Freitag, 16. September 2011

The Adelaitor


Rueckseite unseres Hauses
Eine Menge Dinge gehen mir momentan durch den Kopf. Eine von jenen ist die Tatsache mich bei unglaublich vielen Leuten schon Ewigkeiten nicht mehr gemeldet zu haben. Zwar ändere ich an diesem Sachverhalt mit einem Blogeintrag nichts, aber wenn man ein paar Augen zudrückt kann man dies vielleicht auch wie eine Rundmail auffassen. Also nicht böse sein, ich habe momentan leider immer noch keinen Computer (auch eine der Sachen in meinem Kopf) und komme somit nicht allzu oft zu facebook und anderen Konsorten. Aber der Reihe nach…
Mittlerweile wohne ich jetzt also schon etwas mehr als einen Monat mit Zoe und Christian zusammen. Von Christian bekomme ich leider nicht viel mit, denn dieser verbringt 6 Tage die Woche bei seiner Freundin und wenn es hochkommt sehe ich ihn also 1 -2 mal am Abend pro Woche. Als begeisterter Fahrradfahrer und Salsa-Tänzer ist er ein super netter Typ und ich komme mit ihm sehr gut aus, also jedenfalls die Male wo wir uns treffen;-)
Insgesamt gefällt mir die Wohnsituation also recht gut. An den Weg in die Arbeit habe ich mich auch sehr schnell gewöhnt und wenn man mal ehrlich ist, sind 15 Min Fußmarsch und eine 5 Min.-Tramfahrt wirklich machbar ;-) Was mich zum naechsten Thema bringt. Arbeit!
Auch hier gibt es nichts Negatives zu berichten. Einzig war es in den letzten Wochen sehr stressig, denn der Good Food Guide 2012 wollte und wollte nicht fertig werden. Wie es (anscheinend) so üblich ist, wollte der Kunde in der Endphase noch einmal alles umwerfen und ein komplett neues Design umgesetzt haben. Das Ganze am besten natürlich ohne Fehler und eigentlich auch schon gestern.
Kueche
Witzig finde ich, wie hier immer alle alles ohne Probleme am Telefon zusagen. „Yeah, we can do that…..no trouble, at all……..no worries….see ya..“ und kaum wurde aufgelegt wird sich dann zu mir umgedreht und gesagt: “you won’t believe what we have got to do now…..that’s going to take for ever …..we have to ask for more money..”. Naja wie dem auch sei, es waren einige Überstunden und sehr lange Tage nötig und jetzt ist es endlich mit dem Projekt zu Ende (bis auf einige Ergänzungen). Lustig war auch noch als vor einigen Tagen unser Chef zu uns an den Tisch gelaufen kam und völlig aufgeregt uns fragte wie man eine App wieder vom App-Store entfernen kann. Wir wussten natürlich erstmal nicht worum es geht und wurden alsbald aufgeklärt. Der Good Food Guide 2012 ist eine App zu dem entsprechenden Buch, in dem jedem Jahr Restaurants ausgezeichnet werden. Welche Restaurants dieses Jahr mit Awards ausgezeichnet wurden, ist noch nirgends veröffentlicht, denn schliesslich ist das Buch noch nicht erschienen.
Wohnzimmer
Wir mussten aber natürlich die Awards schon mit in die App packen. Naja nun kam es, dass die App ungefähr 2 Wochen vor dem Release des Buches im App-Store veröffentlicht wurde und mein Chef nun vor dem Problem stand, dass bald einige Leute von diesen Awards wissen würden und das vor der Veröffentlichung des Buches. Ein Skandal! Das Ende vom Lied war dann, dass die App ganze 45 Minuten zum herunterladen bereitstand und wir hoffen, dass es in dieser Zeitspanne keiner geschafft hat danach zu suchen. Zumindestens ist noch kein Medienskandal publik geworden, also Daumen drücken…
Ansonsten sind wir mit der Firma vor 2 ½ Wochen in ein anderes Büro umgezogen und das war ein reines Chaos. Ohne Schema wurden Kartons mit Handys, Kabeln und allem Möglichen vollgepackt und nach dem Motto „we will figure it out when we get there“ und der „no worries“ attitüde half jeder mit. Als alles zusammengepackt war, wurde dann eine riesige Kühlbox mit Eis und Bier/Wein gefüllt und mit bestellter Pizza der Abend eingeläutet. Es war ein wirklich witziger Abend und ich hoffe auf eine baldige Wiederholung im neuen Büro, denn (was für ein Wunder) auch nach nunmehr 2 Wochen stehen immernoch Kartons herum und gestern wurde bekannt gegeben, dass Ende nächster Woche wohl alles erledigt sein soll.  Wir werden sehen.
Esszimmer
Um das Thema Arbeit der letzten Wochen abzuschließen, steht es mir wohl frei so lange dort zu arbeiten, wie ich möchte. An dem Umzugstag hat mein Chef so im Nebensatz verlauten lassen, dass es ganz an mir hängt, wie lange ich noch bei mNet arbeiten möchte. Für mich infofern klasse, als dass ich also bis auf die 1 Monatige Kündigungsfrist völlig unabhängig bin und mir erstmal der Arbeitsplatz sicher ist. Mittlerweile sieht die Planung wohl so aus, dass ich mit Sicherheit noch 1 – 2 Monate hier bleiben werde und dann mal gucken wie mir der Sinn steht. Evtl geht es um Weihnachten weiter Richtung Fidschis oder halt schon etwas früher..auch das werden wir sehen.
Mein Zimmer
Ansonsten sind die letzten Wochen eher ruhig verlaufen. Am Wochenende haben Julia und ich viel unternommen und haben jetzt schon diverse umliegende Stadtbezirke erkundet. So wurde Adelaide von oben vom Windy Point besichtigt, wo wir feststellten, dass Adelaides öffentliche Verkehrsmittel  nicht sooo regelmäßig fahren und man auch schon mal gut 1 Stunde auf Busse warten darf. Klasse vor allem wenn kein Plan aushaengt und man eine sehr hilfsbereite Hotline anrufen muss… An einem anderen Wochenende sind wir nach Hahndorf gefahren, einem deutschen (hätte keiner geraten bei dem namen) Vorort. Adelaide wurde nämlich von deutschen Kolonien besiedelt und besitzt somit deutsche Wurzeln. Auf jeden Fall einen Besuch wert und obwohl uns der Besuch nicht ins „Hofbrahaus“ (original mit Schreibfehler) geführt hat, so wurden wir doch bei dem Anblick deutscher Leckereien ein wenig wehmütig. Typisch deutsch wurde auch gegessen. Hamburger mit Pommes! ;-)
Mein Zimmer (andere Perspektive)
Abermals ein anderes Wochenende ging es nach Harbour Town, dem Shopping Paradies für Outlet Shopper. Für dumping Preise hauen die Läden ihre ansonsten nicht bezahlbaren Sachen heraus und zusammen mit einem Besuch des Glenelg Beaches (lang lang ist es her, aber hier haben wir bei unserem ersten besuch in Adelaide den ersten Delphin gesehen) war es ein sehr schöner Tag und es ging mit gefuellten Taschen wieder nach Hause.
Julia hat jetzt nach 5 Wochen intensiven Bewerbens endlich einen Job gefunden. Kurz vor dem Nach-Hause Fliegen und nach unzähligen Absagen und Fast-Zusagen ist es am Ende doch so einfach gewesen und die Lösung so nahe. Direkt neben ihrem Hostel ist ein Reisebüro mit Namen Peter Pans. Die haben auch manchmal im Schaufenster Jobanzeigen hängen und nachdem sie lange nichts mehr von ihren Bewerbungen gehört hatte, beschloss Julia doch einfach mal im Peter Pans zu fragen, ob sie nicht noch mehr Jobs hätten als die draussen aufgehängten. Es begab sich so, dass Peter Pans gerade zu dem Zeitpunkt nach einer neuen Reisebüro-Angestellten suchte und um es kurz zu machen bekommt sie jetzt alle Touren von Peter Pans umsonst und hat auch noch einen Job, der ihr Spaß macht oben drauf.
Aussicht vom Windy Point

Die einzige Party in den letzten Wochen war die „Heads or Tails“-Party, die für mich besonders prägend war. Wie der Name schon sagt war es eine Motto Party, bei der man entweder etwas auf dem Kopf oder am hintern tragen musste. Klasse, sowas liebe ich ja. Naja anfänglich hatte ich also einen kleinen Hut auf und war ganz zufrieden damit. Dann haben Zoe und eine Freundin sich Perrücken aufgesetzt und nur so zum Spaß dachte ich: ach komm probierste auch mal eine auf. Gesagt getan und zu dem Zeitpunkt fand ich die Idee noch super klasse mit meiner blonden, gelockten 30cm Mähne zu der Party zu gehen. Getarnt mit neuer Brille, Schal und französischem Hut sah ich aus wie ein schwuler, französischer Maler..wie gesagt, ich fand es lustig. Kaum bei der Party angekommen, war ich plötzlich nicht mehr so sicher. Sämtliche Rugby-Typen, die entweder gar nichts auf ihrem Kopf hatten oder ein Cap (super Jungs, echt guter Einsatz) haben mich angeguckt, als wäre ich von einem anderen Planeten und das Schlimmste war, dass einige dachten es seien meine richtigen Haare. So konnte ich mich vor Kommentaren wie „Hey, der typ da hinten sieht doch ganz knackig aus, tanz doch mal mit dem“ nicht retten und am Ende war ich das Ding wirklich leid. Ich hab es durchgezogen, aber in Australien wird es wohl das letzte Mal gewesen sein, denke ich.
Victoria Sq. Brunnen
So gehen die Tage dahin. Am letzten Donnerstag war ich dann zum ersten Mal beim Basketball-Training und habe feststellen müssen wie sehr ich doch an Kondition abgebaut habe. Ich war nicht wirklich schlecht, aber lange nicht da wo ich einmal war (ja ich weiss, dass war auch nicht viel besser). Das Training war auch wieder ein ganz anderes im Vergleich zu dem was ich aus Deutschland gewohnt bin, aber das werde ich dann demnächst näher beschreiben.  Auf jeden Fall tat es gut mal wieder ein wenig zu zocken und neben dem Fitnessstudio, dem ich beigetreten bin (inklusive Pool, ziemlich cool) freue ich mich darauf endlich wieder in Form zu kommen.
Neben den beschriebenen Dingen habe ich mich die letzten Tage mit dem Steuerantrag beschäftigt und habe mich dann dazu durchgerungen es doch mit einer Firma zu machen. So ist jetzt taxback.com damit beschäftigt worden, dass meiste Geld vom Staat wieder zurückzubekommen. Jungs, ich verlass mich auf euch.
So, zum Abschluss noch das Wetter.. Es ist heiter und sonnig bei 27 Grad..Liebe Grüsse an alle die das hier lesen….

P.S.: Fotos werde ich demnächst hinzufügen. Bei Julias netbook ist leider der Kartenleser kaputt gegangen und insofern ist es gerade ein wenig schwierig...