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| Wolkenformationen in Robinvale |
Nach unserem Kurzurlaub in Red Cliffs trafen wir vor 1 ½ Wochen wieder in Robinvale ein und bezogen abermals das uns vertraute Little-Asia Haus in der Einöde. Nachdem der nächste Tag frei war schmissen unsere asiatischen Mitbewohner eine kleine „Party“ am Abend. Party ist echt übertrieben, denn im Nachhinein ähnelte das Ganze eher einem Teenager-Geburtstag, bei dem erste Alkoholerfahrungen gemacht wurden. Peinlich, ganz peinlich. Dabei muss erwähnt werden, dass unsere Mitbewohner zwischen 20 und 30 sind. So nun zu den Einzelheiten.
Nachdem am Nachmittag bzw. kurz vor unserer Ankunft alle möglichen Delikatessen zum Essen vorbereitet wurden, trafen am frühen Abend einige Freunde von der Olivenfarm ein. Unter anderem kam auch einer unser asiatischer Arbeitgeber und brachte Bier und sogar eine Flasche Rum mit. Soweit so gut und bislang war noch nicht viel Unterschied zu einer regulären Party ersichtlich. Dann ging es los..Zunächst wurde gegessen, wovon wir nicht viel mitbekamen, denn wir waren in unserem Zimmer. Plötzlich wurden wir von lautem Gekreische und Gelächter in die Küche gelockt. Dort standen alle um den Tisch und Andy (unser Arbeitgeber bzw. derjenige der uns das Geld übergibt) füllte Rum + Cola in 2 Gläser, bevor er diese an 2 Leute weiterreichte.
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| Starke Kartenarchitektur von Rico |
Es wurde schnell klar, dass Rum für die meisten Asiaten nicht zum Standardgetränk zählt und unter tosendem Blitzlicht-Gewitter wurden die sich schüttelnden Trinker festgehalten. Offenbar gehört für jeden Asiaten die Kamera zu einer guten Party dazu, denn wirklich jeder machte Fotos. Jeder musste ein Glas Rum + Cola trinken und als schließllich wir an der Reihe waren schienen alle Fotografen sichtlich verdutzt zu sein. Kein Schütteln? Mögt ihr das etwa? Was ist denn mit euch kaputt? schien es in ihren Köpfen herum zu gehen. Ein besonderes Highlight war auch noch, als ein Pärchen aus dem Haus zusammen „auf Brüderschaft“ trinken sollte. Krampfhaft und geradezu schmerzverzerrt näherten sich die beiden, hakten ihre Arme ein, tranken und gingen so schnell wie möglich wieder auseinander. Kuss? Natürlich nicht, hallooo wir sind hier auf einer Party und nicht im Puff! So ging es in einem Zug weiter.
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| Rob und David |
Nachdem es die ersten Mädels durch den Rum ausgeknockt hatte, wurde von „Swing“ (den Namen hat sie sich selbst ausgesucht) verlangt zu tanzen. „Tanz…Tanz…Tanz“ schrien immer wieder Leute auf chinesisch. Swing hat wohl mal in der Schule in einer Tanzgruppe getanzt. Nach peinlicher Zierde stand sie auf und forderte andere Leute auf ihr zu folgen. Schließlich machte sie eine 2 Sekunden lange Choreographie vor, die sogar ich hinbekommen hätte. Abermals unter tosendem Gelächter und Tausenden von Fotos tanzten schließlich 5 Chinesinnen in unserer Küche für 2 Sekunden. Danach sahen sie so aus, als wären sie am liebsten im Boden versunken. Mann kam sich vor wie in einem falschen Film. Natürlich wusste ich, dass einige Asiaten von Natur aus nicht viel Alkohol vertrugen und deshalb nicht viel tranken, aber sowas hatte ich von einer asiatischen Party nicht erwartet. Als Nächstes kam dann das beliebte Partyspiel:„Was ist für diese Person typisch?“. Reihum werden die Personen durchgegangen und man einigt sich auf einen für diese Person typischen Satz bzw. eine typische Mimik oder Gestik. Wow, was für ein Spaß und anschließend wurde das Ganze auf Video aufgenommen. Rob und ich wurden bei dem Spiel übersprungen, denn schließlich kannte man uns noch nicht lang genug um einen für uns typischen Satz zu finden. Den Abschluss der Party machten dann Gruselgeschichten. Das Licht wurde ausgemacht und jeder der eine Gruselgeschichte kannte durfte sich mit der Taschenlampe ins Gesicht leuchten und sie erzählen. Eine Geschichte wurde extra für uns in gebrochenem Englisch von Go Go erzählt. Leider habe ich sie nicht ganz verstanden, aber das schiebe ich mal auf das eine Glas Rum + Cola. Alles in allem eine super Erfahrung und schön zu sehen, dass es in anderen Kulturen nicht zu jeder Party dazugehört sich ins Delirium zu trinken. Aber Gruselgeschichten? Wirklich?...
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| Spaß beim Traubenpflücken |
Nachdem am nächsten Tag Rico und David, 2 Deutsche die wir in Red Cliffs kennengelernt hatten, zu uns stießen, ging es am Montag fröhlich zum Olivenbaum-Frisieren. In gewohnter Manier galt es 2er Grüppchen zu bilden und so traf ich auf Vanessa, weil Julia und Rob zusammen arbeiteten. Vanessa kam aus Frankreich und hatte ihren ersten Tag auf der Olivenfarm. Nach den gewöhnlichen Floskeln „woher kommst du?“ „wo warst du schon in australien“..bla bla bla meinte sie dann „This morning i was so angry“. Ich meinte nur: „oh okay, why? What happened?“. Sie antwortete: „I was so angry, i could eat so much“. Häh du isst dann immer viel wenn du wütend bist? „hm okay, but why were you angry?“…“I dont know, my stomach was empty“…Irgendwann dämmerte es mir, dass sie meinte sie sei “hungry” und nicht „angry“. „Ahh yes you mean you were hungry this morning?“..“Yes, so angry“..”hungry”..”Angry”….ja gut und dabei hab ichs dann belassen. Keine Chance mit ihrem Akzent. Die wird es nochmal schwer haben, dachte ich…ganz schwer wird dies haben. So entwickelten sich einige Annekdoten: „buttons of mostiko“ war für sie das gleiche wie „moskito bites“ und choco-late bzw. ima-gine werden nun immer in Erinnerung bleiben.
Die Arbeit war die ersten Tage wirklich erträglich und nicht so schlimm, wie wir sie in Erinnerung hatten. Das lag vor allem an dem Wetter, denn es war angenehm warm (so um die 26 Grad) und es gab wenig Fliegen und Moskitos. So gingen die Tage dahin und am Abend vertrieb man sich die Zeit mit Bierchen, Kartenspielen und Kochen. Sehr lustig waren auch immer wieder die Versuche von Rico deutsche Sprichworte oder Redewendungen für Rob ins Englische zu übersetzen. Aus dem Nichts kam es plötzlich:“Ey Rob do you also have the word shit-saussage?“. Auf die Frage was er auf Deutsch sagen will, meinte Rico:“Kackwurst“. So wurden sämtliche Umschreibungen für „das Klo benutzen“ ausgetauscht (einer meiner Favoriten: „Braun fliesen“) und ins Englische übersetzt. Sehr lustig!
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| Auf der Traubenfarm |
Ausserdem wurden auf dem Fernseher, der leider keine Programme empfangen konnte, einige Klassiker der Filmgeschichte angesehen. Von den insgesamt 6 verfügbaren Dvds, schauten wir schließlich „Out for Blood“ mit Don „The Dragon“ Wilson, der leider wenig überzeugte und alsbald wurde umgeswitched zu „Final Cut“, einem verkappten Karate Kid Vorläufer. „A Fistful Of Dollars“ überzeugte durch Clint Eastwood (“My mule doesn’t like to get laughed at”) zusammen mit grandiosen Stunts und Special Effects (Insbesondere die Maschinenpistole wurde super inszeniert). Neben dem Arbeiten auf der Olivenfarm und der Freizeitgestaltung wurde für 4 Stunden Grape-Picking auf einer benachbaarten Farm ausprobiert und für nicht gut befunden. Ansonsten haben wir uns weitere Autos angeschaut. Hierbei ist vor allem die Schrottkarre von David Wright zu erwähnen. Nachdem wir von unserem Busfahrer und Mechaniker „Pat“ den Kontakt von David Wright bekommen hatten, ließen wir uns an einem Tag schließlich dort absetzen um uns sein Auto anzuschauen. An dem Tag hatte nicht Pat, sondern sein Bruder „Frank“ den Arbeiterbus gefahren und dieser warnte uns schon auf dem Weg dorthin vor. „I would not sell that car to my worst enemy“ war ziemlich deutlich und unsere Erwartungen sanken auf das Niedrigste.
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| Poker-Aktion in Robinvale |
Dort angekommen erwartete uns im Vorgarten ein verrosteter Holden Commodore, der mit Starter-Kabeln an einen neuen Ford Falcon angeschlossen war. Obwohl uns allen klar war, dass wir das Auto nicht kaufen würden, klingelten wir und ein Bierbauch-geprägter Mann mit Whiskey+Cola Dose in der Hand öffnete. Er wolle kein Geld mit dem Auto machen und würde es uns für 750 Dollar geben. Es müsse halt noch das roadworthy certificate eingeholt werden und die registration, aber das sollte aus seiner Sicht nicht mehr als 1000 Dollar kosten. Dann kam auch noch seine Partnerin heraus, die uns bestimmt 10 mal erzählte, dass sie ja fast geweint hätte als sie gehört hat, dass sie das Auto verkaufen wollten. Schließlich sei es ihr Auto und ihr Baby, was ja viel zu Schade sei…Ja ja, erzähl das wem anderen! Auf Anrage unsererseits startete er das Auto mit Hilfe der Starter-Kabeln. „Yeah Battery is dead, but other than that it runs like a dream“. Aha also wenn sich so ein Traum anhört, dann bleib ich lieber wach. Ums kurz zu machen, stellte er nach 20 Minuten Überzeugungsarbeit seine Whiskey Dose hin und fuhr uns im Falcon nach Hause (war ja nur eine Dose Alkohol, kein Problem!, mann mann mann).
Vorgestern war es dann soweit und nach 2 Wochen Olivenfarm-Arbeit (die letzte woche war ziemlich hart, denn da wurden Bäume geschnitten, die schon seit 3 Jahren nicht mehr beschnitten wurden) wurden die letzten Bäume beschnibbelt. Um 12 Uhr war Schluss und mit Bier und Pizza (auf die wir 3 Stunden warten mussten) wurde das Ende der Olivenbaum-Ära gefeiert. Alle Bäume der Farm waren abgearbeitet und wir waren abermals glückliche Arbeitslose. Auf der Suche nach weiteren stündlich bezahlten Jobs bissen wir leider auf Granit und so brechen wir Morgen früh nach Melbourne auf um uns ein Auto zu kaufen und mit diesem bis an die Westküste zu fahren. Yippi Ya Yey Schweinebacke!






jaja die rote adidashose.. immernoch der kassenschlager auf den fake markets. seid langem auch meine erste wahl ;)
AntwortenLöschenJa und ich Idiot hab mir das Original in Deutschland gekauft ;-)
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