Samstag, 9. Juli 2011

Alice in the Springs

Ja, jetzt ist der Turbo eingelegt und der dritte Blogpost innerhalb kuerzester Zeit wird verfasst. Einen Tag vor meinem Jobinterview finde ich mich in meinem 2. zu Hause, der Bibliothek, wieder und bereite mich auf kommende Fragen vor. Nach einem halben Jahr Reisen hat man doch so Einiges an technischem Fachwissen vergessen und ich werde wohl noch ein paar Stunden mein Gedaechtnis auffrischen um nicht voellig ahnungslos in das Gespraech hinein zu stolpern. 


Gestern machte ich mich auf den Weg in die Stadt um mir ein paar vernuenftige Schuhe und einen Schlips zu kaufen. Urspruenglich dachte ich, dass dies zusammen mit einem Hemd und neuer Jeans fuer einen guten ersten Eindruck ausreichen wuerde. Naja, ich sollte eines Besseren belehrt werden. Nach bereits getaetigtem Schlipskauf wurde ich in einem Schuhgeschaeft beraten und schliesslich gefragt fuer welchen Anlass ich denn nach Schuhen suchen wuerde. Ich klaerte sie ueber mein anstehendes Vorstellungsgespraech auf und sie fragte, welche Farbe denn mein Anzug haette. „aehm, ja also..ich hab gar keinen“ antwortete ich sichtlich verdattert. „oh, ah naja, aehh... also ich wuerde schlichte schwarze schuhe empfehlen“ und sie griff prompt nach denen fuer 150 Dollarn. Klasse, also nicht die fuer 55 Dollar, die ich gegriffen hatte. Naja, nachdem sie kurz mit ihrem Kollegen geredet hatte und beide nach dem Motto „der Trottel will ohne Anzug zum Vorstellungsgespraech...hihi“ kicherten, hatte sie mich soweit und schliesslich hab ich mir jetzt einen Topanzug mit Schuhen, Hemd und Schlips fuer 100 Dollar geliehen. Am Aussehen wird es also schon mal nicht scheitern

Bierchen in Alice Springs
Zurueck zu Alice Springs und der Wueste. Etwas erschoepft von den vergangenen langen Autofahrten freuten wir uns darauf im YHA Hostel etwas Kraft zu tanken. Das Hostel war abermals tip top und wir hatten Glueck und bekamen sogar unser eigenes Zimmer. Klasse. Da wir die letzte Nacht in Aileron und somit nur 130 km noertlich von Alice Springs verbracht hatten, kamen wir frueh an und nach dem check-in im Hostel erkundeten wir die Stadt. Mir faellt gerade ein, dass die Fahrt in die Stadt wirklich erwaehnenswert ist. Die Szenerie rechts und links des Highways ist wohl am besten als huegelige, trockene, rote Sandstein- Landschaft beschrieben und man kann sich nicht vorstellen hier auf Zivilisation zu treffen. Ploetzlich und wie auf dem nichts erscheint dann ploetzlich Alice Springs und Haeuser beginnen sich zu mehren. Zack findet man sich in einer Stadt und die Wuestenlandschaft scheint ferner, als alles andere.

West MacDonell Ranges: You want trouble?
Bei unserem Rundgang durch die Kleinstadt empfinden wir die Stadt als ruhig und relaxed. Ein nettes kleines Stadtzentrum, was einem alles bietet was man zum Leben braucht. Alsbald vom Hungergefuehl gepackt fanden wir schnell den naechsten Woolworths und alles Noetige fuer Burger eingekauft. Hrmm lecker und allein der Gedanke daran macht mich hungrig..durchhalten Roland, durchhalten. Den Rest des Tages verbrachte groesstenteils jeder fuer sich. Julia ging zum Friseur, Rob erklimm einen nahegelegenen Huegel und ich genoss es einfach ein zweites Mal durch die Stadt zu marschieren. Am Abend stand koerperliche Betaetigung auf dem Programm. Nach langer Sportabstinenz wollten wir uns auspowern und was ist dafuer besser geeignet als Bowling? Fuer uns alle war das letzte Mal Bowling eine gefuehlte Ewigkeit her und wir hatten eine Menge Spass und waren sogar gar nicht mal schlecht. Abschliessend genossen wir ein Bierchen im nahegelegenen Pub und liessen den Abend ausklingen.
West MacDonell Ranges
Am naechsten Tag wurden dann die West MacDonnel Ranges erkundet. Rob hatte nicht ganz so gut geschlafen und die holprige Strasse zusammen mit der Tatsache hinten im Auto zu sitzen, liessen unwohle Gefuehle aus der Magengegend aufstossen. Um es kurz zu machen: er hielt es durch und musste nicht spucken, aber Julia und ich waren stets angespannt in den Frontsitzen.
Die West MacDonnell Ranges ist eine Gebirgslandschaft (wie soll es anders sein) westlich von Alice Springs und hatte eigentlich nichts, was wir nicht bisher schon gesehen hatten. Natuerlich alles sehr schoen und wir genossen den 2 stuendigen Marsch durch die Schluchtenlandschaft.

West MacDonnel Ranges
Es tat gut an der frischen Luft zu marschieren und vor allem der 2. Teil des Rundgangs, also der Rueckweg, fuehrte ueber sehr unwegsames Terrain. Lustig war, als wir ueber einen grossen Felsen kletterten und nicht so recht den besten Weg nach unten fanden. Von einer Aussichtsplattform, gute 50 Meter ueber uns und auf der anderen Seite der Schlucht, wurde uns geholfen. Mit wilden Armgestiken und „left“ bzw. „right“ Rufen dirigierten uns 4 – 5 Leute auf unserem Weg nach unten. Immer wenn wir zuweit oder in die falsche Richtung liefen, genuegte ein Blick nach oben und unsere Helfer wirbelten ihre Arme synchron in die andere Richtung. Naja, muss man erlebt haben...aber es war lustig.
So fanden wir unseren Weg hinein und auch wieder hinaus aus dem Nationalpark. Den Rest des Tages (es war ungefaehr 15:00) wurde entspannt und jeder machte das wonach er sich fuehlte. Abends schauten wir noch einen Film zusammen mit einem anderem Backpacker, der 4 TB an Filmen mit sich rumtrug. Fuer alle die nicht wissen wie viel 4 TB sind. Je nach Qualitaet koennen das schon mal so um die 2000 – 3000 Filme sein. Mann mann mann.

Koenige auf dem Kings Canyon
Am naechsten Tag verliessen wir Alice Springs und fuhren weiter Richtung Sueden zum Kings Canyon. Gute 500 km entfernt (wenn man die befestigten Strassen fahren muss) und mit Benzinpreisen um die 2 Dollar pro Liter kamen wir am Abend bei dem Naturkoloss an und entschieden uns bevor es dunkel wird, noch schnell einen kurzen Spaziergang im Tal des Canyons zu taetigen. Ganz ehrlich, war ich von dem Tal zu dem Zeitpunkt nicht wirklich begeistert, denn es sah nicht viel anders aus, als die gestrigen besichtigten West MacDonell Ranges. So gingen wir durch die Baum und Steinlandschaften im Tal, lasen ein paar Geschichten der Aborigines ueber diesen Ort und suchten schliesslich den Campingplatz auf. Am naechsten Tag wollten wir dann den 8 km Wanderweg auf dem Canyon mit Blick auf das Tal beschreiten.

Laessig und Easy (haett mir fast in die Hosen gemacht)

Der Campingplatz war mit 19 Dollarn pro person fuer einen Zeltplatz ohne Strom suendhaft teuer und wir zogen unseren 2 Personen Trick nochmals durch. Ein paar brenzliche Situationen gab es diesmal, denn wir erhielten einen Sticker, den wir am Zelt oder an der Windschutzscheibe befestigten sollten. Hierdrauf stand eindeutig, dass 2 Personen bezahlt hatten. Aber auch hier liess uns unser Glueck nicht im Stich und als der Ranger, den Sticker kontrollierte war ich gerade am duschen und er wurde mit 2 Personen bestaetigt. Abends gingen wir in den Campingplatz eigenen Pub, wo ein alter Mann, samt Frau mit live Musik fuer aufheiternde Stimmung sorgen wollten. Das klappte auch ganz gut bei dem Publikum in ihrem Alter, aber uns konnten sie selbst mit kostenlosen lollys nicht koedern. So blieben wir ein wenig und gingen dann frueh ins Bett. 

Business as usual am Kings Canyon

Die Wanderung auf den Kings Canyon am naechsten Morgen war fuer mich wirklich ueberraschend, denn was so unspektakulaer von unten aussah war absolut beeindruckend von oben. Wenig Ahnung hatte ich von den Ausmassen des Canyons und nach 4 Stunden Wandern war ich ueberzeugt, dass der Kings Canyon definitiv einen Besuch wert ist. Also merke: Immer Sachen von allen Seiten angucken, bevor man ein Urteil faellt. Nach dem Mittag ging es schnell wieder ins Auto, denn wir wollten noch am selben Tag den Uluru erreichen.
Unvorstellbar gross!
Gesagt, getan und am Abend, just zum Sonnenuntergang, sahen wir schliesslich den einen Steinfelsen, fuer den Australien so bekannt ist. Hierfuer moechte einen neuen Blogpost verfassen, denn dieser Fels ist eben nicht nur ein Stein, sondern besitzt etwas Besonderes. Also stay tuned....







1 Kommentar:

  1. Roli! Hats dir jetzt alle deine Kommentare gelöscht, nach der kleinen Gedächtniskorrektur? Sitze gerade auf ner Raststation - schön sonnig ist es und ein paar Enten um mich rum veranstalten moatz Terror... hab grad gesehen, dass es in Adelaide grad mal 13°C haben soll? Ha, jetzt freu ich mich, deinen neuen Eintrag zu lesen - habe dieses Mal gar keine E-Mail bekommen! Vielleicht ist dein Auge bis morgen ja auch schon wieder viel besser, fällt mir gerade ein... Ansonsten wirken Brillenträger ja auch immer total klug, nech :)

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