Sonntag, 24. April 2011

Glenview Farm Productions

Fröhliche Ostern wünsche ich euch allen. Anstatt wie üblich einen langen Blog-Post zu verfassen um die zurückliegenden Ereignisse festzuhalten, werde ich diesmal einen neues Medium verwenden. Ich habe ein kleines Video zusammengeschnitten, dass einen typischen Tag und das Leben auf der Vieh-Farm, auf der wir zur Zeit arbeiten, beschreibt. Julia ist hier drauf leider nicht zu sehen, da sie als Babysitter arbeitet und ich aus dem Grund kein Videomaterial von ihr habe. Die Qualität des Videos ist bescheiden, aber leider war es mit der ländlichen Internetverbindung nicht anders machbar. In dem Sinne ist hier der Youtube-Link: Enjoy!

Der Plan sieht so aus, dass wir hier wohl noch ein bis zwei Wochen arbeiten werden und dann weiter Richtung Norden mit einem ausgiebigem 2. Aufenthalt in Perth ziehen. Kurz und knapp...stay tuned

Samstag, 16. April 2011

Perthecto!

Margaret River (300m von unserem Hostel)

So Kinder, wo waren wir? Wo sind wir? Und überhaupt? Die zweite Frage werde ich diesmal am Anfang des Blogposts beantworten um nicht immer dem alten Trott zu folgen.
Mittlerweile sind wir in Boyup Brook auf einer Vieh-Farm angekommen, wo wir nun bereits seit 5 Tagen arbeiten. In Boyup Brook (der Ort zählt immerhin 500 Einwohner) ist eigentlich falsch, denn die Farm liegt 9 km außerhalb jeglicher Zivilisation. Der Abstand zu der nächsten Ortschaft wird aber auch benötigt, denn die Farm ist wirklich riesig. Leider habe ich die genaue Größe vergessen, aber egal wo man hinschaut sieht man weit und breit nur Ländereien von den Besitzern. Zu unser Unterkunft, einem kleinem Haus („Shearers Quarters“), direkt neben unserem Arbeitsplatz und damit  unmittelbar neben den Kühen, fährt man von der Hauptstraße auf dem Grundstück gute 5 km! In unserem bescheidenen und vor Allem sehr dreckigen Schlafdomizil sind neben uns noch Rob, ein weiterer Engländer, und Adrian, ein französischer Mechaniker untergebracht. Beide arbeiten mit uns auf der Farm. Arbeiten auf einer Vieh-Farm. Ich zumindestens hatte keinerlei Vorstellung, was ich mir darunter vorstellen sollte, aber sollte positiv überrascht werden. Neben allerlei mechanischen Reparaturen an großen Maschinen (diese Woche wurde der Seeder fertig gemacht) sind es insbesondere kleinere Aufgaben, wie Trog und Futternapf sauber machen, ausgebrochene Kühe wieder zurückbringen und Zäune reparieren, die von uns erledigt werden. Auf der riesigen Farm mit kleinen Quads herum zu heizen ist auf jeden Fall ne super Sache und gegenüber zu unseren Olivenbaumerfahrungen in Robinvale erstmal besser bezahlt und sehr viel weniger anstrengend. Aber gut, über unsere Zeit auf der Viehfarm werde ich dann demnächst weiter berichten. Nun ein kleiner Sprung in die Vergangenheit, zurück an die Küste ins Surfparadies Margaret River, wo wir vor gut 1 ½ Wochen eintrafen.
Margaret River
Wie bereits beschrieben, haben wir uns abermals für ein Hostel am Strand entschieden. Der Surfpoint Resort, war ein ausserordentlich schönes und gepflegtes Hostel, wo neben Big Screen TV und Billard-Tisch auch die Küche durch eine saubere Austattung überzeugte. Nach einer anstrengenden Fahrt, buchten wir uns am Abend ein und gingen ziemlich direkt zu Bett um am nächsten Morgen ausgeruht zu sein.
Dieser war leider durch nicht allzu gutes Wetter geprägt und der Plan surfen zu gehen wurde durch heftige Böen und Regen durchkreuzt. Dennoch wagten wir einen Spaziergang zum nahegelegenen Strand und verschafften uns einen Eindruck, warum Margaret River so beliebt zum Surfen ist. Lange und langsam brechende Wellen waren dort zu beobachten, auf denen leider keiner surfte, weil es das Wetter nicht erlaubte. Nach kurzem Aufenthalt ging es zum Einkaufen ins kleine Zentrum der Stadt. Das maßgeblich durch eine Hauptstraße geprägte Innere von Margaret River gefiel uns sehr und machte einen gemütlichen, relaxten Eindruck. Wir kauften das Nötigste ein und dann ging es bei Regen wieder zurück ins Hostel, wo auch der Rest des Tages entspannt rumgebracht wurde (NBA gucken auf dem riesigen Fernseher, Schlafen und abends nochmal nen Film gucken mit Julia und Rob). Leider war Petrus uns auch am nächsten Morgen nicht gut gesonnen und das Wetter ließ kein Austesten der Wellen zu. So wurde kurzerhand der Entschluss gefasst nach Perth zu fahren. Gesagt, getan. Die rund 200 km nördlich gelegene Hauptstadt West-Australiens und außerdem die 2. sonnigste Stadt auf der Welt war schon bei der Einfahrt überaus schön und auch das Wetter wurde schlagartig besser.
Das sind die wahren Surfer...hepp!
Leider brachte die Größe dieser Stadt auch ein nicht unbedeutendes Problem mit sich. Einen Parkplatz zu finden war zwar kein Problem, aber einen kostenlosen und auch noch für mehrere Tage durchaus. So checkten wir zuerst in unser Hostel (1201 East Backpackers, Hay St) ein, brachten unsere Sachen aufs Zimmer und fuhren dann Richtung Norden um in einem anderen Stadtteil nach einem Parkplatz zu suchen. Die zentrale Lage unseres Hostels war zwar klasse um zu Fuß ins Stadtzentrum zu laufen, leider war dadurch aber auch die Distanz zu unserem kostenlosen Parkplatz relativ groß. Hinter dem Hyde Park wurden wir schließlich fündig und marschierten wieder zurück Richtung Innenstadt. Bei unserem Spaziergang durch Northbridge, dem Nightlife-Viertel in Perth, und schließlich durch das Zentrum, gefiel mir besonders, das trotz der Größe der Stadt, diese einen gemütlichen und überschaubaren Charakter vermittelt. Nach einem kurzen Einkauf bei Woolworths waren wir ausgerüstet und auf einen Abend zum Weggehen vorbereitet. Im Hostel, in dem ausdrücklich eigener Alkohol nicht verzehrt werden durfte, trotzten wir den Regeln und genossen billigsten Wein. Nach einer Partie Billard, wo Julia mit Bravour ihre Künste zur Schau stellte („Hoppla, huch….hups der ging ja rein..hihi“), und einem interessanten Gespräch mit einem unserer Zimmermitbewohner, der auch aus Texas kam und in der Nähe von meiner Gastfamilie gewohnt hat, waren wir relativ müde aber wollten dennoch nochmal rausgehen. Hierbei trafen wir an der nächstgelegenen Kreuzung auf eine Gruppe Studenten (aus Wroclav), die ihren Weg nach Hause bahnten und uns erzählten, dass man wohl gute 20 Minuten zum nächsten Club gehen würde und dieser rund 10-20 Dollar Eintritt kosten solle. Naja, um es kurz zu machen, waren wir an diesem Abend zu müde um den Weg auf uns zu nehmen und wollten es am nächsten Tag nachholen.
Julia und Rob beim Surfen
Nächster Tag und Perth lockte mit purem Sonnenschein uns aus unseren Betten. Der langersehnte Wunsch Surfen zu gehen wurde in die Tat umgesetzt und Bretter am Scarborough Beach ausgeliehen. Die Bedingungen waren zwar nicht optimal und die Wellen brachen sehr nahe am Strand, aber es hat völlig ausgereicht um mir zu vermitteln, dass ich nach 4 Jahren Surfpause doch etwas mehr Praxiserfahrung benötige um cool auf den Wellen zu reiten. So verbrachte ich die meiste Zeit entweder wartend und sitzend auf dem Surfboard (durch den Wind war es wirklich ziemlich kalt ohne Wetsuit) oder Salzwasser-spuckend unter diesem. Nichtsdestotrotz hatten wir eine Menge Spaß und bei einem schönen Sonnenuntergang und Dinner am Strand ging auch unser zweiter Tag in Perth zu Ende (am Abend war wir alle komplett erledigt von dem Surftag und guckten nur noch einen Film auf dem Fernseher im Keller).
Da das Geld nun doch langsam knapp wurde nach gut einem Monat reisen und Autokauf, hielten wir am nächsten Tag die Augen offen und wollten nach einem Job suchen. Zu diesem Zweck gingen wir in die Bibliothek im Cultural Center, die uns mit Internet versorgte. Leider wollte uns die Arbeitswelt noch nicht so richtig wiederhaben und sämtliche Workinghostels nahmen entweder nicht ab oder hatten keine Arbeit oder waren ausgebucht. Bei den Farmen, die wir direkt anriefen, dasselbe Spiel. 
Surfers Paradise in Perth
Nach 3-4 Stunden in der Bibliothek (wo sich ein älterer Mann an einem öffentlichen PC Nacktbilder angeguckt hat, mann mann mann, echt eklig!) packte uns ein ausgiebiges Hungergefühl und wir gingen zurück zum Hostel um zu speisen. Witzig, weil wir feststellten, dass wir alle immer richtig schlecht gelaunt sind, wenn wir großen Hunger haben (kein Wort gewechselt auf dem Rückweg und allen ist es egal, was es zu Essen gibt, Hauptsache essen). Nach dem Essen und einer kleinen Rast machte ich mich auf den Weg zu einem Basketballplatz im Osten der Stadt. Mit kleinen Hoffnungen überhaupt jemanden anzutreffen wurde ich von einer kleinen Horde Asiaten und einigen Australiern überrascht. Nach einem triumphierenden 3 vs 3 Match kam plötzlich noch jemand anderes auf unsere Seite des Courts und fragte ob er und ein paar andere mitspielen könnten. Er kam mir auf Anhieb bekannt vor und ich dachte zuerst, dass ich ihn aus Texas kannte. Auf Nachfrage verneinte er dieses und es stellte sich heraus, dass er aus Deutschland kam. Im Laufe des Spiels fiel es mir wieder ein und ich kannte ihn aus Dresden, wo ich 3 oder 4 mal mit ihm auf dem Freiplatz Basketball gespielt hatte. Ein krasser Zufall und total witzig ihn am anderen Ende der Welt auf einem Basketballplatz, den ich durch Zufall gewählt hatte, wieder zu treffen. Nummern wurden ausgetauscht und am Abend traf man sich auf ein Bierchen im „The Shed“. Ein cooler Abend und ich bin mir sicher, dass wir uns nach unserem Arbeitsaufenthalt noch einmal in Perth wiedersehen.
Sonnenuntergang in Perth

Am nächsten Morgen mussten wir aus unserem Hostel auschecken und suchten nach einem Campingplatz, der die Kosten für die Unterkunft etwas herunterschraubte. Nach einigem Suchen verschlug es uns nach Fremantle Village, wo wir durch geschicktes Verhandeln (ich blieb im Auto und Rob und Julia vermittelten an der Rezeption den Eindruck sie seien nur zu zweit) den Preis auf insgesamt 33 Dollar pro Nacht drückten. Am Nachmittag geschah dann das Unerwartete. Neben einigen Absagen von Farmen, wo wir uns beworben hatten, flatterte plötzlich eine Zusage in Robs E-Mail Account. Wir hatten uns auf eine Anzeige bei gumtree beworben, die schon 250 mal aufgerufen und somit ziemlich aussichtslos erschien. Ausgerechnet der Herausgeber dieser Anzeige antwortete nun, dass sie so schnell wie möglich neue Arbeiter suchten. 150 Dollar pro Tag, Unterkunft umsonst und auf der Farm, eigener Transport essentiell. Dies waren die ersten Infos, die wir bekamen. Leider suchten sie nur nach 2 Männern und so fragten wir nach, ob sie nicht auch was für Julia hätten. Emma, die Herausgeberin der Anzeige, antwortete prompt und fragte ob Julia bereit sei als Babysitterin zu arbeiten. Natürlich war sie das und so schließt sich der Kreis und wir machten uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Boyup Brook…..

Dienstag, 12. April 2011

Eine Ode an Esperace und die Südküste

Lucky Bay

So sind wir also vor 2 Wochen in Esperance angekommen und kehrten gegen Abend im YHA-Hostel direkt an der Küste ein. Die Hostelbesitzerin nahm sich Zeit und erklärte uns auf der Karte welche Strände und Plätze auf jeden Fall besichtigt werden sollen. Obwohl recht müde von der langen Reise rafften wir uns noch einmal zurück ins Auto und fuhren Richtung Twilight Beach auf dem Great Ocean Drive, der an schier endlosen und wunderschönen Stränden vorbeiführt. Zusammen mit viel Wind und Abendsonne genossen wir den Puderstrand und besuchten Sammy den Seehund, der am Jetty von Esperance seine Runden dreht. So ging der erste Abend mit vielen positiven Eindrücken und voller Vorfreude auf den nächsten Tag zu Ende.
Nach einem leckerem Frühstück rollte unser Holden am nächsten Tag Richtung Cape Le Grand Nationalpark. Gute 40 Minuten von Esperance entfernt ist dieser vor Allem wegen seiner schönen Strände bekannt. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und als wir schließlich „Lucky Bay“ erreichten kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Jumping Pictures at Lucky Bay
Türkises Wasser und schnee-artiger Strand gehörten mit 2 anderen Besuchern uns. Badehose an und rein ins kühle Nass. Unglaublich, so klares Wasser habe ich noch nie gesehen und umgeben von Bergen glich dieser Ort einem Paradies. Es überkam uns ein Gefühl, als wenn man das Ganze nicht genug wertschätzen könnte und als uns unser Hungergefühl zum Aufbruch zwang wurde man fast ein wenig wehmütig, dieses wundervolle Plätzchen Erde zu verlassen. Aber das wurde bald vergessen, denn auch der zweite besuchte Strand „Hellfire Bay“ war wirklich unfassbar schön. Nach gekochtem Mittag wurde auch hier das Wasser ausgetestet und für gut bewertet. Gut ist kein Ausdruck, klasse war es. Die Zeit verflog und es begann zu dämmern. Abenddämmerung -> Sonnenuntergang gucken? Super Idee! Am Observatory Beach in Esperance wurde somit dieses Spektakel mit schweigenden Mündern genossen. Ein wahrhafter Urlaubstag wurde so in Dunkelheit gehüllt und beendete unseren Aufenthalt in Esperance. Wir sehen uns wieder, ging es durch unsere Köpfe am nächsten Tag.
Ja gut, lange stand ich so nicht ;-)
Dieser war neben einer Menge Fahrerei relativ unspektakulär. Spektakulär war eigentlich nur der Campingplatz auf dem wir in dieser Nacht campten. In Albany und wiedermal direkt am Strand lag ein Campingplatz der Superlative. Mit Spa und Swimming-Pool, Billard-Tisch und Fernsehraum wurden wir schnell überzeugt hier zu bleiben und fanden selbst, den Preis von 16 Dollar pro Person für einen Zeltplatz in Ordnung. Ein paar Bahnen im Pool schwimmen, ein bischen im Whirlpool relaxen, so ist das neue Camper und Backpackerleben in 2011.
Ein neuer Tag beginnt und  Albany-City wurde zum Shoppen genutzt. Obwohl nicht wirklich was gebraucht wurde, statteten wir uns mit neuen Klamotten aus und fuhren gut gelaunte weiter gen Westen. Denmark war das nächste auserkorene Ziel. Ja, witziger Name für eine Stadt in Australien, aber gut. Erster Stop in dieser idyllischen Kleinstadt war ein Rastplatz im Zentrum, direkt neben einem Fluss. Mich hat das Ganze sehr an den Spreewald erinnert und umgeben von Grün wurden Spaghetti mit Pesto verzehrt. Yummy! Neben der schönen Kleinstadt riet uns der Reiseführer die gewaltigen Steinformationen am Strand („Greens Pool und Elephant Rocks“) anzugucken. Ein weiteres Highlight sollte auch die lokale Meadery (Met, Honigwein-Hersteller) besichtigt werden. 
Hellfire Bay in Esperance
Na das hört sich doch gut an, dachten wir uns und ließen etwas Platz in unseren Bäuchen. Auf dem Weg durch die Stadt hielten wir die Augen auf nach Batholomeus Meadery, doch die war nirgends zu sehen. Witziger Weise fuhren wir aber an einer kleinen Schokoladenfabrik vorbei und ließen uns nicht lange bitten. Hrm leckere Schweizer Schokolade in allen Variationen. Nachdem wir schon ein wenig was über Schokolade in Adelaide von der Haighs Schokoladenfabrik wussten, erkundigte sich Rob, ob man denn bei Ihnen auch die „rohe“ Schokolade, also bevor Zucker und andere Zutaten hinzugefügt werden, kaufen könnte. So erfuhren wir, dass sämtliche Schokolade im Rohzustand nicht in Australien zu erhalten ist, denn alle Schokolade wird aus Europa eingeführt und in Australien lediglich nach den Vorstellungen der Fabriken verfeinert..aha, deswegen schmeckt die Schokolade hier so anders. Trotzdem kamen wir in den Genuss von Cacao-Nibbs und die haben zwar etwas bitter, aber sonst echt lecker geschmeckt. Weiter ging es und das nächste Schild ließ nicht lange auf sich warten. „Cheese Factory“ stand da drauf und unser Auto bog in die angezeigte Richtung. Voller Vorfreude wurden wir leider mit dem nächsten Schild „closed“ enttäuscht und auch die Weinkeller auf dem Weg hatten alle schon geschlossen..schade. 
Türkises Wasser am Hellfire Bay
Gut, es blieb der Strand mit den riesigen Steinformationen. Dieser wurde dann auch gefunden und im Greens Pool, der vor Allem bei Familien aufgrund der geschützten Lage beliebt ist, wurden die letzten Schokoladenreste aus dem Mund gespült. Von Meter hohen Felsen sprangen wir ins Meer und zusammen mit (für mich) riesigen Krabben kletterten wir umher. Nebenan befand sich „Elephnant Rocks“, was wirklich ein wenig so aussah als hätte ein Elephant dort ein paar „Rocks“ niedergelegt. Ein steiniger Weg (vor allem für Barfußläufer) führte zum Aussichtspunkt, von dem die Landschaft beguckt wurde. Ganz ehrlich, hier könnte man sich niedersetzen. Die Umgebung um Denmark und generell die Südküste gefielen uns immer besser. So neigte sich auch dieser Tag zu Ende und es sollte ein Schlafplatz gefunden werden. Ach ja, unter dem Schild, was zum Greens Pool deutete haben wir doch tatsächlich ein anderes Schild gesehen.  „Batholomeus Meadery“ hatte leider schon geschlossen, aber machte am nächsten Tag um 9:30 wieder auf. Hrm was nun? Möglichst viele km machen bis in den nächsten Ort oder versuchen morgen noch die Meadery mitzunehmen. Die Antwort auf die Frage fanden wir auf einem 6 km entfernten Campingplatz im Nirgendwo. Völlig dunkel und mit einem „For Sale“ Schild versehen, fanden wir zunächst Niemanden an. Beim durchfahren des Geländes, was in der Dunkelheit echt ein wenig unheimlich war, trafen wir dann eher zufällig auf eine beleuchtete Hütte und der Besitzer des Campingplatzes empfing uns mit offenen Armen. 20 Dollar war günstig und obwohl wir uns bei den zahlreichen Spinnen und anderem giftigen Ungeziefer nicht besonders wohl fühlten, sollte es für die Nacht reichen.
Sonnenuntergang am Observatory Beach
Am nächsten Morgen habe ich mit einem Frosch auf meiner Duschtür geduscht und war doch sichtlich überrascht, als mich Rob auf meinen Voyeur aufmerksam machte. An dieser Stelle herzliche Grüße an meinen quietsch grünen Kompagnon! Um nahezu genau 9:30 fanden wir uns an der Türschwelle von der Meadery, die aus einem kleinem Häuschen im Wald bestand. Drinnen erwarteten uns 15 verschiedene Honigarten, die man probieren konnte und 6 verschiedene Honigweine wurden bereitwillig von der Bardame ausgeschenkt. Mit den Worten „Man sagt zwar, dass man von Met keinen Kopf bekommt, aber das stimmt bei mir auf jeden Fall nicht. Gestern war gut!“ war sie prompt sympathisch und die Meadery rückte nochmal in ein anderes Licht. Ich muss sagen, Honigwein (den ich zumindestens zuvor nur in heisser Form auf dem Weihnachtsmarkt getrunken habe) schmeckt durchaus erfrischend und vor Allem die Kombination mit Zitrone oder auch Trauben war super lecker. Von den Honigsorten befanden wir alle für lecker und kauften unseren Favorit, Hazelnut Honey..! Zusammen mit einer Kugel selbstgemachten Honigeis kugelten wir so aus der Leckereien Fabrik und fuhren weiter. Doch der nächste Stop ließ nicht lange auf sich warten. Ich weiss nicht, ob wir die Fabriken bzw. die Probierstationen magisch anzogen, aber einige km weiter westlich wurden wir auf eine Toffee und Cider-Fabrik aufmerksam. Hin da und ausprobieren, wir haben ja schließlich Urlaub. Mann mann mann, als Toffee-Fan würde ich mich zwar nicht beschreiben, aber die ganzen Dips, die dort hergestellt wurden waren wirklich verdammt lecker. Danach wurde dann Apfelwein (Cider) probiert und auch dieser gefiel. Besonders die Variante mit Erdbeeren ist mir im Kopf geblieben..himmlisch!
Valley Of Giants
Mit verschiedensten Geschmäcken im Mund erreichten wir wenig später das „Valley Of Giants“ in der Nähe von Walpole. Naja um es kurz zu machen, waren wir von den Riesen, in Form von Bäumen, nicht wirklich überzeugt und nach einem kurzem Spaziergang durch den Ancient Walk entschieden wir uns gegen den teuren „Tree Top Walk“, der einen mit Hilfe einer begehbaren Rampe auf 40 Meter Höhe bringt.
Nach diesem Zwischenstop und einem Stop am Mandalay Beach, wo uns die 8 km lange Dirt Road fast unser Auto gekostet hat, fuhren wir an diesem Tag ganz durch bis nach Margaret River, was nun wirklich an der Westküste und nicht mehr an der Südküste liegt. Wenig wussten wir, dass an diesem Wochenende ein Surf-Contest in der Stadt stattfinden sollte und so gestaltete sich die Hostelsuche relativ schwierig. Nachdem zwei Hostels ausgebucht waren, entschieden wir uns für den Surfpoint Resort, der etwas ausserhalb, aber dafür , ja und ihr dürft drei mal raten, direkt am Strand liegt. Mittlerweile mitten in der Nacht und nach entnervtem Suchen (wir haben 4 mal anrufen müssen, um es dann endlich zu finden), checkten wir in einem wirklich schönen Hostel ein. Hier soll es im nächsten Blogpost weitergehen.
Zur Zeit sind wir nach 4 Tagen in Perth/Fremantle wieder auf dem Weg nach Süden und sind gespannt was uns in Boyer Brook erwartet. Hier haben wir über eine Anzeige Arbeit gefunden und wissen eigentlich nur, dass wir 150 Dollar am Tag verdienen können und die Unterkunft umsonst ist. Arbeitstechnisch soll es wohl viel Cattle-Work, Traktor fahren und Pre-Crop Work sein. Julia soll Babysitten und wird wohl etwas weniger verdienen. Wir werden es herausfinden und ich werde berichten…stay tuned

Mittwoch, 6. April 2011

On the road again: Crossing the Nullarbor!

Stolzer Camper. Yeah!

Wie schon im letzten Blogpost berichtet, sind wir mittlerweile an der Westküste angekommen und geniessen die letzten freien Tage bis es wieder mit der Arbeitssuche losgeht.
Der Weg bzw. die Fahrt nach Western Australia von Adelaide war bis auf einige Einzelheiten wenig spektakulär und so werde ich mich eben auf diese Zwischenepisoden beschränken.
Nach dem Besuch der Schokoladenfabrik und ausgiebigen Pizza-Mittagessen in Adelaide schnallten wir uns an und der Holden Commodore rollte unaufhaltsam Richtung Westküste. Zu der Zeit hatten wir noch genug Musik auf unserem Laptop bzw. iPods und konnten uns so die Zeit im Auto vertreiben. Blackstories und Witze wurden ausgepackt und ich fühlte mich erinnert an frühere Familienurlaube, die mit dem Wohnwagen einschlielich langer Hinfahrt unternommen wurden. Am Abend kehrten wir kurz vor Port Augusta auf einem Campingplatz direkt am Highway ein. Ausser dem Campingplatz war auch dort gar nichts. Naja uns machte es wenig aus, denn schließlich suchten wir nur nach einem Platz zum Schlafen und Essen. Ja und das Essen sollte spannend werden, denn wir waren nicht allein in der Campingküche.
hmm. Austern in Coffin Bay!
Neben den bluthungrigen und nicht vermissten Moskitos waren dort ein Mitte 50 jähriger, offensichtlich angetrunkener Neuseeländer und eine Familie einschließlich kleinem Jungen, die Big Bang Theory im Fernsehen guckten (sehr sympathisch!). Dann ging es los und der Neuseeländer fing an mit uns zu sprechen. Ich weiss nicht was es ist, aber sobald betrunkene, ältere Neusseländer das Wort Deutschland hören,  schwenken diese unweigerlich auf das Thema Krieg um. So erzählte er uns, dass ja hier in der Nähe überall „Schwarz-sticker“ (er meinte wohl Hakenkreuze) zu sehen seien und deswegen die Deutschen, die ersten Siedler in Südaustralien gewesen seien. Hä? Wurde Australien nicht viel früher besiedelt? Naja wir ließen es über uns ergehen, denn mit dem Typen zu diskutieren schien nicht viel zu bringen. 
Gaumengenuss in Coffin Bay
Witzig war auch, dass er am Anfang meinte, dass er hier Land besäße. Später meinte er, er sei hier zum arbeiten, weil seine Firma ihn hierher geschickt hatte und am Ende erzählte er uns, dass er auch nur rumreist…Der Hammer war allerdings, als der kleine Junge von der Familie einen Käfer auf dem Boden zertritt. Da rastete der Neuseeländer plötzlich völlig aus. „You can’t come to our country and kill our animals“ schrie er in Richtung der Familie. Ach du Schande, ein betrunkener Käferfreund, mann mann mann. So haben wir uns bemüht möglichst schnell aufzuessen um dann eine weitere Nacht in unserem Zelt zu übernachten.
Nächster Morgen, zurück im Auto. Eindrücke: Musik zum zweiten Mal hören geht noch, aber ist schon anstrengender. Witze und Blackstories sind uns ausgegangen und so vergeht schon auch mal die ein oder andere Minute ohne das jemand was sagt. 
Mittag an der Buchtpromenade
Coffin Bay war für diesen Tag das angepeilte Ziel, was wir im späten Nachmittag auch erreichten. Berühmt als Australiens Anlaufpunkt für Austern, sollten die Viecher natürlich auch probiert werden. Nach dem „Oyster Walk“, der eindrucksvoll vermittelte, dass in Coffin Bay wohl nur die Reichen und Schönen einen Platz bekommen, fanden wir uns in einem Hotel wieder und bestellten 13 von den kostbaren Meeresbewohnern. Ich für meinen Teil hatte noch nie Austern probiert und war auf das Schlimmste vorbereitet. Die 13 Austern kamen in allen Variationen: Mit Käse überbacken, mit Tomatensauce und Creme fraiche als auch auf die puristische Art mit Zitrone. Der Geschmackstest beweist: Nicht alles was teuer ist, muss auch gut schmecken. 
Nullarbor Experience
Es war eine Erfahrung wert, aber vor allem die rohen Dinger waren für mich ungenießbar und nur aufgrund des teuren Preises essbar. Die gebackenen Austern waren besser, aber ich werde sie wohl nicht wieder bestellen. Nachdem wir die Überreste des Austergeschmacks erfolgreich mit Met auf dem Campingplatz vernichtet hatten ging so auch der zweite Tag auf der Reise nach Westaustralien zu Ende.
Der 3. Tag war wirklich nur durch Fahren geprägt. Musiksender wurden vergebens im nun beginnenden Outback gesucht und die Musik auf dem iPod war nun kaum noch erträglich, aber wir machten Kilometer um Kilometer mit einigen Stops an sehenswerten und weniger sehenswerten Orten. So gelangten wir am Abend nach Nundroo, dem letzten „Ort“, in dem ein Mechaniker ansässig ist, bevor es auf langen Wegen nach Western Australia geht. Unser Auto schien gut in Schuss und so verzichteten wir auf eine Inspektion und nach dem die betrunkenen, schreienden Aborigines ihren Weg suchten gingen wir zu Bett.
Und wir machten es trotzdem!
Highlight der nächsten Tage war wohl die Ninety Mile Straight. Die längste geradlinig verlaufende Straße ist eigentlich nicht wirklich ein atemberaubendes Erlebnis, aber entspanntes Fahren ist ja auch was. Sieht man von der Eintönigkeit der Nullarbor Plains (Nullarbor ist lateinisch für „kein Baum“ und das hat auch gestimmt!) ab, war es wirklich ein tolles Erlebnis. Vor allem unsere Campingerlebnisse mittem im Nirgendwo. So bleibt mir Mathew in Erinnerung, den wir kurz vor der Grenze zu Western Australia kennenlernten. 
Twilight Beach in Esperance
Ach so, cool war auch der längste Golf Course der Welt. An jedem Stop auf dem Highway war ein weiteres Loch was bespielt werden konnte, aber zurück zu Mathew. Dieser schien unbedingt Leute kennenlernen zu wollen und kam selbst aus der Nähe von Melbourne. Wir waren beim Mittagessen vor der Grenze (Resteverwertung, denn Früchte und Gemüse dürfen nicht eingeführt werden) und schwubb die wubb sah man sich  verwickelt in ein Gespräch mit ihm.  Er klärte uns auf, was ein Swag ist und für jeden Mist hatte er eine Karte, die er aus seinem Auto zauberte. 
Nett war er, dass muss man ihm lassen, aber ein wenig zu aufdringlich. Wie es der Zufall wollte kehrte er am Abend auch noch ausgerechnet auf dem selben Rastplatz ein und um es kurz zu machen gab es zum Glück noch ein paar andere deutsche Mädels denen er seine Geschichte erzählen konnte. Am nächsten Morgen wurden dann natürlich noch Nummern ausgetauscht, denn schließlich kennen wir uns schon eine Ewigkeit und wir sollen doch unbedingt mal vorbeischauen, wenn wir in der Nähe von Melbourne sind…Mal sehen Mathew!
Walking along the jetty in Esperance! Geschafft!
An diesem Tag schafften wir es dann bis nach Esperance an die Küste und wurden mit einem super YHA Hostel und absolut sagenhaften Stränden entlohnt. Darüber mehr im nächsten Blogpost.

Samstag, 2. April 2011

Adieu Adelaide! A bientot Esperance!

Auf dem Gipfel in den Grampians

Nachdem wir die letzten Tage im Outback keinen Empfang hatten, werde ich nun gleich den zweiten Blogpost schreiben und zugleich mit dem letzten posten.
Mit zahlreichen Eindrücken von der Great Ocean Road bepackt, schlugen wir den Lonely Planet in Port Fairy auf. Hierin stießen wir auf die Gebirgskette bzw. den Ort „The Grampians“, der als zweites Highlight in Victoria angepriesen wurde. Der Zufall wollte es so, dass ausgerechnet in unserem Hostel ein Neuseeländer wohnte, der von den Grampians kam. Also er wurde in Neuseeland geboren, wohnt aber jetzt seit einiger Zeit in den Grampians. Wir kamen ins Gespräch und ich fand heraus, dass er als Hausmaler arbeitet und was ich noch viel beeindruckender fand: Er bringt sich deutsch aus einer Radiosendung bei. „Ja es gibt eine Münchnerin, die macht so einen podcast und so lerne ich ein wenig“. Hut ab, er konnte wirklich gut deutsch sprechen und wird jetzt wohl im Oktober nach Frankfurt fliegen um dort zu arbeiten. Sachen gibt’s! Nun gut, jedenfalls erzählte er uns, dass die Grampians bei schlechten Wetter eigentlich nicht lohnenswert seien, denn schließlich ginge es darum von den Bergen die Aussicht zu geniessen. Hrm, Mist! Denn soweit man dem Wetterbericht glauben konnte, sollte es die nächsten Tage weiter regnen. Sei es drum dachten wir uns und fuhren auf gut Glück die rund 450 km nach Halls Gap, dem zentralsten Ort von den Grampians!
Unser Campingwagen in Halls Gap
Das Wetter war nicht besonders und wir beschlossen nicht zu campen, sondern uns einen Wohnwagen auf einem Campingplatz zu mieten. Dieser hatte alles was wir brauchten und wir fühlten uns sehr wohl in unseren 12 Quadratmetern. Das Coolste an dem Campingplatz war neben der super Lage, die unzähligen Wallabees (hoffe man schreibt das so, ich meine jedenfalls die kleinen  Kängaruhs). Wenn sie nicht gerade faulenzten, hüpften sie hier und da herum und nach einer Weile war man sich nicht mehr sicher ob wir hier die Gäste auf dem Campingplatz sind oder sie.
Am nächsten Tag waren wir startklar zum Wandern und bahnten unseren Weg zur Touri-Info um uns den besten Wanderweg empfehlen zu lassen. Das Wetter sah zwar nicht besonders aus, aber es sollte zumindest nicht regnen. Rob war am Vorabend schon einmal dagewesen und so waren wir bereits vorgewahnt, dass die meisten Wanderwege gesperrt waren wegen den zurückliegenden Fluten. Sie legte uns 2 Wanderwege ans Herz, der eine sollte 2 Stunden, der andere wohl 2 ½ dauern. Beide nicht weit entfernt und mit dem Auto in 5 Min. zu erreichen. Also los!
Blue Lake in Mt. Gambier

Zuerst waren wir nicht wirklich beeindruckt von dem Wald bzw. dem Berg, den wir hochwanderten. Es war halt ein geöhnlicher Wald mit ein paar Steigungen und Steinen auf dem Weg..Der gewohnte „WOW“-Ausruf blieb vorerst aus. Auf halber Strecke, warf eine Schulgruppe mit Steinen von einem Hügel herunter. Der Lehrerin hätt ich was erzählt. Mensch hier laufen Leute, alles verzogene Bengel..mann mann mann ;-) Auf dem Gipfel angekommen, wurde die Ausdauer und Anstrengung dann doch von einem unerwartet schönen Ausblick über Tal und Landschaften entlohnt. Die Lunchpakete wurden verzehrt und abermals unzählige Fotos geschossen. Ein Platz der Ruhe und wie immer ein triumphierendes Gefühl, den Berg bezwungen zu haben (obwohl dieser wirklich mickrig war).
Am Nachmittag bestiegen Julia und Rob noch den zweiten Berg, während ich im Wohnwagen meinen Blog schrieb und einen Kuchen für Rob vorbereitete, da dieser am Folgetag Geburtstag hatte. Ja, Kuchen..gute Idee. Nun das große Aber. Was für einen Kuchen bekommt man ohne fertigen Boden (den gab es nämlich nirgends), ohne Kuchenform, ohne Ofen und ohne sämtlichen elektrischen Hilfsmittel hin. Die Auswahl an Lebensmitteln im „General Store“ war auch beschränlt. Ich fand es nicht einfach und entschied mich schließlich für einen fettarmen Kalten Hund, der aus Pudding und Keksen bestand. Bei Wein und KT Tunstall („Suddenly i see“) klang der Abend aus.
Weinproben in Mclaren Vale

Nächster Morgen: Happy Birthday Rob! 21 wurde unser Mitgefährte und hey mann glaubt es kaum, aber er fühlte sich noch genauso  wie am Vorabend. Der Kalte Hund hat überraschend gut geschmeckt und mundete auch dem britischen Gaumen.
Aufbruchstimmung. Es sollte weiter gen Süd-Westen gehen, nach Mt. Gambier. Hier gibt es im Wesentlichen nur eine große Attraktion und zwar den Vulkankrater-See, der vor allem Im Sommer eine fast unnatürliche blaue Farbe besitzt. Im Winter schlägt die Farbe dann um in ein natürliches Grau-Grün. Wir hatten Glück und erwischten einen der letzten Tage bevor sich die Farbe änderte (siehe Bild). Ja damit ist eigentlich auch der Besuch in Mt. Gambier beschrieben, denn neben dem Besuch von dem See und anschließendem Mittagessen haben wir hier nicht viel Zeit verloren. Ach ja, dass ist im Übrigen eine der sehr schönen Sachen an einem Road-Trip, nämlich die Möglichkeit immer und genau da wo es einem gefällt seinen Camping Kocher auszupacken und zu kochen. Gigantisch!
West Beach in Adelaide
Weiter ging es Richtung Adelaide. Leider schafften wir es an dem Tag nicht mehr ganz den Weg nach Adelaide zu fahren und so verbrachten wir die Nacht wiedermal auf einem Campingplatz in unserem Zelt. Dieses war nun nicht mehr das alte kleine Zelt. Nein, nein, wir hatten investiert und uns für 45 Dollar beim K-Mart ein 4 Mann Zelt gekauft, dass mit seinen Maßen überzeugte. So war die Nacht zum ersten Mal gut und günstig. Der Campingplatzbesitzer gab uns auf Anfrage den Tipp auf dem Weg nach Adelaide in Mclaren Vale vorbei zu schauen. Südaustralien ist innerhalb Australiens für seinen sehr guten Wein bekannt und Mclaren Vale erfreut sich hierbei an einem exquisiten Status. Gesagt, getan und schwubbs probierten wir mit den betuchteren Klientel die Shiraz und Cabernets um die Wette. Das Ganze für umsonst und die Weinkeller nahmen kein Ende (es gab bestimmt so um die 15 Weinkeller). Pro Weinkeller konnte man sich an ca. 10 verschiedenen Weinen beleiben. Wir schafften es durch zwei Keller und aus Rücksicht auf den Fahrer beließen wir es dabei und beendeten das Ganze mit dem Kauf von einer Flasche Met (Honigwein).
So erreichten wir leicht angeheitert die Haupstadt Südaustraliens, Adelaide. Vorher bereits gebucht, übernachteten wir im zentral gelegenen YHA-Hostel und hatten sogar unser eigenes Zimmer mit Fernseher (Luxus, Baby!). Der Plan am Abend wegzugehen wurde in die Tat umgesetzt und nach einigen Runden Pictionary und Celebrity Guessing mit zwei Kanadierinnen im Hostel ging es los ins Nachtleben. Es war ein Sonntagabend und die Erwartungen waren nicht sehr hoch. Wir hatten im Vorherein ein paar Clubs im Lonely Planet ausgeguckt (bzw. eig. Nur einen) und machten uns auf den Weg. Die Adresse schien jedoch veraltet, denn da war nichts. Wir hörten jedoch Musik und wurden so in den nächsten Club getrieben.
Radeln am Strand

Von aussen eher unspektulär und drinnen die üblichen Disko-Klassiker. Ja gut kann man ja mal ausprobieren. Nach einem Toiletten-Besuch, in der Rob von einem Typen irgendwas ins Ohr gesäuselt wurde und nachdem Julia bemerkte, dass Grüppchen entweder nur aus Frauen oder nur aus Typen bestanden, wurde schnell klar: Yippie wir sind in einer Gay-Bar! Klasse, also wieder raus.
Schließlich haben wir dann doch noch den Club aus dem Lonely Planet gefunden. Um es kurz zu machen, die Altersangabe von 18-25 im Lonely Planet schien ebenso veraltet, wie die Adresse. Hier tummeln sich vor allem die Ü40-jährigen oder die U18-jährigen. Zusammen mit einem grottigem DJ und teurem Bier (6 Dollar für 0.27l) ein Wahnsinns-Deal.
Der Abend war jedoch schnell vergessen, als am nächsten Tag uns die Sonne begrüßte. Wir hatten uns Fahrräder ausgeliehen und cruisten durch die Stadt Richtung Strand. Klasse mal wieder Fahrrad zu fahren. Adelaide bei Tag ist eine echt schöne Stadt und vor allem der Stadtteil Glenelg am Strand hat uns besonders gut gefallen. Am Strand angekommen ging es sofort ins Wasser und das abermals fast alleine. Also Australien hat es echt mit den Stränden, echt beeindruckend und absolut nicht touristisch.
Die Fahrradgang! (Helm ist Pflicht)
Bei der Fahrradtour durch die Dünen, kam ein leichtes Heimatgefühl herauf, denn es roch nach Nordsee und auch der Ausblick war ähnlich. Auf einmal und völlig unerwartet blickten wir gen Meer und erblickten doch tatsächlich einen Delphin. Wenn auch nur aus der Ferne, war es doch klasse und völlig verblüffend den Menschenfreund zu beobachten..
Zum Mittag/Abendessen gab es Fish & Chips aus dem Restaurant. Wir entschieden uns für den Familien Pack 6, der aus 6 Butterfischen und Pommes bestand. Ursprünglich für eine Familie mit 6 Personen gedacht, schaffte es besonders die Portion Pommes uns zu sättigen und wir mussten sogar einige Pommes zurücklassen. Danach wurde das ganze mit leckerem Eis abgerundet, denn schließlich geht Eis immer und rund kullerten wir zurück zum Hostel. Ein bisschen Ausruhen und am Abend ging es für mich nochmal auf den Basketballplatz zum Zocken und ich war beruhigt festzustellen, dass ich doch noch ein wenig spielen kann.
Fish & Chips für die ganze Familie
Am letzten Tag in Adelaide checkten wir frühzeitig aus dem Hostel aus und machten uns auf dem Weg zur Haighs-Schokoladenfabrik. Von Draussen sah die Fabrik eher wie ein Reihenhaus und weniger wie eine große Fabrik aus. Drinnen wurde man von leckersten Schokoladenvarietäten zum Naschen verführt. Der eigentliche Plan, die kostenlose Führung um 11 Uhr mitzunehmen, wurde von der Dame hinter der Theke vereitelt, die uns mitteilte, dass die Führungen manchmal 2 Wochen im Vorraus ausgebucht seien. Einzige Alternative sei eine „self-guided tour“ um 12, bei der wir uns selbst die Schilder durchlesen müssten und uns keine Dame etwas zu der Fabrikation erklärt. Sie stimmte uns gnädig mit etwas Schokolade zum Probieren und wir vertreibten uns die Zeit mit einigen weiteren Schokoladenleckereien, die zwar sündhaft teuer aber auch sündhaft gut waren.
Haigh's Schokoladenfabrik
So dauerte das Warten nicht lange, obwohl es auch nicht geschadet hätte einfach zu gehen ohne uns die Fabrik anzuschauen. Durch Glaswände getrennt sah man einige Arbeiter in Handarbeit Schokoladenkugeln kneten und die beschreibenden Schilder beschränkten sich auch auf ein Minimum. Alles in allem eher enttäuschend, aber gut wegen der Schokolade.
So beendeten wir unseren Aufenthalt mit einem kleinen Shopping-Bummel in der Innenstadt und schließlich mit Pizza von Dominos. Danach ging es wieder ins vertraute Auto und die Straße hatte uns wieder…Jetzt sind wir bereits kurz vor Esperance in West-Australien und freuen uns auf den Strand nach tagelangem Fahren durch das Outback. Berichte von der Hinfahrt und Aufenthalt in Esperance folgen..

Great Ocean Road! Wheels are turning!


Great Ocean Road!
Melbourne verlassen ging der eigentliche Road-Trip und damit unser wohl verdienter Urlaub los. Vor nunmehr gut 1 ½ Wochen hieß unser erstes Ziel Torquay. Der Geburtsort der Marke Ripcurl und Victorias beliebtester Surf Spot wären zwar schon Grund genug für einen Besuch gewesen, aber uns trieb es vor Allem wegen etwas anderem in die Stadt. Von Torquay aus beginnt nämlich die Great Ocean Road. Eine Straße die sich durch atemberaubende Küstenlandschaften, Felsformationen und Strände schlängelt.
Bells Beach
Das Wetter spielte mit und nach 2 Stunden Fahrt erreichten wir schließlich unser Ziel. Erster besuchter Stadtteil war der Strand und mit Anlauf ging es ins langersehnte Nass. Super erfrischend, fast keine Menschenseele am Strand…klasse. Die Zeit verstrich und es wurde spät, so dass wir beschlossen in Torquay die Nacht zu bleiben. Schließlich buchten wir uns nach erfolgreichem Feilschen (danke Julia) für insgesamt 30 Dollar auf einem Campingplatz direkt an der Küste und neben dem Strand ein. Die erste Nacht im Zelt stand bevor. Maße des Zeltes: 1.80 x 2.00m…..ich lass es mal so stehen und überlasse es eurer Fantasie, wie wir es geschafft haben zu dritt und einschließlich mir als 2 Meter Menschen darin zu übernachten. Sehr lustig auf jeden Fall, wenn man vom Schlafentzug absieht!
Am nächsten Morgen war der Himmel von Wolken überdeckt und der angesagte Regen kündigte sich an. Nach ausgiebigem Frühstück ging es dann los auf die Great Ocean Road. 
Frühstück in Torquay
Alsbald ging es vorbei am Bells Beach (einer der beliebtesten Surf Strände). Obwohl wir nur sehr wenig Surfer sahen, war die Szenerie doch beeindruckend und durch die Tatsache, dass wir hier fast alleine waren noch etwas schöner. Wir blieben eine Zeitlang, ließen es auf uns wirken und dann ging es weiter. Der Ausblick vom Auto und das Fahren an der Küste sind schwer in Worte zu fassen. Rechts die Berge und das Grüne, links die Felsen bzw. Klippen und das weite, weite Meer. Das Ganze gepaart mit netter Musik und klasse Mitfahrern. Das Wetter vergaß man schnell bei solchen Attributen und der Tag endete schließlich auf einem Camping-Platz in Kennett-River. Abermals mitten im Nirgendwo, bauten wir unser Zelt auf und gingen auf Koala-Suche, denn die sollten dort vermehrt gesichtet worden sein.
Geiler Typ!
Wir hatten Glück und gleich der zweite Baum den wir untersuchten war ein Volltreffer. Der putzige, pummelige Bär schien von uns sichtlich angetan zu sein und kletterte etwas unbeholfen immer weiter zu uns herunter. Ich muss sagen, dass mir Koalas sehr gefallen und hätten sie nicht so scharfe Krallen wäre ich glatt zu ihm hoch geklettert, aber gut....Gegenüber vom Campingplatz wieder ein Strand, mann mann mann und wieder niemand da!
Die Nacht war ähnlich schlafergiebig und das Wetter lud auch nicht unbedingt zum Weiterfahren ein, aber ließen wir uns davon einschüchtern? NEIN, natürlich nicht. Es ging weiter, Richtung Cape Otway Nationalpark, wo Australiens erster Leuchtturm steht.
Strand in Kennett River neben dem Camping Platz
 Dort angekommen überraschte uns ein satter Eintrittspreis von 18 Dollarn. Das erschien dann doch etwas übertrieben für einen alten Turm, der ganz nett auf Postkarten aussieht und wo ab und zu mal ein Lichtlein brennt. Also nur die kostenlose Alternative, nämlich einen Wanderweg, von dem man das gute Türmchen aus der Ferne sehen konnte. Weniger beeindruckend, aber hey wir waren da und habens gesehen ;-)
Danach ging es weiter an der Küste und so erreichten wir dann auch die Felsformationen für die die Great Ocean Road bekannt ist. Die 12 Aposteln, von denen jetzt nur noch 6 (oder 7, bin mir nicht ganz sicher) zu sehen sind und die Gibson Steps waren für uns das bisherige Highlight der Reise. Die Kombination aus Ozean und Felsen, uns dazwischen und grüner Natur auf der anderen Seite war einfach atemberaubend. Klick, Klick, Klick und gefühlte 200 Fotos später trieb uns die Nacht in ein super schönes Hostel in Port Campbell (die Suche war wirklich nicht einfach, alles andere ausgebucht!).
Regnerischer Morgen und eine undichte Plane
Für 27 Dollar pro Person kein Schnäppchen, aber so gut hatten wir alle schon lange nicht mehr geschlafen, also eine super Entscheidung. Der Hostelbesitzer machte uns darauf aufmerksam, dass wir noch eine große Attraktion der Great Ocean Road vergessen hatten, nämlich Loch Ard Gorge. Hrm? Echt? Vorbeigefahren, kann nicht sein! Aber er sollte Recht behalten und so fuhren wir gut 10 km wieder in die umgekehrte Richtung. Die waren es aber auch wert, denn obwohl wir meinten die 12 Apostel kann nichts mehr toppen, würde ich fast sagen, dass Loch Ard Gorge es geschafft hat. Es hört sich komisch an, wenn ich schon wieder von Felsen und Wasser rede, denn eigentlich war Loch Ard Gorge nichts anderes, aber irgendwie hatte es doch seine eigene Schönheit und war vor allem super weitflächig. Gute 3 Stunden verbrachten wir mit den Wanderwegen an der Stelle, wo vor langer Zeit das Schiff „Loch Ard“ gestrandet bzw. untergegangen ist. Von dem Schiff war nichts mehr zu sehen, aber die Natur war wirklich super.
Gibson Steps
 An diesem Tag haben wir dann auch die Great Ocean Road zu Ende befahren und gelangten so schließlich nach Port Fairy, wo wir in einem alten umgebauten Bauernhof die Nacht verbrachten. Das Ambiente fand ich persönlich super und im ursprünglichen Heu-Boden ließen wir die letzten Tage der Great Ocean Road Revue passieren. Nächstes Ziel waren dann die Grampians, wo ich meinen letzten Blogpost verfasste. Darüber werde ich demnächst berichten.
Momentan sind  wir bereits stark auf dem Weg zur Westküste. Vorgestern haben wir Adelaide verlassen  und nach einer Nacht in Coffin Bay (Auster-Stadt von Australien, zum ersten Mal Austern gegessen..Fazit: gehn so!) machen wir heute große Kilometer und kommen wohl fast bis an die Grenze zu Western Australia. In dem Sinne, ganz liebe Grüße an alle! Stay tuned!

London Bridge

Loch Ard Gorge

Traumhafte Aussichten

Thundercave

The Arch

Loch Ard Gorge

Big Wave!

Mittag in Apollo Bay

Einer der zahlreichen Buchten von Loch Ard Gorge

Loch Ard Gorge
12 Apostel