck, Croissants und Baguettes (Paninis gibt es immer und überall zum Frühstück!). Zum Mittag gab es Fleisch mit Gemüse und Ananas, was man zusammen in so einer Art Esspapier eingewickelt hat und dann in Sauce dippte. Lecker und billig, eine bessere Kombi gibt es nicht!
| Schildkröten im Temple Of Literature (Hanoi) |
Abends sind wir dann fast schon obligatorisch auf den „Night-Market“ gegangen, der sich abermals von den thaiändischen absetzte. Während die thailändischen Strassenhändler gecheckt haben, dass Touris auf gefälschte Markenklamotten abfahren, haben die Vietnamesen zum Großteil diesen Trend verpasst. Generell scheint Mode etwas sehr Fragliches in Vietnam zu sein und so glich der Nachtmarkt eher einer großen Faschings- und Verkleidungskiste.
Nachdem am Flughafen schon eine Menge pupertierender Mädchen mit dem Großen ein Foto machen wollte und alle zuckersüß kicherten, war der Nachtmarkt für mich wohl der bisherige Gipfel. Wohin wir auch gingen, überall starrten Leute, zeigten mit dem Finger und machten andere auf die scheinbar überdimensionale Größe meiner aufmerksam. Die Mutigen haben sich neben mich gestellt und mit einer Hand über ihrem Kopf gezeigt, dass sie mir nur bis zu den Schultern reichen. Einfach klasse, ich habe gleich mit allen E-Mail Adressen ausgetauscht und jetzt habe ich 2000 neue Freunde auf Facebook..ach nee doof, das ist ja in Vietnam von der Regierung gesperrt..!
| "Floating Villages" in der Ha Long Bucht |
Am nächsten Tag ging es dann früh raus mit dem Sammelbus Richtung Ha Long Bucht. Wir hatten Glück und erwischten einen der wenigen sonnigen Tage bisher in Vietnam. Mit knapp 20 anderen Touris ging es im Bus nach Osten und nach einer anstrengenden Fahrt wurden wir auf einem Boot durch die Felslandschaften gefahren. Echt wunderschön und beeindruckend, was die Mutter Natur den Vietnamesen bescheert hat. Nicht weniger faszinierend war auch die Felshöhle, die natürlich für Touris in schönem, buntem Licht von innen ausgeleuchtet wurde. Nach insgesamt 4 Stunden Aufenthalt ging es dann wieder zurück in den Bus. Die 4 Amis in der letzten Reihe hatten sich auf der Bootsfahrt ne Flasche Jack Daniels und ein paar Bierchen gegönnt und unterhielten uns mit sagenhaft unschön gesungenen Liedern. Ein gelungener Abschluss für einen schönen Tag.
| Ha Long Bucht |
Am nächsten Tag besuchten wir den guten, alten Ho Chi Minh in seinem Mausoleum. Überall weiss angezogenen Offiziere, die ihren geliebten verstorbenen Präsidenten bewachen. Behält man die Hände in der Hosentasche, wird man lieb mit einem Fingerzeig ihres Gewehrs daran erinnert, dass dies hier nicht gestattet ist. Nach einer Aufforderung hielten wir uns daran und im gehenden Tempo bei eisiger Stille wurden wir an Ho Chi Minh vorbeigeführt. Bischen blass, der Alte, aber sonst gut gehalten. Ne im Ernst, eine super Erfahrung, was man auf jeden Fall nicht missen sollte wenn man in Hanoi ist (hat nicht immer auf!). Nachmittags wollten wir eigentlich ins Wasserpuppen-Theater, was in Hanoi typisch ist. Dieses war aber leider ausgebucht und wir entschieden uns stattdessen bei Kaffee entspannt auf die Abreise am Abend zu warten.
| Bau in der "Imperial City" in Hue |
Im Schlafzug ging es dann am Abend nach Hue, der ehemaligen Hauptstadt Vietnams. Schlafzug, jaja von wegen. In dem bisher teuersten Transportmittel habe ich kein Auge zugetan. In einem kleinem Abteil mit 6 Betten (Maße: 70 cm x 1,50m (gefühlt)) teilten wir uns mit 4 Vietnamesen die nächtliche Ruhe. Nachdem die eine Vietnamesin alle ihre Klingentöne auf ihrem neuen Handy durchprobiert hatte, ist der Vietnamese über mir offensichtlich und für alle hörbar eingeschlafen. Boah, Schnarchen ist gar kein Ausdruck, das war Ruhestörung, trotz Ohropax. Nach insgesamt 15 Stunden Fahrt wurden wir von der üblichen Armee Taxi- und Rikscha-Fahrern empfangen und fanden uns alsbald in dem abermals super komfortablen Hostel in Hue wieder. Kurz frisch gemacht und dann ab in die Stadt, denn für Hue war nur ein Tag geplant. Hier sind die Rikscha-Fahrer noch penetranter als in Thailand und fahren wirklich so knapp 3 Minuten neben dir her und bequatschen dich mit ihrer super billigen „One hour tour“.
| "Forbidden Purple City" in Hue |
| Flag Tower in Hue |
Wacker zu Fuß besichtigten wir die „Imperial City“ und die „Forbidden Purple City“, die vom Stil her nochmal anders als alles Bisherige waren. Nach 5 Stunden laufen und als selbst die Kaffees ihre Wirkung verlierten entschieden wir uns wieder ins Hostel zurückzukehren um etwas Schlaf nachzuholen. Gesagt, getan und schwubbs war es 20 Uhr. Fertigmachen und um 21 Uhr ging es erst was essen und dann ab ins Nachtleben. Nach einigen „Passionfruit leg opener“ – Cocktails (tierisch lecker) in einem benachbarten Backpacker Hostel sind wir mit einer Gruppe von Leuten ins „Brown Eyes“ gegangen, der scheinbar letzten Tanzbar, die noch offen hatte um die nächtliche Uhrzeit (es war 23 Uhr). Billiges Bier tat sein übriges und es war ein sehr lustiger Abend.
Jetzt sind wir gerade auf dem Weg nach Hoi An. Einer ruhigen Stadt an der Küste, die vor Allem wegen der vielen Schneider bekannt ist. Mal sehen, ob ich da nicht zuschlage und mir was maßschneidern lasse…liebe Grüße und an alle ein schönes neues Jahr schon mal im Vorraus. Rutscht gut rein und lasst es krachen……
