Sonntag, 29. Mai 2011

On the moooove! Back on track!

Arbeitsklamottenbrand

Der Tag des Aufbruchs war gemütlich geplant und wir nutzten den Vortag um die meisten Sachen im Auto zu verstauen und Sonstiges zu organisieren. Bloß keinen Stress war die Devise, denn schließlich war man ab jetzt im Urlaub. So richtig konnten wir es am letzten Montag nicht begreifen, und wachten wir gewohnt gegen 7 Uhr auf der Viehfarm auf. Nach einem gemütlichen Frühstück wurden in feierlicher Zeremonie unsere Arbeitsklamotten verbrannt. Ein magischer Moment, bei dem uns vor Allem überraschte, wie schnell und gut Jeans anfangen zu brennen (Qualität macht hierbei keinen Unterschied..ja, ich weiss…glaubt man nicht). Naja und während wir da so besinnlich ins Feuer guckten und uns seelisch auf den bevorstehenden Trip vorbereiteten, brauste Emma mit Tom zu unserem Haus und klärte uns mit ihrer gewohnt quirligen und unruhigen Art darüber auf, dass in 1 Stunde eine neue Arbeiterin ins Haus einziehen würde. „Der Schreibtisch muss in ihr Zimmer…..im anderen Haus ist ein Ofen, der müsste nun hier rein…könntet ihr den holen? und anschließen?“…klar Emma. Super gerne. Mit viel Chemie wurde das Haus halbwegs sauber gemacht, die komplette Küche auf den Kopf gestellt und der gemütliche Teil des Morgens war zu Ende. Obwohl wir gerne vorher über die Hektik Bescheid gewusst hätten, verzogen wir keine Miene, denn Emma füllte am Vortag unsere „2nd Year Visa“-Forms überaus gutmütig aus. So hat sie uns bescheinigt, dass wir insgesamt 10 Tage länger dort gearbeitet hatten, was dann zusammen mit den anderen Arbeitstagen aus Robinvale genug ist um unser 2nd Year Visa zu beantragen (88 Arbeitstage sind dafür notwendig). Keiner von uns weiss, ob er es jemals benutzen wird, aber trotzdem ist es nett die Möglichkeit zu haben, noch einmal für ein Jahr nach Australien zu kommen. Obendrauf verfasste Emma einen Brief, der bestätigt, dass ich zur Zeit auf ihrer Farm lebe. Das war für uns sehr wichtig, denn schließlich kann man in Australien ein Auto nur in einem Staat registrieren lassen, wenn in letzterem auch wohnhaft ist. 
C U later Glenview Farm!
Da unsere Zulassung (registration) in Victoria Ende des Monats ausläuft, wollten wir es in Western Australia registrieren lassen, wozu es natürlich erst einmal repariert werden musste. Aber dazu später. Wir brachten die morgentliche Unruhe hinter uns, füllten unser Auto mit Farmbenzin auf und brausten los. Ein Gefühl von Freiheit.
Auf dem Weg nach Perth machten wir bei einigen Schrottplätzen halt um nach Rückspiegeln und Kotflügeln Ausschau zu halten. In Bunbury wurden wir alsbald fündig und ersetzten unseren kaputten Rückspiegel durch einen gebrauchten für 40 Dollar. Einen Kotflügel hatten sie leider nicht mehr in unserer Farbe, aber die Hoffnung in Perth einen zu finden bestand. Nach knappen 3 Stunden erreichten wir am frühen Abend unser Ziel und checkten ins „Britannia on Williams“ in Northbridge (dem Kneipenviertel in Perth) ein. Was sich so royal anhört, war ein sauberes und für Perth sehr zu empfehlendes Hostel. Sehr zentral gelegen, nette Leute, keine Randale am Abend und das Ganze für 27 Dollar pro Nacht im 3er Zimmer. Klappe zu, erster Urlaubstag endete mit tiefem Schlaf.
Der Schrottplatzengel
Am nächsten Tag sollte ein Kotflügel gefunden werden. Wir suchten die nahegelegensten Schrottplätze heraus und versuchten sie per Telefon zu erreichen. Diejenigen, die wir erreichten, hatten entweder gar keinen Kotflügel (auf englisch entweder guard, wing oder fender, aber nicht panel!) oder nur einen in einer anderen Farbe. Der Gedanke eines roten Kotflügels an einem ansonsten dunkelgrünen Auto gefiel uns nicht und wir beschlossen, die nicht per Telefon erreichbaren Schrottplätze direkt anzufahren. Auch auf dieser Odyssee hatten wir zunächst kein Glück. Entweder existierten die Schrottplätze nicht mehr oder sie hatten nicht die richtige Farbe. Nach gefühlten 100 Schrottplätzen und kurz vor der Verzweiflung, geschah dann doch das Unmögliche. Der Arbeiter auf einem Schrottplatz erkannte unsere Farbe sofort (botanical blue) und brachte einen identischen Kotflügel aus dem Lager. Wir hätten ihn mit Küssen überhäufen können, denn für 80 Dollar war das Ganze ein Schnäppchen.
Selbst ist der Backpacker: Austauschen des Kotflügels
Soweit so gut. Und jetzt? Wie bekommen wir das blöde Ding angebracht? Der Arbeiter von dem Schrottplatz klärte uns über die Preise auf und erzählte, dass eine Werkstatt so um die 150 Dollar für die Montage nehmen würde. Er empfiehl uns es selbst zu probieren. Hrm, ok…wir denken darüber nach. Erstmal Mittag essen. Mit gefüllten Mägen beschlossen wir den Kotflügel selbst zu wechseln. Nur wie? Wir hatten nicht einmal einen Schraubenzieher, abgesehen von unseren Taschenmessern überhaupt kein Werkzeug. Also zurück zu unserem Freund von dem Schrottplatz und nach Werkzeug fragen. Dieser konnte uns zwar kein Werkzeug leihen, aber er lockerte alle besonders festen Schrauben mit special tools. Desweiteren erklärte er uns, wie man an die anderen Schrauben herankommt und markierte sie auf dem kaputten Flügel. Schnell wurden bei autopro ein paar Schraubenzieher und Schraubschlüssel gekauft (30 Dollar) und wir machten uns direkt auf dem Parkplatz ans Werk. Backpacker Mechaniker ist kein Traumjob, aber wir waren stolz wie Oskar als wir es geschafft hatten unseren Kotflügel auszuwechseln. Ein gutes Gefühl und wir bedankten uns bei unserem Schrottplatzengel mit einem 6-Pack XXXX Gold.
O.P.'s Tavern Action
Nun stand das nächste Problem bevor. Wie schon berichtet lief unsere Registrierung des Autos Ende des Monats aus und wir wollten das Auto neu in Western Australia für ein halbes Jahr registrieren lassen. Dies ist nun leider nur mit einer vorherigen Inspektion (Examination) verbunden, bei der alle Mängel des Autos aus dem Weg geräumt werden müssen. Nachdem die meisten Service Centres erst in der nächsten Woche Termine für eine Inspektion hätten, war unsere einzige Chance ein Centre, welches Termine nach dem Schema „Wer zuerst kommt, malt zuerst“ vergibt. Dieses öffnete am nächsten Morgen um 7:30 Uhr und so machten sich 3 müde Backpacker um 6:45 Uhr auf den Weg. Wir zitterten und bangten, als der Inspektions Mensch um unser Auto kreiste und befürchteten das Schlimmste (unser Schrottplatzfreund meinte, dass auf jeden Fall die „engine mounts“ ausgewechselt werde müssten und das würde dann so um die 500 Dollar kosten). Nach ungefähr 30 Minuten stand das Urteil fest und unser Baby hatte bestanden. 89 Dollar war alles was wir für die Inspektion bezahlen mussten und keine Reparaturen waren fällig. Wir konnten unser Glück kaum fassen und nach einem kurzem Besuch im Registration Centre und weiteren  300 Dollarn ist unser Holden jetzt in Western Australia registriert. Whoop Whoop.
Unser Erfolg sollte am Abend natürlich gefeiert werden und wir schlossen uns der Hostel-Gruppe an, die mit einem organisiertem BusShuttle an den Scarborough Beach ins O.P. pilgerte. Mit Diskobeleuchtung und ordentlich Unz Unz cruisten wir durch die City, und obwohl es erst 20 Uhr war, war die Stimmung ausgelassen und machte Spaß. Leider war in dem Club nicht besonders viel los. Besonders viel ist auch noch untertrieben, denn neben den rund 20 Leuten aus dem Hostel waren dort vielleicht noch 7 andere. Wir ließen uns dennoch den Spaß nicht verderben und bei Pitcherpreisen von 10 Dollarn ließen wir es uns gutgehen.
Perth, meine Perle des Westens
Die nächsten und letzten Tage waren durch übermäßige Shopping-Touren (enttäuschend, dass in Perth keine Jeans mit einer Länge 35 oder länger zu finden ist…australische Zwerge) und einem Besuch des Kings Parks geprägt. Unser erster Eindruck von Perth bestätigte sich auch bei unserem 2. Besuch. Für mich bisher meine Lieblingsstadt in Australien. Am letzten Abend traf ich mich abermals mit Steve, den ich bei meinem letzten Besuch in Perth auf den Streetball-Platz getroffen hatte. Nach verpassten Zug nach Leederville endeten wir schließlich im Mustang und es war ein klasse Abend, der nach einer Wiederholung schreit.
So verließen wir Perth gestern und schreiten mit großen Schritten gen Norden. Gestern besichtigten wir auf dem Weg nach Geraldton die Pinnacles Desert, eine Wüste mit unzähligen Stein-Stalakmiten. Beeindruckend und sagenhaft, wie man plötzlich inmitten einer grünen Küstenlandschaft eine steinige Sandwüste findet. 
Pinnacles Desert!
Wir verbrachten dort ein paar Stunden und erreichten schließlich am Abend unser Tagesziel Geraldton, von dem wir nun gerade aufbrechen. Morgen wollen wir dann in Shark Bay sein und Delphine gucken gehen…Ich bin gespannt und halte euch auf dem Laufenden…achso bevor ich es vergesse, ich habe mit Erschrecken festgestellt, dass ich noch keinen Geburstagsmails geantwortet habe. Hab mich wirklich unglaublich über alle Mails gefreut und werde sie beantworten, brauche nur noch ein wenig Zeit….stay tuned..

Samstag, 14. Mai 2011

Letzte Klappe für die Viehfarm

Pesticide-Jumper!

Mann, mann mann schreibt er überhaupt noch seinen Blog? Ewigkeiten nichts gehört. Wo isser hin?
Naja weit bin ich noch nicht gekommen, seit dem letzten Blog-Update. Schließlich sind wir nach nunmehr 5 Wochen nach wie vor auf der Viehfarm und arbeiten. Die tägliche Arbeitsroutine ist letztlich auch der Grund für meine lange Blogabstinenz, denn es passiert einfach herzlich wenig! So ganz stimmt das natürlich nicht und damit ihr ein besseres Bild von einem Arbeitstag bekommt, und ich nicht alles vergesse, habe ich mir überlegt einfach mal zu beschreiben, wie so ein typischer Tagesablauf für uns aussieht.
Starten tut unser Tag gewöhnlich um 6:30 Uhr in der Früh. Eingepackt in Fleece-Pullies und dicken Strümpfen (es ist mittlerweile in der Nacht wirklich sehr kalt) kriecht jeder aus seinem Zimmer Richtung Küche um das Frühstück vorzubereiten. Letzteres besteht aus Früchten (meistens Äpfel, Birnen und Orangen (Bananen sind seit den Fluten in Queensland zu teuer)) mit Joghurt, Haferflocken und Erdnüssen. Gepaart mit leckerem Kaffee (dank Adrien sind wir jetzt in Besitz einer Cafetiera und tauschen geschmacklosen Instantkaffee gegen leckeren Espresso) und Rosinentoast wird sich so auf den Tag vorbereitet. Um 7:25 Uhr wird dann die Arbeitsrobe angezogen, sich mit Sonnencreme eingeschmiert und anschließend sich auf den Weg zur Scheune (dem Main Workshop) gemacht. Dort warten Milton (der Farmeigentümer) und seine dauerhaften Arbeiter meistens schon auf uns. An dieser Stelle möchte ich kurz etwas genauer auf unsere Mitarbeiter eingehen.
Milton Moore ist stolzer Vater von 6 Söhnen, die alle mit ihm und seiner Frau Emma auf der Glenview Farm leben. Die meisten der Söhne geniessen das Farmleben und möchten wohl später die Viehzucht übernehmen. Von den Söhnen kriegen wir am meisten von Tom und Jonathan mit. Jonathan ist 15 und fährt immer den Traktor mit dem Futteranhänger. Zur Zeit wurde er aus diesem Grund sogar von der Schule befreit, da alle anderen Arbeiter mit dem Sähen beschäftigt sind. Ja und Tom ist ganze 10 Jahre alt und lässt uns in Sachen Farmarbeit erblassen. Egal wie groß der Traktor oder sogar Truck ist, der 10 Jährige fährt ihn und weiss was zu tun ist. Ein kleiner, ganz Großer…mann mann mann.
Aber zurück zu Milton. Getrieben von Sarkasmus lässt der Boss es schon manchmal raushängen, dass er hier das Sagen hat und vor seinen anderen Arbeitern scheint es dazu zu gehören, manchmal Witze über das Unwissen der Backpacker zu machen. Er ist ein netter Kerl, aber in Sachen Vorausdenken und Arbeitermanagement nun doch nicht ganz auf dem neuesten Stand. So kommt es oft vor, dass wir erst eine Sache erledigen und dann im Nachhinein doch alles noch einmal umwerfen müssen. Nun gut, soweit zu Milton.
Billardtisch in der alten Schäferscheune
Seine Frau Emma ist die einzige Frau auf der Farm und mann kann sich vorstellen, dass sie ne harte Zeit mit 6 Söhnen hat, die alle so sein wollen wie ihr Vater. Sie ist die gute Seele und obwohl sie oft ein wenig zerstreut, unruhig und gestresst wirkt schafft sie es dann doch noch alles zu erledigen. Es ist schwer mit ihr zu reden, denn es wirkt immer so, als hätte sie gerade etwas unglaublich wichtiges zu erledigen und 1000 andere Dinge im Kopf.
Nun zu den anderen dauerhaften Arbeitern. Der längste Mitarbeiter von Milton ist Julian. Ursprünglich aus Neuseeland stammend machte der bierbäuchige,rauchende, mitte 30 Jährige zuerst einen sehr arroganten und unsympathischen Eindruck auf mich. 100 prozentig hat sich dieser Eindruck zwar nicht bestätigt, aber besonders helle und sympathisch ist er wirklich nicht. Egal, was es ist, Julian weiss die Antwort zu allen Fragen, obwohl er keine Ahnung hat. Wenn er im Nachhinein feststellt, dass er doch falsch gelegen hat, dann kommt immer so was wie: “ Äh well, yeah but last year it was definitely that way“. Jaja, genau Julian. Ansonsten hat der homophobe Julian ein paar super Witze parat, wie zum Beispiel : „Is your fridge running?.....Well you better go catch it…hahaha“..
Der zweite von insgesamt nun 4 dauerhaften Mitarbeitern ist Damon. Damon ist 22 Jahre alt und ist mit Tasha (31 Jahre) verheiratet. Die beiden haben jüngst ihr 2. Kind bekommen und Tasha brachte aus vorheriger Ehe schon 2 mit..yippi. Die beiden leben in einem Haus, was auf einer anderen Farm, die ebenfalls Milton gehört. Rauschebart Damon scheint relativ schüchtern, möchte aber gerne der toughe Rugby-Spieler sein, was natürlich nicht gut gehen kann. Stets mit Cowboy-Hut bedeckt und gesenktem Blick bestätigt einem lediglich sein “Rightyo“ oder „yeah“, dass er mit einem redet. Nun hört sich das alles sehr schlecht an, ist es aber eigentlich nicht. Er ist ein prima Kerl und sehr nett.
Unsere Bleibe
Der dritte im Bunde ist Mat. Mat wohnt auch auf einer von Miltons Farms und hat mit seiner Frau Mel ebenfalls 2 Kinder. Hm und mir fällt gerade auf, dass Mel ebenfalls 2 Kinder aus vorheriger Ehe besitzt. Zufälle gibt es scheinbar doch noch. Nun gut. Mat ist ursprünglich Pole, ist aber in Australien aufgewachsen und man hört somit keinen Akzent. Mat fährt die Trucks und sieht auch aus wie ein typischer Trucky: Wenig Haare auf dem Kopf, relativ klein, starker Raucher und ein rundes Bäuchelein. Insgesamt komme ich gut mit Mat klar. Mann muss sich an die Sprache ein wenig gewöhnen, denn er ist wohl derjenige der am meisten flucht. Einen Satz ohne „fuck“ oder „bloody“ oder „cunt“ gibt es so gut wie nie. Der Farmer-Slang eben.
Letzter im  Bunde ist Shane. Shane ist erst letztens dazugestoßen und wird wohl 10 Jahre für Milton arbeiten. Er ist jetzt der 2. Manager neben Milton und hauptsächlich für die Saat zuständig. Immer ein breites Lächeln und ein flottes „Yip, allrightyo“ aus seiner Richtung geben dem Lockenkopf ein charmantes Image, auch wenn die Führungsqualität zu wünschen übrig lässt.
Jetzt genug von den Leuten, zurück zu den Tätigkeiten. Typischerweise läuft das Ganze so ab. Wir treffen Milton und die anderen versammelt und stehen etwas abseits, denn schließlich werden wir nie in den großen Plan involviert. Dann werden die Aufgaben verteilt und meistens heisst das für uns entflohene Kühe zurück in die eingezäunten Gebiete treiben, oder den anderen Arbeitern helfen schwere Sachen zu tragen. Futternäpfe müssen ausgefegt und ausgeschaufelt werden, genauso wie die Wassertröge. An manchen Tagen werden die Kühe in die „Raceline“ getrieben, wo die Kühe nacheinander behandelt werden können. Behandelt heisst in diesem Fall, 2 Spritzen werden gesetzt, manchmal auch ein Nasenspray (die Kühe hassen das) und ein Ohr-Tag (Piercing tut weh) wird angebracht. Dabei werden immer viele Leute benötigt, die die Kühe vorantreiben und die helfen beim Spritzensetzen usw..
"You ripped my silo"
Eine andere beliebte Tätigkeit ist auch Zäune zu reparieren. Anstatt in gute Metall-Zäune zu investieren zieht Milton es vor jeden Tag einen anderen Teil der vielen Zäune zu reparieren. Naja dies sind wohl noch die besseren Aufgaben mit denen wir betreut werden. Seit nunmehr 2 Wochen beginnt hier aber die Saatzeit. Das riesige Gerät, was dazu verwendet wird, nennt man hier den „Seeder“ und hat sich zu unserem Hassobjekt entwickelt. Mann kann sich vorstellen, dass viele Schläuche mit Saatgut vorhanden sein müssen und viele davon immer wieder verstopfen. So ist es fast alltäglich, dass wir uns unter dem Seeder wiederfinden um die bekloppten Schläuche zu überprüfen. Leider ist das Teil nur 1 meter hoch und mann muss alles in kniehender Position machen. Zusammen mit viel Rütteln und Ziehen um die Schläuche aus den Ventilen zu ziehen, haut mann sich überall die Hände und den Kopf an und das Ganze artet oftmals in einer Fluchorgie aus. Zum Glück läuft der Seeder die letzten Tage relativ gut und wir blieben gestern zum Beispiel den ganzen Tag nur bei den Kühen.
Ein weiterer Inzident, der hier nicht vergessen werden sollte, war der Tag an dem Rob und Rob ein Silo kaputt gemacht haben. Wie sie das geschafft haben? Naja, es war spät abends und schon relativ dunkel. Das Ganze ist vor ungefähr 3 Wochen passiert, also noch relativ am Anfang. Rob und Rob wurden zur Scheune geschickt um einen Traktor zu holen. Diesen hatten sie wohl noch nie gefahren (da bin ich mir nicht ganz sicher) und so starteten sie ihn und fuhren los. Mit lautem Getöse wurde dann festgestellt, dass die Hydraulikschläuche noch am Silo befestigt waren und die gesamte Schraube aus dem Silo verbogen war. Mit den Worten „You ripped my silo“ wurden die beiden nach Hause geschickt und ich hab erst später von dem Ganzen mitbekommen. Das Ende vom Lied war, dass Milton für die Reparatur 16.000 Dollar ausgeben musste und die beiden Robs einen Tag umsonst arbeiteten (Silo aussaugen). Nach diesem Unfall, waren die beiden sehr in der Gunst von Milton gesunken und bekamen nur schlechte Jobs, während ich die vermeintlich interessanten Dinge tun durfte (alle Träcker fahren).
So vergingen die letzten Wochen und die meisten Tage endeten gegen 18 Uhr. Zu Hause wurde dann der Kamin angeschmissen und mit gesammelten Holz befeuert. Nach gemeinsam gekochtem Abendessen wird dann häufig noch ein wenig Fernsehen geschaut und die 2 empfangenen Programme voll ausgereizt. Neben den Klassikern „Man vs Wild“, „Hestons Feast“ und „Mythbusters“ ist es vor Allem „Kommissar Rex“, der hier mit englischen Untertiteln läuft (Inspector Rex), der für die meisten Lacher am Abend sorgt.
Heutiges Foto nach gestrigem Känguru Unfall
Tja und während nun die letzten Wochen alles glatt für uns lief und morgen unsere letzte Woche auf der Farm anbricht (Emma bat uns noch etwas länger zu bleiben, da die Saat-Zeit immer stressig ist), ist gestern doch noch etwas passiert was uns die nächsten Tage bzw. Wochen beschäftigen wird. Auf dem Weg zu ihrem Nanny-Job ist Julia ein Känguru vor unser Auto gelaufen. Nachdem sie unbeschadet davon gekommen ist, hat es unser Auto doch etwas mitgenommen. Eine tiefe Delle über dem Vorderrad und auf der Kühlerhaube, Vorderblinker nicht mehr funktionstüchtig und der Rückspiegel demoliert. Insgesamt sehr ärgerlich, weil die Reparatur, soweit wir es nicht selber richten können, wohl sehr teuer wird, aber das wird sich zeigen. Wir werden wohl versuchen die meisten Teile auf einem Schrottplatz zu bekommen und dann selbst anzubringen, aber auch das ist noch nicht sicher.
Am nächsten Montag geht es dann wieder nach Perth, wo einiges an Feierei nachgeholt wird, bevor wir unseren Trip Richtung Norden fortsetzen. Dann gibt es mit Sicherheit auch wieder öftere Blogupdates…stay tuned