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| Zaehne-putzen mit Stephan! |
Die Zeit schreitet
unaufhaltsam voran und mittlerweile sind es nur noch 3 ½ Wochen bis
wir Adelaide verlassen werden. Irgendwie ein komisches Gefuehl, wenn
ich darueber nachdenke, kommt es mir doch aus unerklaerlichen
Gruenden so vor, als waere ich erst vor Kurzem angekommen. In einem
anderen Moment denke ich zurueck an all die Erfahrungen und
Eindruecke, die ich in den letzten 8 Monaten in Adelaide gesammelt
habe und freue mich das dieses Kapitel bald ein Ende nimmt.
Schliesslich soll man aufhoeren, wenn es am Schoensten ist, nicht
wahr?
Die letzten Wochen
waren sehr ereignisreich und anders als in vergangenen Blogposts
moechte ich diesmal nicht in chronologischer Ordnung berichten. So
fange ich mit einem Highlight an, naemlich dem Besuch von Stephan,
einem guten Freund von mir, den ich waehrend des Studiums in Dresden
kennenlernte. Dieser hat ein paar Monate nach mir das Reisen
angefangen und nach ausgiebigem Asien-Auskundschaften schliesslich
auch seinen Weg nach Australien gefunden. Von Darwin aus kaempfte er
sich durch nach Adelaide, wo sich vor 6 Tagen unsere Wege kreuzten.
Fuer mich war es der erste Besuch bzw. das erste Wiedersehen von
einem guten alten Freund, seit Reisebeginn. Eine witzige Situation,
wenn man sich am anderen Ende der Welt, in einer fremden Stadt
quasi-zufaellig (wir hatten schon immer darueber geredet sich zu
treffen, aber 100 % sicher war es nie, da An- und Abreise von uns nie
feststanden) trifft.
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| Zusammen fruehstuecken, hach wie in alten Zeiten! |
Das Beste war allerdings, das sich nichts anders
angefuehlt hat. Als waeren wir in Dresden im Hebedas einen Trinken
gewesen, tauschten wir uns aus und erzaehlten von erlebten
Abenteuern. Stephan reist mittlerweile mit 3 anderen Deutschen
(Julia,Paula und Tino...an dieser Stelle liebe Gruesse). In zwei
Autos heisst das naechste grosse Ziel der Gruppe Sydney und bis dahin
soll natuerlich so viel wie moeglich auf dem Weg mitgenommen werden.
Insgesamt machte das Quartett auf mich einen super Eindruck und ich
bin mir sicher, dass sie auf ihrer Reise bis zum Ende Spass haben
werden. Wenn man darueber nachdenkt, ist das wirklich eine super,
wenn nicht sogar die beste Sache am Backpack-Reisen. Man lernt
blizschnell Gleichgesinnte kennen und schwubbs hat man einen
Road-Trip organisiert, den man sein Leben lang nicht vergessen wird.
Wahnsinn!
Das einzig
Unglueckliche an dem Besuch war, dass ich tagsueber arbeiten musste.
So blieben uns nur die Abende um etwas zu unternehmen. Es wurde
gekocht, Pizza und Bier im Duke genossen oder auch nur einfach
zusammengesessen um sich auszutauschen. Ich fuer meinen Teil fand es
grandios und habe mich sehr ueber den Besuch gefreut! Realistisch
werden wir uns wohl das naechste Mal in Deutschland wiedersehen und
ich bin schon gespannt, was bis dahin noch alles passieren wird.
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| Chillen am Brighton-Beach |
Ansonsten waren wir am
Wochenende vor Stephans Ankunft in Brighton gewesen um Kevan zu
besuchen. Dieser hat in diesem Vorort einen harten Job, naemlich
“housesitting”. Quasi haben ihn Freunde gebeten auf ihr Haus
aufzupassen, waehrend sie im Urlaub sind. Die Tatsache, dass das Haus
ungefaehr 2 Minuten vom Strand entfernt ist, macht den Job dann
natuerlich noch etwas ungemuetlicher ;-) So war der Entschluss
schnell gefasst ihn dort zu besuchen. Zusammen mit Alyssa, Charlene,
Thom und Julia trafen wir uns im fruehen Nachmittag bei dem Haus, was
in einer wirklich schoenen Umgebung stand. Essen stand auf dem
Programm und Kevan empfahl ein Burger Restaurant kurz vor dem Strand.
E-Nuf Burger sind nicht nur schweine teuer, sondern auch verdammt
lecker und am Strand genossen wir bei schoenstem Sonnenschein (der
erste nach Tagen bedecktem Himmels und Regen) das Fast-Food. Danach
wurde das Wasser ausgetestet, was erstaunlicherweise sehr angenehm
war, obwohl es wie gesagt die letzten Tage nur schlechtes Wetter war.
Relaxte Sommer-Stimmung machte sich breit und nach einer knappen
Stunde Sonnenbaden entschlossen wir uns wieder Richtung Haus zu gehen
um den Abend bei Drinks ausklingen zu lassen. Alyssa musste sich
alsbald mit ihren Eltern treffen und verliess somit die Truppe. Der
Abend nahm seinen Lauf und Kevan schaffte es sich mit Charlene gute 2
½ Flaschen Wein in 2 ½ Stunden einzubehelfen. Das war ja auch gar
kein Problem, nur als es dann darum ging wie wir nach Hause kaemen
bzw. wer fahren sollte ging die Streiterei los.
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| Auf der Veranda des Hauses |
Urspruenglich hatte
Julia angeboten zu fahren, denn sie hatte waehrend der Zeit nur 1
Cider getrunken, war also wirklich nuechtern. Zunaechst schien es
auch so als waeren alle einverstanden, aber als es dann darum ging
was im Falle eines Unfalls geschehen wuerde, hielt es Kevan fuer eine
super Idee, dass er doch fahren sollte. Schliesslich sei er
versichert und im Falle eines Unfalls wuerde die Versicherung
greifen. Ja ne ist klar Kevan, die Versicherung wird bestimmt ohne
Einspruck bei betrunkenem Fahren zahlen. Bestimmt sogar noch drauf,
weil du ja risikobewusst gefahren bist. Naja es half alles nichts, er
liess sich davon nicht abbringen und schliesslich war es sein Auto.
Das Beste war dann noch als Charlene ploetzlich anfing zu erzaehlen,
dass wir ja in Europa nie sowas machen wuerden, also in ein Auto mit
betrunkenem Fahrer steigen. Schliesslich machen wir uns in Europa
Gedanken um unser Leben. Hier sei das aber anders, denn hier ginge es
ja um Geld und Versicherung. Als ich ihr versuchte klarzumachen, dass
mir hier mein Leben ebensoviel wert ist, wie in Deutschland und es
mir ehrlich gesagt nicht ums Geld ginge, fing sie an rumzuschreien,
dass ich es ja nicht verstehen wuerde. Dann wiederholte sie noch
einmal genau das Gleiche und ich beliess es dabei, obwohl ich
innerlich kochte, aber es half nichts. Letztlich sind wir also dann
mit Kevan gefahren, der zugegeben aus meiner Sicht sicher gefahren
ist. Dennoch habe ich mich sehr schlecht gefuehlt und im Nachhinein
haetten wir (Julia und ich) konsequenterweise die 60 Dollar fuers
Taxi bezahlen sollen. Naja es ist gut gegangen und so nahm dieser
ansonsten sehr schoene Tag leider ein etwas unschoenes Ende.
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| Charlene! |
Gestern geschah dann
ein weiterer Hoehepunkt in der Geschichte Kevan-Alyssa. Ich habe noch
nie etwas ueber die beiden geschrieben und es wuerde zu lange dauern
um hier alle Kleinigkeiten zu erwaehnen, deswegen die Kurzfassung.
Kevan und Alyssa (beide ungefaehr 26 denk ich) sind beides
Mitbewohner von Julia. Sie waren ungefaehr 3 Jahre lang ein Paar und
kurz bevor Julia und Charlene einzogen, haben sie sich getrennt,
wohnten aber weiterhin zusammen. Naja nun bemuehte sich Kevan in
letzter Zeit sehr und alle bekamen mit, dass er wieder mit ihr
zusammen sein wollte. Keiner weiss so richtig, ob sie nicht auch
schon mal wieder in der Zwischenzeit zusammen waren, aber wie dem
auch sei. Alyssa erwiederte seine Versuche am Ende jedoch nicht und
nun bekommt Kevan langsam mit, dass es nichts nuetzt egal wie sehr er
sich reinhaengt. Dieses beschaeftigt ihn zur Zeit wohl sehr und er
benimmt sich sehr eigenartig. Von Weinem ueber regelmaessigen
Alkoholkonsum, das ganze Programm. Nun war ich gestern bei Julia und
Charlene kam voellig aufgeregt auf uns zu. Kevan hatte wohl den
ganzen Tag ueber sich etwas ungewoehnlich verhalten und jetzt sei er
ploetzlich verschwunden. In seinem Zimmer war alles super ordentlich
und auf der Bettkante war ein Brief mit Aufschrift “Lyssa”. Seine
saemtlichen Schluessel, Handy und Portemonnaie (da bin ich mir nicht
ganz sicher) waren auf seinem Schreibtisch. Es dauerte nicht lange
und wir hatten alle denselben Gedanken im Kopf.
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| Der "Housesitter" Kevan |
Doch was konnten wir
tun. Es gab keinen Weg ihn zu erreichen und den Brief an Alyssa
adressiert konnten wir auch nicht einfach aufmachen. Wir riefen
Alyssa an und erfuhren, dass sie in ca. 1 Stunde nach Hause kommen
wuerde. Es war ein scheiss Gefuehl um ehrlich zu sein, denn obwohl
sich keiner so Recht vorstellen konnte, dass Kevan sich etwas antuen
wuerde, war es doch nicht ausgeschlossen. Alyssa kam und leider
brachte auch der Brief keinen Aufschluss darueber, wo Kevan sein
koennte. Es kamen noch ein paar Freunde, die Kevan etwas besser
kannten, aber auch die wussten nicht wo er war. Die Polizei anzurufen
haette auch nichts gebracht, denn die wuerden auch erst nach 48 h
anfangen zu suchen. So warteten wir und um das Ganze aufzuloesen, kam
Kevan um ca. 23 Uhr wieder nach Hause. Was er gemacht hat, weiss ich
leider nicht, aber er habe wohl zum ersten Mal seit langem den Bus
genommen, was ihm ueberhaupt nicht aehnlich sieht und schon gar nicht
erklaert warum er seine saemtlichen Schluessel zu Hause laesst. Naja
auch dieses ist nochmal gut gegangen und ich hoffe, dass es ihm bald
wieder besser geht und er nicht nochmal allen einen solchen Schrecken
einjagt.
Ich denke das waren die
Hoehepunkte zusammengefasst. Beim Basketball haben wir unser erstes
Spiel nach der Sommerpause haushoch verloren und ich zweifele immer
mehr an unserem Trainer und unseren Spielsystemen, aber das ist ja
nichts Neues.
Morgen geht es zum Food
& Wine Festival in einem Vorort und wenn alles klappt dann
naechstes Wochenende nach Barossa Valley zur Wein-Tour. Da freue ich
mich schon sehr drauf, denn guter Wein ist eines der
Aushaenge-Schilder von Suedaustralien und Adelaides.
In diesem Sinne..stay
tuned!














