Dienstag, 27. März 2012

Freezing Cold Action in Waitomo und Tongariro!


Hoehlen-Rafting: Wir sind bereit!

Moin moin allerseits, da bin ich wieder mit einem neuem Update. Und dieses Mal ist es Action geladen. Vor 3 Tagen und damit kurz nachdem ich meinen letzten Post hochgeladen habe, waren wir in Waitomo und warteten aufgeregt darauf, dass unsere Hoehlen-Rafting Tour endlich losging.
Die Black Water Rafting Company in Waitomo bietet an mit Tubes (also diese aufgeblasenen LKW-Reifen) durch die lokalen Hoehlen zu raften und wir hatten einen 3 Stunden Trip gebucht. Zusammen mit 10 anderen Touris aus aller Welt (diesmal waren wir sogar nur 4 Deutsche in der gesamten Gruppe!) machten wir uns mit unserem Guide Shannon auf zur Vorbereitung. Wetsuits wurden uebergestuelpt, was nicht sehr angenehm war, denn schliesslich waren wir die letzte Gruppe an dem Tag und alle Anzuege waren komplett nass von vorherigem Traeger. Kombiniert mit authentischen weissen Gummistiefeln und modischem Hoehlen-Helm machte man sich auf zum Idioten-Gruppenfoto bevor es in den Van und damit Richtung Hoehlen ging. 
Absprung ins Ungewisse!
Dann ging es schon wieder los mit Kennenlernspielchen. Klasse, dachte ich. Fuer einen nunmehr noch 2 ½ Stunden Trip macht es fuer mich einfach keinen Sinn allen weit und breit zu erzaehlen woher ich komme und mich in einem Wort zu beschreiben. Zum Glueck wurde Logan (derAuszubildene Hoehlen-Guide, der uns begleitete) hierbei unterbrochen und wir setzten unseren Weg ohne Kennenlernspiel fort. Puh!
Bei den Hoehlen angekommen, schnappte sich jeder einen Schwimmreifen und dann ging es auch schon los mit dem ersten Sprung ins Nasse. Shannon hatte uns erzaehlt, dass in der Hoehle einige Wasserfaelle zu ueberqueren seien und bei diesen muessten wir rueckwaerts mit einem Satz herunter springen, da sich direkt unter dem Wasserfall grosse Steine befinden. So uebten wir dies zunaechst von einem erhoehten Steg und jeder musste einmal springen. Einige kostete es mehr Ueberwindung als andere, aber alle hatten denselben Gesichtsausdruck, als sie im Wasser landeten: Ach du Scheisse, ist das kalt. Wirklich schweinekalt, trotz Neopren-Anzug. Um der Kaelte entgegenzuwirken, ging es danach auf einen kleinen Bush-Walk zu der eigentlichen Hoehle. 
Alles top in der Hoehle!
Logan gab sich alle Muehe die Gruppe zu bespassen und packte einen Joke nach dem anderen aus dem Ausbilderbuch aus. Mein Gott, war das schlecht. Julia fand es ganz gut, aber mich hat es ein wenig an meine ASB-Erste-Hilfe Ausbilder Zeit erinnert, wo auch alle Ausbilder dieselben Witze am Anfang gelehrt bekommen. Naja die Zeit verging und das Wasser in unseren Neopren-Socken wurde langsam waermer.
Dann ging es endlich los in die Hoehle. Doch schon im ersten groesseren Raum: Stop! Kennenlernspiel! So ein Mist, die ziehen das echt durch. Die 3. Fuehrerin ist jetzt naemlich dazugestossen und wollte uns natuerlich kennenlernen. “Ja hi, ich bin Roland, komme aus Deutschland und reise jetzt seit 1 ½ Jahren.”....”Ja hi, ich bin Rachel, komme aus den USA und reise jetzt seit 1 Jahr”...ihr koennt euch vorstellen wie es weiterging. Sehr interessant.
Macht ja auch Spass, nech?
Dann ging es wirklich los und obwohl richtig kalt war es super beeindruckend. Durch tiefe und weniger tiefe Stroeme erkundeten wir die Hoehle, sahen Gluehwuermer in allen Variationen und ueberquerten Wasserfaelle, die zwar nicht so hoch wie der anfaengliche Steg, aber dafuer umgeben von Steinen waren. Ein Nervenkitzel, den ich jedem empfehlen kann. Wenn man etwas Negatives finden moechte, dann war es vielleicht die Gruppengroesse, denn bei 12 Leuten musste man doch bei den Stops etwas laenger warten (und es wurde dementsprechend kaelter) bis alle beisamen waren. 
Ansonsten war es eine absolut geniale Erfahrung, die ich bestimmt nicht so schnell vergessen werde. Abschliessend gab es dann eine heisse Dusche zusammen mit waermender Suppe und Butter-Bageln. Lecker. Waehrend des Abendessens unterhielt ich mich noch mit einem Norweger, der mir anbot mich in Oslo bzw. Bergen herumzufuehren,wenn mich der Weg mal dorthin verschlagen wuerde. Super nett und darauf werde ich bestimmt zurueckkommen.
Beim Start der Wanderung (8:15 Uhr)
Leider konnten wir nicht lange bleiben, denn wir wollten noch am selben Tag einige Kilometer weiterfahren zum Tongariro Nationalpark, wo wir am naechsten Tag die Alpine Crossing auf uns nehmen wuerden. Gesagt, getan! Und obwohl ich Anfangs etwas skeptisch war, ob wir die 160 km noch schaffen wuerden (ich war wirklich sehr muede) war es dank gutem, nicht so kurvig und weniger huegeligem Highway kein Problem und wir fanden unseren Weg zum DOC-Camp direkt im Nationalpark gute 2 Stunden spaeter. 
Der Campingplatz war zu unserem Erstaunen komplett ueberfuellt und wir schafften es gerade noch uns neben einen anderen Campervan zu quetschen. Das resultierte darin, dass der Fahrer gleich herauskam und mich daraufhinwies, dass er ja vorne und hinten jetzt eingekeilt waere und am Morgen nicht mehr herauskaeme. Also ich masse mir nicht an ein besserer Fahrer zu sein als er, aber ich glaube das jeder Trottel seinen Campervan haette ausparken koennen. Naja um Stress aus dem Weg zu gehen versicherte ich ihm, dass wir am Morgen vor ihm aufbrechen wuerden und damit schien er sich zufrieden zu geben.
Windig war es, aber wunderschoen!
So verbrachten wir die Nacht in Mitten der Berge und das liess sich auch anhand der Temperaturen bemerken. Es war die erste Nacht, die wirklich kalt war im Campervan und auch am naechsten Morgen mit Kaffee dauerte es einen Moment bis man wieder voellig aufgewaermt war. Wir mussten schon relativ frueh raus, denn wir hatten uns einen Platz im Shuttle reserviert, welches uns von einem nahegelegenen Hostel abholen wuerde. 
Es ist naemlich so, dass die Wanderung, die wir vorhatten keine Rundwanderung ist, sondern man faengt an einem Parkplatz an und kommt an einem 8 km entfernten Parkplatz rund 7-8 Stunden spaeter wieder an. Nun haetten wir auch ein Shuttle vom anderen Parkplatz buchen koennen was uns wieder zum Startparkplatz bringen wuerde, aber es ist ein bekanntes Problem, dass vom Startparkplatz viel gestohlen wird. Schliesslich verlaesst man sein Auto fuer mindestens 6 Stunden und das ist natuerlich fuer Diebe ein gefundenes Fressen. So entschlossen wir uns unseren Van bei einem Hostel zu lassen und fuer einen Shuttle-Service zu bezahlen.
Kuwabanga vor dem Red Crater!
Wir fanden den Weg zum Hostel problemlos und gegen 8 Uhr kam dann auch das Shuttle an. Ein Typ stieg aus und nach einem kurzem Hallo musterte er mich und sagte mir, dass er mich mit Jeans nicht mitnehmen wuerde. “Aehh wie bitte?”..
Ja wenn es da oben regnet und dann unter 0 Grad hat, dann wuerde ich ein paar ernste Probleme mit einer Jeans bekommen. Deswegen sei es grundsaetzlich so, dass sie niemanden in Jeans mitnehmen wuerden. Alles klar, hab ich verstanden, waere halt nur klasse gewesen, wenn mir das jemand vorher gesagt haette. So blieb mir nichts anderes uebrig, als mir in einem auf der anderen Strassenseite liegenden Shop eine wasserdichte Ueberziehhose fuer 10 Dollar zu leihen. Ein wenig genervt wegen diesem Aufstand stieg ich in das Shuttle und es ging los Richtung Berg.
Frisch wars!
Gute 20 Minuten spaeter standen wir zusammen mit geschaetzten anderen 100 Touris vor dem Startschild, was einen groben Ablauf der Wanderung schilderte, Erste Toilette in 1 ½ Stunden, dann erst wieder eine in 5 Stunden Wanderzeit. Alles klar, check! Und los ging es.
Am Anfang war die Wanderung sehr human und ohne viel Aufstiege. Bis zur ersten Toilette schafften wir es in guten 50 Minuten anstatt der ausgeschilderten 1 ½ Stunden. Das Wetter klarte auf und das brachte bei vielen Besuchern einschliesslich uns ein Laecheln auf die Lippen. Es war bisher unklar gewesen, wie das Wetter werden wuerde und ein paar Schauer waren angesagt. Aber so wie es aussah, hatten wir bis auf ein paar Wolken strahlend blauen Himmel. Klasse!
Emerald Lakes und Crater Lake!
Der zweite Anstieg der zum Red Crater herauffuehrte hatte es dann in sich. Der Anstieg war relativ steil, aber das war nicht das Problem. Es war vor Allem der eiskalte Wind, der mit guten 50 km/h einige fast weggepustet haette. Aber wir kraxelten und kraxelten und oben angekommen belohnte uns der Berg mit einer wahnsinns Aussicht. Landschaften, die ich vorher so noch nicht gesehen habe. Der Red Crater war super beeindruckend und die Emerald Lakes einfach nur schoen. Oben auf dem Berg waren die Steine vereist und der Himmel war so klar, dass wir bis zum Lake Taupo gucken konnten. Besser geht es nicht.
Wunderschoene Aussichten auf Lake Taupo!
Nach den Vulkanlandschaften und dem Crater Lake kam dann der Abstieg und der zog sich hin. Und wie der sich hinzog. Nachdem wir 2 Stunden bergab gelaufen sind, wuenschte man sich schon fast wieder einen Anstieg, denn die Waden und Kniemuskulatur war durch die monotone Beanspruchung doch relativ gereizt. Doch die Landschaften lenkten uns von unseren Beinen ab. Schwarzes Vulkangestein wurde durch gruene Wiesen und Baumlandschaften ersetzt und schliesslich befand man sich in Dschungelartigem Gelaende wo man neben Fluessen entlanglief. Unglaublich wie vielseitig diese Wanderung war. 19.4 km nach dem Start erreichten wir das Ende der Wanderung in knapp unter 6 Stunden. Somit blieb uns eine knappe Stunde bevor uns unser Shuttle wieder zurueck zum Hostel bringen wuerde und diese genossen wir in der Sonne und mit geschlossenen Augen, denn anstrengend war es dann doch.
Und immer gruener wurde es beim Abstieg!
Am selben Abend fuhren wir dann noch etwas weiter als Wanganui, wo wir die Nacht in einem Ort verbrachten, wo um 2:30 Uhr irgendwo direkt neben uns der Feueralarm losging. Holy Shit, hat uns dass aus unserem Schlaf gerissen und ein wenig Angst hatten wir schon, dass wir bald von Feuerwehr Autos umzingelt waren. Doch es ging alles gut und am naechsten Vormittag checkten wir ins YHA Hostel in Wellington ein, in dem ich mich jetzt befinde. Von hier aus nehmen wir morgen die Faehre nach Picton und damit dem ersten Ort auf der Suedinsel Neuseelands. Ich bin gespannt auf das naechste Kapitel Neuseelands und halte euch auf dem Laufenden....stay tuned!


Samstag, 24. März 2012

That's hot!


Ein Morgen mit Sonnenschein, wie schoen!

Und schon wieder sind ein paar Tage vergangen und schon wieder ist so viel passiert, was ich nicht vergessen moechte und somit niederschreibe.
Wie schon im Abschluss des letzten Blogposts erwaehnt war es wunderschoen vor 3 Tagen einmal mit Sonnenschein und nur teil bedecktem Himmel geweckt zu werden. Urpsruenglich als ueberflutete Wiesen angedacht entpuppte sich unser Schlafplatz als nicht ueberflutete Wiese neben dem Meer. Der Sturm der Nacht hatte sich verzogen und wir genossen einen leckeren Kaffee in der Morgensonne. Dann ging es weiter Richtung Hahei, einem kleinen Ort im Norden der Coromandel, den wir als Ziel fuer diesen Tag auserkoren hatten. Bis dorthin waren es nur noch 75 km und wir beschlossen mit dem Fruehstueck bis zu unserer Ankunft zu warten. Gesagt, getan und nach ungefaehr 1 Stunde erreichten wir Hahei.
Auf dem Weg zum Cathedral Cove
Wir hatten uns schon vorher fuer ein Hostel entschieden und waren nicht schlecht erstaunt, als dieses ploetzlich keine Betten mehr frei hatte. 150 Dollar fuer das einzig freie Doppelzimmer mit En-Suite waren uns zu teuer und so entschieden wir uns fuer den nahegelegenen Campingplatz. 20 Dollar pro Nase inklusive Strom war zwar kein Schnaeppchen, aber wir wollten endlich mal wieder duschen, mussten Waesche waschen und das war es uns wert.
Nach einem ausgiebigen Fruehstueck und wohltuender Dusche machten wir uns dann auf den Weg zur Cathedral Cove, einem riesigen Felstunnel (urspruenglich eine Hoehle, die sich dann durch den Felsen gefressen hat) der zumindestens auf Bildern sehr beeindruckend aussah. Dieser war nur 5 km mit dem Auto entfernt und bei schoenstem Sonnenschein fanden wir uns alsbald mit Strandtuch und Badesachen bewaffnet auf einem Wanderweg Richtung Cathedral Cove wieder. Einfach nur schoen, durch die Natur zu wandern und dann mit einem paradiesischen Strand belohnt zu werden. 
Eine Dschungel-Strand Dusche
Insgesamt faellt auf, dass im Gegensatz zu Australien hier alles sehr viel gruener ist. So hat man meist neben Straenden noch sehr schoene Waldlandschaften und zusammen mit der huegeligen Vegetation fuehlt es sich fuer mich wahrhaftig paradiesisch an. Wir verbrachten einige Zeit am Strand, ich nahm noch eine Dusche, die durch einen kleinen Wasserfall moeglich war und dann machten wir uns wieder auf den Rueckweg zum Campingplatz, wo ich am Abend meinen letzten Blogpost verfasste. Insgesamt ging so der erste schoen sonnige Tag zu Ende.
Am naechsten Morgen rafften wir uns auf zu etwas Fruehsport. Obwohl absolut nicht in der Stimmung zogen wir es durch und joggten ein paar von den Autositz-Sport Kalorien ab. Der Himmel bezog sich schon wieder bedrohlich und beim Fruehstueck am Strand bekamen wir schon wieder die ersten Tropfen ab. Dennoch hielten wir an unserem Plan fest dem Hot Water Beach ganz in der Naehe einen Besuch abzustatten. An jenem gibt es bedingt durch die vulkanische Aktivitaet heisse unterirdische Quellen, die dazu fuehren, dass bei Ebbe eine Horde von Touristen am Strand Loecher buddelt, welche sich dann mit heissem Wasser fuellen. So auch wir. Und diesmal hatten wir wieder Glueck mit dem Wetter. Der Himmel zog auf und mitsamt des geliehenen Spatens bahnten wir uns in Kriegermarnier unseren Weg zum Strand.
Cathedral Cove
Obwohl noch etwas zu frueh (wie schon gesagt kann man das Phaenomen heisse Quellen nur bei Ebbe erfahren) fingen bereits geschaetzte 20 anderen Buddeler an zu buddeln. Einige hatten es sich sogar schon bequem gemacht und genossen das heisse Wasser. Es war wirklich unglaublich heiss und an manchen Stellen im Watt kam Dampf aus blubbernden Wasser, wo regelmaessig ein Touri (inklusive uns) mit einem lauten “Ahh uhhh ist das heiss” vor bei tapste. Wir fingen also an zu buddeln, was mich sehr an die jaehrlichen Osterausfluege an die Nordsee mit meiner Familie erinnerte. Die ersten 3 Burgen die ich baute, wurden stetig von Flutwellen mit kaltem Wasser aufgefuellt und somit zerstoert. Aber schliesslich gelang es mir dann doch noch eine schoene Badewanne mit heissem Wasser zu zaubern, in der wir dann noch ungefaehr 1 Stunde verweilten und allen anderen beim buddeln zuschauten. Herrlich, direkt neben der See im heissen Wasser zu liegen.
Einer der ersten 3 Versuche am Hot Water Beach
Im fruehen Nachmittag brachen wir auf in Richtung unseres naechsten Ziels, Rotorua. Dieser zentrale Ort ist vor allem wegen seiner thermischen Quellen bzw. Aktivitaeten bekannt. Viele Leute kommen dorthin um sich wegen Athritis behandeln zu lassen, denn der heisse Schlamm ist besonders gut gegen chronische Schmerzen. Auch bekannt ist er fuer seine maorischen Wurzeln (wie natuerlich jeder Ort in Neuseeland), die man hier in einigen Doerfern besichtigen kann.
Nach langer Fahrt (die Strecken sehen auf der Karte immer mickrig aus, aber mit unserem Camper und den ganzen Bergen dauern 150 km dann gerne auch mal 2 ½ Stunden) kamen wir schliesslich auch hier an und fanden schnell einen Schlafplatz auf dem Parkplatz neben dem Kauri-Park (glaube der hiess anders, aber erinnere ich jetzt nicht mehr, so in der Art jedenfalls). 
Und geschafft: Badewanne/Burg am Hot Water Beach
Der urspruengliche Plan abends ins Kino zu gehen, war leider durch eine ausverkaufte Vorstellung ins Wasser gefallen und so ging es frueh nach einer Dominos Pizza ins Bett.
Am naechsten Morgen wurden wir von unglaublich viel Laerm und Autogeraeuschen geweckt. Durften wir hier doch nicht uebernachten? Klopft gleich jemand und fragt nach unserer Erlaubnis hier parken zu duerfen? So ging es um ungefaehr 6 – 7 Uhr durch unsere Koepfe. In Wirklichkeit war es ein sehr viel besseres Ereignis, was neben dem Park stattfand. Es war Samstag und jeden Samstag ist im Kauri Park Markt. Alle bauten Staende auf und Leute ringten um Parkplaetze. So begann dieser Tag fuer uns mit einem Spaziergang und frischen Fruechten vom Markt. Dann erstmal fruehstuecken nach der ganzen morgentlichen Unruhe. Waehrend des Fruehstuecks konnten wir schon den ganzen Qualm und den Geruch von den thermischen Quellen innerhalb des Parks bemerken. 
Heisse Quellen im Kauri Park!
Wir entschieden uns diese zu erkundschaften und waren nicht schlecht erstaunt. Ueberall blubberte es aus Schlammloechern, oder es dampfte und qualmte aus Seen bzw. Steinen. Echt klasse und bis auf den abartigen Schwefelgeruch ein super Erlebnis.
Am Vormittag sind wir dann zum Thermal Village gefahren. Fuer 30 Dollar Eintritt kann man hier ein Maori Dorf besichtigen, inklusiver Fuehrung und “Cultural Experience”. Da wir leider die erste Tour um ein paar Minuetchen verpasst hatten gingen wir zunaechst auf eigene Faust durch das Dorf. Ich fand es schon beeindruckend, aber muss auch sagen, dass es ein wenig so auf Touri-Dorf gemacht worden ist. Also man verliert halt ein wenig den Eindruck von einem traditionellen Dorf, wenn ueberall Satelliten Schuesseln und Autos vor den Haeusern stehen. Was ich erwartet hatte? Keine Ahnung. Es war auch wirklich eine super schoene Erfahrung und auch die Fuehrung und die Darstellung der Taenze und Lieder waren interessant und beeindruckend, aber man hatte doch die ganze Zeit das Gefuehl, dass alle eine kleine Show auflegen wuerden fuer die Touris (hallo haben immer alle Dorfeinwohner auf Maori gesagt (Kia ora) und danach auf Englisch miteinander gesprochen). 
Thermal Village in Rotorua
Naja, wie schon gesagt, die Erfahrung war es alle mal wert. Wir sahen den Pohuto-Geysir, der nun oefter als jemals zuvor spuckt, und zahlreiche heisse Quellen, die von den Maori in unzaehligen Arten und Weisen (Baden, Kochen, etc.) genutzt werden. Fazit: Definitiv einen Besuch wert.
Das beschreibt dann auch die letzte Aktivitaet von gestern, denn den Rest des Tages verbrachten wir damit nach Waitomo zu fahren, wo wir uns derzeit befinden. Urpsruenglich wollten wir heute Morgen auf eine Hoehlentour gehen, aber die war leider ausverkauft und wir mussten sie auf heute Nachmittag 15 Uhr verschieben. 
Maori Krieger beim Kriegstanz in Rotorua
Die wird aber auch richtig cool. Mit riesigen Luftreifen und Neopren-Anzuegen sollen wir 3 Stunden lang durch die Glowworm-Cave heizen und dann Wasserfaelle herunterspringen. Auf Bildern und in Reviews sieht das Ganze klasse aus und ich bin sehr gespannt was uns erwartet. Danach geht es morgen zum Torangiro Nationalpark, wo wir die bekannte Herr der Ringe Alpine Crossing auf uns nehmen werden. Danach geht es nur noch nach Wellington und in 4 Tagen geht schon unsere Faehre auf die Suedinsel von Neuseeland. Hach wie die Zeit verfliegt.....stay tuned!

Donnerstag, 22. März 2012

Gute Fluten, schlechte Fluten!


Unser Van auf der Faehre in Hokianga!

So langsam aber sicher hat sie uns wieder, die Reiselust bzw. das Reisefieber. Nach 5 Tagen im Campervan haben wir den Norden der Nordinsel abgehackt und befinden uns momentan in Hahei, einem kleinem Ort auf der Coromandel. Heute hatten wir einen wirklich schoenen Tag am Strand verbunden mit einer Wanderung zum Cathedral Cove und sind nun auf unserem wohlverdienten Campingplatz, nachdem wir die letzten Naechte immer umsonst in unserem Camper uebernachteten.
Vor 5 Tagen holten wir also unseren Campervan von Lucky Rentals ab. Dieses eigentlich als einfach angedachte Prozedere gestaltete sich etwas schwieriger, denn anders als uns vorher bestaetigt konnte uns niemand von unserem Hostel abholen. Lediglich vom Flughafen sei ein kostenloser Shuttle-Service erreichbar. Ja gut, also wieder 16 Dollar fuer ein Shuttle zum Flughafen (was wir dank anderer Mitfahrer fuer 12 Dollar bekamen, yeah!) ausgegeben und zu unserem Erstaunen, kam dann auch tatsaechlich ein Mitarbeiter von Lucky Rentals und holte uns ab. Auf dem Weg zu der Filiale, gab sich dieser auch von seiner besten Seite. Musik aufgedreht und dann ab dafuer. Ach du scheisse, dachten wir uns. Wenn die alle ihre Mitwagen so fahren, dann gute Nacht. Mit einem Aufatmen erreichten wir, zum Glueck unbeschadet, unser Ziel und der Marketing-Fritze von dem gluecklichen Mietwagen Dienstleister empfing uns. 
15 km vor dem Ziel!
Der uebliche Papierkram und Smalltalk und eine gute halbe Stunde spaeter standen wir dann vor unserem mobilen zu Hause fuer die naechsten 4 Wochen. Der Toyota ist relativ gerauemig und hat seine besten Tage hinter sich, aber mittlerweile haben wir uns ganz gut arrangiert. Wenn man von der Hoechstgeschwindigkeit von 100 km/h absieht, und davon dass bei Steigungen nur noch Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h gehalten werden koennen, dann bleibt nur noch das unglaublich laute Motorgeraeusch, was auf die Dauer wirklich ein bischen nervt. Der Geraeuschpegel ist ungefaehr so laut, wie der in einer Bar mit Live-Band, wo man im Hinterraum sitzt. Man muss immer seine Stimme ein bischen anheben um sich zu unterhalten und die Musik noch einen Ticken lauter drehen um das Motorgeraeusch zu uebertoenen. Naja gut, wie schon gesagt, ansonsten ist alles da was wir brauchen. Sogar eine Mikrowelle, einen Safe und einen Kuehlschrank koennen wir unser Eigen nennen und dank 2. Batterie auch betreiben.
Und nochmals kurz vor dem Ziel!
(10 km vor Tauranga Bay!)
So starteten wir also vor 5 Tagen gegen Mittag los Richtung Norden. So dachten wir jedenfalls. Schon bald stellten wir fest, dass wir (nur mit einer sehr undetaillierten Karte bestueckt) uns verfahren hatten und machten eine Ehrenrunde durch Auckland, was uns gute 90 Minuten und Benzin kostete. Naja gut, einige kleine Startschwierigkeiten, aber danach waren wir auf dem richtigen Weg. Urspruenglich war unser Plan, bis zum noertlichsten Punkt Neuseelands (Cape Reinga) zu fahren und dort am Abend Camp zu machen. 455 km zeigte Google an und ich dachte, dass sei in 5 Stunden gut machbar. Ja schade Schokolade, nicht in Neuseeland. Zu unseren limitierten Hoechstgeschwindigkeiten kam dann noch Neuseelands Vegetation, die wirklich zum Teil gefuehlt nur aus Kurven und Huegeln besteht. So wurde uns schnell klar, dass wir diese Nacht nicht mal in die Naehe Cape Reingas kommen wuerden und wir steckten uns Hokianga als Ziel, was ungefaehr auf halber Strecke liegt.
Auf dem Weg dorthin wurden wir abermals von der neuseelaendischen Gastfreundlichkeit ueberrascht. Auf einem Rastplatz kochten wir im Camper unser Mittagessen, als ploetzlich zwei mittelalte Damen den Van musterten und anfingen mit uns zu sprechen. Die eine haette ja auch ueberlegt sich so einen zu kaufen, haette sich dann aber doch fuer einen anderen entschieden. Ja gut, hey das ist ja super. Wie dem auch sei, am Ende des Gespraeches gaben uns beide ihre Adressen und Telefonnummern und wenn wir in den Staedten seien, koennten wir gerne bei ihnen uebernachten. Einfach nur super nett und obwohl doch etwas skeptisch bewahrten wir die Adressen gut auf. Der Grund warum sie dies taeten war auch interessant. Die Tochter von Margharet waere naemlich in Deutschland gewesen und scheinbar haben einige Deutsche ihr immer sehr nett geholfen, wenn sie in Not waren. Deswegen hilft sie jetzt auch Deutschen und anderen Internationalen und bieten denen ihr zu Hause als Schlafmoeglichkeit an. Super Einstellung, wie ich finde.
Unsere Retter: Die Stanford Familie
Nach unserem Mittag (um ungefaehr 17 Uhr) fing es dann an zu regnen (vllt auch schon etwas eher, bin mir nicht mehr ganz sicher) und wir machten uns wieder auf den Weg Richtung Hokianga. Es wurde dunkler und dunkler, der Regen wurde staerker und staerker und die Strassen kurviger und kurviger. Schliesslich paarten sich Baeume rechts und links der Strasse und wir waren im tiefsten Wald. Die Nerven lagen blank, wir waren unglaublich muede und wollten eigentlich nur noch schlafen. Aber weit und breit keine Toilette oder Parkplatzmoeglichkeit. Dann passierten wir ein langersehntes Schild, wo neben dem Mann und der Frau auch noch ein Zelt zu sehen war. Klasse ein Campingplatz. Aber 15 Dollar/Person gleich am ersten Tag? Wir wollten doch eigentlich etwas Geld sparen durch den Camper. Also weiter. Auch eine weitere Toilette in Mitten des Waldes war uns etwas unheimlich und wir beschlossen weiter zu fahren.
Zum Glueck nahm der Wald bald ein Ende und wir erreichten einen kleinen Ort kurz vor Hokianga, der ebenfalls eine oeffentliche Toilette bereitstellte. Kurzerhand parkten wir vor dieser und machten uns ans Betten aufbauen. Mann mann mann, das war noch alles ganz schoen chaotisch, aber wir bekamen es hin und schliefen unsere erste Nacht im Campervan. Fazit: Nicht viel Schlaf, dank ungewohnter Schlafkulisse, aber erstaunlich gemuetlich und tausendmal besser als Zelt.
Das Haus der Stanfords!
Am naechsten Morgen setzten wir unseren Weg fort und nahmen die Faehre in Hokianga um schliesslich weiter gen Cape Reinga zu fahren. Auch an diesem Tag regnete es wie aus Kuebeln und die Strassen waren nicht weniger kurvig oder steil. Sprich, wir kamen nicht voran und es dauerte alles laenger als erwartet. Schliesslich waren wir endlich 15 km vor Cape Reinga und obwohl scheiss Wetter war ein Ende in Sicht. Dachten wir zumindestens. Doch Neuseeland war auf diese Fluten von Regenwasser nicht eingestellt und so standen wir 10 km vor unserem Ziel vor einer ueberfluteten Strasse. Schlagartig verstanden wir auch die ganzen Lichthupen, die wir auf dem Hinweg erhielten. Geschaetzte 75 cm stand das Wasser ueber der Strasse und ein Ueberqueren mit unserem Campervan war unmoeglich. Es half alles Nichts und so fuhren wir die 100 km wieder zurueck nach Kaitaia. Dazu kam auch noch, dass wir geplant hatten in Cape Reinga zu tanken und die Nadel naeherte sich bedrohlich dem E fuer empty. Mit den ganzen Huegeln ist der Dieselverbrauch des alten Toyotas doch etwas hoeher als normal und schon bald blinkte die “Jetzt ist es wirklich ernst, du musst tanken” Lampe auf.
Spaziergang am Strand mit Suzie und Anette!
Fuer ein paar Minuten war Stille im Auto und wir hofften einfach nur, dass bald eine Tankstelle kommen wuerde. Wir haben es schliesslich mit 2.6 Litern im Tank zur Tankstelle in Kaitaia geschafft und atmeten abermals auf. Noch schnell eingekauft im Pack n Save und dann ging es nach dem Mittagessen auch schon weiter Richtung Tauranga Bay, was wir als naechstes Ziel steckten, nachdem Cape Reinga ja leider gestorben war. 100 km spaeter wussten wir nicht, ob wir laut loslachen oder einfach nur weinen sollten. Nach einem Huegel sahen wir eine Schlange Autos und deren Fahrer vor einer ueberfluteten Strasse stehen. Nun wuerde man ja in Deutschland sagen, ach komm, dann umfahr doch einfach die Strasse und nimm einen kleinen Umweg. In Neuseeland auf der Nordinsel geht das leider nicht so einfach, da es vielfach nur EINE Strasse gibt. So auch in diesem Fall und alle anderen Strassen wieder in den Sueden waren auch ueberschwaemmt. Doch zu allem Unglueck gab es auch in diesem Fall ein wenig Glueck. Wir kamen ins Gespraech mit einer aelteren Dame in ihrem Jeep. Sie und ihre Familie haetten ein Ferienhaus hier in der Naehe, von dem sie eigentlich nach Auckland aufbrachen. Sie wuerden wohl gezwungermassen dort eine weitere Nacht verbringen und fragten ob wir nicht Lust haetten mitzukommen.
Mittag in Tauranga Bay!
Wieder etwas unschluessig, sagten wir schliesslich zu und folgten ihr und ihrer Tochter zu ihrem Haus, was sich mehr als eine Art Villa mit traumhaften Ausblick herausstellte. Wahnsinn. Doch damit nicht genug, sie zeigten uns ihr Haus, was sie groesstenteils selbst renoviert hatten und machten Kaffee und Kuchen fuer uns. Ein Abendessen liessen sie sich auch nicht ausreden und alsbald kochte Suzie koestlichste Spaghetti Bolognese. Dazu gab es Rotwein und als Nachtisch einen kleinen Wodka Fijoa. Fijoa Frucht haben wir zum ersten Mal bei den Stanfords (Name der Familie) probiert. Sehr sehr lecker. Man unterhielt sich und tauschte sich aus und es war ein sehr ungezwungener und einfach schoener Abend. Witzig, wie ein so ungluecklicher Tag dann doch ein so schoenes Ende nehmen konnte. Wir uebernachteten im Gaeste Zimmer und wie durch ein Wunder war das Wetter am naechsten Tag etwas besser und die Strassen sollten frei sein. Natuerlich wurde noch lecker gefruehstueckt und sogar fuer einen Spaziergang am Strand war noch Zeit. Ein wenig komisch war es schon, dass alles anzunehmen und nichts als Gegenleistung fuer die grosszuegige Gastfreundschaft anbieten zu koennen.
Regnerisch, ratlos, aber happy in Paihia!
Aber die Familie war so nett und meinte das sie nach dem Grundsatz “What goes around, comes around” lebe. Wir sind uns sicher, dass nach unserem Aufenthalt bei ihnen etwas ganz super Gutes fuer sie in baldiger Zukunft passieren wird. Auch an dieser Stelle noch einmal vielen lieben Dank. Interessant war noch der Job von Suzie, der Tochter von Greg und Anette. Sie arbeitet als Manager auf einer Luxus-Yacht, die jetzt bald wieder ablegt und die Karibik bereist. Niemand anderes als Jay-Z und Beyonce haette sie an Bord gehabt und ueberhaupt sei der Job zwar sehr stressig, aber auch sehr lohnenswert. Immerhin sei ihr Ziel bis 35 (sie ist 29 im Moment) 3 Haeuser zu haben, denn fuer ewig wollte und koenne sie den Job nicht machen. Ich druecke ihr die Daumen!
Nachdem noch ein paar Fijoa-Fruechte aus dem Garten gepflueckt wurden, verabschiedeten wir uns von den Stanfords und machten uns auf den Weg nach Tauranga Bay. Zwar hatte der Tag vom Wetter her sehr schoen angefangen, doch schlagartig als wir die Tauranga Bay erreicht hatten, fing es auch schon wieder an zu regnen. Kann doch wohl nicht war sein. Der 3. Tag in Folge und nur Regen. Insgesamt war die Bucht und auch sonst das bisher Gesehene sehr schoen, aber so richtig kann man das Ganze bei Regen nicht geniessen. 
Hundertwasser Toiletten in Kawakawa!
So hielten wir unser Mittagessen kurz und fuhren bald weiter Richtung Paihia, einer Stadt in Mitten der Bay Of Islands. Hier war urspruenglich geplant eine Bootsfahrt zu machen um die vielen kleinen Inseln in der Bucht zu sehen. Doch auch dieses erschien uns angesichts des Wetters nicht wirklich das Richtige. Nicht nur das es zu dem Zeitpunkt regnete, auch die naechsten Tage war Regen angesagt. 90 Dollar fuer einen Segeltoern bei Regen und Sturm? Nen anderes Mal vielleicht. Also weiter. Nicht wirklich schluessig, wo wir als naechstes haltmachen wollten (denn schliesslich ist alles in der Natur bei Regen suboptimal) bahnten wir unseren Weg Richtung Whangarei. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch Kawakawa, welches Greg in Erzaehlungen erwaehnte und wo Hundertwasser ein paar Toiletten verkachelte. Der Zufall wollte es, dass ich auf Toilette musste und eben jene aufsuchte. Joa, ist ganz nett, aber so grell brauch ich es auf Toilette nicht. Nach einer kleinen Detour zu einigen oeffentlichen Toiletten (die wir faelschlicherweise fuer die Hundertwasser Toiletten hielten) schauten wir uns noch eine Kunstausstellung an. Auch nicht der Ueberhammer, aber die Fijoa-Suessigkeiten waren klasse!
Danach ging es wieder weiter auf der Strasse, denn wir beschlossen in Whangarei zu uebernachten, bis wohin es noch einige Kilometer waren. Wieder stockduster, und wieder im Regen fanden wir schliesslich einen Parkplatz neben einer Touristeninformation mit einer Toilette. Puh! Voellig kaputt, fielen wir ins etwas muffige Bett, denn ach ja unser Toyota ist genauso wenig wie die Strassen fuer solchen Regenfall ausgestattet und wir haben einige Lecks im Dach. 
Abbey Caves in Whangarei!
Trotz einiger Naesse schliefen wir erstaunlich gut und am naechsten Morgen ging es frueh raus zu den Abbey Caves, Whangareis frei zu besichtigenden Steinhoehlen. Alles war natuerlich noch super nass vom vielen Regen an den Vortagen und so war es entweder diese Tatsache oder die Uhrzeit, die uns voellig allein die Hoehlen erkunden lies. Ich fand es unglaublich cool ins Dunkle zu tappen und die Steine herunter zu krackseln. Ungluecklicherweise war in der Hoehle ein Strom von Regenwasser, der ein weiteres Erkunden nicht zuliess. Schade, aber das macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Der Tag fing schon mal gut an. Doch was passierte immer, wenn der Tag gut anfing. Genau es fing an zu regnen. So auch an diesem Tag. Kurz vor dem Goat Island Marine Reserve Park, einer Bucht wo man viele Fische sehen kann, fing es an zu schuetten wie aus Kuebeln. Regenjacken raus, Kaputze auf und dann raus. Angenehm war es nicht und die Jeans war in kurzer Zeit klitsch nass. Fische haben wir keine gesehen, aber wir sind uns sicher, dass es bei schoenem Wetter echt schoen sein muss in dem Marine Reserve.
Goat Island Marine Reserve Park
Ein paar schoene Wasserfaelle und Steinformationen haben wir gesehen und dann machten wir dem Regenspiel ein Ende und stiegen voellig durchnaesst in den Van. Wir hatten den Norden satt. Wir wollten weiterfahren Richtung Sueden. Und das taten wir. Und wir fuhren. Und wir standen in der Rush-Hour in Auckland. Und wir fuhren. Und es wurde dunkler und windiger. Und regnerischer und stuermischer. Bis zu dem Punkt, an dem wir mit 30 und Fernlicht ueber den Highway gefahren sind, weil es einfach nicht anders ging. In Thames staerkten wir uns mit Mc Donalds Cafe und kauften ein. Dann ging es weiter durch die naechtliche Hoelle, abermals auf der Suche nach einem Schlafplatz. Dieser sollte nach einer gefuehlten Ewigkeit auch gefunden werden und wir waren heilfroh nicht mehr weiter zu fahren. Es war so schlimm, dass wir nicht mehr erkennen konnten, ob wir neben dem Meer oder neben ueberschwemmten Wiesen gefahren sind.
Stay cool, but don't freeze brother!
Der 5 Meter Marsch zur Toilette durchnaesste einen voellig, aber es half nichts, denn die Blase war staerker. Mit etwas Unmut, ob der Wind den Campervan umhauen wuerde schliefen wir schliesslich in unser Tropfstein-Hoehle ein. Der naechste Morgen bringt uns dann zum heutigen Tag und damit zum ersten sonnigen Tag seit gefuehlten Jahren. So schoen, das koennt ihr euch nicht vorstellen, wenn man morgens aufwacht und nicht mit Regen, sondern mit Sonnenschein geweckt wird.
Mit diesem moechte ich hier Schluss machen und die Coromandel Erlebnisse im naechsten Blogpost beschreiben. In dem Sinne und wie immer: stay tuned...

Samstag, 17. März 2012

Auckland


Erste Aktion in Auckland: Burger essen bei
Burgerfuel!
Ein neues Land. Ein neues Seeland. Man fuege die letzten beiden Saetze zusammen und schwubbs...hey wir sind in Neuseeland. Hach und den Wortwitz habe ich mir selber ausgedacht, super ne?
Gut zurueck zu dem Ernst des Lebens. Vor 3 Tagen kehrten wir nach zahlreichen Abschiedsfeiern (an dieser Stelle nochmals vielen lieben Dank fuer die ganzen Emails und Glueckwuensche!) Adelaide den Ruecken zu und wurden von Alyssas Vater zum Flughafen gefahren (auch hierfuer nochmals vielen Dank!). Es war ein wirklich komisches Gefuehl, denn so richtig konnten wir es noch nicht fassen nun tatsaechlich aufzubrechen. Einchecken im Flughafen, einen Kaffee trinken und immernoch fuehlte man sich als wuerde man am Abend wieder in sein Zimmer in Adelaide zurueckkehren. Auch als wir mit dem Flieger abhebten war bei mir das Gefuehl des Reisens noch nicht ganz angekommen. Gegen 23:00 Uhr kamen wir in Melbourne an, wo wir planten die Nacht am Flughafen zu verbringen. So schlimm hoerte es sich im Vorherein nicht an. Ein wenig am Flughafen schlafen und dann gegen 7 – 8 Uhr in den naechsten Flieger nach Auckland einsteigen. Unseren Schlafplatz hatten wir auch alsbald gefunden. Ein paar Stuehle waren zusammengereiht und als Schlafbank umfunktioniert worden. Aus den Rucksaecken und Taschen baute man sich eine Art Kissen und dann hiess es nur noch einschlafen, denn muede waren wir. 
Sky-Tower!
Alles waere auch gar nicht so ungemuetlich geworden, wenn da nicht diese scheiss Durchsage gewesen waere, die mit einem Gong lauthals ungefaehr alle 5 Minuten durchgesagt wurde. In dieser wurden alle Passagiere aufgerufen bitte keine Fluessigkeiten mit an Board zu nehmen und wenn dann nur in einer verschliessbaren Plastiktuete und nur bis 100 ml. Zusammen mit grellem Licht schlief ich in jener Nacht vielleicht insgesamt 1 – 2 Stunden und um 6 Uhr morgens hielten wir es nicht mehr aus und sind endlich aufgestanden und haben lecker bei Burger King gefruehstueckt. Es gibt nichts besseres.
Der Rest des Hinweges verlief problemlos und gegen 17 Uhr Ortszeit (3 Stunden spaeter als Adelaide) erreichten wir unser Hostel in Auckland. Etwas ausserhalb der Stadt gelegen waren wir froh endlich anzukommen, denn nach eben beschriebener Nacht waren wir voellig ausgelaugt. Das Hostel ist klasse und alle Leute sind super nett. Statt einem gebuchtem 3er Dorm haben wir sogar unser eigenes 2er Zimmer bekommen.
Nach dem Check-In und kurzem Hallo sagen ging es dann nur noch hinunter zum Burgerfuel, wo wir koestliche Burger und Pommes verspeisten. Hinunter ging es deshalb, weil Auckland super huegelig ist. Vor allem auf dem Hinweg stiess uns dies unwohl auf, denn mit guten 30 kg Gepaeck steile Berge (fuer mich Bremer sind das wahre Gebirge hier!) hochlaufen wir wirklich kein Spass.
Faehrfahrt (Spiegel hinter uns!)
Trotz alledem machte Auckland auf den ersten mueden Blick einen sehr schoenen und gemuetlichen Stadt-Eindruck.
Nach einer erholsamen Nacht und einem Kraefte Fruehstueck (eingekauft hatten wir schon am Vorabend als letzte Aktivitaet des Tages) fuehlten wir uns schon viel besser am naechsten Tag. Als erste Aktivitaet beschlossen wir eine oeffentliche Bustour mit dem Outer-Link Bus zu drehen. Jener Bus umfaehrt den aeusseren Teil von Auckland und fuer $1.80 erhielten wir einen schoenen Ueberblick. Der huegelige Eindruck wurde noch bestaerkt und nach einer kompletten Runde stiegen wir schliesslich im Zentrum direkt neben dem Sky-Tower aus. Aehnlich Sydney, besitzt auch Auckland seinen Tower auf den die Stadt unglaublich stolz ist. So stolz, dass sie daraus in den unteren 8 Stockwerken einen Casino + Hotel Komplex gemacht haben. Um es kurz zu machen war es uns die 25 Dollar nicht wert um nach oben zu fahren und alsbald verliessen wir das Gewerbezentrum Richtung Hafen. 
Super schoene Aussicht vom Gipfel in Devonport!
Der Plan sah eine Faehrfahrt nach Devonport vor, von wo aus man einen schoenen Blick auf die Stadt haben sollte. Auf dem Weg dorthin fiel vor allem auf, dass Aucklands Innenstadt sehr viel mehr hohe Gebauede (Wolkenkratzer) hat als Adelaide. Man hatte den Eindruck in einer Stadt zu sein wo was los ist. Nun liegt das wahrscheinlich daran, dass Adelaide einfach mehr eine Kleinstadt ist, deren Einwohner weit verstreut sind, aber aufgefallen ist es uns dennoch. Immerhin hat Adelaide (1.5 Millionen) mehr Einwohner als Auckland (1.2 Millionen). Gut das sei auch erwaehnt.
Aufgrund einer Segelregatta hatte unsere Faehre etwas Verspaetung (30 min.) und trotz Urlaubsstimmung, machte sich doch noch etwas die Muedigkeit vom Vortag bemerkbar. Die war jedoch bei Ablegen der Faehre verschwunden, denn der Ausblick und die frische Seeluft waren schlicht und ergreifend herrlich. Auch Devonport sollte uns nicht enttaeuschen und nach einem leckeren Kaffee bestiegen wir die einzige Sehenswuerdigkeit, einen Huegel! 
Fliegende Pilze auf dem Gipfel in Devonport!
Wir hatten unglaublich Glueck mit dem Wetter und bei schoenstem Sonnenschein und leichter Brise genossen wir schon bald den einzigartigen Ausblick ueber Auckland. Ich bin mir fast sicher, dass bei diesem Bild selbst der Sky-Tower ein wenig neidisch geworden waere, aber gut. Wir erkundeten noch ein wenig den Gipfel des Berges und machten uns danach wieder auf Richtung Faehre. Insgesamt gefiel uns Auckland zu diesem Zeitpunkt schon sehr, denn wie schon gesagt verspruehte es etwas frisches und unglaublich Nettes, Ueberhaupt haben wir bisher noch nicht einen unfreundlichen Menschen hier getroffen und alle die wir fragten halfen uns stets zu ihrem Besten. Klasse!
Am Abend verfielen wir dann noch in alte Adelaide Muster und schauten nur noch einen Film, denn der Vorabend hing doch noch etwas in den Knochen.
Heute war dann St. Patricks Day und wir beschlossen mit den anderen Hostelbewohnern in die Stadt zu gehen um den irischen Feiertag zu zelebrieren. Nachdem wir bereits frueh aufgestanden waren und in dem Museums-Park (Domain) Sport machten, brach die multikulturelle Truppe um 12 Uhr auf. Mit dem Bus ging es abermals Richtung Hafen, wo einige Live-Bands und andere Events auf uns warten sollten. Nach kurzem herumwandern und einer kleinen Street-Art Vorstellung beschloss man in einen Irish-Pub zu gehen. Schlappe 10 Dollar Eintritt und dann nochmal 9 Dollar pro Bier. Hey das guenstige Backpackerleben ist zu Ende, jetzt kommt Luxus. 
St. Patricks Day mit Courtney und Jos!
Naja nicht so ganz. In einer gruenen Party-gemeinschaft tranken wir ein paar Bierchen und schauten lustigen Iren bei ihren Volkstaenzen zu. Ich persoenlich bin ein Fan von den irischen Volksliedern und genoss deren Vorstellungen. Allerdings eignen sich halt solche Feste nicht wirklich um einander kennenzulernen, denn neben viel zu lauter Musik und nur im stehenden Gedraenge redet es sich halt nicht super leicht. So haben wir nach ungefaehr 2 Stunden beschlossen zu gehen und machten uns wieder auf den Weg Richtung Hostel um Mittag zu kochen. Gesagt, getan!
Nun war es bereits 15:30 und man war sich unschluessig, was man mit dem Rest des Tages anfangen sollte. Bei uns stand eigentlich nur noch das Museum auf der Liste, welches nur noch bis 17 Uhr aufhatte. Sollen wir noch? Lohnt sich das? Ja gut komm, wir checken das mal aus. Den Weg kannten wir ja schon von unserem morgentlichem Sport und so erreichten wir gegen 16 Uhr das Auckland Museum. Auf 3 Stockwerken kann man sich hier informieren ueber Aucklands Geschichte, die Maori-Kulturen und saemtliche Tier- bzw. Pflanzenarten.
Peace! Be Happy!
Das Museum verlangt keinen Eintritt, ruft aber jeden Besucher zu einer Spende von $10 auf, mit Ausnahme von Einwohnern Aucklands. Also nach dem Motto: “We greatly appreciate a $10 donation”. Da wir aber nur noch eine Stunde in dem Museum hatten, fuehlten wir uns bei einer $5 Spende nicht allzu schlecht, obwohl die Dame an der Rezeption doch etwas unfreundlich guckte. Im Nachhinein war die Spende dann aber doch angemessen, denn so ueberragend war das Museum wirklich nicht. Ein Erdbeben-Raum ist vielleicht noch erwaehnenswert, wo man auf Couchen einmal durchgeschuettelt wird, aber ansonsten ist es wie jedes andere Museum auch, nur vielleicht etwas groesser. Ich fand interessant, dass Auckland und der Hauptteil von Neuseeland auf aktiven Vulkanen gebaut wurde. So sitzt die Auckland Region auf 48 Vulkanen, von denen Geologen behaupten sie seien immernoch aktiv. Fuer die Maori waren die Vulkane bzw. das Vulkangestein und die Asche sogar sehr hilfreich, denn einige Pflanzen waren auf die hierin enthaltenen Naehrstoffe angewiesen. Aha!
Ich hab gewonnen!
Mit einigem neuen Wissen gingen wir so zurueck zum Hostel, in dem ich nun diesen Blogeintrag verfasse. Morgen holen wir dann unseren Campervan ab und haben vor die rund 450 km nach Cape Reinga (dem noertlichsten Punkt Neuseelands) zurueck zu legen. Etwas nervoes sind wir wegen des Campervans schon, denn die Firma hat nicht die besten Bewertungen bekommen, aber vielleicht haben wir ja Glueck und erwischen den einzig guten und zuverlaessigen Van. Ich lasse es euch alsbald wissen. Ja gut ich will nicht zu viel versprechen, denn wir haben noch keinen Internet-Stick gekauft und freies Internet ist hier ja eine Raritaet, insofern mal sehen wann ich den naechsten Blogpost schreibe. Eine Telefonnummer habe ich bislang auch noch nicht, aber bin ueber Skype auf jeden Fall zu erreichen bzw. Facebook und Konsorten.
Also drueckt uns die Daumen fuer den Campervan und wie immer stay tuned......

Donnerstag, 8. März 2012

Sch-Weinereien in Adelaide


Norwood Food & Wine Festival
Mit Meilenstiefeln geht es der Abreise entgegen und nun ist es nicht mal mehr eine Woche bis es wieder gen Flughafen und auf nach Neuseeland geht.
Ich freue mich auf das Abenteuer und bin gespannt was Neuseeland und all die anderen Laender, die noch bereist werden, an neuen Erfahrungen bringen. Zwar gibt es noch Einiges zu organisieren und so ueberwiegt momentan der Stress bzw. Aufregunsfaktor, aber das wird spaetestens am naechsten Mittwoch vorbei sein. Ich freue mich drauf!
Wie schon aus dem Titel dieses Posts herauszulesen, standen die letzten Wochenenden bzw. Wochen im Zeichen des Weins. So sind wir vor 3 Wochen auf das Norwood Food & Wine Festival gegangen. Voller Vorfreude auf tausende Weine und Essen zum Probieren machten wir uns gegen Mittag auf den Weg in den rund 20 Geh-Minuten entfernten Vorort Norwood. Auch Petrus hatte wohl am Vorabend ein paar Glaeschen Wein zu viel Getrunken und machte uns an dem Tag mit extrem schwuelen heissen Wetter nicht wirklich eine Freude. Es war so ein Wetter, wo mann vor die Tuer geht und der Koerper sofort sagt: Es ist zu heiss, ich schwitz jetzt! Sauber.
Angekommen bei dem Festival musste man, sofern man Wein verkosten wollte, sich ein Glas kaufen, womit man die ersten 7 Dollar loswurde. Soweit so gut, denn wir vermuteten ja, dass man Wein und Essen umsonst probieren koenne und somit waeren die 7 Dollar ja gut investiert gewesen. Aber weit gefehlt. Nicht so in Adelaide. Jedes Glas Wein kostete durchschnittlich 7 Dollar und dann war das Glas natuerlich auch nur halb gefuellt, denn man will ja vornehm trinken. So beschlossen wir den Konsum in Grenzen zu halten, denn der Traum von einem Rausch am helligten Tag war nach einer kurzen Kostenbilanz erloschen. So probierten wir 2 Glaeser Wein, goennten uns noch Kaffee obendrauf und setzten den I-Punkt mit Eis von Coles. Alles in allem, waren so schnell 40 Dollar pro Person ausgegeben.
Dem Festival muss man lassen, dass wirklich coole Bands gespielt haben. Ueberwiegend lokale Musikgruppen spielten schoene Songs und so liess man sich berieseln oder rockte mit. Besonders eine Saengerin gefiel uns, von der ich leider den Namen vergessen habe. Ja gut, damit sei dieses wichtige Detail auch erwaehnt.
Taste The Barossa Tour mit Dallas

Ein lustiger Zufall war auch noch, als ich ploetzlich in einen Mann hineinlief und mich natuerlich entschuldigte ihn angepoebelt zu haben. Wer war dieser Mann? Wer koennte es anderer sein, als mein Chef! So stand man etwas verdutzt vor sich, unterhielt sich kurz (so in der Art :”oehh, how are you?......”yeah good, yourself?”.....''good...oehh.....yeah...”) und dann ging man wieder getrennte Wege. Es stellte sich heraus, dass er genau neben dem Festival wohnte und wohl jedes Jahr gehen wuerde.
Insgesamt hatte man das Gefuehl, dass es bei dem Festival darum ging gesehen zu werden und ueberhaupt liessen es die Leute gerne raushaengen wer viel Geld hatte und wer noch viel mehr. Alles in allem war es ein schoener Ausflug und ein schoener Tag.
Um gleich mit dem Thema Wein weiter zu machen, ueberspringe ich das dazwischenliegende Wochenende (wo ohnenhin nur gechillt wurde) und komme direkt zum letzten Wochenende und damit zur langersehnten Barossa Valley Tour. Ich lag Julia schon seit mehreren Wochen damit in den Ohren und schliesslich war endlich ein gemeinsamer Trip mit ihrem Chef Tyson und ihrer Mitarbeiterin Tracey organisiert. Gemeinsam buchten wir die “Taste The Barossa” und versammelten uns am Sonntag Morgen um 09:00 Uhr vor dem Peter Pans Buero. Das Wetter war anders als bei dem Norwood Festival uns wohlgesonnen und es waren Sonne mit angenehmen 27 Grad angesagt.
Schon bald wurden wir von unserem Tour-Bus und unserem Guide namens Dallas abgeholt. Neben unserem 5er Gespann war noch ein aelteres deutsches Paerchen und ein Ami an Bord. Somit eine wirklich gemuetliche Tourgruppe.
Lecker Shirazzzz!
Auf dem 45 minuetigen Weg nach Barossa Valley stellte sich Dallas vor, schwaermte von der Natur um Barossa und erklaerte den Tagesablauf. Auf Anhieb machte er einen wirklich sympathischen Eindruck und als er erwaehnte, dass wir ja heute besonders viel trinken werden und von daher einen Weg mit geradem Strassenverlauf nach Hause nehmen wuerden waren alle begeistert. 4 Weinkeller sollten besichtigt werden und Mittag gibt es im 2. Weinkeller. Hoert sich gut an.
Erster Stop war jedoch kein Weingut, sondern eine Mauer bzw. Staudamm, die aufgrund ihrer Form besonders war. So wurden Schallwellen vom einen Ende direkt zum anderen Ende, ohne besonderen Verlust uebertragen. Oder weniger physikalisch: Man konnte sich ueber hunderte von metern unterhalten ohne zu schreien. Fast schon unheimlich, wenn ploetzlich eine Stimme aus dem Nichts sagt: “Hey how are you goin?”. Faszinierend war es, aber eigentlich waren wir ja nun wegen des Weins auf der Tour. Somit wurde schnell wieder zusammen gepackt und 10 Minuten spaeter erreichten wir endlich das erste Weingut: Chateau Yaldara.
Lecker deutsche Wurst und Kaeseplatte!
Urspruenglich stellte ich mich darauf ein, dass uns der Tourbus einfach nur vor die Weingueter fahren wuerde, wir dann 1 Stunde zeit haben Weine zu probieren und dann geht es weiter zum naechsten Weingut. Aber ich wurde positiv ueberrascht, denn man fuehrte uns prompt in einen Nebenraum und wir erhielten unsere eigene Weinvorstellung. So erklaerte uns Tammy wie jeder Wein zu schmecken habe und was die Besonderheiten sind. Ach ja, da faellt mir gerade wieder ein Zitat von Dallas ein, der naemlich auf der Hinfahrt noch erzaehlt hat, dass wir an jenem Tag doch wirklich ein paar Weltklasse-Weine kosten wuerden und das selbst wenn jemand mal schlechte Erfahrungen mit einer bestimmten Sorte Wein gemacht haette, man heute alles nochmal probieren sollte. Keine Ausreden, sonst faehrt der Bus nicht weiter! Klasse dieser Mann. Ich persoenlich bin bei dem ersten Weingut auf den Geschmack von Port gekommen. Nussig und einfach lecker war der letzte probiert Port und waere ich in Deutschland gewesen haette ich mir glatt eine Flasche gekauft. 
Nach guten 45 Minuten hatten wir das gesamte Sortiment durchprobiert und die Gaumen freuten sich auf mehr. Zunaechst hielten wir jedoch noch kurz fuer einen Spaziergang durch die schoene Kleinstadt Tanunda, wo eine Hochzeit stattfand. Hier fiel vor allem eine Frau auf, die einen Rock/Kleid trug, der durch den starken Wind immer mal wider hochgewirbelt wurde und somit ihre nicht wirklich vorteilhaften Beine und einen Tanga hervorblitzen liessen. Geil war aber eigentlich das Bild von uns, da der gesamte Tourbus gebannt dieses Rock-Spektakel von der anderen Strassenseite begaffte. An dieser Stelle sei auch noch kurz erwaehnt, dass sich Julia einen Kaffee gekauft hatte, obwohl der Ami-Weinspezialist doch ausdruecklich davor gewarnt hatte, da ja der Kaffee den Geschmack vernebele und man wuerde ja danach nichts mehr schmecken.
Die eindeutig coolsten Typen auf dem Trip!
Auf ging es zum naechsten Weingut. Peter Lehmann war der Name des Gruenders und wie schon erahnt, handelt es sich hierbei um einen Deutschen. Auch hier erhielten wir wieder unsere eigene kleine Show in einem Vorraum und kosteten uns durch die Weine. Mir gefiel vor allem der Shiraz und wir bestellten zum Mittag noch eine Flasche Sparkling Shiraz, also eine Art Rotwein mit Sprudel, den man kalt trinkt. Wirklich lecker, aber auch verdammt teuer. Zum Mittag gab es dann zu unserer Verwunderung auch deutsches Essen. Deutsche Salami, Lachsschinken, Oliven, Brot und Dip wurden aufgetischt und alle inklusive mir wurden satt.
Zum naechsten Weingut konnte man zu Fuss laufen und Dallas hat uns mindestens 5 mal erklaert wie man dorthin kommt. “Also ueber die Bruecke und dann Rechts!”....das Wort rechts hat er noch etwas lauter gesagt, so dass man das Gefuehl hatte, dass der durchschnittliche Tourbesucher an dieser Stelle schon so betrunken ist, dass er nicht mehr in der Lage ist simple Richtungen zu behalten. Wir waren zu diesem Zeitpunkt schon gut dabei und gerade nach der extra Flasche zum Mittag ging es froehlich zum naechsten Weingut. Hier erhielten wir zwar nicht unseren eigenen Raum, aber trotzdem fragten wir nach fast allen Weinen um diese zu probieren. Auch hier ueberzeugte mich der Shiraz und nach einer guten halben Stunde packte uns Dallas wieder ein und es ging froehlich weiter zum letzten Weingut. Dieses war etwas kleiner als die zuvor besuchten, aber aus dem Grund nicht weniger schoen. Mit Haighs Schokolade als Zusatz genossen wir die letzten teuren Weine fuer diesen Tag. So klang der Tag langsam aus und nachdem auch die Schaukel draussen ausprobiert wurde machte sich die Truppe auf den Heimweg. Der Ami, der ja schoen ueber den Kaffee und Gaumen sich ausgelassen hat, sorgte fuer einiges Gelaechter als er immer wieder schlafend zusammensackte und knapp davor war mit dem Kopf an die Scheibe zu bumsen. Herrlich.
"Kaffee ruiniert den Gaumen!"
Um ca. 18 Uhr kamen wir so zurueck nach Adelaide und da wir doch etwas kaputt waren, schmissen wir den urspruenglichen Plan mit zu Tracey zu gehen ueber den Haufen und gingen nach Hause.
So ganz unbeschadet liess mich der Tag dann aber doch nicht davonkommen, denn schon auf dem Heimweg hatte ich unglaubliche Kopfschmerzen. Diese resultierten dann so gegen 2:00 Uhr nachts darin dass ich aufwachte und erst nach Einnehmen einer Tablette wieder einschlafen konnte. Selbst am naechsten Tag wurde ich stetig an den Vortag durch ein leises Haemmern in meinem Kopf erinnert. Wer also meint, dass qualitativ gutwertiger Wein keine Kopfschmerzen bereitet, dem sei hiermit auf die Spruenge geholfen. Wie dem auch sei, es hat sich gelohnt!
Das naechste was ich hier noch kurz erzaehlen moechte, war der vorgestrige Besuch von SOAP – The Show auf dem Fringe Festival. Wie schon berichtet ist momentan in Adelaide das sogenannte Fringe Festival und quasi jeden Tag werden auf einer Art Rummel (Garden of unearthly Delights) Shows angeboten. Da gibt es Comedy, Artistic oder auch Musik-Shows. Wir entschlossen uns fuer eine Kombination und sind schliesslich auf Soap gestossen. Eine neuartige Tanz-Akrobatik Show, die lustig sein sollte. Fuer 50 Dollar kein Schnaeppchen, aber man goennt sich ja sonst nichts.
Bei dem letzten Weingut!
So gingen Julia und ich vorgestern zum ersten mal in den Garden of Unearthly Delights, wo um 22 Uhr die Show stattfand. Wirklich cool fanden wir die Athmosphaere, die wie schon gesagt an einen kleinen Rummel mit vielen Lichtern und Zirkuszelten erinnerte. Nachdem wir uns mit Pommes und Kaeffchen gestaerkt haben, gingen wir Richtung Show-Zelt und obwohl es noch 40 Minuten vor Showbeginn war, sahen wir eine ziemlich lange Schlange. Im Nachhinein war die Entscheidung sich direkt anzustellen die einzig richtige, denn so erwischten wir noch ein paar der besseren Sitzplaetze direkt vor der Buehne. Die Show kann ich hier nicht in allen Einzelheiten beschreiben und will ich auch gar nicht, aber das Gefuehl als wir rauskamen war einfach 100%. Eine solch gute und neuartige Show mit so vielen Elementen (Opernsaengerin im neuen Stil, Ballet, Jongleure, Akrobatik, Comedy) war einfach klasse und wir waren hin und weg. Wenn die durch die Welt touren und nach Deutschland kommen sollten, dann unbedingt hingehen. Lohnt sich wirklich.
Das bringt mich schon die Gegenwart und die spielt sich momentan in meiner Firma ab. Hier sitze ich gerade und warte bis sich die Gemeinschaft auf die Streetparty aufmacht, die sich vor der Tuer der Firma abspielt. Mein Chef hat Bier gekauft und heute morgen in einer E-mail alle dazu aufgerufen mit zu feiern. Schnell wurde dadurch mein urspruenglicher Plan ins Fitnessstudio zu gehen ueber den Haufen geschmissen und ich freue mich jetzt auf ein kuehles Blondes.
Heute Abend geht es dann noch mit meiner neuen Mitbewohnerin ShieShie und ein paar anderen Leuten weg. Wohin wissen wir noch nicht, aber es wird gut, das steht fest!

In dem Sinne, gibt es hoechstwahrscheinlich das naechste Mal schon Neuigkeiten aus Neuseeland.....stay tuned!