Dienstag, 27. März 2012

Freezing Cold Action in Waitomo und Tongariro!


Hoehlen-Rafting: Wir sind bereit!

Moin moin allerseits, da bin ich wieder mit einem neuem Update. Und dieses Mal ist es Action geladen. Vor 3 Tagen und damit kurz nachdem ich meinen letzten Post hochgeladen habe, waren wir in Waitomo und warteten aufgeregt darauf, dass unsere Hoehlen-Rafting Tour endlich losging.
Die Black Water Rafting Company in Waitomo bietet an mit Tubes (also diese aufgeblasenen LKW-Reifen) durch die lokalen Hoehlen zu raften und wir hatten einen 3 Stunden Trip gebucht. Zusammen mit 10 anderen Touris aus aller Welt (diesmal waren wir sogar nur 4 Deutsche in der gesamten Gruppe!) machten wir uns mit unserem Guide Shannon auf zur Vorbereitung. Wetsuits wurden uebergestuelpt, was nicht sehr angenehm war, denn schliesslich waren wir die letzte Gruppe an dem Tag und alle Anzuege waren komplett nass von vorherigem Traeger. Kombiniert mit authentischen weissen Gummistiefeln und modischem Hoehlen-Helm machte man sich auf zum Idioten-Gruppenfoto bevor es in den Van und damit Richtung Hoehlen ging. 
Absprung ins Ungewisse!
Dann ging es schon wieder los mit Kennenlernspielchen. Klasse, dachte ich. Fuer einen nunmehr noch 2 ½ Stunden Trip macht es fuer mich einfach keinen Sinn allen weit und breit zu erzaehlen woher ich komme und mich in einem Wort zu beschreiben. Zum Glueck wurde Logan (derAuszubildene Hoehlen-Guide, der uns begleitete) hierbei unterbrochen und wir setzten unseren Weg ohne Kennenlernspiel fort. Puh!
Bei den Hoehlen angekommen, schnappte sich jeder einen Schwimmreifen und dann ging es auch schon los mit dem ersten Sprung ins Nasse. Shannon hatte uns erzaehlt, dass in der Hoehle einige Wasserfaelle zu ueberqueren seien und bei diesen muessten wir rueckwaerts mit einem Satz herunter springen, da sich direkt unter dem Wasserfall grosse Steine befinden. So uebten wir dies zunaechst von einem erhoehten Steg und jeder musste einmal springen. Einige kostete es mehr Ueberwindung als andere, aber alle hatten denselben Gesichtsausdruck, als sie im Wasser landeten: Ach du Scheisse, ist das kalt. Wirklich schweinekalt, trotz Neopren-Anzug. Um der Kaelte entgegenzuwirken, ging es danach auf einen kleinen Bush-Walk zu der eigentlichen Hoehle. 
Alles top in der Hoehle!
Logan gab sich alle Muehe die Gruppe zu bespassen und packte einen Joke nach dem anderen aus dem Ausbilderbuch aus. Mein Gott, war das schlecht. Julia fand es ganz gut, aber mich hat es ein wenig an meine ASB-Erste-Hilfe Ausbilder Zeit erinnert, wo auch alle Ausbilder dieselben Witze am Anfang gelehrt bekommen. Naja die Zeit verging und das Wasser in unseren Neopren-Socken wurde langsam waermer.
Dann ging es endlich los in die Hoehle. Doch schon im ersten groesseren Raum: Stop! Kennenlernspiel! So ein Mist, die ziehen das echt durch. Die 3. Fuehrerin ist jetzt naemlich dazugestossen und wollte uns natuerlich kennenlernen. “Ja hi, ich bin Roland, komme aus Deutschland und reise jetzt seit 1 ½ Jahren.”....”Ja hi, ich bin Rachel, komme aus den USA und reise jetzt seit 1 Jahr”...ihr koennt euch vorstellen wie es weiterging. Sehr interessant.
Macht ja auch Spass, nech?
Dann ging es wirklich los und obwohl richtig kalt war es super beeindruckend. Durch tiefe und weniger tiefe Stroeme erkundeten wir die Hoehle, sahen Gluehwuermer in allen Variationen und ueberquerten Wasserfaelle, die zwar nicht so hoch wie der anfaengliche Steg, aber dafuer umgeben von Steinen waren. Ein Nervenkitzel, den ich jedem empfehlen kann. Wenn man etwas Negatives finden moechte, dann war es vielleicht die Gruppengroesse, denn bei 12 Leuten musste man doch bei den Stops etwas laenger warten (und es wurde dementsprechend kaelter) bis alle beisamen waren. 
Ansonsten war es eine absolut geniale Erfahrung, die ich bestimmt nicht so schnell vergessen werde. Abschliessend gab es dann eine heisse Dusche zusammen mit waermender Suppe und Butter-Bageln. Lecker. Waehrend des Abendessens unterhielt ich mich noch mit einem Norweger, der mir anbot mich in Oslo bzw. Bergen herumzufuehren,wenn mich der Weg mal dorthin verschlagen wuerde. Super nett und darauf werde ich bestimmt zurueckkommen.
Beim Start der Wanderung (8:15 Uhr)
Leider konnten wir nicht lange bleiben, denn wir wollten noch am selben Tag einige Kilometer weiterfahren zum Tongariro Nationalpark, wo wir am naechsten Tag die Alpine Crossing auf uns nehmen wuerden. Gesagt, getan! Und obwohl ich Anfangs etwas skeptisch war, ob wir die 160 km noch schaffen wuerden (ich war wirklich sehr muede) war es dank gutem, nicht so kurvig und weniger huegeligem Highway kein Problem und wir fanden unseren Weg zum DOC-Camp direkt im Nationalpark gute 2 Stunden spaeter. 
Der Campingplatz war zu unserem Erstaunen komplett ueberfuellt und wir schafften es gerade noch uns neben einen anderen Campervan zu quetschen. Das resultierte darin, dass der Fahrer gleich herauskam und mich daraufhinwies, dass er ja vorne und hinten jetzt eingekeilt waere und am Morgen nicht mehr herauskaeme. Also ich masse mir nicht an ein besserer Fahrer zu sein als er, aber ich glaube das jeder Trottel seinen Campervan haette ausparken koennen. Naja um Stress aus dem Weg zu gehen versicherte ich ihm, dass wir am Morgen vor ihm aufbrechen wuerden und damit schien er sich zufrieden zu geben.
Windig war es, aber wunderschoen!
So verbrachten wir die Nacht in Mitten der Berge und das liess sich auch anhand der Temperaturen bemerken. Es war die erste Nacht, die wirklich kalt war im Campervan und auch am naechsten Morgen mit Kaffee dauerte es einen Moment bis man wieder voellig aufgewaermt war. Wir mussten schon relativ frueh raus, denn wir hatten uns einen Platz im Shuttle reserviert, welches uns von einem nahegelegenen Hostel abholen wuerde. 
Es ist naemlich so, dass die Wanderung, die wir vorhatten keine Rundwanderung ist, sondern man faengt an einem Parkplatz an und kommt an einem 8 km entfernten Parkplatz rund 7-8 Stunden spaeter wieder an. Nun haetten wir auch ein Shuttle vom anderen Parkplatz buchen koennen was uns wieder zum Startparkplatz bringen wuerde, aber es ist ein bekanntes Problem, dass vom Startparkplatz viel gestohlen wird. Schliesslich verlaesst man sein Auto fuer mindestens 6 Stunden und das ist natuerlich fuer Diebe ein gefundenes Fressen. So entschlossen wir uns unseren Van bei einem Hostel zu lassen und fuer einen Shuttle-Service zu bezahlen.
Kuwabanga vor dem Red Crater!
Wir fanden den Weg zum Hostel problemlos und gegen 8 Uhr kam dann auch das Shuttle an. Ein Typ stieg aus und nach einem kurzem Hallo musterte er mich und sagte mir, dass er mich mit Jeans nicht mitnehmen wuerde. “Aehh wie bitte?”..
Ja wenn es da oben regnet und dann unter 0 Grad hat, dann wuerde ich ein paar ernste Probleme mit einer Jeans bekommen. Deswegen sei es grundsaetzlich so, dass sie niemanden in Jeans mitnehmen wuerden. Alles klar, hab ich verstanden, waere halt nur klasse gewesen, wenn mir das jemand vorher gesagt haette. So blieb mir nichts anderes uebrig, als mir in einem auf der anderen Strassenseite liegenden Shop eine wasserdichte Ueberziehhose fuer 10 Dollar zu leihen. Ein wenig genervt wegen diesem Aufstand stieg ich in das Shuttle und es ging los Richtung Berg.
Frisch wars!
Gute 20 Minuten spaeter standen wir zusammen mit geschaetzten anderen 100 Touris vor dem Startschild, was einen groben Ablauf der Wanderung schilderte, Erste Toilette in 1 ½ Stunden, dann erst wieder eine in 5 Stunden Wanderzeit. Alles klar, check! Und los ging es.
Am Anfang war die Wanderung sehr human und ohne viel Aufstiege. Bis zur ersten Toilette schafften wir es in guten 50 Minuten anstatt der ausgeschilderten 1 ½ Stunden. Das Wetter klarte auf und das brachte bei vielen Besuchern einschliesslich uns ein Laecheln auf die Lippen. Es war bisher unklar gewesen, wie das Wetter werden wuerde und ein paar Schauer waren angesagt. Aber so wie es aussah, hatten wir bis auf ein paar Wolken strahlend blauen Himmel. Klasse!
Emerald Lakes und Crater Lake!
Der zweite Anstieg der zum Red Crater herauffuehrte hatte es dann in sich. Der Anstieg war relativ steil, aber das war nicht das Problem. Es war vor Allem der eiskalte Wind, der mit guten 50 km/h einige fast weggepustet haette. Aber wir kraxelten und kraxelten und oben angekommen belohnte uns der Berg mit einer wahnsinns Aussicht. Landschaften, die ich vorher so noch nicht gesehen habe. Der Red Crater war super beeindruckend und die Emerald Lakes einfach nur schoen. Oben auf dem Berg waren die Steine vereist und der Himmel war so klar, dass wir bis zum Lake Taupo gucken konnten. Besser geht es nicht.
Wunderschoene Aussichten auf Lake Taupo!
Nach den Vulkanlandschaften und dem Crater Lake kam dann der Abstieg und der zog sich hin. Und wie der sich hinzog. Nachdem wir 2 Stunden bergab gelaufen sind, wuenschte man sich schon fast wieder einen Anstieg, denn die Waden und Kniemuskulatur war durch die monotone Beanspruchung doch relativ gereizt. Doch die Landschaften lenkten uns von unseren Beinen ab. Schwarzes Vulkangestein wurde durch gruene Wiesen und Baumlandschaften ersetzt und schliesslich befand man sich in Dschungelartigem Gelaende wo man neben Fluessen entlanglief. Unglaublich wie vielseitig diese Wanderung war. 19.4 km nach dem Start erreichten wir das Ende der Wanderung in knapp unter 6 Stunden. Somit blieb uns eine knappe Stunde bevor uns unser Shuttle wieder zurueck zum Hostel bringen wuerde und diese genossen wir in der Sonne und mit geschlossenen Augen, denn anstrengend war es dann doch.
Und immer gruener wurde es beim Abstieg!
Am selben Abend fuhren wir dann noch etwas weiter als Wanganui, wo wir die Nacht in einem Ort verbrachten, wo um 2:30 Uhr irgendwo direkt neben uns der Feueralarm losging. Holy Shit, hat uns dass aus unserem Schlaf gerissen und ein wenig Angst hatten wir schon, dass wir bald von Feuerwehr Autos umzingelt waren. Doch es ging alles gut und am naechsten Vormittag checkten wir ins YHA Hostel in Wellington ein, in dem ich mich jetzt befinde. Von hier aus nehmen wir morgen die Faehre nach Picton und damit dem ersten Ort auf der Suedinsel Neuseelands. Ich bin gespannt auf das naechste Kapitel Neuseelands und halte euch auf dem Laufenden....stay tuned!


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