| Klassisch! |
Die Sätze “We will call you back!”, “Just leave your C.V. here” eingebrannt in meinem Kopf startete ich wenig motiviert in die 2. Woche in Canberra. Einzig gute und offene Option: McDonalds hatte mich zu einem Vorstellungsgespräch am Montag zu eingeladen. Hingefahren und dann der übliche Small Talk. Meine Interviewerin schien nicht ganz sicher zu sein, was sie mich fragen sollte und nach „Where are you from? How long are you gonna stay? Why do you want to work for McDonalds?“ fiel ihr nur noch ein mich zu fragen, was ich vorher gemacht habe. „Wow, electrical engineering…you must be smarter than me!“….“ähhh no i wouldn’t say that…haha“. Ja und das war es dann auch. Wenig zuversichtlich verließ ich nach 5 Minuten Gespräch McDonalds, denn auch hier wurde ich mit dem “Wir rufen dich an” Satz vertröstet.
Am nächsten Tag jedoch rief mich tatsächlich meine „dümmere“ Interviewerin an und fragte mich ob ich am Mittwoch anfangen könnte. Ein Traum wurde war und so kam ich zu meinem ersten Arbeitsplatz in Australien. Nach 5 Jahren Studium nun der gerechte Lohn in Form eines Fast-Food Zubereitungsjob. Endlich hatten wir alle Arbeit (Julia in einem kleinen Restaurant und Rob und ich bei McDonalds) und es musste nur noch die Wohnungsfrage geklärt werden. Das Hostel war mit 30 Dollar pro Tag einfach zu teuer. Noch dazu kam, dass man offiziell in dem YHA Hostel nur 14 Tage bleiben darf.
| In einem der ungefähr 5 verfügbaren Pubs in Canberra |
Danach muss man dem Manager einen Antrag schicken, dass man länger bleiben möchte. Zusammen mit den 13 Dollar Buskosten zur Arbeit gab es genügend Gründe sich nach einem Appartment umzugucken. Diese als leicht zu lösen eingeschätzte Aufgabenstellung stellte sich alsbald als ernstzunehmende Herausforderung heraus. 1 – 2 Zimmer Appartments sind leicht gefunden, aber die wenigsten (so gut wie keiner) lassen sich auf einen Mietvertrag mit einer Dauer von weniger als 3 Monaten ein. Auch die Suche nach Wgs, die nach 3 neuen Mitbewohnern gleichzeitig suchen, lief in eine Sackgasse. Nachdem noch ein paar Makler abgeklappert wurden hieß es am Mittwoch dann ab zu meinem „First day“ bei McDonalds. Um 6 Uhr Morgens aufgestanden, um 7 Uhr den Bus bekommen und um 8 Uhr wurde mir nach kurzer Begrüßung vom Manager meine Uniform überreicht. Im schicken Schwarz-Gelb Dress mit passendem Cap wurden Amanda und ich Rob (Trainer) vorgestellt. Amanda hatte ebenfalls ihren ersten Arbeitstag und sah so aus, als würde für sie ein Traum in Erfüllung gehen, denn sie schien hier ohnehin schon täglich essen zu gehen. Nach einem ersten Rundgang durch die Filiale, wurde ich bereits mit den ersten Friteusen vertraut gemacht und durfte mich um die Hash-Browns (Kartoffel Röstis) kümmern. Eine schweisstreibende Arbeit, wenn man sich vorstellt, dass die Teile in 190° heissem Oel fritiert werden. Während Amanda mit den Computern vertraut gemacht wurde und die ersten Kunden bediente, war ich nach 1 Stunde ein wahrer Hash Brown Meister und die anspruchsvolle Arbeit wurde zunehmend leichter und langweiliger.
| Australian War Memorial |
Dann endlich Mittagspause. Als Angestellter bei McDonalds bekommt man 50% auf alles und so wurden selbst die teuersten menues für mich erschwinglich. 35 Minuten Schlemmen und weiter geht’s. Jetzt durfte ich die Kunden bedienen. Waass? Am ersten Tag? Ich weiss noch nicht mal was es alles gibt bei McDonalds geschweige denn wie das alles auf englisch heisst!!. „One Fanner please!“..“Im Sorry, what was that?“….“large Fanter, please“ …“Excuse me, ive gotta ask, ist my firrst day!“…Am Ende kam heraus, dass er eine große FANTA wollte. Mann mann mann. So ging es in einem fort und am Ende des Tages war ich zwar relativ vertraut mit den Menues hatte aber immernoch große Probleme die Leute zu verstehen. Müll rausbringen, Feierabend…puh erledigt…Im Hostel dann nur noch schnell den Burger und Pommes Gerucht abgeduscht und Abend gegessen. Dann fix und fertig ins Bett, nur um am nächsten Morgen wieder um 6 Uhr aufzustehen. Voller Hoffnung nicht wieder Kunden betreuen zu müssen wurde ich mit dem genauen Gegenteil erwartet. Du gehst erstmal wieder an die Kunden-Computer, hieß es. Geil, vor allem, weil ja morgens ein anderes Menue bei McDonalds serviert wird. Serviert hört sich hier komisch an, aber naja. „Plain Saussage, please“…Was will der? Nur eine Wurst?.. Nee, natürlich nicht.. Der Mc Saussige Muffin ist das natürlich. „One Cheeseburger without meat please“..Mann glaubt es nicht, was für Kreationen sich die Leute einfallen lassen. Alles in allem habe ich mich glaube ich ganz gut geschlagen und ich muss sagen, dass die meisten Leute wirklich sehr nett und geduldig mit mir waren.
| Mitten im Nirgendwo: Umsteigen in Cootamundra! |
Nach meinem 2. Arbeitstag war leider die Wohnungsfrage immernoch nicht geklärt. Bis dahin einzige Option wäre ein Campingplatz direkt neben McDonalds gewesen. Der war mit 420 Dollar für einen Bugalow pro Woche aber auch kein Schnäppchen. Was nun? Im Hostel hätten wir wahrscheinlich bleiben können, aber nach Abzug der Hostelkosten und Busfahrtkosten wäre am Ende der Woche nicht viel vom Lohn geblieben. So suchten wir schließlich doch nach Job-Alternativen ausserhalb von Canberra. Rob kannte noch einen Freund, den er in Sydney kennengelernt hatte und wusste, dass dieser in Robinvale (in der Nähe von Adelaide) Fruit-picking macht. Nachdem alle anderen Working hostels ausgebucht waren oder keine Jobs parat hatten, rief er ihn und danach die Farmbesitzer an. 13 Dollar Cash auf die Hand pro Stunde und Unterkunft für 70 Dollar in der Woche. Die Arbeit wird pruning sein, also mit einer Heckenschere Olivenbäume zu trimmen. Hört sich nicht schlecht an und aufgrund mangelnder Alternativen wurde sich schnell dafür entschieden.
Gestern kam dann der harte Part, nämlich bei McDonalds zu kündigen. Kurz vorher noch angerufen um die Bezahlung zu klären (ich war noch nicht mal offiziell angestellt bei McD) waren wir (Rob und Ich) bald auf dem Weg um direkt mit dem Manager zu sprechen. „Yeah, ist not working out for us“.“Weve got a farm job near Robinvale, starting next week“. Erstaunlich gefasst und vor allem schnell reagierte der Manager auf die Nachricht und nach 10 Minuten waren wir wieder arbeitslos…yay ein Gefühl von Freiheit.
Nun sind wir auf dem Weg nach Robinvale und hoffen dort heute Nacht mit dem Bus anzukommen. Keine Ahnung was uns dort erwartet und doch voller Vorfreude was neues zu erleben. Rob besucht noch Verwandte auf dem Weg und wird dann in ein paar Tagen wieder zu uns stoßen.
Ich weiss nicht genau, wie es in dem Kaff mit Internet aussieht und auch nicht mit Handyverbindung, Also nicht böse sein, wenn ich etwas länger auf mails oder Kommentare nicht antworte. Hoffe es geht euch allen gut…stay tuned…
LOL, wozu so ein Diplom doch alles gut ist ;-). Hätte nicht gedacht dass es du mal bis zu McRonalds schaffst ;-), wozu so ein Arbeitszeugnis alles gut ist.
AntwortenLöschenNa dann mal viel Spaß beim Olivenbäume zerhacken.
Boris
P.S.: Wir haben uns alle köstlich amüsiert ! :-)
man man man was ne steile karriereleiter :) ich bin gespannt wie die farmarbeit wird. wieviel knete gab's denn bei McD? lass krachen..
AntwortenLöschenHey Roland,
AntwortenLöschenklingt ja echt super spannend bei euch/dir!! Jeden Tag interessante Erfahrungen..:)
habs leider erst jetzt geschafft mal alles hier durchzulesen (bin soo im unistress mit allen prüfungen :/), bist ja ein kleiner autor :D(wie deine schwester sagte, könntest ja glatt ein buch über dein auslandsjahr schreiben) und man kann sich prima in eure Lage hineinversetzen...
hoffe, ihr findet noch ne geeignete Unterkunft und dass es mit eurem Job diesmal besser läuft..! aber dich kann ja schon nichts mehr umhaun ;)
Liebe grüße ans andere Ende der Welt!!
Carolina