Freitag, 18. November 2011

Kangaroo Island


Erster Strand auf Kangaroo Island

So und da bin ich wieder. Das uebliche “die Zeit rast” und wie lange es schon her ist seit dem letzten Blog spare ich mir an dieser Stelle und springe direkt rein in die Geschehnisse der letzten Wochen.
Das wohl Spektakulaerste, war unser Besuch von Kangaroo Island. Die drittgroesste Insel Australiens liegt in unmittelbarer Naehe zu Adelaide und gehoert zu einem der Dinge, die man gesehen haben muss, wenn man Adelaide bereist.
Ueber das Peter Pans Reisebuero bekamen wir die 2 taegige Tour zu einem Spottpreis (Julia bekam es als Angestellte umsonst und ich bezahlte mit der Haelfte einen Preis von 200 Dollarn) und wurden schliesslich frueh morgens vor dem Reisebuero abgeholt.
Vivonne Bay
Unser Tourguide Gus (“Gus is driving the bus....easy to remember!”) gab uns eine kleine Einfuehrung, machte uns darauf aufmerksam, dass die Tour dieses Mal in etwas anderer, aber aus seiner Sichtweise besserer, Reihenfolge ablaufen wuerde und steuerte dann unaufhaltsam den Tourbus Richtung Faehre. 
Die Gruppe war mit 15 Leuten angenehm klein und zu unserer Freude waren unsere Mittouris alle sehr nett und man verstand sich gut. Mit 6 Nationen war die Gruppe (Irland, Italien, Kanada, Australien, Deutschland und Schweden) buntgemischt und es dauerte nicht lange bis zum ersten Kennenlernspiel. Fuer die die es nicht wissen, ich hasse Kennenlernspiele. Aber man kam nicht drum herum und so musste auf der Hinfahrt jeder im Bus seinen Namen und anderen Persoehnlichkeiten preisgeben und erzaehlen, was er in Australien macht und wo er noch hinmoechte.Zugegeben, dieses Kennenlernen war nicht so schlimm und es war sogar ganz interessant von jedem zu hoeren, was er macht.


Vivonne Bay
Auf der Faehre angekommen (die dritt-teuerste der Welt, wirklich schweineteuer, weshalb der Preis von urspruenglich 400 Dollarn fuer die Tour angemessen erschien) wurden Julia und ich prompt von einem aelteren Herr mit Geschichten bombardiert. Dieser gehoerte nicht zur Tourgruppe und war wohl sein ganzes Leben schon auf Reisen. Traurig und beeindruckend zu gleich, denn obwohl so viele Erlebnisse, hat er wohl niemanden dem er diese mitteilen kann und wir waren ein gefundes Fressen. Nun freue ich mich generell, wenn mir jemand seine Erlebnisse mitteilt, aber es ging ihm wirklich nur darum irgendjemand von seinen ganzen tollen Sachen voellig ohne zusammenhang zu erzaehlen und das war dann doch auf die Dauer etwas nervig. Naja dieser zog zum Glueck bald von Dannen und wir genossen den Rest der Ueberfahrt. Das Wetter spielte mit und auf der Insel angekommen (die von Weitem sehr wenig spektakulaer aussieht) machten wir uns auf dem Weg zum ersten Strand. 
Seeloewen
Alkohol und Snacks wurden beim einzig groessen Shop auf der Insel aufgestockt und nach weiteren 15 Minuten im Bus fanden wir das, was man von einer Insel erwartet. Einen super schoenen Strand!
Hier verweilten wir nur kurz (aber genossen es deswegen nicht weniger), denn alle hatten Hunger und das Wetter fing an sich zu beziehen. Deshalb wurden kurzerhand die Planung umgeworfen und um das Wetter noch zu nutzen hatten wir Mittag an einem weiteren Strand. Vivonne Bay ist nach einer Studie der Universitaet Sydney der schoenste Strand Australiens und wir sollten unser eigenes Urteil faellen. Nun, vielleicht war es der bewoelkte Himmel oder einfach unser Hungergefuehl, aber wir befanden den Strand alles andere als herausragend. Mit Sicherheit ein sehr schoener Strand, aber der erste Strand den wir besucht hatten war aus unserer Sicht tausendmal schoener. Wie dem auch sei. Zum Mittagessen gab es Gegrilltes vom BBQ und man tauschte sich aus. Ziemlich coole Story hatte ein deutsch-australisches Paerchen zu erzaehlen, die sich vor 10 Jahren ueber ICQ zufaellig im Chat kennengelernt hatten und sich nun das erste Mal in Australien getroffen hatten.
Das ist ein Leben;-)
Er kam aus Townsville/Queensland und sie aus Duesseldorf. Er kommt sie wohl im naechsten Jahr in Deutschland besuchen und sie werden von da gucken wie es weitergeht. Ich wuensche ihnen Glueck, denn sie schienen sehr gluecklich zusammen.
Nach der Staerkung ging es weiter zum Sealion-Bay. Wie der Name schon verraet, konnte man hier Seeloewen in freier spektakulaerer Szenerie beobachten und das war wirklich klasse. Die fetten Viecher sind gar nicht so faul wie man immer denkt, denn die die wir gesehen haben, haben einen 3 Tages-Rhytmus. Das heisst, dass sie 3 Tage am Stueck fischen und im Meer nach Nahrung suchen und danach 3 Tage lang sich ausruhen und am Strand relaxen. Auf jeden Fall richtig coole Tiere und irgendwie doch etwas anderes diese abseits von Zoo-Aquarien zu sehen.
Stolz und nochmals Stolz!
Nachdem auch dieser Besuch abgehackt war, ging es weiter in die Little Sahara zum Sandboarding! Etwas was ich noch nie gemacht hatte vorher und wo ich wieder erstaunt war ueber die Natur. Waehrend man die ganze Zeit in Dschungel-artigem Buschland umherfuhr, tauchten ploetzlich riesige Sandduehnen aus dem Nichts auf, die nun benutzt werden sollten. Unser Tourguide machte es vor und schon bald cruisten wir alle die Berge hinunter. Ich Schisser habe mich nicht getraut (gut ich schiebe es auf meinem Knoechel, der leider immer noch nicht 100 % wieder fit ist) auf dem Snowboard-artigem Brett im Stehen hinunter zu fahren und hab die Oma Variante auf dem breiterem Brett im Liegen ausprobiert. Spass gemacht hat es mir trotzdem, obwohl ich sagen muss, dass ich es nicht nochmal machen muesste. Es war eine coole Erfahrung, aber Snowboard fahren im Winter macht mir deutlich mehr Spass.
Der Tourbus
Nach all der Aktion waren wir dann doch alle ziemlich kaputt und wir fuhren Richtung Westen zum Hostel, wo wir die Nacht verbringen sollten. Es war ganz lustig, denn egal wie aufregend die Stops auch waren, im Bus haben immer alle geschlafen, denn schliesslich waren wir alle seit 5 Uhr morgens wach!
Das Hostel war tadellos und nachdem der Sand abgeduscht wurde, gab es zum Abendessen Pasta mit abgewandelter Bolognese Sauce. Diese wurde auch auf dem BBQ vorbereitet und die Italienerinnen haben bei dem Anblick ganz schoen ihr Gesicht verzogen ;-) In gemuetlicher Runde wurden Bierchen getrunken und als es dunkel wurde hiess nochmal auf zur letzten Busfahrt des Abends. Wir fuhren zurueck zur Kueste wo Abends kleine Pinguine an Land watscheln um sich in Sicherheit zu bringen. Tagsueber verbringen sie im Wasser und da sie keine natuerlichen Waffen (Zaehne, Krallen, etc.) haben muessen sich die Pinguine bei Nacht an Land verstecken. Hier durften keine Fotos gemacht werden, denn der Blitz oder sogar nur ein helles Licht kann wohl diese speziellen Pinguine umbringen, wenn sie direkt ins Licht gucken. Gus hatte eine kleine Taschenlampe mit (eigentlich sind nur Rotlicht-Lampen erlaubt, aber er hatte keine gefunden......war seine erste Tour seit 2 Jahren, aber er ist auf K.I. Aufgewachsen) mit der er immer kurz vor die Pinguine gelaeuchtet hatte. Wirklich cool sind die Pinguine, das muss man ihnen lassen und immer extrem lustig, wenn sie versuchen von Stein zu Stein zu huepfen.
Admirals Arch
So ging Tag 1 auf K.I. zu Ende und der Grossteil der Gruppe nahm nicht mehr am anschliessenden Lagerfeuer teil, denn alle waren hundemuede und am naechsten Tag hiess es um 7 Uhr aufstehen.
Der naechste Tag war vom Wetter her morgens eher bedeckt und auf dem Plan stand “Koalas gucken”. Im Koala Sanctuary sahen wir zum zweiten Mal die putzigen Baeren und einige Wallabees und Kangaroos. Viel Aufmerksamkeit zog auch ein kleiner Vogel auf sich, der von den Waertern dort aufgezogen wurde und deshalb zahm ist. Stolz wie Oskar hat Julia es dann auch geschafft den Vogel aufzuheben und auf ihren Arm zu setzen (siehe Foto!). Ein Spektakel ;-)
Vor dem Admirals Arch
Nach den Koalas wurden noch die “Remarkable Rocks” und der “Admirals Arch” besichtigt, die beide wirklich nochmal etwas Besonderes waren (siehe Fotos!). Ja es sind irgendwie doch alles nur Steine, aber die Szenerie war echt beeindruckend und das Wetter klarte auf, was mit Sicherheit auch nochmal eine Rolle spielte.
Abschliessend ging es dann ein letztes Mal zum Strand, der diesemal aber wirklich super schoen war (fuer mich der schoenste Strand auf K.I.) und wo auch das Wasser ausgetestet wurde. Super erfrischend und einfach nur klasse. So ging der Trip zu Ende und allgemein freute man sich auf ein Bett oder eine Couch zum Ausruhen, denn wirklich erholsam war das Wochenende nicht, aber dafuer vollgepackt mit Erlebnissen.
Remarkable Rocks aus der Ferne




Das war also mein letztes Wochenende zusammengefasst. Am vorherigen Wochennde fuhren wir mit Charlene, Alissa, Kevan und einer Freundin von Charlene zum Henley Beach. Dieser Trip wurde mit den Fahrraedern vollzogen und ich benutzte hierfuer das Fahrrad von unserem Haus. Urspruenglich wird dieses immer von Christian benutzt ,aber nachdem ich diesen das letzte Mal vor 3 Wochen gesehen habe und Zoe nichts dagegen hat benutze ich es jetzt ab und an. Da es in Adelaide extra schoene Fahrradwege durch die Natur (Fluss, Parks, Huegel) gibt, hat das Fahrradfahren an dem heissen Tag echt Spass gemacht, obwohl es immer wieder Warten hiess, denn Charlenes Freundin (Charlene und ihre Freundin kommen aus England) schien von hochschalten nichts zu halten und drueckte das Gruppentempo auf ein Minimum. Aber alles halb so wild, denn wir wurden von einem Strand mit kaltem, erfrischenden Wasser belohnt. 
Remarkable Rocks aus der Naehe
Viel Spektakulaeres ist nicht passiert. Alle gingen einmal ins Wasser und nach gemeinsamer Rueckfahrt gab es Abends noch Wraps, die wie immer sehr lecker waren.
Das soll es soweit zu den Wochenenden gewesen seien. Ansonsten ist es jetzt innerhalb der Woche durch den Basketball etwas stressiger geworden. Jeden Mittwoch haben wir ein Spiel und davon waren die letzten 3 um 10 Uhr abends. Fuer mich echt ungewohnt, da sich so ungefaehr ab der Uhrzeit mein Koerper auf Schlafen einstellt, aber naja. Vielleicht deshalb haben wir die letzten 4 Spiele verloren und werden nun eine Gruppe herabgestuft, aber ich denke das hierfuer eher unser Teamplay verantwortlich ist. Ich denke wir haben ein ganz gutes Team, aber wir spielen einfach nur planlos und keineswegs miteinander.
Ein Enchidna
Am Schlimssten an der australischen Mentalitaet in dieser Hinsicht finde ich aber, dass immer alles schoen geredet wird. Waehrend uns in Deutschland unser Trainer wahrscheinlich die Hoelle heiss gemacht haette, wenn wir so gespielt haetten wie hier, wird hier am Ende des Spiels gesagt, wie schlecht denn fuer uns gepfiffen wurde, wie viel Glueck die andere Mannschaft bei ihren Wuerfen hatte und wie wir doch mit jedem Spiel besser werden. Ey Jungs mal ganz ehrlich: Das letzte Spiel haben wir mit 20 Punkten verloren, gegen eine Mannschaft, die nicht wirklich gut war und ihr meint wir verbessern uns jedes Spiel? Naja, da bin ich vielleicht einfach noch ein wenig durch Deutschland gepraegt, aber das finde ich auch gut so.
Der Tourguide Gus
Mit Fitnessstudio und Donnerstags Training, bleiben also nicht viele freie Abende innerhalb der Woche, neben der Arbeit.
Arbeitsmaessig ging es in den letzten Wochen etwas auf und ab. Zwischenzeitlich war ich in ein Projekt eingebunden, an dem 5 andere Leute ueber Monate hinweg gearbeitet hatten und was immernoch nicht fertig werden wollte. Nun kann man sich vorstellen, was fuer ein Chaos 5 Leute beim Programmieren hinterlassen koennen und nun ist es an mir dieses Chaos in Ordnung zu bringen. Speed Alert heisst das Projekt und ist im Wesentlichen eine App, die einen auf Verkehrsbedingungen hinweisst. Eigentlich ganz interessant, aber wie schon gesagt ein einziges und riesiges Chaos, was mir in den letzten Wochen vor die Fuesse geworfen wurde. Ich bin jetzt der Einzige der hieran arbeitet und letzte Woche wurde dann eine weitere Version an den Kunden geschickt. Das war am letzten Mittwoch und bislang kam noch kein feedback zurueck, was fuer mich im Wesentlichen bedeutet, dass ich nicht wirklich weiterarbeiten kann. 
Der letzte besuchte Strand auf K.I.
So sassen Nasr, den momentan dasselbe Schicksal ereilt, und ich die letzten Tage im Buero und vertrieben uns die Zeit mit Reden, Donuts essen und sinnlosem App programmieren. Nasr hat an einem Tag eine App programmiert, wo man eine umgedrehte Karte sieht, die sich auf Knopfdruck umdreht. Wir dachten, das koennte man als “Are you a psychic?” app verkaufen und Leute koennten ueberpruefen, ob sie hellseherische Faehigkeiten besitzen, indem sie versuchen die Karte zu raten. Uri Geller koennte so ganz einfach entlarvt werden ;-) Ja ist Mist und sinnlos, aber in dem Moment war es witzig ;-)

Unsere Tourgruppe
So langsam tuen mir meine Finger weh, von dem ganzen Tippen, insofern belasse ich es jetzt hierbei. Heute Abend gehen wir ins Theater, bin schon gespannt. Achso, noch ganz kurz zu dem weiteren Plan. Der Flug nach L.A. ist jetzt auf den 15. April gebucht, also wir werden Adelaide Ende Februar verlassen, dann einen Monat nach Neuseeland fahren und danach dann weiter Richtung USA! Wenn alles wie geplant laeuft, muesste ich also so im Mai/Juni 2012 wieder in Deutschland aufschlagen und freue mich euch alle wieder zu sehen.

Bis dahin, alles Gute und stay tuned.......

P.S: Bilder vom Sandboarden und mehr von den R.R folgen...

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