Montag, 19. Dezember 2011

Weihnachtsfeiern, Internet-Limits und Einbrueche!


Weihnachtsdeko zwischen Palmen. Bizarre!

Weihnachten rast unaufhaltsam auf uns zu und mit Erschrecken/Erstauen stelle ich fest, dass es nun schon mehr als 1 Jahr her ist, seitdem ich Deutschland verlassen habe. Den letzten Heiligabend verbrachten wir in Bangkok, nachdem wir 3 Tage in Kambodscha verbracht hatten. Ich erinner noch genau, wie wir aus dem Hostel unsere Familien anriefen und dann am Abend auf dem Sky-Tower mit Blick ueber Bangkok ein etwas anderes Weihnachten verbrachten.
Dieses Jahr wird es wohl abermals etwas Anders als gewohnt verlaufen. Zum Einen ist da natuerlich das Wetter, welches mit heissen 30 Grad wahrscheinlich keinen Schnee zulassen wird, zum Anderen natuerlich die Abwesenheit der Familien und das gewohnte Essen. Dennoch freue ich mich auf die Feiertage. Den 24. muss Julia arbeiten und am Abend machen wir wohl nur noch was Ruhiges. Am 25. ist ein BBQ mit Freunden geplant. Das wird bestimmt ziemlich cool, denn wer hat schon mal an Weihnachten gegrillt? Wenn wir ganz verrueckt sind fahren wir noch an den Strand und nehmen die Grillsachen mit, aber das ist noch nicht sicher. Wie dem auch sei, ich freue mich drauf.
Zur Zeit bin ich gerade noch am gruebeln, was fuer ein Geschenk ich mit in die Firma bringen soll. Jeder wurde naemlich gebeten ein Geschenk fuer nicht mehr als 15 Dollar zu kaufen und dann unter den Firmen-Weihnachtsbaum zu legen. Das Doofe dabei ist auch noch, dass man nicht weiss fuer wen man das Geschenk besorgt, es wird also quasi ausgewuerfelt, wer welches Geschenk bekommt. Tja 3 Tage bleiben mir noch, also falls jemand auf die Schnelle eine super, universelle Geschenkidee fuer unter 15 Dollar hat, immer raus damit!!
Letzter Ausflug nach Glenelg
Ansonsten war es die letzten Wochen relativ ruhig. Wir haben mal wieder Fahrraeder ausgeliehen und sind zum Strand gefahren, der mir immer besser gefaellt (Glenelg). An einem anderen Wochenende sind wir zum Marion Shopping Center gefahren, eines der groessten in Adelaide. Eine wirklich spitzen Idee an einem Wochenende vor Weihnachten zum Shoppen zu fahren. Gerammelt voll schlugen sich die Leute fast um die letzten Schnaeppchen und mitten drin waren Julia und Roland, die einfach nur ein bischen gucken wollten. Suendhaft teueres Fast Food (Oporto Huehnchen und Muffins von Gloria Jeans) wurden sich gegoennt und gepaart mit leckerem Cafe von Cibo liess sich das Ganze doch geniessen. Hauptgrund war eigentlich nur das Ganze mal gesehen zu haben. Nun gut, es laesst sich festhalten, dass auch dieses Shopping Center nicht viel anders als alle anderen vorher besuchten ist. Haetten wir das auch erledigt.
Vorgestern waren wir dann auf meiner Firmen-Weihnachtsfeier. Im Red Ochre Restaurant mit wirklich schoenem Blick auf Adelaide und den Fluss wurden Essen und Getraenke von der Firma fuer 40 Personen gesponsert. Das Essen war zwar wirklich lecker und sah auch ganz unglaublich vornehm aus, aber die Portionen waren dementsprechend klein. Wenn es nach mir geht, muss man das Kartoffelpuerree nicht wie ein Teppich 1 mm duenn verstreichen, nur um es vornehm aussehen zu lassen. Was ist aus dem grossen Haufen neben dem Fleisch geworden. Naja fuer mich hat es der Nachtisch mit Panna Cotta rausgehauen. Der war lecker und so fett, dass sogar ich danach ein kleines Saettigungsgefuehl hatte. Obwohl das koennte auch an dem Bier gelegen haben, was ich in der Zwischenzeit getrunken hatte ;-) Insgesamt war es ein sehr schoener Abend. Wir sassen zum Glueck mit Nasr und Abdi zusammen, mit denen ich mich gut verstehe. Abdi hat uns an dem Abend erzaehlt, dass er sich 8 Jahre lang auf eine Visa-Zulassung fuer Australien hatte bewerben muessen. Er ist im Iran aufgewachsen und es war spannend zu hoeren, was fuer Schwierigkeiten er hatte, nur um in Australien einzureisen. In diesem Zusammenhang kann man sich wirklich gluecklich schaetzen in Deutschland aufgewachsen und solchen Problemen nicht ausgeliefert zu sein. Puh. Eine Sache bleibt noch zu erwaehnen, naemlich die Abendrobe. Im Vorherein wurde in der Einladungs-Email beschrieben, dass man semi-formal (no jeans) erscheinen sollte. Ich fragte also in der Firma herum, ob alle im Anzug aufkreuzen wuerden. Dies wurde ueberall bejaht, womit ich vor dem Problem stand mir einen Anzug zu besorgen. Zum Glueck war Kevan (Julias Mitbewohner), der aehnlich gross ist wie ich, bereit mir seinen Anzug zu leihen. Ja soweit so gut, nur dass Kevan anscheinend doch etwas kuerzere Beine hat als ich, denn die Hose war gute 10 cm zu kurz. Super! Das Ende vom Lied war dann eine 20 Dollar Hose vom Rivers, wo ich mir dann auch noch eine Krawatte zulegte (denn alle mit denen ich in der Firma sprach wollten Krawatte tragen). Hemd hatte ich und Schuhe von Kevan. Ich war ready to go. Letztlich war ich dann einer von ungefaehr 7 (von 40) Leuten mit Krawatten und alle anderen hatten ihr Hemd offen..Naja jedenfalls war ich nicht underdressed ;-)
Eine im Nachhinein lustige Sache ist noch am Ende des Abends passiert. Nachdem ich vor meiner Wohnungstuer feststellte, dass ich meinen Schluessel nicht in meine Anzug-Hose gepackt hatte und meine Mitbewohner beide ausgeflogen waren, blieb nicht viel anderes uebrig als einzubrechen. Logisch oder? Ueber die Gartentuer bin ich in den Hinterhof geklettert, nur um festzustellen, dass alle Tueren und Fenster zu waren. Hmm, nicht einfach ins eigene Haus zu kommen. Kurz davor ein Taxi zu bestellen und zu Julia zu fahren, checkte ich nochmal das Kuechenfenster (was grundsaetzlich nie offen ist). Super gut, denn das war einen Spalt offen und schwubbs ging es mit Raeuberleiter hinein. Erleichtert und ein wenig beunruhigt, wie einfach es ist bei uns reinzukommen zu gleich, musste ich mich an ganz weit zurueckliegende Tage erinnern, wo ich oefters mal bei vergessenem Schluessel durch das Fenster im Krudops Busch mich ins Haus hangelte. Classic!
Leider versaeumte ich auch an jenem Abend Fotos zu machen und somit stehe ich in diesem Post fast ohne Bilder da. Ja ist nicht so spannend, weiss ich. Ist wie in Magazinen, wo die meisten Leute eh nur die Bilder durchblaettern, aber im Naechsten Blogpost kommen wieder mehr Bilder, ich versprechs.
Achso die neuesten News noch von der Front. Wir haben eine neue Mitbewohnerin. Ines, eine Deutsche, studiert hier in Adelaide und ersetzt Christian, der wie schon erwaehnt eh nie hier war. Auf den ersten Eindruck macht sie einen super netten und froehlichen Eindruck und ich denke man wird eine Menge Spass miteinander haben.
Ja und um jetzt wirklich noch alles durcheinander zu werfen und voellig ohne Zusammenhang zu schreiben. Ich darf jetzt das Hausfahrrad benutzen. Was fuer Niemanden wirklich interessant ist, macht fuer mich hier doch einen riesen Unterschied. Mit dem Fahrrad bin ich in 10 Minuten bei der Arbeit, respektive beim Fitnessstudio und auch die Einkauefe sind schneller erledigt. Insgesamt spare ich mir super viel Zeit und das gefaellt mir. So!
Wo wir gerade bei dem Haus und WG-Leben sind ist mir wieder eingefallen, wie ich vorherige Woche unser Internet-Limit gesprengt habe. Internet-Limit?, werden jetzt viele fragen. Ja, hier in Australien ist die Flat-Rate noch nicht so wirklich angekommen und wir sind auf 50 GB im Monat an Datenvolumen begrenzt. Das wusste ich allerdings nicht und habe mir in dem letzten Monat zwei Staffeln von Lost (schoene Gruesse an dieser Stelle an Karsten, ich kann jetzt nachvollziehen, warum dich die Serie so gefesselt hat). Naja so kam es, dass wir rund eine Woche vor Monatsende, kein Datenguthaben mehr hatten und mich eine wutentbrannte Zoe zu Hause empfing. Sie hatte naemlich noch Bewerbungen, die sie rausschicken musste und vieles mehr, wozu sie das Internet braeuchte. Aber Roland wusste Rat und hat den Provider angerufen und mit charmanten deutschem Akzent (den finden die Leute hier grausam) 2 GB for free herausgehandelt. Abermals, puh!
Kurz noch zum Thema Arbeit und App-Programmieren. Nachdem das leidige Projekt Speed Alert nun endlich von uns abgeworfen wurde (wir haben dem Kunden gesagt wir geben ihm den Source Code und er kann selber dran weiterarbeiten...nicht ganz so, aber im Prinzip), haben wir ein neues Projekt bekomme von der Telecom New Zealand. Dieses ist wirklich super einfach und wir sind schon fast fertig (deadline ist Anfang Februar). Ich versuche nun es noch etwas zu strecken um bis zu den Weihnachtsferien (ich habe die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr frei) etwas zu tun zu haben. Was ich auch ganz interessant finde ist, dass in Australien die Feiertage auf jeden Fall arbeitsfreien Tagen entsprechen. Das heisst, das wenn der 24./25. auf ein Wochenende fallen, dann sind der Montag und Dienstag der darauffolgenden Woche als offizielle Feiertage angesehen und jeder hat frei. Genau so an Silvester. Man holt also quasi die Feiertag innerhalb der Woche offiziell nach. Ich befuerworte das hiermit und finde, dass ist eine der Sachen von denen sich Deutschland eine Scheibe abschneiden koennte ;-)

Mit diesen Worten wuensche ich allen schon jetzt eine froehliche und besinnliche Weihnacht...feiert schoen!

Samstag, 26. November 2011

Short Update: Mehr Fotos von Kangaroo Island!

Auf der Faehre nach K.I.
So hier nur ein kurzes Update und dami wie versprochen einige weitere Bilder von Kangaroo Island. Viel ist die letzte Woche nicht passiert.
Wir haben unser 5 . Basketball Spiel zur Abwechslung mal nicht verloren, sondern ein Unentschieden herausgespielt. Total aergerlich, denn wir haben bis 10 Sekunden vor Abpfiff mit 2 punkten gefuehrt und dann kam ein letzter Angriff von den Gegnern. Die "Walze" bahnte sich ihren Weg zum Korb und ich stellte mich in den Weg, so dass diese von mir abprallte. Leider liess ich mich nicht fallen und so wurde faelschlicherweise fuer ein foul gegen mich entschieden, was nach zwei Freiwuerfen zum Unentschieden gefuehrt hatte. Ganz aus ist es immer noch nicht, denn anscheinend hat wohl jemand falsch gezaehlt und nach den einzelnen Punkten jeder Spieler haetten wir das Spiel gewonnen. Somit haben wir evtl unseren ersten Sieg diese Woche eingefahren, mal abwarten.
Letztes Wochenende waren wir am Sonntag im Theater, welches uns Kevan empfohlen hatte, der dort mit beim Buehnenaufbau hilft. Das Stueck hiess "All about my mother" und es war wirklich sehr gut. Von den Schauspielern waren wir sehr beeindruckt und auch die Story des Stueckes war mitreissend. Insgesamt ein sehr netter Abend, obwohl wir am Ende dann wirklich muede waren und froh ins Bett fielen.
Gestern waren wir shoppen in Harbour Town, der Outlet shopping mall in Adelaide (hatte sie schon mal in einem vorherigen Blogpost erwaehnt) und sind nun ausgestattet fuer den Sommer hier.
Irgendwie schon komisch hier die Weihnachtsdekoration zu sehen und gleichzeitig Sonnencreme gegen die bruetende Hitze aufzutragen. Ueberall sieht man Santa Claus im Schlitten auf Schnee gleiten und Weihnachtsbaeume glitzern und man selbst stellt sich auf Sommer ein. Um ganz ehrlich zu sein, gehoert fuer mich zu Weihnachten ein wenig Schnee und Kaelte dazu und obwohl ich mich im Moment auf den Sommer freue, ist der Winter doch auch etwas sehr Schoenes.



Mit diesen Worten, geniesst den Winter und bis bald...









Freitag, 18. November 2011

Kangaroo Island


Erster Strand auf Kangaroo Island

So und da bin ich wieder. Das uebliche “die Zeit rast” und wie lange es schon her ist seit dem letzten Blog spare ich mir an dieser Stelle und springe direkt rein in die Geschehnisse der letzten Wochen.
Das wohl Spektakulaerste, war unser Besuch von Kangaroo Island. Die drittgroesste Insel Australiens liegt in unmittelbarer Naehe zu Adelaide und gehoert zu einem der Dinge, die man gesehen haben muss, wenn man Adelaide bereist.
Ueber das Peter Pans Reisebuero bekamen wir die 2 taegige Tour zu einem Spottpreis (Julia bekam es als Angestellte umsonst und ich bezahlte mit der Haelfte einen Preis von 200 Dollarn) und wurden schliesslich frueh morgens vor dem Reisebuero abgeholt.
Vivonne Bay
Unser Tourguide Gus (“Gus is driving the bus....easy to remember!”) gab uns eine kleine Einfuehrung, machte uns darauf aufmerksam, dass die Tour dieses Mal in etwas anderer, aber aus seiner Sichtweise besserer, Reihenfolge ablaufen wuerde und steuerte dann unaufhaltsam den Tourbus Richtung Faehre. 
Die Gruppe war mit 15 Leuten angenehm klein und zu unserer Freude waren unsere Mittouris alle sehr nett und man verstand sich gut. Mit 6 Nationen war die Gruppe (Irland, Italien, Kanada, Australien, Deutschland und Schweden) buntgemischt und es dauerte nicht lange bis zum ersten Kennenlernspiel. Fuer die die es nicht wissen, ich hasse Kennenlernspiele. Aber man kam nicht drum herum und so musste auf der Hinfahrt jeder im Bus seinen Namen und anderen Persoehnlichkeiten preisgeben und erzaehlen, was er in Australien macht und wo er noch hinmoechte.Zugegeben, dieses Kennenlernen war nicht so schlimm und es war sogar ganz interessant von jedem zu hoeren, was er macht.


Vivonne Bay
Auf der Faehre angekommen (die dritt-teuerste der Welt, wirklich schweineteuer, weshalb der Preis von urspruenglich 400 Dollarn fuer die Tour angemessen erschien) wurden Julia und ich prompt von einem aelteren Herr mit Geschichten bombardiert. Dieser gehoerte nicht zur Tourgruppe und war wohl sein ganzes Leben schon auf Reisen. Traurig und beeindruckend zu gleich, denn obwohl so viele Erlebnisse, hat er wohl niemanden dem er diese mitteilen kann und wir waren ein gefundes Fressen. Nun freue ich mich generell, wenn mir jemand seine Erlebnisse mitteilt, aber es ging ihm wirklich nur darum irgendjemand von seinen ganzen tollen Sachen voellig ohne zusammenhang zu erzaehlen und das war dann doch auf die Dauer etwas nervig. Naja dieser zog zum Glueck bald von Dannen und wir genossen den Rest der Ueberfahrt. Das Wetter spielte mit und auf der Insel angekommen (die von Weitem sehr wenig spektakulaer aussieht) machten wir uns auf dem Weg zum ersten Strand. 
Seeloewen
Alkohol und Snacks wurden beim einzig groessen Shop auf der Insel aufgestockt und nach weiteren 15 Minuten im Bus fanden wir das, was man von einer Insel erwartet. Einen super schoenen Strand!
Hier verweilten wir nur kurz (aber genossen es deswegen nicht weniger), denn alle hatten Hunger und das Wetter fing an sich zu beziehen. Deshalb wurden kurzerhand die Planung umgeworfen und um das Wetter noch zu nutzen hatten wir Mittag an einem weiteren Strand. Vivonne Bay ist nach einer Studie der Universitaet Sydney der schoenste Strand Australiens und wir sollten unser eigenes Urteil faellen. Nun, vielleicht war es der bewoelkte Himmel oder einfach unser Hungergefuehl, aber wir befanden den Strand alles andere als herausragend. Mit Sicherheit ein sehr schoener Strand, aber der erste Strand den wir besucht hatten war aus unserer Sicht tausendmal schoener. Wie dem auch sei. Zum Mittagessen gab es Gegrilltes vom BBQ und man tauschte sich aus. Ziemlich coole Story hatte ein deutsch-australisches Paerchen zu erzaehlen, die sich vor 10 Jahren ueber ICQ zufaellig im Chat kennengelernt hatten und sich nun das erste Mal in Australien getroffen hatten.
Das ist ein Leben;-)
Er kam aus Townsville/Queensland und sie aus Duesseldorf. Er kommt sie wohl im naechsten Jahr in Deutschland besuchen und sie werden von da gucken wie es weitergeht. Ich wuensche ihnen Glueck, denn sie schienen sehr gluecklich zusammen.
Nach der Staerkung ging es weiter zum Sealion-Bay. Wie der Name schon verraet, konnte man hier Seeloewen in freier spektakulaerer Szenerie beobachten und das war wirklich klasse. Die fetten Viecher sind gar nicht so faul wie man immer denkt, denn die die wir gesehen haben, haben einen 3 Tages-Rhytmus. Das heisst, dass sie 3 Tage am Stueck fischen und im Meer nach Nahrung suchen und danach 3 Tage lang sich ausruhen und am Strand relaxen. Auf jeden Fall richtig coole Tiere und irgendwie doch etwas anderes diese abseits von Zoo-Aquarien zu sehen.
Stolz und nochmals Stolz!
Nachdem auch dieser Besuch abgehackt war, ging es weiter in die Little Sahara zum Sandboarding! Etwas was ich noch nie gemacht hatte vorher und wo ich wieder erstaunt war ueber die Natur. Waehrend man die ganze Zeit in Dschungel-artigem Buschland umherfuhr, tauchten ploetzlich riesige Sandduehnen aus dem Nichts auf, die nun benutzt werden sollten. Unser Tourguide machte es vor und schon bald cruisten wir alle die Berge hinunter. Ich Schisser habe mich nicht getraut (gut ich schiebe es auf meinem Knoechel, der leider immer noch nicht 100 % wieder fit ist) auf dem Snowboard-artigem Brett im Stehen hinunter zu fahren und hab die Oma Variante auf dem breiterem Brett im Liegen ausprobiert. Spass gemacht hat es mir trotzdem, obwohl ich sagen muss, dass ich es nicht nochmal machen muesste. Es war eine coole Erfahrung, aber Snowboard fahren im Winter macht mir deutlich mehr Spass.
Der Tourbus
Nach all der Aktion waren wir dann doch alle ziemlich kaputt und wir fuhren Richtung Westen zum Hostel, wo wir die Nacht verbringen sollten. Es war ganz lustig, denn egal wie aufregend die Stops auch waren, im Bus haben immer alle geschlafen, denn schliesslich waren wir alle seit 5 Uhr morgens wach!
Das Hostel war tadellos und nachdem der Sand abgeduscht wurde, gab es zum Abendessen Pasta mit abgewandelter Bolognese Sauce. Diese wurde auch auf dem BBQ vorbereitet und die Italienerinnen haben bei dem Anblick ganz schoen ihr Gesicht verzogen ;-) In gemuetlicher Runde wurden Bierchen getrunken und als es dunkel wurde hiess nochmal auf zur letzten Busfahrt des Abends. Wir fuhren zurueck zur Kueste wo Abends kleine Pinguine an Land watscheln um sich in Sicherheit zu bringen. Tagsueber verbringen sie im Wasser und da sie keine natuerlichen Waffen (Zaehne, Krallen, etc.) haben muessen sich die Pinguine bei Nacht an Land verstecken. Hier durften keine Fotos gemacht werden, denn der Blitz oder sogar nur ein helles Licht kann wohl diese speziellen Pinguine umbringen, wenn sie direkt ins Licht gucken. Gus hatte eine kleine Taschenlampe mit (eigentlich sind nur Rotlicht-Lampen erlaubt, aber er hatte keine gefunden......war seine erste Tour seit 2 Jahren, aber er ist auf K.I. Aufgewachsen) mit der er immer kurz vor die Pinguine gelaeuchtet hatte. Wirklich cool sind die Pinguine, das muss man ihnen lassen und immer extrem lustig, wenn sie versuchen von Stein zu Stein zu huepfen.
Admirals Arch
So ging Tag 1 auf K.I. zu Ende und der Grossteil der Gruppe nahm nicht mehr am anschliessenden Lagerfeuer teil, denn alle waren hundemuede und am naechsten Tag hiess es um 7 Uhr aufstehen.
Der naechste Tag war vom Wetter her morgens eher bedeckt und auf dem Plan stand “Koalas gucken”. Im Koala Sanctuary sahen wir zum zweiten Mal die putzigen Baeren und einige Wallabees und Kangaroos. Viel Aufmerksamkeit zog auch ein kleiner Vogel auf sich, der von den Waertern dort aufgezogen wurde und deshalb zahm ist. Stolz wie Oskar hat Julia es dann auch geschafft den Vogel aufzuheben und auf ihren Arm zu setzen (siehe Foto!). Ein Spektakel ;-)
Vor dem Admirals Arch
Nach den Koalas wurden noch die “Remarkable Rocks” und der “Admirals Arch” besichtigt, die beide wirklich nochmal etwas Besonderes waren (siehe Fotos!). Ja es sind irgendwie doch alles nur Steine, aber die Szenerie war echt beeindruckend und das Wetter klarte auf, was mit Sicherheit auch nochmal eine Rolle spielte.
Abschliessend ging es dann ein letztes Mal zum Strand, der diesemal aber wirklich super schoen war (fuer mich der schoenste Strand auf K.I.) und wo auch das Wasser ausgetestet wurde. Super erfrischend und einfach nur klasse. So ging der Trip zu Ende und allgemein freute man sich auf ein Bett oder eine Couch zum Ausruhen, denn wirklich erholsam war das Wochenende nicht, aber dafuer vollgepackt mit Erlebnissen.
Remarkable Rocks aus der Ferne




Das war also mein letztes Wochenende zusammengefasst. Am vorherigen Wochennde fuhren wir mit Charlene, Alissa, Kevan und einer Freundin von Charlene zum Henley Beach. Dieser Trip wurde mit den Fahrraedern vollzogen und ich benutzte hierfuer das Fahrrad von unserem Haus. Urspruenglich wird dieses immer von Christian benutzt ,aber nachdem ich diesen das letzte Mal vor 3 Wochen gesehen habe und Zoe nichts dagegen hat benutze ich es jetzt ab und an. Da es in Adelaide extra schoene Fahrradwege durch die Natur (Fluss, Parks, Huegel) gibt, hat das Fahrradfahren an dem heissen Tag echt Spass gemacht, obwohl es immer wieder Warten hiess, denn Charlenes Freundin (Charlene und ihre Freundin kommen aus England) schien von hochschalten nichts zu halten und drueckte das Gruppentempo auf ein Minimum. Aber alles halb so wild, denn wir wurden von einem Strand mit kaltem, erfrischenden Wasser belohnt. 
Remarkable Rocks aus der Naehe
Viel Spektakulaeres ist nicht passiert. Alle gingen einmal ins Wasser und nach gemeinsamer Rueckfahrt gab es Abends noch Wraps, die wie immer sehr lecker waren.
Das soll es soweit zu den Wochenenden gewesen seien. Ansonsten ist es jetzt innerhalb der Woche durch den Basketball etwas stressiger geworden. Jeden Mittwoch haben wir ein Spiel und davon waren die letzten 3 um 10 Uhr abends. Fuer mich echt ungewohnt, da sich so ungefaehr ab der Uhrzeit mein Koerper auf Schlafen einstellt, aber naja. Vielleicht deshalb haben wir die letzten 4 Spiele verloren und werden nun eine Gruppe herabgestuft, aber ich denke das hierfuer eher unser Teamplay verantwortlich ist. Ich denke wir haben ein ganz gutes Team, aber wir spielen einfach nur planlos und keineswegs miteinander.
Ein Enchidna
Am Schlimssten an der australischen Mentalitaet in dieser Hinsicht finde ich aber, dass immer alles schoen geredet wird. Waehrend uns in Deutschland unser Trainer wahrscheinlich die Hoelle heiss gemacht haette, wenn wir so gespielt haetten wie hier, wird hier am Ende des Spiels gesagt, wie schlecht denn fuer uns gepfiffen wurde, wie viel Glueck die andere Mannschaft bei ihren Wuerfen hatte und wie wir doch mit jedem Spiel besser werden. Ey Jungs mal ganz ehrlich: Das letzte Spiel haben wir mit 20 Punkten verloren, gegen eine Mannschaft, die nicht wirklich gut war und ihr meint wir verbessern uns jedes Spiel? Naja, da bin ich vielleicht einfach noch ein wenig durch Deutschland gepraegt, aber das finde ich auch gut so.
Der Tourguide Gus
Mit Fitnessstudio und Donnerstags Training, bleiben also nicht viele freie Abende innerhalb der Woche, neben der Arbeit.
Arbeitsmaessig ging es in den letzten Wochen etwas auf und ab. Zwischenzeitlich war ich in ein Projekt eingebunden, an dem 5 andere Leute ueber Monate hinweg gearbeitet hatten und was immernoch nicht fertig werden wollte. Nun kann man sich vorstellen, was fuer ein Chaos 5 Leute beim Programmieren hinterlassen koennen und nun ist es an mir dieses Chaos in Ordnung zu bringen. Speed Alert heisst das Projekt und ist im Wesentlichen eine App, die einen auf Verkehrsbedingungen hinweisst. Eigentlich ganz interessant, aber wie schon gesagt ein einziges und riesiges Chaos, was mir in den letzten Wochen vor die Fuesse geworfen wurde. Ich bin jetzt der Einzige der hieran arbeitet und letzte Woche wurde dann eine weitere Version an den Kunden geschickt. Das war am letzten Mittwoch und bislang kam noch kein feedback zurueck, was fuer mich im Wesentlichen bedeutet, dass ich nicht wirklich weiterarbeiten kann. 
Der letzte besuchte Strand auf K.I.
So sassen Nasr, den momentan dasselbe Schicksal ereilt, und ich die letzten Tage im Buero und vertrieben uns die Zeit mit Reden, Donuts essen und sinnlosem App programmieren. Nasr hat an einem Tag eine App programmiert, wo man eine umgedrehte Karte sieht, die sich auf Knopfdruck umdreht. Wir dachten, das koennte man als “Are you a psychic?” app verkaufen und Leute koennten ueberpruefen, ob sie hellseherische Faehigkeiten besitzen, indem sie versuchen die Karte zu raten. Uri Geller koennte so ganz einfach entlarvt werden ;-) Ja ist Mist und sinnlos, aber in dem Moment war es witzig ;-)

Unsere Tourgruppe
So langsam tuen mir meine Finger weh, von dem ganzen Tippen, insofern belasse ich es jetzt hierbei. Heute Abend gehen wir ins Theater, bin schon gespannt. Achso, noch ganz kurz zu dem weiteren Plan. Der Flug nach L.A. ist jetzt auf den 15. April gebucht, also wir werden Adelaide Ende Februar verlassen, dann einen Monat nach Neuseeland fahren und danach dann weiter Richtung USA! Wenn alles wie geplant laeuft, muesste ich also so im Mai/Juni 2012 wieder in Deutschland aufschlagen und freue mich euch alle wieder zu sehen.

Bis dahin, alles Gute und stay tuned.......

P.S: Bilder vom Sandboarden und mehr von den R.R folgen...

Freitag, 28. Oktober 2011

Newsflash: Endlich wieder Fotos


The German Weapon

News aus Adelaide. Zu allererst sei erwaehnt, dass ich zu den letzten beiden Blogposts Bilder hinzugefuegt habe, also falls ihr sehen wollt, wie ich zur Zeit untergebracht bin und wie Delphine neben Kayaks aussehen, dann checkt die letzten Blogposts.
Das Bilder Hinzufuegen bringt mich gleich zum naechsten Punkt, naemlich meinem Laptop. Nach ueber 1 monat ist es der Firma dann doch noch gelungen ihn mir zu liefern und nun bin ich stolzer Besitzer eines Eee PCs. Fuer mich ist der Laptop perfekt, denn dank einer langen Akkulaufzeit kann ich ihn gut zum Reisen gebrauchen und um das ein oder andere Video zu gucken, reicht er auch voellig aus. Alles in allem bin ich also sehr zufrieden und nachdem ich mir gestern noch Boxen gekauft habe, bin ich nun wieder vollkommen ausgestattet mit allem was das Multimedia Herz begehrt. So viel dazu.
Ansonsten hatte ich letzte Woche mein erstes Basketball-Spiel. Erste Besonderheit: Auch Spieler muessen Eintritt bzw. fuer jedes Spiel, in dem sie spielen, 10 Dollar bezahlen. Ganz schoener Wucher, wenn man bedenkt, dass Vereinskosten noch obendrauf kommen und wir jede Woche ein Spiel haben. Zweite Besonderheit: Kein Spieler zieht sich in der Halle um. Die meisten Spieler kommen schon umgezogen zum Spiel und fahren nachher schwitzend in ihren Autos wieder nach Hause um dann dort zu duschen. Selbiges gilt auch fuer das Training. Also nichts mit sauber nach Hause gehen, sondern vollgeschwitzt in den Pub. Und obwohl ich einige Dinge mir durchaus von den Australiern aneignen moechte, so zaehlt dieses wirklich nicht dazu. Wie dem auch sei. Wir spielten ein durchaus sehenswertes Spiel und ich bekam mit knapp 30 Minuten eine Menge Spielzeit in meinem ersten Spiel. Scheinbar habe ich also doch noch nicht alles vergessen. Um es kurz zu machen haben wir mit 8 Punkten knapp verloren. Trotzdem war ich nach dem Spiel mit meiner Leistung der des Teams zufrieden und ich denke ich werde noch viel Spass in der Saison haben. Leider geht bei mir Leistung auch immer Hand in Hand mit Verletzungen beim Basketball. So bin ich letzte Woche Donnerstag beim Training umgeknickt und habe mir den Knoechel verdreht. Es war nicht angeschwollen, aber es tut immer noch weh und nach unzaehligen Baenderrissen bin ich doch etwas unsicher ob es nicht doch etwas Schlimmeres ist. Ich werde am Donnerstag probieren zu trainieren und wenn es gar nicht geht, dann doch zum Arzt gehen..Hoffentlich ist es nichts Schlimmes, denn auf eine Sportpause haette ich gerade ueberhaupt keine Lust.
Its nice to have choice!
Zweites grosses Thema der letzten Wochen war die weitere Planung meiner Reise und der damit verbundene Aufenthalt in Adelaide. Nach dem meine 3 monatige Probezeit bei der Firma abgelaufen war, hatte ich ein Gespraech mit meinem Chef, worin dieser mir mitteilte, dass die Firma mich gerne behalten wuerde und was meine Plaene waeren. Tja gute Frage, was sind meine Plaene? Darueber habe ich mir den Kopf zerbrochen und letztlich habe ich mich dafuer entschieden noch bis ende Februar in Adelaide und bei mNet Group zu bleiben. Bis zu dem Datum kann Julia auch im Reisebuero arbeiten und danach wollen wir dann nach Neuseeland aufbrechen. Sofern ich es jetzt ueberblicken kann, sollte ich dann so im Mai naechsten Jahres wieder in Deutschland sein. Ich weiss, dass ist noch eine lange Zeit, aber ich werde so eine Reise wahrscheinlich nur einmal in meinem Leben machen und so denke ich mir, dass es auf ein oder zwei Monate laenger dann auch nicht mehr ankommt. Mit dieser Entscheidung kam dann auch das naechste Problem, naemlich das Visum. Selbiges laeuft im Januar naechsten Jahres ab und so blieben nur zwei Optionen um laenger zu bleiben. Entweder die Firma wuerde mich sponsorn (praktisch ist mein Visum an den Arbeitsvertrag geknuepft und nach 3 Jahren Arbeit wuerde ich ein australischer Einwohner sein (2. Staatsbuergerschaft) ), was die Firma 3000 Dollar kosten wurde, oder ich bewerbe mich fuer mein 2nd Year Working Holiday Visa. Meine Firma hatte mir zwar angeboten mich zu sponsorn, aber nachdem ich nur 2 Monate nach Ablauf meines Visums fuer sie weiterarbeiten wurde erschien mir das doch ein wenig dreist. Insofern habe ich also mein 2nd Year Working Holiday Visum beantragt, welches gluecklicherweise just heute genehmigt wurde. Gluecklicherweise deshalb, weil man dafuer nachweisen muss fuer 3 Monate “Regional Work” waehrend seines ersten Working Holiday Visums abgeleistet zu haben. Zwar haben wir einen solchen Nachweis, denn unsere Farmen auf denen wir gearbeitet haben, waren immer sehr grosszuegig an Arbeitstagen wenn es um das Ausfuellen dieser Form ging. Jedoch hatte unser chinesischer Contractor in Robinvale bei den Olivenbaeumen seinen Namen mit “Le Manager” angegeben. Das scheint dann doch etwas dubios, aber wie schon gesagt, es ist durchgekommen und das ist die Hauptsache. Somit steht meinem Aufenthalt in Australien bis naechsten Februar nichts mehr im Wege.
Random Picture from Semaphore
Arbeitsmaessig ist momentan eine kleine Flaute. Die letzte Woche hatte ich wirklich sehr wenig zu tun, worueber ich mich nicht beschweren moechte, aber man hat dann doch ein schlechtes Gewissen wenn man den Grossteil des Arbeitstages nur dort sitzt und nichts zu tun hat ausser im Internet zu surfen. Nun ist es nicht so, dass ich mich vor der Arbeit scheue, denn ich frage meine Kollegen, ob ich ihnen helfen kann, aber auch die haben im Moment alles andere als viel zu tun. Insgesamt ist die Arbeit also wirklich entspannt und mir bleibt viel Zeit mich um andere Sachen zu kuemmern. Mein naechstes Projekt wird jetzt wohl sein meine eigene App zu programmieren, bevor ich mich meiner Website widme.
Ansonsten waren wir gestern mit den Leuten vom Hostel weg. Nachdem Julia ja mit Charlene zusammengezogen ist und wir alle Chris und Frank aus dem Hostel kennen, sind wir gestern in der Truppe losgezogen in Richtung German Club, Event: Oktoberfest! Erstaunlich, wie bekannt dieser Club nur aufgrund dieser Party ist. Wirklich ganz Adelaide kennt den German Club (es gibt nur einen) und das Oktoberfest. Leider ist das in Sachen Schlange und Anstehen keine so super Sache und nach einer halben Stunde anstehen und nicht viel vorankommen, entschieden wir uns dann doch woanders hinzugehen. So landeten wir im Austral, einem Pub in der Rundle Street, wo gemuetlich Bierchen um Bierchen getrunken wurden. Ein echt lustiger Abend, der nach einer Wiederholung schreit (wenn auch vielleicht an einem Samstag, also ohne die Arbeitsmuedigkeit!). Traditionell wurden auf dem Rueckweg bei Hungry Jacks (Australiens Burger King) noch ein paar Burger abgegriffen und schwubbs befinden wir uns in der Gegenwart. Ich denke, dass sind die meisten News zusammengefasst. Dank meines Laptops, werdet ihr jetzt wieder oefter von mir hoeren...also stay.....wait for it.......tuned...!

Samstag, 8. Oktober 2011

Laptop, Brille, Basketball und Delphine

Trocken-Fotos
Bevor ich von den Events und Unternehmungen der letzten Wochen berichten werde hier nun die aktuellsten News und Gedanken, die mich momentan beschaeftigen:
Zu allererst sei hier der Laptop erwaehnt. Ich habe mir nun vor 2 ½ Wochen ein Netbook bestellt und in der Servicewueste Australien ist dieser immer noch nicht geliefert worden. Nachdem der Status meiner Bestellung auf der Website des Anbieters gestern immernoch unveraendert “In Progress” zeigte beschloss ich anzurufen und ich wurde auf naechsten Dienstag vertroestet, was dann hoffentlich das Ende meiner Warterei bedeutet. Ich will es hoffen, denn so langsam geht es mir doch auf die Nerven immer meine Mitbewohner (eigentlich nur Zoe, denn Christian ist ja meistens nicht da!)  nach ihren Computern zu fragen, wenn ich mal das Internet benutzen moechte. Ich haette es vor der Reise nicht gedacht, aber ein eigener Computer gibt einem doch viel Freiheit und fuellt die ein oder andere Minute am Tag. Vor allem wird dieser mir dann endlich ermoeglichen meine Blogs wieder mit Fotos zu fuellen, also durchhalten bis Dienstag, dann wird es hier auch wieder ein wenig farbenfroher.
Ein zweiter Gedanke wurde dann endlich letzte Woche abgehackt. Nach unglaublich vielen Scherereien wegen meiner neu bestellten Brille, die zwar super gut aussah, aber einfach nicht sitzen wollte (ich war insgesamt 8x bei zwei verschiedenen Filialen) habe ich mich fuer einen anderen Rahmen entschieden und konnte diesen letzte Woche abholen. Zwar nicht halb so modisch, wie die urspruenglich ausgesuchte Brille, ist diese nun bequem und schmiegt sich perfekt in den Nerd-Look (nicht modisch nerd!) des Arbeitsumfelds. Naja ich bin jedenfalls froh, dass das Dilemma Brille endlich erledigt ist.
Beim Paddeln
Meine Steuererklaerung ist auch auf dem Weg zur Tax Office und wenn alles gut laeuft sollte ich bald einen kleinen Bonus fuer die ganze Vieh- und Olivenarbeit auf meinem Konto erhalten.
Das waren glaub ich so die groessten Dinge, die mich die letzten Wochen neben der Arbeit und einigen anderen Sachen beschaeftigt hatten. Hoert sich nach Kleinigkeiten an, aber glaubt mir, nach einiger Zeit koennen solche Kleinigkeiten ganz schoen nerven.
Ansonsten lebe ich mich in Adelaide immer mehr ein. Ich bin vor 2 Wochen einem Basketball-Verein beigetreten. Der Uni-SA Basketball Club ist jetzt um einen Power Forward reicher und die Saison beginnt in einer Woche. Obwohl noch nicht in Topform (ich kann leider nur einmal die Woche trainieren), kann ich ganz gut mithalten und das Team ist wirklich nett. Nett ist hier aber auch das Stichwort, denn egal wie scheisse man gespielt hat, bekommt man immer ein “Good practice today” oder “Great Shot, Ro”….”Way to go, Ro” zu hoeren. Alles ein wenig uebertrieben und im Training wird auch mehr geredet als geschwitzt, aber einen guten Ausgleich zur Arbeit bietet es allemal. Ich stelle immer mehr fest, wie ich durch meinen ersten Trainer Ingo Enskat und meinem ersten Basketball Team, dem TSV Lesum, verwoehnt bin. Ingo (und Malte) verstand(en) es das Team zusammenzufuehren und in einem harten Training Ziele durchzusetzen. 
Delphin Nummer 2
Der Spass und Ehrgeiz im Spiel und der Zusammenhalt des Teams auch abseits des Basketballs sind etwas, was ich so noch nicht wieder entdeckt habe. Hier ist es eher so ein Wischi-Waschi Training und der Trainer versucht krampfhaft durch Laptop und stundenlange situationserklaerungen (direkt nach dem aufwaermen, bis alle wieder kalt sind!), die sowieso keiner nachvollziehen kann, intelligent zu wirken. Wie dem auch sei, freue ich mich auf die Saison und bin auf unsere Gegner gespannt.
Eine der etwas spektakulaereren Aktivitaeten der letzten Wochen war wohl das Delphin-Kayaking, was Julia und ich zusammen machten. Als Tour vom Reisebuero fuer 50 Dollar angeboten, bekam sie es umsonst und wir teilten uns meine Kosten. So fanden wir uns vor 2 Wochen auf dem Weg nach Port Adelaide wieder. Adelaides Hafenvorort bildete den Treffpunkt mit unserem Tourguide Pippa (ich glaube das war ihr Name), welche uns vom Visitor-Centre abholte. Schon bald erreichten wir unser Ziel, Garden Island, und bereiteten unsere 2er Kayaks vor. 
Ich in Port Adelaide
Zusammen mit noch 8 anderen Leuten in unserer Gruppe ging es aufs Wasser. Petrus meinte es gut mit uns, denn es war weder zu heiss, noch zu kalt, sondern mit einer leichten Brise einfach nur schoen auf dem Meer zu schippern. Nachdem wir durch die Mangroven (grosse Wurzelbaeume, die sich ueber dem Wasser treffen und somit eine Art Tunnel bilden) gepaddelt sind entdeckten wir endlich einen Delphin der sich seinen Weg zu uns bahnte. Dieser hielt es jedoch auch nicht lange mit uns aus und etwas enttaeuscht setzten wir unsere Paddelreise fort in Richtung der alten Schiffswracks. Es war eine wirklich schoene Atmosphaere auf dem Wasser und einfach ein netter Ausflug, der nach den Schiffswracks dann noch mit einem 2. Delphin belohnt wurde. Irgendwie schon komisch, wenn ich hier berichte, als waere es das Normalste auf der Welt mit Delphinen um die Wette zu paddeln und enttaeuscht zu sein, wenn man keine sieht. Ja man kann sich schnell daran gewoehnen in Strandnaehe und in fast tropischen Klima zu wohnen, aber Deutschland ist mir immer noch lieber ;-)
Festival in Semaphore
Am naechsten (dem letzten) Wochenende sind wir dann nach Semaphore zu einem Festival gefahren. Semaphore ist ebenfalls ein kleiner Vorort am Meer westlich von Port Adelaide. Festival ist vielleicht etwas viel gesagt, denn ich verbinde Festival immer mit viel Trinken, Jugendlichen, Zelten und Party. Hier war der Musikstil eher Country und die Jugendlichen hielten sich auch in Grenzen. Zelte gab es auch keine, ausser die Staende an denen Essen verkauft wurde und das Ganze fand auch nur an einem Tag statt. Dennoch muss ich sagen, war es einen Besuch werd und es gibt doch Schlimmeres als sich in der Sonne von netter Country Musik beschallen zu lassen. So beobachteten wir die Skater im Skate-Park (Roller sind ja wieder mega in, wusst ich nicht!), haben Twisted-Potatoes gegessen und rundeten den Tag schliesslich mit Bierchen an der Bahnhofsstation ab (ganz verboten, denn Trinken in der Oeffentlichkeit ist hier ja ein No-Go).
Good times in Semaphore
Was ist noch passiert? Nach wie vor, macht mir die Arbeit sehr viel Spass und obwohl der Lohn etwas hoeher sein koennte moechte ich mich nicht beschweren. Freitag vor einer Woche, hat abermals ein Kollege von uns die Firma verlassen, was in einem Pubbesuch resultierte. Im “Union” wurden Drinks geschmissen und urspruenglich war mein Plan so gegen 22-23 Uhr zu gehen. Irgendwie geschah es dann aber, dass Drink um Drink ausgegeben wurde und ich bin ja ganz schlecht im Drinks zurueckweisen. Nachdem mein Chef auch noch da war, war ich quasi gezwungen noch etwas da zu bleiben und ich muss sagen es war ziemlich lustig mit meinen Kollegen zu Jay-Z und anderen Konsorten abzugehen.
Momentan ist selbst in Australien Oktoberfest Zeit. Wo ich ja mit einem wehmuetigem Auge Kommentare im Facebook ueberlese von Freunden, die gerade ihre Zeit dort verbringen, werden wir wohl auch am naechsten Freitag ein wenig in Stimmung gebracht werden. Im German Club wird hier naemlich im Oktober jeden Freitag Oktoberfest als Event angeboten. Fuer 10 Dollar gibt es einen “Stein” und Wurst mit Sauerkraut. Stein? Ja genau, so habe ich auch geguckt. Ich habe noch nicht herausgefunden, warum ein Maas in Australien ein Stein genannt wird, aber so ist es. Moechte ich also einen 1 Liter Krug bekommen, so ordere ich einen Stein. Klingt komisch, wird es auch sein, aber es scheint ein gaengiger Begriff zu sein. Ich werde berichten!
Ansonten hat Julia jetzt auch eine eigene Wohnung gefunden und ich bin ziemlich neidisch. Fuer knapp 50 Dollar weniger die Woche bekommt sie zwar ein etwas kleineres Zimmer, dennoch ist alles wohl gerade renoviert worden und es ist wirklich klasse. Die Mitbewohner sind super unkompliziert und das Haus hat neben einer zentralen Lage wirklich alles was man braucht und noch mehr (Geschirrspueler, super grosser Flachbild TV, Waschmaschine, Trockner, etc. etc.).
Ich denke, damit sind die letzten Wochen ganz gut zusammengefasst. Insgesamt geht es mir also sehr gut hier. Ich freue mich schon auf etwas waermeres und bestaendigeres Wetter (in letzter Zeit immer abwechselnd Regen und Sonne/Wolken), und jetzt vor Allem auf den Laptop. Ach ja einem neuem Fitnessstrudio, dem World Gym, bin ich beigetreten und da laufen ein paar Volltrottel rum, aber gut davon erzaehl ich ein anderes Mal. Fuehlt euch gegruesst und stay tuned (bald auch wieder mit regelmaessigeren Updates und Fotos…)

Freitag, 16. September 2011

The Adelaitor


Rueckseite unseres Hauses
Eine Menge Dinge gehen mir momentan durch den Kopf. Eine von jenen ist die Tatsache mich bei unglaublich vielen Leuten schon Ewigkeiten nicht mehr gemeldet zu haben. Zwar ändere ich an diesem Sachverhalt mit einem Blogeintrag nichts, aber wenn man ein paar Augen zudrückt kann man dies vielleicht auch wie eine Rundmail auffassen. Also nicht böse sein, ich habe momentan leider immer noch keinen Computer (auch eine der Sachen in meinem Kopf) und komme somit nicht allzu oft zu facebook und anderen Konsorten. Aber der Reihe nach…
Mittlerweile wohne ich jetzt also schon etwas mehr als einen Monat mit Zoe und Christian zusammen. Von Christian bekomme ich leider nicht viel mit, denn dieser verbringt 6 Tage die Woche bei seiner Freundin und wenn es hochkommt sehe ich ihn also 1 -2 mal am Abend pro Woche. Als begeisterter Fahrradfahrer und Salsa-Tänzer ist er ein super netter Typ und ich komme mit ihm sehr gut aus, also jedenfalls die Male wo wir uns treffen;-)
Insgesamt gefällt mir die Wohnsituation also recht gut. An den Weg in die Arbeit habe ich mich auch sehr schnell gewöhnt und wenn man mal ehrlich ist, sind 15 Min Fußmarsch und eine 5 Min.-Tramfahrt wirklich machbar ;-) Was mich zum naechsten Thema bringt. Arbeit!
Auch hier gibt es nichts Negatives zu berichten. Einzig war es in den letzten Wochen sehr stressig, denn der Good Food Guide 2012 wollte und wollte nicht fertig werden. Wie es (anscheinend) so üblich ist, wollte der Kunde in der Endphase noch einmal alles umwerfen und ein komplett neues Design umgesetzt haben. Das Ganze am besten natürlich ohne Fehler und eigentlich auch schon gestern.
Kueche
Witzig finde ich, wie hier immer alle alles ohne Probleme am Telefon zusagen. „Yeah, we can do that…..no trouble, at all……..no worries….see ya..“ und kaum wurde aufgelegt wird sich dann zu mir umgedreht und gesagt: “you won’t believe what we have got to do now…..that’s going to take for ever …..we have to ask for more money..”. Naja wie dem auch sei, es waren einige Überstunden und sehr lange Tage nötig und jetzt ist es endlich mit dem Projekt zu Ende (bis auf einige Ergänzungen). Lustig war auch noch als vor einigen Tagen unser Chef zu uns an den Tisch gelaufen kam und völlig aufgeregt uns fragte wie man eine App wieder vom App-Store entfernen kann. Wir wussten natürlich erstmal nicht worum es geht und wurden alsbald aufgeklärt. Der Good Food Guide 2012 ist eine App zu dem entsprechenden Buch, in dem jedem Jahr Restaurants ausgezeichnet werden. Welche Restaurants dieses Jahr mit Awards ausgezeichnet wurden, ist noch nirgends veröffentlicht, denn schliesslich ist das Buch noch nicht erschienen.
Wohnzimmer
Wir mussten aber natürlich die Awards schon mit in die App packen. Naja nun kam es, dass die App ungefähr 2 Wochen vor dem Release des Buches im App-Store veröffentlicht wurde und mein Chef nun vor dem Problem stand, dass bald einige Leute von diesen Awards wissen würden und das vor der Veröffentlichung des Buches. Ein Skandal! Das Ende vom Lied war dann, dass die App ganze 45 Minuten zum herunterladen bereitstand und wir hoffen, dass es in dieser Zeitspanne keiner geschafft hat danach zu suchen. Zumindestens ist noch kein Medienskandal publik geworden, also Daumen drücken…
Ansonsten sind wir mit der Firma vor 2 ½ Wochen in ein anderes Büro umgezogen und das war ein reines Chaos. Ohne Schema wurden Kartons mit Handys, Kabeln und allem Möglichen vollgepackt und nach dem Motto „we will figure it out when we get there“ und der „no worries“ attitüde half jeder mit. Als alles zusammengepackt war, wurde dann eine riesige Kühlbox mit Eis und Bier/Wein gefüllt und mit bestellter Pizza der Abend eingeläutet. Es war ein wirklich witziger Abend und ich hoffe auf eine baldige Wiederholung im neuen Büro, denn (was für ein Wunder) auch nach nunmehr 2 Wochen stehen immernoch Kartons herum und gestern wurde bekannt gegeben, dass Ende nächster Woche wohl alles erledigt sein soll.  Wir werden sehen.
Esszimmer
Um das Thema Arbeit der letzten Wochen abzuschließen, steht es mir wohl frei so lange dort zu arbeiten, wie ich möchte. An dem Umzugstag hat mein Chef so im Nebensatz verlauten lassen, dass es ganz an mir hängt, wie lange ich noch bei mNet arbeiten möchte. Für mich infofern klasse, als dass ich also bis auf die 1 Monatige Kündigungsfrist völlig unabhängig bin und mir erstmal der Arbeitsplatz sicher ist. Mittlerweile sieht die Planung wohl so aus, dass ich mit Sicherheit noch 1 – 2 Monate hier bleiben werde und dann mal gucken wie mir der Sinn steht. Evtl geht es um Weihnachten weiter Richtung Fidschis oder halt schon etwas früher..auch das werden wir sehen.
Mein Zimmer
Ansonsten sind die letzten Wochen eher ruhig verlaufen. Am Wochenende haben Julia und ich viel unternommen und haben jetzt schon diverse umliegende Stadtbezirke erkundet. So wurde Adelaide von oben vom Windy Point besichtigt, wo wir feststellten, dass Adelaides öffentliche Verkehrsmittel  nicht sooo regelmäßig fahren und man auch schon mal gut 1 Stunde auf Busse warten darf. Klasse vor allem wenn kein Plan aushaengt und man eine sehr hilfsbereite Hotline anrufen muss… An einem anderen Wochenende sind wir nach Hahndorf gefahren, einem deutschen (hätte keiner geraten bei dem namen) Vorort. Adelaide wurde nämlich von deutschen Kolonien besiedelt und besitzt somit deutsche Wurzeln. Auf jeden Fall einen Besuch wert und obwohl uns der Besuch nicht ins „Hofbrahaus“ (original mit Schreibfehler) geführt hat, so wurden wir doch bei dem Anblick deutscher Leckereien ein wenig wehmütig. Typisch deutsch wurde auch gegessen. Hamburger mit Pommes! ;-)
Mein Zimmer (andere Perspektive)
Abermals ein anderes Wochenende ging es nach Harbour Town, dem Shopping Paradies für Outlet Shopper. Für dumping Preise hauen die Läden ihre ansonsten nicht bezahlbaren Sachen heraus und zusammen mit einem Besuch des Glenelg Beaches (lang lang ist es her, aber hier haben wir bei unserem ersten besuch in Adelaide den ersten Delphin gesehen) war es ein sehr schöner Tag und es ging mit gefuellten Taschen wieder nach Hause.
Julia hat jetzt nach 5 Wochen intensiven Bewerbens endlich einen Job gefunden. Kurz vor dem Nach-Hause Fliegen und nach unzähligen Absagen und Fast-Zusagen ist es am Ende doch so einfach gewesen und die Lösung so nahe. Direkt neben ihrem Hostel ist ein Reisebüro mit Namen Peter Pans. Die haben auch manchmal im Schaufenster Jobanzeigen hängen und nachdem sie lange nichts mehr von ihren Bewerbungen gehört hatte, beschloss Julia doch einfach mal im Peter Pans zu fragen, ob sie nicht noch mehr Jobs hätten als die draussen aufgehängten. Es begab sich so, dass Peter Pans gerade zu dem Zeitpunkt nach einer neuen Reisebüro-Angestellten suchte und um es kurz zu machen bekommt sie jetzt alle Touren von Peter Pans umsonst und hat auch noch einen Job, der ihr Spaß macht oben drauf.
Aussicht vom Windy Point

Die einzige Party in den letzten Wochen war die „Heads or Tails“-Party, die für mich besonders prägend war. Wie der Name schon sagt war es eine Motto Party, bei der man entweder etwas auf dem Kopf oder am hintern tragen musste. Klasse, sowas liebe ich ja. Naja anfänglich hatte ich also einen kleinen Hut auf und war ganz zufrieden damit. Dann haben Zoe und eine Freundin sich Perrücken aufgesetzt und nur so zum Spaß dachte ich: ach komm probierste auch mal eine auf. Gesagt getan und zu dem Zeitpunkt fand ich die Idee noch super klasse mit meiner blonden, gelockten 30cm Mähne zu der Party zu gehen. Getarnt mit neuer Brille, Schal und französischem Hut sah ich aus wie ein schwuler, französischer Maler..wie gesagt, ich fand es lustig. Kaum bei der Party angekommen, war ich plötzlich nicht mehr so sicher. Sämtliche Rugby-Typen, die entweder gar nichts auf ihrem Kopf hatten oder ein Cap (super Jungs, echt guter Einsatz) haben mich angeguckt, als wäre ich von einem anderen Planeten und das Schlimmste war, dass einige dachten es seien meine richtigen Haare. So konnte ich mich vor Kommentaren wie „Hey, der typ da hinten sieht doch ganz knackig aus, tanz doch mal mit dem“ nicht retten und am Ende war ich das Ding wirklich leid. Ich hab es durchgezogen, aber in Australien wird es wohl das letzte Mal gewesen sein, denke ich.
Victoria Sq. Brunnen
So gehen die Tage dahin. Am letzten Donnerstag war ich dann zum ersten Mal beim Basketball-Training und habe feststellen müssen wie sehr ich doch an Kondition abgebaut habe. Ich war nicht wirklich schlecht, aber lange nicht da wo ich einmal war (ja ich weiss, dass war auch nicht viel besser). Das Training war auch wieder ein ganz anderes im Vergleich zu dem was ich aus Deutschland gewohnt bin, aber das werde ich dann demnächst näher beschreiben.  Auf jeden Fall tat es gut mal wieder ein wenig zu zocken und neben dem Fitnessstudio, dem ich beigetreten bin (inklusive Pool, ziemlich cool) freue ich mich darauf endlich wieder in Form zu kommen.
Neben den beschriebenen Dingen habe ich mich die letzten Tage mit dem Steuerantrag beschäftigt und habe mich dann dazu durchgerungen es doch mit einer Firma zu machen. So ist jetzt taxback.com damit beschäftigt worden, dass meiste Geld vom Staat wieder zurückzubekommen. Jungs, ich verlass mich auf euch.
So, zum Abschluss noch das Wetter.. Es ist heiter und sonnig bei 27 Grad..Liebe Grüsse an alle die das hier lesen….

P.S.: Fotos werde ich demnächst hinzufügen. Bei Julias netbook ist leider der Kartenleser kaputt gegangen und insofern ist es gerade ein wenig schwierig...

Samstag, 16. Juli 2011

Ayers Rocking!

The one and only
Das erste Wochenende im harten Arbeitsalltag neigt sich dem Ende zu und es ist Zeit fuer das erste Resume des neuen Jobs. Momentan arbeite ich als iPhone-App Programmierer und das derzeitige Projekt ist ein Restaurant-Fuehrer-App. Viele Funktionen soll es beinhalten, natuerlich schick aussehen und mit einer Menge Animationen bespickt werden. Mir macht es unglaublich viel Spass, obwohl es wirklich „nur“ programmieren beinhaltet. Ich lerne jeden Tag etwas Neues und vor allem das sofortige positive Feedback des Jobs („wow, das sieht wirklich klasse aus...hab ich das wirklich gerade gemacht?“) gefaellt mir sehr. Das Team ist auch super nett und es kommt nicht selten vor, dass bis zu 3 Personen an meinem Schreibtisch stehen um mir bereitwillig weiter zu helfen. Am letzten Freitag stand dann der woechentliche Pubbesuch nach der Arbeit bevor und es war eine sehr entspannte Stimmung. Alle gaben Runden aus und am Ende des Abends hatte ich keinen Penny ausgegeben, aber 5 Bier und einen Tequila intus. Mein Chef ist sehr locker drauf und ich hoffe wirklich, dass ich nach den 2 Wochen Probearbeit weiter fuer die Firma arbeiten kann. Erste Kontakte innerhalb der Firma sind geknuepft und ich bin optimistisch, aber mal abwarten.
Versuchtes "jumping"-pic
 Heute Morgen gab es dann neben all den positiven Neuigkeiten einen kleinen Downer. Mein rechtes Auge ist relativ angeschwollen und nach dem mir alle anderen Backpacker ihre Weisheiten („leg da Gold drauf, das zieht die Schwellung raus“....“eine Augendusche mit heissem Wasser, das hilft“) erzaehlten bin ich schnurstracks zur Apotheke. Dort verschrieb man mir ein paar Augentropfen und wenn alles gutgeht soll das Ganze in 5 Tagen wieder weg sein. Das einzig Negative ist, dass ich meine Kontaktlinsen nicht tragen darf und ich somit auf meine Brille angewiesen bin. Nun haette ich damit eigentlich kein Problem, nur leider prangt seit Anfang der Reise ein riesiger Riss das linke Glas meiner Brille. Ein kleines Stueckchen ist sogar schon rausgebrochen, aber naja ich verkaufe es einfach als neuen Style innerhalb der Firma.
Sonnenaufgang am Uluru
 So nun aber zurueck zum eigentlichen Geschehen, dem Besuch des Uluru. Nach dem Verlassen des Kings Canyons und knapp 3 Stunden Fahrt sahen wir den ersten grossen Berg und dachten uns: „wohoo das ist der Uluru“. Schnell wurde Rechts angehalten und einzig Rob war stutzig, denn auf den Bildern sah er doch so anders aus. Um es kurz zu machen, war meine erste Uluru-Erfahrung in wirklich der Mt. Connor, der hundert Kilometer entfernt vom Uluru steht. Naja gut, umso besser, dachte ich mir, denn so wirklich beeindruckend war der Mt. Connor von der Entfernung nicht. Eine gute Stunde spaeter erreichten wir dann den eigentlichen Uluru und da es kurz vor Sonnenuntergang war entschieden wir uns direkt hin zu fahren, anstatt erst auf dem Campingplatz einzuchecken. 25 Dollar Eintritt liessen wir uns den Spass pro Person kosten und mit Karten ausgestattet bahnten wir unseren Weg zur Sunset/Sunrise Aussichtsplattform. Es gab 2 Aussichtsplattformen und aus irgendeinem Grund (ich glaube, ich hatte das sogar vorgeschlagen) sind wir einmal um den Uluru zur Sunrise/Sunset Plattform gefahren, anstatt zur ausdruecklich fuer den Sunset ausgeschilderten. Naja es war ein Reinfall denn von dort sah man zwar im Hintergrund die Sonne, aber der Ulura war dementsprechend Schwarz.
Kletter-Aktion (es war wirklich steil!)
Kurz entschlossen und mit nur ein paar Minuten uebrig, bis die Sonne entgueltig verschwinden wuerde, fuhren wir so schnell wie wir konnten zurueck und erhaschten einige letzte Momente des Naturmonuments im Sonnenuntergang. Ich kann es schwer beschreiben, aber es war wirklich beeindruckend. Obwohl es im wahrsten Sinne des Wortes „nur ein Stein“ ist, hat er etwas magisches und wir genossen die verschiedenen Rottoene, in der der Uluru sich in der Abendsonne zeigte. Das Ganze Spektakel erlebten wir fuer uns alleine, denn wir parkten unser Auto einfach neben der Strasse anstatt den ganzen Weg zum Aussichtspunkt zurueckzufahren. Ziemlich kaputt, aber zufrieden, checkten wir in den einzigen Campingplatz im Yulara-Resort ein und schliefen eine teure und vor Allem kurze Nacht, denn wir wollten natuerlich den Sonnenaufgang am Uluru nicht verpassen. Mit schlotternden Knien (es war wirklich schweine kalt) und ohne Fruehstueck ging es somit in der Fruehe zu der schon bekannten Sunrise-Viewing Platform. Mit guten 100 anderen Backpacker-Touris warten wir eine gute Weile auf die Sonne und wurden nicht uebermaessig vom Hocker gehauen, als diese sich endlich zeigte. Weder hatte sich die Farbe des Ulurus wahnsinnig geaendert, noch war es besonders schoen in der Kaelte. Alles in allem muss ich sagen, ist der Sonnenuntergang tausend mal schoener, als der Sonnenaufgang, aber hey: wir haben es beides erlebt und das zaehlt ;-)
Auf dem Uluru
Nach einem wohlverdienten Fruehstueck auf einem nahegelegenden Picnic-Platz entschieden wir uns fuer eine kleine Wanderung um den Uluru. So fuhren wir zum nicht weit entfernten Startpunkt und auf dem Weg dorthin kamen wir zum ersten Mal richtig nahe an den Felsen heran. Absolut beeindruckend. Tiefe Einkerbungen und Hoehlen formen und pragen diesen massiven Steinfelsen. Just bei unserem Startpunkt fuer die Wanderung sahen wir dann Hunderte von Menschen die den Uluru bekletterten. Zwar wusste ich, dass dies moeglich sei, aber erstmal wird es von den Aborigines nicht gern gesehen, da der Uluru fuer sie heilig ist und die Regierung verbietet es zwar nicht, aber auf Grund der sich hauefenden Unfaelle, preist sie es auch nicht an. So hatte ich damit gerechnet, dass nur ein paar wenige Rebellen den Berg erklimmen und nicht so ziemlich jeder Touri, der dort war. Kurz entschlossen liessen wir das Vorhaben einer Wanderung hinter uns und begannen den Kolloss zu besteigen. Was so einfach von unten aussah, war nach einer Weile wirklich anstrengend und der steile Aufstieg brachte jeden zum Schnaufen. Einzig einige Ketten waren in den Stein gehauen zum festhalten und ich glaube ohne diese haette ich es auch nicht gemacht. Schritt fuer Schritt kamen wir dem Gipfel naeher und schliesslich standen wir auf dem hoehsten Punkt. Ein wahnsinniges Erlebnis und mit einer atemberaubenden Aussicht feierten wir unser Glueck. Klasse und ich muss sagen, mit Sicherheit eines der Highlights unseres Trips.
Auf dem Gipfel des Uluru
Nach einem ebenso schwierigem Abstieg machten wir eine letzte Autotour um den Uluru und fuhren dann zum zweiten Spektakel im Nationalpark, dem Kata Tjuta. Von weitem sieht dieses so aus, wie ein paar riesige Steinhuegel, die jemand nebeneinander gesetzt hat. Leider waren wir alle ziemlich erschoepft und auch ein Mittagessen brachte nicht den erhofften Energieschub, so dass wir nur eine kleine Wanderung machten. Wir befanden Kata Tjuta auch auf jeden Fall sehenswert, aber das Uluru Erlebnis konnten die Huegel nicht toppen. So verliessen wir den Nationalpark und brachten noch weitere 150 km auf den Zaehler bevor wir auf einem Campingplatz Halt machten. Ich hatte diesen zuerst versehentlich in dem vorherigem Post erwaehnt und wurde dann von Julia darauf hingewiesen, dass dies natuerlich voellig falsch war. Es ist jetzt berichtigt und dies ist nun der Campingplatz mit unzaehligen Maeusen und den Besitzern, die niemals auftauchten um die Gebuehr zu fordern.
Shadow-Action Heroes
Am naechsten Tag fanden wir uns in Coober Pedy, einer kleinen Stadt im Outback, die vor Allem fuer die vielen Opal-Minen bekannt ist. Fuer uns war es nur aus einem Grund sehenswert, denn ein Campingplatz und viele Hostels bieten Underground-Camping an. In einer ehemaligen Mine bauten wir am Abend unser Zelt auf und es war ein cooles Erlebnis. Neben unglaublichem Hall, war es angenehm warm (es bleibt immer so um die 15 Grad) und wenn auch auf hartem Untergrund schliefen wir gut.
Nach einem weiteren Nacht in Port Germein erreichten wir schliesslich am uebernaechsten Tag Adelaide, wo wir planten unser Auto zu verkaufen und schliesslich dann getrennte Wege zu gehen. Dieses urspruenglich als einfach geplante Prozedere stellte sich als ziemliches Problem heraus, denn in Adelaide schien zu dem Zeitpunkt wirklich niemand nach Autos zu suchen. Flyer wurden in jedem Hostel aufgehaengt und bei gumtree taeglich unser ad wieder aktualisiert. Dennoch hatte sich selbst nach 2 Tagen niemand gemeldet und wir entschieden uns mit dem Preis herunter zu gehen. So landete der urpsruengliche Preis von $2900 auf $2200 und wir befanden diesen fuer mehr als fair. Dennoch nichts! Andere Leute teilten dasselbe Schicksal und in Hostels sahen wir Aushaenge fuer sehr viel bessere Autos fuer sehr viel weniger Geld (2000 Ford Falcon mit allem drum und dran fuer $2000).
Unglaubliche Weiten!
Der Besuch von Second-Hand Autohaendlern, von denen es unendlich viele gibt in Adelaide, brachte ebenfalls kein Glueck, denn diese haetten uns nicht mehr als 500 – 1000 Dollar fuer das Auto gegeben. Tja und dann geschah es eines Abends und mein Handy klingelte. Nach 5 Tagen ohne Glueck, wollte sich schliesslich eine Asiatin unser Auto angucken. Dazu hatten wir noch ein anderes Angebot von jemanden, der Interesse bekundete, falls kein anderer das Auto haben wollte, aber das war jetzt egal, denn die Asiatin wollte es sehen. Am naechsten Tag kam sie vorbei und mit ihrer Freundin (alle von uns dachten, sie waere ein Er, aber gut das tut nichts zur Sache) begutachtete sie unser Baby. Alles checkte sie und auch eine Probefahrt, wo Rob (der mit ihr im Auto sass) fast gestorben waere vor Angst, wurde bewaeltigt.

Kata Tjuta

Nach der Probefahrt beriet sie sich noch einmal mit ihrer Freundin und schliesslich teilte sie uns mit, dass sie es fuer $2000 kaufen wuerde. WOW, in letzter Sekunde. Wir hielten unsere Erleichterung geschickt zurueck, obwohl wir in die Luft haetten springen koennen. Noch am selben Tag wurde der ganze Papierkram erledigt und selbst das Problem eines westaustrlischen Wohnorts konnte mit Hilfe einer Banknotiz (die beiden hatten ihre Bankkonten in WA aufgesetzt) ueberwaeltigt werden. Es haette nicht besser laufen koennen und wir wurden von unserem Glueck ein weiteres Mal ueberwaeltigt.
So schoen das Gefuehl des Autoverkaufs auch war, so traurig war nun der Gedanke eines baldigen Abschieds meiner Mitreisenden. Waehrend ich mich kurzerhand entschied in Adelaide zu bleiben um nach einem Job zu suchen, wollten Julia und Rob Richtung Ostkueste aufbrechen um dort zu reisen/arbeiten.
Das Ziel des kurzen Marschs in Kata Tjuta
Es waren gemischte Gefuehle, die die letzten Tage praegten. Auf der einen Seite ein gutes Gefuehl von Freiheit, auf der anderen Seite der traurige Gedanke des Endes einer Aera. Mit Sushi und leckerem Eis wurde der letzte Tag in Adelaide kulinarisch gefeiert und Rob verliess das Trio als erstes Richtung Sydney. Da Schulferien waren und Tiger Airways (eine der billigsten Fluglinien innerhalb australiens) zur Zeit nicht fliegen darf, kostete der Flug nach Sydney 180 Dollar. Julia und mir blieb noch ein weiterer entspannter Tag in Adelaide bevor auch sie am naechsten Tag nach Sydney flog. Schwubbs, so schnell ging es und dann war ich allein in Adelaide. Ganz ehrlich, direkt nach dem Abschied, ein gar nicht so gutes Gefuehl und auch die naechsten Tage wurde einem erst richtig klar, dass man nicht mehr im Trio unterwegs ist. Dieser Zeitpunkt ist nunmehr 2 Wochen her und mittlerweile nicht vergessen, aber durch andere Sachen ersetzt, die mich ablenken (Arbeit). Ich denke zur Zeit, dass zwar unser Roadtrip vor 2 Wochen zu einem Ende gekommen ist, aber das heisst noch lange nicht, dass man sich nicht bald irgendwo wiedersehen kann. Denn das ist ja das Schoene an der Freiheit, naemlich selbst Herr der Lage zu sein und genau das zu tun, was einem gefaellt. Hach, ein paar schoene Schlussworte habe ich da gefunden...in dem Sinne, stay tuned...