Dienstag, 10. Januar 2012

Red Bear in Whyalla/Port Pirie!


Von links: William, Dan(Rocky), Dan, Ash,
Tim, Josh (Jennerator) und ich

Die mittlerweile 2. Arbeitswoche nach meinen kurzen Weihnachtsferien neigt sich dem Ende entgegen und man kommt so langsam wieder im Alltagstrott an. Wie schon erwartet gab es in der Arbeit wenig zu tun, was zu dem ein oder anderen langweiligen Tag gefuehrt hat. Obendrauf hatte Nasr letzte Woche noch Urlaub, was mir dann auch noch meinen stetigen Gespraechspartner raubte. Abschliessend waren also meine ersten Arbeitstage eher durch Internet-Surfing, iPad-spielen, Kaffee trinken und Musik suchen als durch Arbeiten gepraegt. Ich moechte mich nicht beschweren, so lange ich dafuer bezahlt werde, kann ich mich schon beschaeftigen. Heute war es dann endlich soweit und Nasr und ich wurden zusammen mit Brian in ein neues Projekt eingewiesen. Fuer Virgin Airlines sollen wir eine App programmieren und die wird wahrscheinlich auch etwas anspruchsvoller, sprich vllt sogar so lange dauern bis ich dann nach Neuseeland aufbreche. Es hoert sich schon fast bloed an, aber ich habe mich wirklich gefreut mal wieder an etwas Anstaendigem zu arbeiten. Neben dem Vorteil, dass die Zeit viel schneller vergeht, geht man am Ende des Tages auch mit dem zufriedenen Gefuehl nach Hause etwas geschafft zu haben.
Der eigentliche Grund fuer diesen Blogpost war nun aber nicht meine vergangene Arbeitswoche, sondern vielmehr das vergangene Wochenende. An jenem bin ich naemlich mit meiner Basketball-Mannschaft (oder zumindestens mit einem Teil) nach Whyalla und Port Pirie gefahren um dort gegen die einheimischen Country-Teams zu spielen. 
Unser Bus!
Am Samstag morgen trafen wir uns zu diesem Anlass auf dem Parkplatz der Keswick Barracks, wo mich ein offensichtlich Militaer-versierter Vater darueber aufklaerte, dass hier ja auch dolle Deutsche Panzer stehen wuerden. “The Leopard...ohhh....good tank..”, ja gut alles klar. Nach diesem Einstieg und bei schwuelen 31 Grad (morgens um 9:30 Uhr) ging es mit dem Uni SA Bus Richtung Mawson Lakes, wo der Rest der Mannschaft abgeholt wurde. Leider hatten viele Leute kurzfristig abgesagt und so belief sich unser Team auf 7 Mann, inklusive Spieler-Trainer. Doch wir liessen uns von diesem Fakt nicht unterkriegen und machten uns frohen Mutes auf die 5 stuendige Reise nach Whyalla.
Den ersten Halt machten wir in Port Wakefield, wo wir einerseits Josh Jenner (a.k.a The Jennerator (generator)) abholten und anderseits einen kleinen Happen fruehstueckten. Da ich schon wusste, wie viel Essen in solch abgelegen Orten kosten wuerde, hatte ich mir im Vorherein leckerste Sandwiches zubereitet und Obst zurecht geschnibbelt. Waere auch alles super gewesen, haette ich Trottel diese nicht bei Julia im Kuehlschrank vergessen. Naja, so kam also auch ich nicht drum herum, mir einen Kaffee (ja gut den haett man sich sparen koennen) und ein Cheese-Bacon Pasty zu kaufen. Das war der Einstieg in das wohl ungesuendeste Wochenende seit langem.
Superior Deluxe Cabins!
Die Reise ging weiter und neben kleineren Pinkelpausen und damit verbundenen Stops auf dem Weg ist nichts Aufregendes passiert. Angekommen in Whyalla ging dann das typische “Wir kommen von der Stadt und laestern ueber die laendlichen Staedte” los. Ich glaube ich habe noch nie so oft das Wort “Shithole” gehoert, wie bei der Einfahrt in Whyalla. Ich musste meinen Teamkameraden Recht geben, denn Whyalla, genau so wie alle anderen Orte an denen wir vorbeifuhren, ist eine reine Industrie-Stadt und das sieht man leider auch an jeder Ecke. So erinnerte das Kino eher an eine alte Fabrikhalle (war es wahrscheinlich auch) und der Pony-Club war eine mit Meter-hohen Unkraut versehene Wiese, auf der weit und breit keine Ponys zu sehen waren. Um es kurz zu machen, in Whyalla gibt es genau zwei Sachen, die man in seiner Freizeit machen kann. 1. Sport und 2. Trinken (gut und ins Kino gehen, damit waeren es 3, den Pony-Club lasse ich mal raus). Wir versuchten an diesem Tag etwas von beidem mitzunehmen.
Aufwaermen!
Nachdem wir in unserem Campingplatz vertroestet wurden (eine Huette war noch nicht sauber gemacht worden) entschieden wir uns in der Stadt etwas Essen zu gehen. Die Wahl im “International Foodcourt” war schnell gefallen, denn neben Subway hatte nur noch ein Baecker und ein etwas schaebbiger Chinese offen. So verhalfen wir uns die Footlong-Subs hinein und gaben dem Campingplatz Zeit unsere “Superior Deluxe Cabin” sauber zu machen. Dies war dann auch bei unserer Rueckkehr geschehen und wir bezogen unsere Huetten. Mann mann mann, also unter superior stelle ich mir was anderes vor. Der “Large Flat Screen Tv” war so gross wie eine Standard Mikrowelle und das absolut Bloedste war, dass es 2 Doppelbetten und 1 Einzelbett fuer uns 5 Personen in der Huette gab. Zum Glueck war Jennerator (unser breitester Mann, um es vorsichtig auszudruecken) bereit auf der Couch zu schlafen und so hatten Ash und ich ein Zimmer fuer uns allein, weshalb ich auf dem Einzelbett schlafen konnte. Dan und Rocky teilten sich das andere Zimmer im Doppelbettchen. Nochmal Glueck gehabt, denn da haette ich echt keine Lust zu gehabt.
Airball!..ne der war drin, echt jetzt!
 Nachdem auch diese Huerde genommen war und ein bischen vor dem Fernseher gechillt wurde, ging es dann endlich los Richtung Halle. Auch diese fuegte sich in das Whyalla-Industrie-Bild problemlos ein und hatte noch dazu ein unglaubliches Problem herunterzukuehlen. Obwohl saemtliche Ventilatoren auf Volllast liefen, war es so stickig und schwuel in der Halle, dass habe ich noch nicht erlebt. Dies schlug dann auch schnell auf die Leistung und mann konnte unser Spiel keineswegs mit dem Praedikat hochwertig versehen. Dennoch haben wir uns am Ende zusammengerissen und trotz Foul-Problemen mit 2 Punkten knapp gewonnen. Mann war ich im Eimer nach dem Spiel. Die Hitze und der Fakt, dass ich fast durchgespielt habe sassen mir ganz schoen in den Knochen.
Im Kreis bedankten wir uns bei Whyalla fuer das Spiel und alle Spieler freuten sich auf ein kuehles Blondes in der Hallen-Bar. Mit 5 Dollar Wodka-Orange Buechsen liessen wir es uns gutgehen und wir wurden aufgeklaert, dass es in Whyalla einen Pub gibt, wo wir dann noch hingehen koennten. Dies hielten wir zunaechst auch fuer eine gute Idee und beschlossen zuvor in unserer Huette auf dem Campingplatz etwas weiter zu trinken. Bei Bottle-O kauften wir alle moeglichen Red-Bear (das war der Wodka Dosen Mix) Geschmacksrichtungen und nach einem Stop bei McDonalds ging es zurueck zum Campingplatz. Kaum dort angekommen, war es als haette uns alle schlagartig die Anstrengung und die Muedigkeit eingeholt. Zwar hielten wir eisern und bei Basketball-Spiel im Fernsehen am Trinken fest, aber als Tim dann mit der Nachricht hereinkam, dass wir am naechsten Tag um 8:30 Uhr aufbrechen muessten war auch der letzte umgestimmt und wir einigten uns darauf die Party auf ein anderes Mal zu verschieben. Im Nachhinein ganz gut so, denn ich glaube in Whyalla haben wir nichts verpasst.
Voellig im Eimer nach dem Spiel in Whyalla!
So ging es am naechsten Tag um 8:30 Uhr wieder zurueck Richtung Port Pirie. Jennerator hat in der Nacht doch die Couch gegen den Boden getauscht und war dementsprechend erholt (“Fucking peace of shit couch”). In Port Augusta wurde abermals bei McDonalds gefruehstueckt. Ich glaube, dass ist das 2. Mal in meinem Leben, dass ich bei McDonalds gefruehstueckt habe und das war genau 2 Mal zu viel. Ein fettiger Bagel und ein Hash-Brown (Kartoffel-Roesti) zusammen mit Kaffee, das ist das Sportler-Fruehstueck von Heute. Ja gut, so schlimm war es nicht, aber fuer das Geld kann ich mir zum Fruehstueck was sehr viel leckereres vorstellen. Wenigstens der Kaffee hat geschmeckt und hat wach gemacht. Ich war bereit fuer das Spiel.
Auch Port Pirie war von der Stadt her alles andere als ueberwaeltigend. Abermals nur Industrie, mit einem etwas schoenerem Stadtkern wuerde ich sagen.
Jennerator!
 Aber egal, wir waren zum Basketball spielen gekommen und nicht um die Stadt zu beurteilen. Nach unglaublichem Unwetter am Vorabend (in die Halle in Whyalla hat es reingeregnet und ein Spieler von denen ist 2 mal ausgrutscht....von wegen Heimvorteil..) hatte es sich schoen abgekuehlt und die Halle war angenehm frisch. Ich weiss nicht, ob es daran lag, oder ob wir am Vorabend einfach den Rost von unseren Knochen losgeworden sind (vielleicht waren es auch die Wodka-Mischungen), aber das Spiel ging wie von selbst von der Hand und es hat einfach nur Spass gemacht. Unsere Systeme haben funktioniert und am Ende haben wir klar gewonnen. Ein super Gefuehl und mit diesem machten wir uns ,nach einer wohltuenden und verdienten Dusche, auf die Heimreise.
So ging ein Basketball-Wochenende zu Ende und es wird wohl noch eine Fortsetzung geben, denn Mitte Februar soll abermals ein Tunier in Port Pirie stattfinden, auf das ich wohl auch mitfahren werde. Ich freue mich drauf.
Starkes Finish ;-)!
Ansonsten ist fuer die kommenden Wochenenden/Wochen viel geplant. Dieses Wochenende ist hier Schuetzenfest und gleichzeitig ist glaube ich auch die Santos Tour Down Under (Fahrradrennen). Noch dazu wird vom YHA eine Tour ins HQ (Adelaides groesste Disko) organisiert, wo wir wohl auch mitmachen werden. In der Woche darauf werden wir zum Asa Konzert gehen (freue ich mich mega drauf) und dann stehen Geburtstagsfeiern am Wochenende an. Es bleibt spannend und obwohl ich mich auf die Abreise und das bevorstehende Abenteuer in Neuseeland freue, bin ich doch im Moment sehr zufrieden mit den Erlebnissen in Adelaide....in diesem Sinne...stay tuned...

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