Samstag, 16. Juli 2011

Ayers Rocking!

The one and only
Das erste Wochenende im harten Arbeitsalltag neigt sich dem Ende zu und es ist Zeit fuer das erste Resume des neuen Jobs. Momentan arbeite ich als iPhone-App Programmierer und das derzeitige Projekt ist ein Restaurant-Fuehrer-App. Viele Funktionen soll es beinhalten, natuerlich schick aussehen und mit einer Menge Animationen bespickt werden. Mir macht es unglaublich viel Spass, obwohl es wirklich „nur“ programmieren beinhaltet. Ich lerne jeden Tag etwas Neues und vor allem das sofortige positive Feedback des Jobs („wow, das sieht wirklich klasse aus...hab ich das wirklich gerade gemacht?“) gefaellt mir sehr. Das Team ist auch super nett und es kommt nicht selten vor, dass bis zu 3 Personen an meinem Schreibtisch stehen um mir bereitwillig weiter zu helfen. Am letzten Freitag stand dann der woechentliche Pubbesuch nach der Arbeit bevor und es war eine sehr entspannte Stimmung. Alle gaben Runden aus und am Ende des Abends hatte ich keinen Penny ausgegeben, aber 5 Bier und einen Tequila intus. Mein Chef ist sehr locker drauf und ich hoffe wirklich, dass ich nach den 2 Wochen Probearbeit weiter fuer die Firma arbeiten kann. Erste Kontakte innerhalb der Firma sind geknuepft und ich bin optimistisch, aber mal abwarten.
Versuchtes "jumping"-pic
 Heute Morgen gab es dann neben all den positiven Neuigkeiten einen kleinen Downer. Mein rechtes Auge ist relativ angeschwollen und nach dem mir alle anderen Backpacker ihre Weisheiten („leg da Gold drauf, das zieht die Schwellung raus“....“eine Augendusche mit heissem Wasser, das hilft“) erzaehlten bin ich schnurstracks zur Apotheke. Dort verschrieb man mir ein paar Augentropfen und wenn alles gutgeht soll das Ganze in 5 Tagen wieder weg sein. Das einzig Negative ist, dass ich meine Kontaktlinsen nicht tragen darf und ich somit auf meine Brille angewiesen bin. Nun haette ich damit eigentlich kein Problem, nur leider prangt seit Anfang der Reise ein riesiger Riss das linke Glas meiner Brille. Ein kleines Stueckchen ist sogar schon rausgebrochen, aber naja ich verkaufe es einfach als neuen Style innerhalb der Firma.
Sonnenaufgang am Uluru
 So nun aber zurueck zum eigentlichen Geschehen, dem Besuch des Uluru. Nach dem Verlassen des Kings Canyons und knapp 3 Stunden Fahrt sahen wir den ersten grossen Berg und dachten uns: „wohoo das ist der Uluru“. Schnell wurde Rechts angehalten und einzig Rob war stutzig, denn auf den Bildern sah er doch so anders aus. Um es kurz zu machen, war meine erste Uluru-Erfahrung in wirklich der Mt. Connor, der hundert Kilometer entfernt vom Uluru steht. Naja gut, umso besser, dachte ich mir, denn so wirklich beeindruckend war der Mt. Connor von der Entfernung nicht. Eine gute Stunde spaeter erreichten wir dann den eigentlichen Uluru und da es kurz vor Sonnenuntergang war entschieden wir uns direkt hin zu fahren, anstatt erst auf dem Campingplatz einzuchecken. 25 Dollar Eintritt liessen wir uns den Spass pro Person kosten und mit Karten ausgestattet bahnten wir unseren Weg zur Sunset/Sunrise Aussichtsplattform. Es gab 2 Aussichtsplattformen und aus irgendeinem Grund (ich glaube, ich hatte das sogar vorgeschlagen) sind wir einmal um den Uluru zur Sunrise/Sunset Plattform gefahren, anstatt zur ausdruecklich fuer den Sunset ausgeschilderten. Naja es war ein Reinfall denn von dort sah man zwar im Hintergrund die Sonne, aber der Ulura war dementsprechend Schwarz.
Kletter-Aktion (es war wirklich steil!)
Kurz entschlossen und mit nur ein paar Minuten uebrig, bis die Sonne entgueltig verschwinden wuerde, fuhren wir so schnell wie wir konnten zurueck und erhaschten einige letzte Momente des Naturmonuments im Sonnenuntergang. Ich kann es schwer beschreiben, aber es war wirklich beeindruckend. Obwohl es im wahrsten Sinne des Wortes „nur ein Stein“ ist, hat er etwas magisches und wir genossen die verschiedenen Rottoene, in der der Uluru sich in der Abendsonne zeigte. Das Ganze Spektakel erlebten wir fuer uns alleine, denn wir parkten unser Auto einfach neben der Strasse anstatt den ganzen Weg zum Aussichtspunkt zurueckzufahren. Ziemlich kaputt, aber zufrieden, checkten wir in den einzigen Campingplatz im Yulara-Resort ein und schliefen eine teure und vor Allem kurze Nacht, denn wir wollten natuerlich den Sonnenaufgang am Uluru nicht verpassen. Mit schlotternden Knien (es war wirklich schweine kalt) und ohne Fruehstueck ging es somit in der Fruehe zu der schon bekannten Sunrise-Viewing Platform. Mit guten 100 anderen Backpacker-Touris warten wir eine gute Weile auf die Sonne und wurden nicht uebermaessig vom Hocker gehauen, als diese sich endlich zeigte. Weder hatte sich die Farbe des Ulurus wahnsinnig geaendert, noch war es besonders schoen in der Kaelte. Alles in allem muss ich sagen, ist der Sonnenuntergang tausend mal schoener, als der Sonnenaufgang, aber hey: wir haben es beides erlebt und das zaehlt ;-)
Auf dem Uluru
Nach einem wohlverdienten Fruehstueck auf einem nahegelegenden Picnic-Platz entschieden wir uns fuer eine kleine Wanderung um den Uluru. So fuhren wir zum nicht weit entfernten Startpunkt und auf dem Weg dorthin kamen wir zum ersten Mal richtig nahe an den Felsen heran. Absolut beeindruckend. Tiefe Einkerbungen und Hoehlen formen und pragen diesen massiven Steinfelsen. Just bei unserem Startpunkt fuer die Wanderung sahen wir dann Hunderte von Menschen die den Uluru bekletterten. Zwar wusste ich, dass dies moeglich sei, aber erstmal wird es von den Aborigines nicht gern gesehen, da der Uluru fuer sie heilig ist und die Regierung verbietet es zwar nicht, aber auf Grund der sich hauefenden Unfaelle, preist sie es auch nicht an. So hatte ich damit gerechnet, dass nur ein paar wenige Rebellen den Berg erklimmen und nicht so ziemlich jeder Touri, der dort war. Kurz entschlossen liessen wir das Vorhaben einer Wanderung hinter uns und begannen den Kolloss zu besteigen. Was so einfach von unten aussah, war nach einer Weile wirklich anstrengend und der steile Aufstieg brachte jeden zum Schnaufen. Einzig einige Ketten waren in den Stein gehauen zum festhalten und ich glaube ohne diese haette ich es auch nicht gemacht. Schritt fuer Schritt kamen wir dem Gipfel naeher und schliesslich standen wir auf dem hoehsten Punkt. Ein wahnsinniges Erlebnis und mit einer atemberaubenden Aussicht feierten wir unser Glueck. Klasse und ich muss sagen, mit Sicherheit eines der Highlights unseres Trips.
Auf dem Gipfel des Uluru
Nach einem ebenso schwierigem Abstieg machten wir eine letzte Autotour um den Uluru und fuhren dann zum zweiten Spektakel im Nationalpark, dem Kata Tjuta. Von weitem sieht dieses so aus, wie ein paar riesige Steinhuegel, die jemand nebeneinander gesetzt hat. Leider waren wir alle ziemlich erschoepft und auch ein Mittagessen brachte nicht den erhofften Energieschub, so dass wir nur eine kleine Wanderung machten. Wir befanden Kata Tjuta auch auf jeden Fall sehenswert, aber das Uluru Erlebnis konnten die Huegel nicht toppen. So verliessen wir den Nationalpark und brachten noch weitere 150 km auf den Zaehler bevor wir auf einem Campingplatz Halt machten. Ich hatte diesen zuerst versehentlich in dem vorherigem Post erwaehnt und wurde dann von Julia darauf hingewiesen, dass dies natuerlich voellig falsch war. Es ist jetzt berichtigt und dies ist nun der Campingplatz mit unzaehligen Maeusen und den Besitzern, die niemals auftauchten um die Gebuehr zu fordern.
Shadow-Action Heroes
Am naechsten Tag fanden wir uns in Coober Pedy, einer kleinen Stadt im Outback, die vor Allem fuer die vielen Opal-Minen bekannt ist. Fuer uns war es nur aus einem Grund sehenswert, denn ein Campingplatz und viele Hostels bieten Underground-Camping an. In einer ehemaligen Mine bauten wir am Abend unser Zelt auf und es war ein cooles Erlebnis. Neben unglaublichem Hall, war es angenehm warm (es bleibt immer so um die 15 Grad) und wenn auch auf hartem Untergrund schliefen wir gut.
Nach einem weiteren Nacht in Port Germein erreichten wir schliesslich am uebernaechsten Tag Adelaide, wo wir planten unser Auto zu verkaufen und schliesslich dann getrennte Wege zu gehen. Dieses urspruenglich als einfach geplante Prozedere stellte sich als ziemliches Problem heraus, denn in Adelaide schien zu dem Zeitpunkt wirklich niemand nach Autos zu suchen. Flyer wurden in jedem Hostel aufgehaengt und bei gumtree taeglich unser ad wieder aktualisiert. Dennoch hatte sich selbst nach 2 Tagen niemand gemeldet und wir entschieden uns mit dem Preis herunter zu gehen. So landete der urpsruengliche Preis von $2900 auf $2200 und wir befanden diesen fuer mehr als fair. Dennoch nichts! Andere Leute teilten dasselbe Schicksal und in Hostels sahen wir Aushaenge fuer sehr viel bessere Autos fuer sehr viel weniger Geld (2000 Ford Falcon mit allem drum und dran fuer $2000).
Unglaubliche Weiten!
Der Besuch von Second-Hand Autohaendlern, von denen es unendlich viele gibt in Adelaide, brachte ebenfalls kein Glueck, denn diese haetten uns nicht mehr als 500 – 1000 Dollar fuer das Auto gegeben. Tja und dann geschah es eines Abends und mein Handy klingelte. Nach 5 Tagen ohne Glueck, wollte sich schliesslich eine Asiatin unser Auto angucken. Dazu hatten wir noch ein anderes Angebot von jemanden, der Interesse bekundete, falls kein anderer das Auto haben wollte, aber das war jetzt egal, denn die Asiatin wollte es sehen. Am naechsten Tag kam sie vorbei und mit ihrer Freundin (alle von uns dachten, sie waere ein Er, aber gut das tut nichts zur Sache) begutachtete sie unser Baby. Alles checkte sie und auch eine Probefahrt, wo Rob (der mit ihr im Auto sass) fast gestorben waere vor Angst, wurde bewaeltigt.

Kata Tjuta

Nach der Probefahrt beriet sie sich noch einmal mit ihrer Freundin und schliesslich teilte sie uns mit, dass sie es fuer $2000 kaufen wuerde. WOW, in letzter Sekunde. Wir hielten unsere Erleichterung geschickt zurueck, obwohl wir in die Luft haetten springen koennen. Noch am selben Tag wurde der ganze Papierkram erledigt und selbst das Problem eines westaustrlischen Wohnorts konnte mit Hilfe einer Banknotiz (die beiden hatten ihre Bankkonten in WA aufgesetzt) ueberwaeltigt werden. Es haette nicht besser laufen koennen und wir wurden von unserem Glueck ein weiteres Mal ueberwaeltigt.
So schoen das Gefuehl des Autoverkaufs auch war, so traurig war nun der Gedanke eines baldigen Abschieds meiner Mitreisenden. Waehrend ich mich kurzerhand entschied in Adelaide zu bleiben um nach einem Job zu suchen, wollten Julia und Rob Richtung Ostkueste aufbrechen um dort zu reisen/arbeiten.
Das Ziel des kurzen Marschs in Kata Tjuta
Es waren gemischte Gefuehle, die die letzten Tage praegten. Auf der einen Seite ein gutes Gefuehl von Freiheit, auf der anderen Seite der traurige Gedanke des Endes einer Aera. Mit Sushi und leckerem Eis wurde der letzte Tag in Adelaide kulinarisch gefeiert und Rob verliess das Trio als erstes Richtung Sydney. Da Schulferien waren und Tiger Airways (eine der billigsten Fluglinien innerhalb australiens) zur Zeit nicht fliegen darf, kostete der Flug nach Sydney 180 Dollar. Julia und mir blieb noch ein weiterer entspannter Tag in Adelaide bevor auch sie am naechsten Tag nach Sydney flog. Schwubbs, so schnell ging es und dann war ich allein in Adelaide. Ganz ehrlich, direkt nach dem Abschied, ein gar nicht so gutes Gefuehl und auch die naechsten Tage wurde einem erst richtig klar, dass man nicht mehr im Trio unterwegs ist. Dieser Zeitpunkt ist nunmehr 2 Wochen her und mittlerweile nicht vergessen, aber durch andere Sachen ersetzt, die mich ablenken (Arbeit). Ich denke zur Zeit, dass zwar unser Roadtrip vor 2 Wochen zu einem Ende gekommen ist, aber das heisst noch lange nicht, dass man sich nicht bald irgendwo wiedersehen kann. Denn das ist ja das Schoene an der Freiheit, naemlich selbst Herr der Lage zu sein und genau das zu tun, was einem gefaellt. Hach, ein paar schoene Schlussworte habe ich da gefunden...in dem Sinne, stay tuned...

1 Kommentar:

  1. Hallo mein Einäugiger!
    Eine "Aera" - das gefällt mir. Kann man zu Recht so nennen! ...und nett, dass du in deinem Blog erwähnt hast, dass auch ihr beiden auf den Uluru geschnauft seid :). Noch 2h bis Hervey Bay

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