Samstag, 16. Juli 2011

Ayers Rocking!

The one and only
Das erste Wochenende im harten Arbeitsalltag neigt sich dem Ende zu und es ist Zeit fuer das erste Resume des neuen Jobs. Momentan arbeite ich als iPhone-App Programmierer und das derzeitige Projekt ist ein Restaurant-Fuehrer-App. Viele Funktionen soll es beinhalten, natuerlich schick aussehen und mit einer Menge Animationen bespickt werden. Mir macht es unglaublich viel Spass, obwohl es wirklich „nur“ programmieren beinhaltet. Ich lerne jeden Tag etwas Neues und vor allem das sofortige positive Feedback des Jobs („wow, das sieht wirklich klasse aus...hab ich das wirklich gerade gemacht?“) gefaellt mir sehr. Das Team ist auch super nett und es kommt nicht selten vor, dass bis zu 3 Personen an meinem Schreibtisch stehen um mir bereitwillig weiter zu helfen. Am letzten Freitag stand dann der woechentliche Pubbesuch nach der Arbeit bevor und es war eine sehr entspannte Stimmung. Alle gaben Runden aus und am Ende des Abends hatte ich keinen Penny ausgegeben, aber 5 Bier und einen Tequila intus. Mein Chef ist sehr locker drauf und ich hoffe wirklich, dass ich nach den 2 Wochen Probearbeit weiter fuer die Firma arbeiten kann. Erste Kontakte innerhalb der Firma sind geknuepft und ich bin optimistisch, aber mal abwarten.
Versuchtes "jumping"-pic
 Heute Morgen gab es dann neben all den positiven Neuigkeiten einen kleinen Downer. Mein rechtes Auge ist relativ angeschwollen und nach dem mir alle anderen Backpacker ihre Weisheiten („leg da Gold drauf, das zieht die Schwellung raus“....“eine Augendusche mit heissem Wasser, das hilft“) erzaehlten bin ich schnurstracks zur Apotheke. Dort verschrieb man mir ein paar Augentropfen und wenn alles gutgeht soll das Ganze in 5 Tagen wieder weg sein. Das einzig Negative ist, dass ich meine Kontaktlinsen nicht tragen darf und ich somit auf meine Brille angewiesen bin. Nun haette ich damit eigentlich kein Problem, nur leider prangt seit Anfang der Reise ein riesiger Riss das linke Glas meiner Brille. Ein kleines Stueckchen ist sogar schon rausgebrochen, aber naja ich verkaufe es einfach als neuen Style innerhalb der Firma.
Sonnenaufgang am Uluru
 So nun aber zurueck zum eigentlichen Geschehen, dem Besuch des Uluru. Nach dem Verlassen des Kings Canyons und knapp 3 Stunden Fahrt sahen wir den ersten grossen Berg und dachten uns: „wohoo das ist der Uluru“. Schnell wurde Rechts angehalten und einzig Rob war stutzig, denn auf den Bildern sah er doch so anders aus. Um es kurz zu machen, war meine erste Uluru-Erfahrung in wirklich der Mt. Connor, der hundert Kilometer entfernt vom Uluru steht. Naja gut, umso besser, dachte ich mir, denn so wirklich beeindruckend war der Mt. Connor von der Entfernung nicht. Eine gute Stunde spaeter erreichten wir dann den eigentlichen Uluru und da es kurz vor Sonnenuntergang war entschieden wir uns direkt hin zu fahren, anstatt erst auf dem Campingplatz einzuchecken. 25 Dollar Eintritt liessen wir uns den Spass pro Person kosten und mit Karten ausgestattet bahnten wir unseren Weg zur Sunset/Sunrise Aussichtsplattform. Es gab 2 Aussichtsplattformen und aus irgendeinem Grund (ich glaube, ich hatte das sogar vorgeschlagen) sind wir einmal um den Uluru zur Sunrise/Sunset Plattform gefahren, anstatt zur ausdruecklich fuer den Sunset ausgeschilderten. Naja es war ein Reinfall denn von dort sah man zwar im Hintergrund die Sonne, aber der Ulura war dementsprechend Schwarz.
Kletter-Aktion (es war wirklich steil!)
Kurz entschlossen und mit nur ein paar Minuten uebrig, bis die Sonne entgueltig verschwinden wuerde, fuhren wir so schnell wie wir konnten zurueck und erhaschten einige letzte Momente des Naturmonuments im Sonnenuntergang. Ich kann es schwer beschreiben, aber es war wirklich beeindruckend. Obwohl es im wahrsten Sinne des Wortes „nur ein Stein“ ist, hat er etwas magisches und wir genossen die verschiedenen Rottoene, in der der Uluru sich in der Abendsonne zeigte. Das Ganze Spektakel erlebten wir fuer uns alleine, denn wir parkten unser Auto einfach neben der Strasse anstatt den ganzen Weg zum Aussichtspunkt zurueckzufahren. Ziemlich kaputt, aber zufrieden, checkten wir in den einzigen Campingplatz im Yulara-Resort ein und schliefen eine teure und vor Allem kurze Nacht, denn wir wollten natuerlich den Sonnenaufgang am Uluru nicht verpassen. Mit schlotternden Knien (es war wirklich schweine kalt) und ohne Fruehstueck ging es somit in der Fruehe zu der schon bekannten Sunrise-Viewing Platform. Mit guten 100 anderen Backpacker-Touris warten wir eine gute Weile auf die Sonne und wurden nicht uebermaessig vom Hocker gehauen, als diese sich endlich zeigte. Weder hatte sich die Farbe des Ulurus wahnsinnig geaendert, noch war es besonders schoen in der Kaelte. Alles in allem muss ich sagen, ist der Sonnenuntergang tausend mal schoener, als der Sonnenaufgang, aber hey: wir haben es beides erlebt und das zaehlt ;-)
Auf dem Uluru
Nach einem wohlverdienten Fruehstueck auf einem nahegelegenden Picnic-Platz entschieden wir uns fuer eine kleine Wanderung um den Uluru. So fuhren wir zum nicht weit entfernten Startpunkt und auf dem Weg dorthin kamen wir zum ersten Mal richtig nahe an den Felsen heran. Absolut beeindruckend. Tiefe Einkerbungen und Hoehlen formen und pragen diesen massiven Steinfelsen. Just bei unserem Startpunkt fuer die Wanderung sahen wir dann Hunderte von Menschen die den Uluru bekletterten. Zwar wusste ich, dass dies moeglich sei, aber erstmal wird es von den Aborigines nicht gern gesehen, da der Uluru fuer sie heilig ist und die Regierung verbietet es zwar nicht, aber auf Grund der sich hauefenden Unfaelle, preist sie es auch nicht an. So hatte ich damit gerechnet, dass nur ein paar wenige Rebellen den Berg erklimmen und nicht so ziemlich jeder Touri, der dort war. Kurz entschlossen liessen wir das Vorhaben einer Wanderung hinter uns und begannen den Kolloss zu besteigen. Was so einfach von unten aussah, war nach einer Weile wirklich anstrengend und der steile Aufstieg brachte jeden zum Schnaufen. Einzig einige Ketten waren in den Stein gehauen zum festhalten und ich glaube ohne diese haette ich es auch nicht gemacht. Schritt fuer Schritt kamen wir dem Gipfel naeher und schliesslich standen wir auf dem hoehsten Punkt. Ein wahnsinniges Erlebnis und mit einer atemberaubenden Aussicht feierten wir unser Glueck. Klasse und ich muss sagen, mit Sicherheit eines der Highlights unseres Trips.
Auf dem Gipfel des Uluru
Nach einem ebenso schwierigem Abstieg machten wir eine letzte Autotour um den Uluru und fuhren dann zum zweiten Spektakel im Nationalpark, dem Kata Tjuta. Von weitem sieht dieses so aus, wie ein paar riesige Steinhuegel, die jemand nebeneinander gesetzt hat. Leider waren wir alle ziemlich erschoepft und auch ein Mittagessen brachte nicht den erhofften Energieschub, so dass wir nur eine kleine Wanderung machten. Wir befanden Kata Tjuta auch auf jeden Fall sehenswert, aber das Uluru Erlebnis konnten die Huegel nicht toppen. So verliessen wir den Nationalpark und brachten noch weitere 150 km auf den Zaehler bevor wir auf einem Campingplatz Halt machten. Ich hatte diesen zuerst versehentlich in dem vorherigem Post erwaehnt und wurde dann von Julia darauf hingewiesen, dass dies natuerlich voellig falsch war. Es ist jetzt berichtigt und dies ist nun der Campingplatz mit unzaehligen Maeusen und den Besitzern, die niemals auftauchten um die Gebuehr zu fordern.
Shadow-Action Heroes
Am naechsten Tag fanden wir uns in Coober Pedy, einer kleinen Stadt im Outback, die vor Allem fuer die vielen Opal-Minen bekannt ist. Fuer uns war es nur aus einem Grund sehenswert, denn ein Campingplatz und viele Hostels bieten Underground-Camping an. In einer ehemaligen Mine bauten wir am Abend unser Zelt auf und es war ein cooles Erlebnis. Neben unglaublichem Hall, war es angenehm warm (es bleibt immer so um die 15 Grad) und wenn auch auf hartem Untergrund schliefen wir gut.
Nach einem weiteren Nacht in Port Germein erreichten wir schliesslich am uebernaechsten Tag Adelaide, wo wir planten unser Auto zu verkaufen und schliesslich dann getrennte Wege zu gehen. Dieses urspruenglich als einfach geplante Prozedere stellte sich als ziemliches Problem heraus, denn in Adelaide schien zu dem Zeitpunkt wirklich niemand nach Autos zu suchen. Flyer wurden in jedem Hostel aufgehaengt und bei gumtree taeglich unser ad wieder aktualisiert. Dennoch hatte sich selbst nach 2 Tagen niemand gemeldet und wir entschieden uns mit dem Preis herunter zu gehen. So landete der urpsruengliche Preis von $2900 auf $2200 und wir befanden diesen fuer mehr als fair. Dennoch nichts! Andere Leute teilten dasselbe Schicksal und in Hostels sahen wir Aushaenge fuer sehr viel bessere Autos fuer sehr viel weniger Geld (2000 Ford Falcon mit allem drum und dran fuer $2000).
Unglaubliche Weiten!
Der Besuch von Second-Hand Autohaendlern, von denen es unendlich viele gibt in Adelaide, brachte ebenfalls kein Glueck, denn diese haetten uns nicht mehr als 500 – 1000 Dollar fuer das Auto gegeben. Tja und dann geschah es eines Abends und mein Handy klingelte. Nach 5 Tagen ohne Glueck, wollte sich schliesslich eine Asiatin unser Auto angucken. Dazu hatten wir noch ein anderes Angebot von jemanden, der Interesse bekundete, falls kein anderer das Auto haben wollte, aber das war jetzt egal, denn die Asiatin wollte es sehen. Am naechsten Tag kam sie vorbei und mit ihrer Freundin (alle von uns dachten, sie waere ein Er, aber gut das tut nichts zur Sache) begutachtete sie unser Baby. Alles checkte sie und auch eine Probefahrt, wo Rob (der mit ihr im Auto sass) fast gestorben waere vor Angst, wurde bewaeltigt.

Kata Tjuta

Nach der Probefahrt beriet sie sich noch einmal mit ihrer Freundin und schliesslich teilte sie uns mit, dass sie es fuer $2000 kaufen wuerde. WOW, in letzter Sekunde. Wir hielten unsere Erleichterung geschickt zurueck, obwohl wir in die Luft haetten springen koennen. Noch am selben Tag wurde der ganze Papierkram erledigt und selbst das Problem eines westaustrlischen Wohnorts konnte mit Hilfe einer Banknotiz (die beiden hatten ihre Bankkonten in WA aufgesetzt) ueberwaeltigt werden. Es haette nicht besser laufen koennen und wir wurden von unserem Glueck ein weiteres Mal ueberwaeltigt.
So schoen das Gefuehl des Autoverkaufs auch war, so traurig war nun der Gedanke eines baldigen Abschieds meiner Mitreisenden. Waehrend ich mich kurzerhand entschied in Adelaide zu bleiben um nach einem Job zu suchen, wollten Julia und Rob Richtung Ostkueste aufbrechen um dort zu reisen/arbeiten.
Das Ziel des kurzen Marschs in Kata Tjuta
Es waren gemischte Gefuehle, die die letzten Tage praegten. Auf der einen Seite ein gutes Gefuehl von Freiheit, auf der anderen Seite der traurige Gedanke des Endes einer Aera. Mit Sushi und leckerem Eis wurde der letzte Tag in Adelaide kulinarisch gefeiert und Rob verliess das Trio als erstes Richtung Sydney. Da Schulferien waren und Tiger Airways (eine der billigsten Fluglinien innerhalb australiens) zur Zeit nicht fliegen darf, kostete der Flug nach Sydney 180 Dollar. Julia und mir blieb noch ein weiterer entspannter Tag in Adelaide bevor auch sie am naechsten Tag nach Sydney flog. Schwubbs, so schnell ging es und dann war ich allein in Adelaide. Ganz ehrlich, direkt nach dem Abschied, ein gar nicht so gutes Gefuehl und auch die naechsten Tage wurde einem erst richtig klar, dass man nicht mehr im Trio unterwegs ist. Dieser Zeitpunkt ist nunmehr 2 Wochen her und mittlerweile nicht vergessen, aber durch andere Sachen ersetzt, die mich ablenken (Arbeit). Ich denke zur Zeit, dass zwar unser Roadtrip vor 2 Wochen zu einem Ende gekommen ist, aber das heisst noch lange nicht, dass man sich nicht bald irgendwo wiedersehen kann. Denn das ist ja das Schoene an der Freiheit, naemlich selbst Herr der Lage zu sein und genau das zu tun, was einem gefaellt. Hach, ein paar schoene Schlussworte habe ich da gefunden...in dem Sinne, stay tuned...

Samstag, 9. Juli 2011

Alice in the Springs

Ja, jetzt ist der Turbo eingelegt und der dritte Blogpost innerhalb kuerzester Zeit wird verfasst. Einen Tag vor meinem Jobinterview finde ich mich in meinem 2. zu Hause, der Bibliothek, wieder und bereite mich auf kommende Fragen vor. Nach einem halben Jahr Reisen hat man doch so Einiges an technischem Fachwissen vergessen und ich werde wohl noch ein paar Stunden mein Gedaechtnis auffrischen um nicht voellig ahnungslos in das Gespraech hinein zu stolpern. 


Gestern machte ich mich auf den Weg in die Stadt um mir ein paar vernuenftige Schuhe und einen Schlips zu kaufen. Urspruenglich dachte ich, dass dies zusammen mit einem Hemd und neuer Jeans fuer einen guten ersten Eindruck ausreichen wuerde. Naja, ich sollte eines Besseren belehrt werden. Nach bereits getaetigtem Schlipskauf wurde ich in einem Schuhgeschaeft beraten und schliesslich gefragt fuer welchen Anlass ich denn nach Schuhen suchen wuerde. Ich klaerte sie ueber mein anstehendes Vorstellungsgespraech auf und sie fragte, welche Farbe denn mein Anzug haette. „aehm, ja also..ich hab gar keinen“ antwortete ich sichtlich verdattert. „oh, ah naja, aehh... also ich wuerde schlichte schwarze schuhe empfehlen“ und sie griff prompt nach denen fuer 150 Dollarn. Klasse, also nicht die fuer 55 Dollar, die ich gegriffen hatte. Naja, nachdem sie kurz mit ihrem Kollegen geredet hatte und beide nach dem Motto „der Trottel will ohne Anzug zum Vorstellungsgespraech...hihi“ kicherten, hatte sie mich soweit und schliesslich hab ich mir jetzt einen Topanzug mit Schuhen, Hemd und Schlips fuer 100 Dollar geliehen. Am Aussehen wird es also schon mal nicht scheitern

Bierchen in Alice Springs
Zurueck zu Alice Springs und der Wueste. Etwas erschoepft von den vergangenen langen Autofahrten freuten wir uns darauf im YHA Hostel etwas Kraft zu tanken. Das Hostel war abermals tip top und wir hatten Glueck und bekamen sogar unser eigenes Zimmer. Klasse. Da wir die letzte Nacht in Aileron und somit nur 130 km noertlich von Alice Springs verbracht hatten, kamen wir frueh an und nach dem check-in im Hostel erkundeten wir die Stadt. Mir faellt gerade ein, dass die Fahrt in die Stadt wirklich erwaehnenswert ist. Die Szenerie rechts und links des Highways ist wohl am besten als huegelige, trockene, rote Sandstein- Landschaft beschrieben und man kann sich nicht vorstellen hier auf Zivilisation zu treffen. Ploetzlich und wie auf dem nichts erscheint dann ploetzlich Alice Springs und Haeuser beginnen sich zu mehren. Zack findet man sich in einer Stadt und die Wuestenlandschaft scheint ferner, als alles andere.

West MacDonell Ranges: You want trouble?
Bei unserem Rundgang durch die Kleinstadt empfinden wir die Stadt als ruhig und relaxed. Ein nettes kleines Stadtzentrum, was einem alles bietet was man zum Leben braucht. Alsbald vom Hungergefuehl gepackt fanden wir schnell den naechsten Woolworths und alles Noetige fuer Burger eingekauft. Hrmm lecker und allein der Gedanke daran macht mich hungrig..durchhalten Roland, durchhalten. Den Rest des Tages verbrachte groesstenteils jeder fuer sich. Julia ging zum Friseur, Rob erklimm einen nahegelegenen Huegel und ich genoss es einfach ein zweites Mal durch die Stadt zu marschieren. Am Abend stand koerperliche Betaetigung auf dem Programm. Nach langer Sportabstinenz wollten wir uns auspowern und was ist dafuer besser geeignet als Bowling? Fuer uns alle war das letzte Mal Bowling eine gefuehlte Ewigkeit her und wir hatten eine Menge Spass und waren sogar gar nicht mal schlecht. Abschliessend genossen wir ein Bierchen im nahegelegenen Pub und liessen den Abend ausklingen.
West MacDonell Ranges
Am naechsten Tag wurden dann die West MacDonnel Ranges erkundet. Rob hatte nicht ganz so gut geschlafen und die holprige Strasse zusammen mit der Tatsache hinten im Auto zu sitzen, liessen unwohle Gefuehle aus der Magengegend aufstossen. Um es kurz zu machen: er hielt es durch und musste nicht spucken, aber Julia und ich waren stets angespannt in den Frontsitzen.
Die West MacDonnell Ranges ist eine Gebirgslandschaft (wie soll es anders sein) westlich von Alice Springs und hatte eigentlich nichts, was wir nicht bisher schon gesehen hatten. Natuerlich alles sehr schoen und wir genossen den 2 stuendigen Marsch durch die Schluchtenlandschaft.

West MacDonnel Ranges
Es tat gut an der frischen Luft zu marschieren und vor allem der 2. Teil des Rundgangs, also der Rueckweg, fuehrte ueber sehr unwegsames Terrain. Lustig war, als wir ueber einen grossen Felsen kletterten und nicht so recht den besten Weg nach unten fanden. Von einer Aussichtsplattform, gute 50 Meter ueber uns und auf der anderen Seite der Schlucht, wurde uns geholfen. Mit wilden Armgestiken und „left“ bzw. „right“ Rufen dirigierten uns 4 – 5 Leute auf unserem Weg nach unten. Immer wenn wir zuweit oder in die falsche Richtung liefen, genuegte ein Blick nach oben und unsere Helfer wirbelten ihre Arme synchron in die andere Richtung. Naja, muss man erlebt haben...aber es war lustig.
So fanden wir unseren Weg hinein und auch wieder hinaus aus dem Nationalpark. Den Rest des Tages (es war ungefaehr 15:00) wurde entspannt und jeder machte das wonach er sich fuehlte. Abends schauten wir noch einen Film zusammen mit einem anderem Backpacker, der 4 TB an Filmen mit sich rumtrug. Fuer alle die nicht wissen wie viel 4 TB sind. Je nach Qualitaet koennen das schon mal so um die 2000 – 3000 Filme sein. Mann mann mann.

Koenige auf dem Kings Canyon
Am naechsten Tag verliessen wir Alice Springs und fuhren weiter Richtung Sueden zum Kings Canyon. Gute 500 km entfernt (wenn man die befestigten Strassen fahren muss) und mit Benzinpreisen um die 2 Dollar pro Liter kamen wir am Abend bei dem Naturkoloss an und entschieden uns bevor es dunkel wird, noch schnell einen kurzen Spaziergang im Tal des Canyons zu taetigen. Ganz ehrlich, war ich von dem Tal zu dem Zeitpunkt nicht wirklich begeistert, denn es sah nicht viel anders aus, als die gestrigen besichtigten West MacDonell Ranges. So gingen wir durch die Baum und Steinlandschaften im Tal, lasen ein paar Geschichten der Aborigines ueber diesen Ort und suchten schliesslich den Campingplatz auf. Am naechsten Tag wollten wir dann den 8 km Wanderweg auf dem Canyon mit Blick auf das Tal beschreiten.

Laessig und Easy (haett mir fast in die Hosen gemacht)

Der Campingplatz war mit 19 Dollarn pro person fuer einen Zeltplatz ohne Strom suendhaft teuer und wir zogen unseren 2 Personen Trick nochmals durch. Ein paar brenzliche Situationen gab es diesmal, denn wir erhielten einen Sticker, den wir am Zelt oder an der Windschutzscheibe befestigten sollten. Hierdrauf stand eindeutig, dass 2 Personen bezahlt hatten. Aber auch hier liess uns unser Glueck nicht im Stich und als der Ranger, den Sticker kontrollierte war ich gerade am duschen und er wurde mit 2 Personen bestaetigt. Abends gingen wir in den Campingplatz eigenen Pub, wo ein alter Mann, samt Frau mit live Musik fuer aufheiternde Stimmung sorgen wollten. Das klappte auch ganz gut bei dem Publikum in ihrem Alter, aber uns konnten sie selbst mit kostenlosen lollys nicht koedern. So blieben wir ein wenig und gingen dann frueh ins Bett. 

Business as usual am Kings Canyon

Die Wanderung auf den Kings Canyon am naechsten Morgen war fuer mich wirklich ueberraschend, denn was so unspektakulaer von unten aussah war absolut beeindruckend von oben. Wenig Ahnung hatte ich von den Ausmassen des Canyons und nach 4 Stunden Wandern war ich ueberzeugt, dass der Kings Canyon definitiv einen Besuch wert ist. Also merke: Immer Sachen von allen Seiten angucken, bevor man ein Urteil faellt. Nach dem Mittag ging es schnell wieder ins Auto, denn wir wollten noch am selben Tag den Uluru erreichen.
Unvorstellbar gross!
Gesagt, getan und am Abend, just zum Sonnenuntergang, sahen wir schliesslich den einen Steinfelsen, fuer den Australien so bekannt ist. Hierfuer moechte einen neuen Blogpost verfassen, denn dieser Fels ist eben nicht nur ein Stein, sondern besitzt etwas Besonderes. Also stay tuned....







Donnerstag, 7. Juli 2011

Erstes Jobinterview in Adelaide...Check!

Darwin Water Front
Ich bin gerade unglaublich aufgeregt und kann mein Glueck kaum fassen. Vor ungefaehr 5 Minuten und just nachdem ich versuchte outer-rim adventures anzurufen (ein grosses Dankeschoen nochmal an dich Finn!) bekam ich einen Anruf von mNet Group. Die Firma, bei der ich mich als erstes und vor 4 Tagen beworben habe, hat mich fuer naechsten Montag zu einem Interview eingeladen. Zwar hatte ich noch nicht ganz aufgegeben mich in Australien als Ingenieur zu bewerben, aber ich war kurz davor mich nach etwas Anderem umzusehen. Und jetzt mein erstes Interview. Einfach klasse. Waehrend Julia und Rob sich auf den Weg nach Byron Bay machen ,werde ich also zumindestens noch bis naechsten Montag in Adelaide verweilen. Das zu den aktuellen News.
Zurueck in die Vergangenheit. Endlich wieder in einer etwas groesseren Stadt. Darwin hat eigentlich nur eine Strasse, wo alle Backpacker unterkommen. Unzaehlige Hostels, Clubs und Shops reihen sich im Zentrum in der Mitchell St aneinander und wir fanden unseren Platz im Melaleuca Hostel.
Hafen-Promenade in Darwin
Leider kamen wir nicht mehr in den Vorzug eines gemeinsamen Zimmers und wurden in drei unterschiedlichen Dorm-Raeumen untergebracht. Naja, es gibt schlimmeres, denn ansonsten war das Hostel wirklich klasse. Es gab 3 Pools auf einer riesigen Terasse, wo neben genug Tischen und einer grossen Kueche, auch eine Bar ihren Unterschlupf fand. Bars in Hostels sind aber auch so eine Sache, bei der ich mir noch nicht sicher bin, ob ich sie gut finde oder nicht. Auf der einen Seite hast du natuerlich einen einfachen Weg zum abendlichen Bierchen, auf der anderen Seite muessen Hostels, die eine Bar besitzen es Backpackern untersagen, eigenen Alkohol mit ins Hostel zu bringen. Somit ist man auf die teuren Preise des Hostels angewiesen, oder man fuellt seinen Wein in eine Thermosflasche und trinkt verdeckt (unsere Variante).
Mindil Beach Sonnenuntergang
Naja, wie auch immer, wir hatten eine gute Zeit in Darwin. Am ersten Morgen erkundeten wir die Stadt und marschierten Richtung Meer. Die Stadt an sich hat Charme und ist trotz ihrer Groesse sehr im Zentrum fokussiert. Eine nette kleine Fussgaengerzone mit freiem wireless und vielen Einkaufsmoeglichkeiten bietet dem Besucher alles was er braucht und leitet den Weg zum Wasser. Das Schoenste fuer mich waren eigentlich die Parkanlagen am Meer/Hafen. Sehr gepflegte Gruenanlagen mit vielen Moeglichkeiten zum Fahrradfahren luden zum Relaxen ein. Zwar war der stadtnahe Strand nichts Besonderes, dafuer war das Wasser aber wirklich tuerkis und die Sonnenuntergaenge um so spektakulaerer.
In Darwin trafen wir zu unser aller Erstaunen und voellig ueberaschend Sebastian wieder, den wir ebenfalls in Sydney am Anfang kennengelernt hatten. Das nur so nebenbei und eher eine Annekdote an mich, die ich nicht vergessen moechte.
Wave-Lagoon Action
Der zweite Abend wurde dem Weggehen gewidmet und mit dem Thermosflaschen Prozedere haben wir geschickt das Hostel getaeuscht. Ehrlich gesagt, haette es glaub ich keinen interessiert, wenn wir die Flaschen Wein direkt auf den Tisch gestellt haetten, aber man kann ja nie wissen. Weit sind wir an dem Abend auch nicht gekommen und wir endeten schliesslich in einem Club, der direkt neben dem Hostel war (da haben diese bloeden Flyer-Verteiler wirklich mal ihren Job gut gemacht und wir sind drauf reingefallen). Voellig betrunkene Backpacker dominierten die Szenerie und die Stimmung erreichte ihren Hoehepunkt als Maedels auf die Buehne geholt wurden und je nach Applaus wieder heruntermussten. Ein Spass..

Der letzte Tag in Darwin wurde am Morgen in der Wave Lagoon verbracht. Die kuenstliche Wellenanlage ist ganz lustig fuer ungefaehr 10 Minuten, danach hatten wir auch schon genug und verbrachten die restliche Zeit unter den Sonnenschirmen beim Lesen/Sonnen. Ja, alte Leute Programm, ich weiss. Am Abend besuchten wir die Mindil Beach Markets, die abermals etwas Neues waren. Die kleinen Marktstaende direkt neben dem Strand (Sonnenuntergang war wirklich schoen) erinnerten ein wenig an die Maerkte in Thailand und Vietnam und doch waren sie anders. Vor allem die vielen unterschiedlichen, internationalen Essensmoeglichkeiten waren ein Highlight und die Feuershow hatte uns alsbald in ihrem Bann. Abgerundet wurde das Ganze mit einem Besuch im Kino (Super 8).
Wahnsinnig beeindruckend: Felsmalereien
in Ubirr....not!

So verliessen wir Darwin und weiter ging die Reise in den Kakadu Nationalpark. Angeblich streiten sich die Leute immer, ob der Litchfield oder der Kakadu Nationalpark schoener seien, aber fuer mich gewinnt eindeutig der Litchfield NP. Vor allem wegen seiner Aboriginal Stein Kunst (Rock-Art) bekannt haute uns der Kakadu NP nicht vom Hocker und wir bereuten es nicht den Eintrittspreis von 25 Dollar versehentlich nicht bezahlt zu haben. Ubirr war wohl die Hauptattraktion im Kakadu und obwohl die Aussichten ganz nett waren und es schon beeindruckend ist wie lange die Felsbemahlungen da schon sind hat es mich nicht umgehauen. Wir verbrachten gute 1 ½ Stunden bei der „Art-Site“ und beschlossen schliesslich nach einem Campingplatz Ausschau zu halten. In Jabiru, dem naechsten Ort innerhalb des NP, bauten wir unser Zelt auf einem Campingplatz auf und verbrachten die Nacht im Kakadu.

Am naechsten Tag gruebelten wir, ob wir uns ueberhaupt noch etwas anderes in dem vor Allem fuer 4 WD Jeeps ausgelegten Park angucken wollten und entschieden uns letztlich dagegen. Das Tagesziel stellten stattdessen die Edith Falls dar, denn uns stand der Sinn nach Schwimmen.

Edith Falls
Nach ein paar Stunden Fahrt erreichten wir schliesslich die Wasserfaelle und nach einem 1 stuendigen Marsch ueber Stock und Stein, fanden wir uns im kuehlen Nass. Kalt und super erfrischend in einem tollen Panorama. Einfach wunderschoen und kaum in Worte zu fassen. So verweilten wir ein gutes Stuecken in der Idylle, bevor wir am Abend auf dem selben Campingplatz wie schon bei unserem ersten Aufenthalt in Katherine eincheckten. Ich bin mir nicht ganz sicher, bei welchem Aufenthalt wir die Rutsche auf dem Campingplatz austesteten, aber es war auf jeden Fall ein Highlight. Die Rutsche des Pools sah harmlos aus, aber wir waren ueberrascht und konnten nicht mehr vor Lachen als einer nach dem anderem herunterbretterte.

Einziges Bild vom Mango-Wine Tasting
(der Verkaeufer war ne Scherzkanone :-))
Am naechsten Tag ging es mit grossen Schritten Richtung Alice Springs. Ein kleiner Stop in Mataranka um die Hot Springs auszuchecken (ebenfalls sehr schoen, aber weniger naturbelassen als die in Katherine) und dann ging es weiter. In Renner Springs verbrachten wir eine weiter Camping Nacht und frueh ging es am naechsten Morgen weiter. Das einzig Erwaehnenswerte auf dem Weg nach Alice Springs war noch der Stop bei der Mango Winery. Eine Kostprobe von 5 verschiedenen Mango Weinen hatte uns ueberzeugt eine 20 Dollar Flasche Mango Magic Twist zu kaufen. Echt ein super Geschmackserlebnis und auch das Eis war eine Suende wert. Nach einer weiteren Nacht im Zelt in Aileron (ich wuerde es schon fast nicht mehr als Ort bezeichnen, aber die Gemeinde hat sich eine riesige Statue auf einem Berg errichten lassen und mit Holywood Lettern darunter ihren Namen geschrieben, mann mann mann) verbracht. Die Nacht war in sofern erwaehnenswert, als dass wir seit langem mal wieder offenes Feuer gemacht hatten und man glaubt gar nicht, wie gemuetlich das bei einer kalten (es wurde so um die 6 Grad) Nacht sein kann.
Feuer in Aileron

Entspannt und gespannt erreichten wir am naechsten Morgen Alice Springs. Hier moechte ich diesen Blog-Eintrag beenden. Zum einen, weil er schon relativ lang ist. Zum anderen, weil ich unglaublichen Hunger habe und jetzt aus dieser Buecherei raus moechte. Je nachdem wann die Buecherei das naechste Mal auf hat (bin mir nicht sicher, ob am Samstag) geht es hier weiter....stay tuned!

Mittwoch, 6. Juli 2011

Mit Broome, Broome nach Darwin

Oxer-Lookout
Das Ende unseres Roadtrips ist unaufhaltsam auf uns zu gekommen und nachdem gestern Julia Adelaide verlassen hat, bin ich nun wieder allein allein.
Julia möchte wohl die noch verbleibende Ostküste bereisen und Rob will versuchen in Gold Coast einen Job zu finden. Ich für meinen Teil habe beschlossen nach einem längerfristigen Job als Ingenieur zu suchen. Auf welche Stadt dabei das Los fallen wird ist noch nicht beschlossen, aber momentan sieht es wohl danach aus, dass ich es in Melbourne bzw. hier in Adelaide versuchen werde. Perth war eigentlich meine erste Wahl, aber dort sieht das Jobangebot margerer und uninteressanter aus. Aber mal sehen, die ersten Bewerbungen sind und jetzt heisst es hoffen und Daumen druecken.
Mit vielen Gedanken um die Zukunft soll nun aber die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten. So sind wir vor 5 Wochen (wow echt schon so lange her?) nach Bangen um unser Auto im Karijini Nationalpark angekommen. Bekannt für seine Schluchtenlandschaften und Wanderwege waren wir gespannt, ob Karijini die lange Hinreise wert war. Wir sollten nicht enttäuscht werden… Der Park hielt, was er versprach und schon der erste Besuch des Oxer-Lookouts war absolut beeindruckend und etwas, was ich zuvor noch nie gesehen habe. 3 Schluchten, geformt durch jahrelange Arbeit eines Flusses, treffen sich an diesem Lookout und Wanderwege bahnten sich ihren Weg ins Tal.
Oxer-Lookout
Grün bewachsen an der Oberfläche, bräunlich rotes Gestein in der Mitte und unten kristallklares Wasser, was zum Schwimmen einlud. Wirklich klasse und kaum in Worte zu fassen. So schön das Ganze auch aussah und so doll wir uns auch anstrengten das Panorama zu geniessen, schafften wir es doch nicht länger als 20 Minuten dort zu verbringen. Scheinbar waren wir nicht die Einzigen, die die Schlucht für sich alleine wollten, denn gefühlte Tausend Fliegen summten und flogen um unsere Körper. Mit einer Vorliebe für unsere Gesichter und insbesondere unsere Münder und Augen waren die Biester echt lästig. An eine Unterhaltung war nicht zu denken, denn diese wurde ständig durch Wegpusten der Fliegen vom Mund unterbrochen. Zusammen mit einer permanenten Wedelbewegung der Hände und Arme um den Kopf erinnerte unser Aufenthalt eher an einen esoterischen Gottestanz anstatt an entspanntes Sightseeing.
Fliegen, wofuer gibt es die nochmal?
So brachen wir schnell auf zur nächsten Schlucht und ließen den Oxer Lookout hinter uns. Auch die Joffre und Knox Schlucht waren absolut beeindruckend (siehe Fotos), aber die Fliegen taten ihr Bestes um uns auch diesen Aufenthalt zu vermiesen. So gingen wir mit schönen Fotos, aber entnervten Gesichtern zurück ins Auto und fuhren Richtung Dales Schlucht, wo ein Campingplatz sein sollte. Der nähergelegene 2. Campingplatz war leider schon ausgebucht und nachdem wir alle Schluchten besichtigt hatten, hielt uns auch nichts mehr in der Gegend. Nach 20 km dirt road ließen wir diese endlich hinter uns (zum Glück ist unserem Auto nichts gravierendes passiert, aber ein 4 WD ist für diese Gegend echt empfehlenswert) und stießen alsbald auf ein Schild, was uns zu einem Platz führte, wo es erlaubt sei zu campen. Dieser Platz bestand aus einer öffentlichen Toiletten und steinigem Boden.
Julia und Rob im Karijini NP
Kurzerhand bauten wir unser Zelt auf und ohne die Heringe (keine Chance bei dem Boden) schliefen wir eine steinige Nacht. Der Gedanke einer kostenlosen Übernachtung fühlte sich gut an, wurde jedoch am nächsten Morgen bei einem fliegenreichen Frühstück durch den Park-Ranger zerstört, der die 7 Dollar Gebühr pro Person einsammelte. Etwas verdutzt bezahlten wir und ärgerten uns gleichzeitig nicht schon früher den Platz verlassen zu haben um somit der Gebühr zu entkommen. Oh well, thats life.
Wir packten zusammen und machten uns auf zu den Fortescue Falls. Ueber einen kurzen Gebirgsweg ging es hinunter zu einem Wasserfall, der in einem kleinem See mundete, wo man sogar schwimmen konnte. Waehrend Rob und Julia diese Moeglichkeit gleich in die Tat umsetzten, genoss ich die Aussicht auf die wirklich wunderschoene Natur. Auch die Fliegen waren nicht mehr so stoerend, wie noch am Vortag. Wenn auch versunken in der Idylle, brachen wir auch von den Wasserfaellen alsbald auf und nach einer weiteren Sehenswuerdigkeit in dem Park (Circular Pool) fuhren wir weiter Richtung Port Hedland. Ich fuer meinen Teil, war fest davon ueberzeugt in einem Hostel zu uebernachten, denn die letzten Zeltuebernachtungen waren fuer mich alles andere als Urlaub. Port Hedland sah von der Groesse her vielversprechend fuer eine Hosteluebernachtung aus und auch im Internet fanden wir einige Adressen fuer Hostels. Ja, aber Internet kann sich ja auch mal taeuschen, nicht wahr? Port Hedlands Hostels waren fuer uns jedenfalls unauffindsam oder hatten bereits vor Jahren dicht gemacht, weshalb wir dort nur unser Mittag gegessen hatten und dann auf einem Campingplatz 100 km noerdlich Halt machten. Die Besitzerin machte uns ein super Angebot und mit Pool, Camping Kueche und sogar einem Rasen als Zeltunterlage gefiel sogar mir die Entscheidung noch eine Nacht zu campen.
Weggehen in Broome am Dienstag (Bushaltestelle!)
Am naechsten Tag erreichten wir dann bei wunderschoenem Wetter unser Ziel Broome. Angepriesen vor allem wegen des schoenen Strandes und dem Kleinstadt-Flare freuten wir uns die Stadt endlich zu erleben. So checkten wir in unser Hostel, dem Kimberley Klub YHA, gleich fuer 3 Naechte ein. Das 5 Sterne Hostel hatte es wirklich in sich und gehoert auch weiterhin zu meinen Favoriten. Ein ueberdachter Pool, Beachvolleyball Platz, Bar mit Foxtel-TV und eine riesige Lounge-area und das Ganze zu einem mehr als fairem Preis. Relaxen, das hatten wir uns verdient, ging es in unseren Koepfen herum. Die naechsten Tage in Broome verbrachten abwechselnd am Strand, im Shopping-Center, im Kino (X-Men) oder in der Bar-Area, wo wir unsere 2 fuer 1 Gutscheine in der Happy-hour einloesten. Der Strand ist wirklich sehr schoen und niemals ueberfuellt, dennoch waren wir uns einig, dass Esperance auch dieser Strand nicht toppen kann. Ein witziger Zufall war auch noch, dass wir Simone wieder getroffen hatten, eine der ersten Bekanntschaften, die Julia und ich in Sydney ganz am Anfang gemacht hatten. Man tauschte sich aus und es war klasse sich nach so langer Zeit am anderen Ende des Kontinents mal wieder zu treffen.
Hot Springs in Katherine
Unser einziger Weggeh-Abend wurde schnell ueber den Haufen geworfen, als wir erfuhren, dass Donnerstag wohl der einzige Tag in Broome sei, wo alle weggehen. Leider hatten wir uns fuer den Dienstag entschieden, denn am Mittwoch wollten wir die Stadt wieder verlassen. Naja so stapften wir wacker durch die wirklich menschenleere Stadt und fanden uns nach dieser enttaeuschenden Episode schnell wieder im Hostel.
Nachdem Broome abgehackt war, wurde ueber Etappen das naechste Reiseziel auf Darwin gesteckt. Auf der Reise dorthin ist eigentlich wenig Spektakulaeres passiert, so dass ich mich hier auf einige Highlights beschraenke. Nach 2 Tagen Reisen und einem Abstecher in Kunnunurra (Valentine Springs (ohne Schwimmen, es war arsch kalt und am Abend) und abermals ein super Campingplatz) ueberquerten wir eine weitere Staatsgrenze und befanden uns nun im Northern Territory.
Ach ja, ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob es auf dieser Strecke war, aber bei einer kostenlosen Uebernachtung im Northern Territory auf einem Zeltplatz hatten wir am Abend in der Dunkelheit Schwierigkeiten das Zelt aufzubauen und machten die Scheinwerfer vom Auto an. Wir sind nicht ganz sicher, ob es daran gelegen hat, aber am naechsten Morgen wollte das Auto nicht anspringen. Naja gut, so spektakulaer war es eigentlich gar nicht, denn zum Glueck war der freie Campingplatz so riesig, dass gleich das erste aeltere Eherpaar uns Starthilfe geben konnte. Danach wurde die Reise ohne Probleme, aber vorerst auch ohne Radio fortgesetzt.
Fledermaus-Baeume im Katherine NP
Angekommen in der Kleinstadt Katherine machte ich mich auf das Schlimmste gefasst, denn der Campingplatz warnte uns schon im Vorraus, dass man nicht neben dem Fluss campen sollte, denn die Krokodile wueder wohl auch schon mal rauskommen. Obwohl ja die „Freshys“ (Frischwasser-krokodile) ungefaehrlich seien (jaja, na klar), sollte man besser vorsichtig mit den Viechern umgehen. Ja gut, wir haben uns einen Platz weit weg von dem Fluss gesucht.
Am naechsten Tag ging es dann auf zu den Heissen Quellen (Hot Springs) und dem National Park um Katherine. Man, also die Heissen Quellen waren wirklich super schoen und so warm, dass man nachher nicht mehr raus moechte. Das Alles in Natur belassenem Terrain. Traumhaft. Den Nationalpark an sich fand ich nicht so spektakulaer wie alles andere. Es war echt nett und eine schoene Abwechslung auf einem Pfad einfach durch die Natur zu spazieren und abermals ein paar Schluchten zu sehen, aber verglichen mit dem bisher schon Gesehenen vergebe ich hier nur das Praedikat: Gut! Dennoch waren hunderte von Fledermauesen zu sehen, so dass man zuerst dachte an den Baeumen hingen Fruechte. Das war wiederrum sehr cool und etwas was ich noch nicht gesehen hatte.
Freshy...ungefaehrlich..
Katherine sollte uns aber noch mit etwas anderem belohnen. Der Campingplatz-Besitzer hatte uns zu Recht vor den Krokos gewarnt, denn voellig unvorbereitet stolperten wir am Abend ueber das Reptil, was uns auch noch die Ehre erbrachte und aus dem Wasser krabbelte. Klasse so ein Viech in der Natur zu sehen, ohne Zaeune oder andere Begrenzungen.
Am naechsten Tag ging es frueh in den Pub, denn ich wollte unbedingt und zumindestens eines der NBA-Finals sehen. Dallas hat gewonnen, yeah und mit guter Siegeslaune fuhren wir weiter Richtung Darwin. Naechster Stop war der Litchfield NP. Auch hier kamen wir relativ spaet an und suchten nach einem Campingplatz. Nachdem die „freien“ (nur wenn man frueh genug abhaut und der Ranger nicht die Plakette checkt) Campingmoeglichkeiten innerhalb des Parks nicht wirklich nach unserem Geschmack waren, machten wir das einzig Richtige und fuhren wieder zurueck zum naechsten kommerziellen Campingplatz. Hier zogen wir unser „2 gehen rein und wenn sie nicht nach der anzahl der Personen gefragt werden, dann bezahlen sie auch nur fuer 2“ Nummer durch und uebernachteten so auf einem tadellosen Campingplatz.
Wangi Falls

Bei Sonnenschein und guter Laune erkundeten wir am naechsten Tag die Sehenswuerdigkeiten des Parks. Wunderschoen waren die vor Allem die Wangi Falls, die leider zum Schwimmen geschlossen waren, die Florence Falls und das Buley Rockhole. Mittag wurde wie immer vor Ort mit unserem Kocher zubereitet und genossen. Alles in allem wirklich ein schoener Tag, der am Abend mit den letzten Kilometern nach Darwin abgeschlossen wurde. Wen wir in Darwin zufaellig wieder getroffen haben, was wir unternahmen und was wir den Rest unserer Reise erlebten werde ich die naechsten Tage und im naechsten Blog niederschreiben. Sorry fuer die lange Verzoegerung...stay tuned