Donnerstag, 8. März 2012

Sch-Weinereien in Adelaide


Norwood Food & Wine Festival
Mit Meilenstiefeln geht es der Abreise entgegen und nun ist es nicht mal mehr eine Woche bis es wieder gen Flughafen und auf nach Neuseeland geht.
Ich freue mich auf das Abenteuer und bin gespannt was Neuseeland und all die anderen Laender, die noch bereist werden, an neuen Erfahrungen bringen. Zwar gibt es noch Einiges zu organisieren und so ueberwiegt momentan der Stress bzw. Aufregunsfaktor, aber das wird spaetestens am naechsten Mittwoch vorbei sein. Ich freue mich drauf!
Wie schon aus dem Titel dieses Posts herauszulesen, standen die letzten Wochenenden bzw. Wochen im Zeichen des Weins. So sind wir vor 3 Wochen auf das Norwood Food & Wine Festival gegangen. Voller Vorfreude auf tausende Weine und Essen zum Probieren machten wir uns gegen Mittag auf den Weg in den rund 20 Geh-Minuten entfernten Vorort Norwood. Auch Petrus hatte wohl am Vorabend ein paar Glaeschen Wein zu viel Getrunken und machte uns an dem Tag mit extrem schwuelen heissen Wetter nicht wirklich eine Freude. Es war so ein Wetter, wo mann vor die Tuer geht und der Koerper sofort sagt: Es ist zu heiss, ich schwitz jetzt! Sauber.
Angekommen bei dem Festival musste man, sofern man Wein verkosten wollte, sich ein Glas kaufen, womit man die ersten 7 Dollar loswurde. Soweit so gut, denn wir vermuteten ja, dass man Wein und Essen umsonst probieren koenne und somit waeren die 7 Dollar ja gut investiert gewesen. Aber weit gefehlt. Nicht so in Adelaide. Jedes Glas Wein kostete durchschnittlich 7 Dollar und dann war das Glas natuerlich auch nur halb gefuellt, denn man will ja vornehm trinken. So beschlossen wir den Konsum in Grenzen zu halten, denn der Traum von einem Rausch am helligten Tag war nach einer kurzen Kostenbilanz erloschen. So probierten wir 2 Glaeser Wein, goennten uns noch Kaffee obendrauf und setzten den I-Punkt mit Eis von Coles. Alles in allem, waren so schnell 40 Dollar pro Person ausgegeben.
Dem Festival muss man lassen, dass wirklich coole Bands gespielt haben. Ueberwiegend lokale Musikgruppen spielten schoene Songs und so liess man sich berieseln oder rockte mit. Besonders eine Saengerin gefiel uns, von der ich leider den Namen vergessen habe. Ja gut, damit sei dieses wichtige Detail auch erwaehnt.
Taste The Barossa Tour mit Dallas

Ein lustiger Zufall war auch noch, als ich ploetzlich in einen Mann hineinlief und mich natuerlich entschuldigte ihn angepoebelt zu haben. Wer war dieser Mann? Wer koennte es anderer sein, als mein Chef! So stand man etwas verdutzt vor sich, unterhielt sich kurz (so in der Art :”oehh, how are you?......”yeah good, yourself?”.....''good...oehh.....yeah...”) und dann ging man wieder getrennte Wege. Es stellte sich heraus, dass er genau neben dem Festival wohnte und wohl jedes Jahr gehen wuerde.
Insgesamt hatte man das Gefuehl, dass es bei dem Festival darum ging gesehen zu werden und ueberhaupt liessen es die Leute gerne raushaengen wer viel Geld hatte und wer noch viel mehr. Alles in allem war es ein schoener Ausflug und ein schoener Tag.
Um gleich mit dem Thema Wein weiter zu machen, ueberspringe ich das dazwischenliegende Wochenende (wo ohnenhin nur gechillt wurde) und komme direkt zum letzten Wochenende und damit zur langersehnten Barossa Valley Tour. Ich lag Julia schon seit mehreren Wochen damit in den Ohren und schliesslich war endlich ein gemeinsamer Trip mit ihrem Chef Tyson und ihrer Mitarbeiterin Tracey organisiert. Gemeinsam buchten wir die “Taste The Barossa” und versammelten uns am Sonntag Morgen um 09:00 Uhr vor dem Peter Pans Buero. Das Wetter war anders als bei dem Norwood Festival uns wohlgesonnen und es waren Sonne mit angenehmen 27 Grad angesagt.
Schon bald wurden wir von unserem Tour-Bus und unserem Guide namens Dallas abgeholt. Neben unserem 5er Gespann war noch ein aelteres deutsches Paerchen und ein Ami an Bord. Somit eine wirklich gemuetliche Tourgruppe.
Lecker Shirazzzz!
Auf dem 45 minuetigen Weg nach Barossa Valley stellte sich Dallas vor, schwaermte von der Natur um Barossa und erklaerte den Tagesablauf. Auf Anhieb machte er einen wirklich sympathischen Eindruck und als er erwaehnte, dass wir ja heute besonders viel trinken werden und von daher einen Weg mit geradem Strassenverlauf nach Hause nehmen wuerden waren alle begeistert. 4 Weinkeller sollten besichtigt werden und Mittag gibt es im 2. Weinkeller. Hoert sich gut an.
Erster Stop war jedoch kein Weingut, sondern eine Mauer bzw. Staudamm, die aufgrund ihrer Form besonders war. So wurden Schallwellen vom einen Ende direkt zum anderen Ende, ohne besonderen Verlust uebertragen. Oder weniger physikalisch: Man konnte sich ueber hunderte von metern unterhalten ohne zu schreien. Fast schon unheimlich, wenn ploetzlich eine Stimme aus dem Nichts sagt: “Hey how are you goin?”. Faszinierend war es, aber eigentlich waren wir ja nun wegen des Weins auf der Tour. Somit wurde schnell wieder zusammen gepackt und 10 Minuten spaeter erreichten wir endlich das erste Weingut: Chateau Yaldara.
Lecker deutsche Wurst und Kaeseplatte!
Urspruenglich stellte ich mich darauf ein, dass uns der Tourbus einfach nur vor die Weingueter fahren wuerde, wir dann 1 Stunde zeit haben Weine zu probieren und dann geht es weiter zum naechsten Weingut. Aber ich wurde positiv ueberrascht, denn man fuehrte uns prompt in einen Nebenraum und wir erhielten unsere eigene Weinvorstellung. So erklaerte uns Tammy wie jeder Wein zu schmecken habe und was die Besonderheiten sind. Ach ja, da faellt mir gerade wieder ein Zitat von Dallas ein, der naemlich auf der Hinfahrt noch erzaehlt hat, dass wir an jenem Tag doch wirklich ein paar Weltklasse-Weine kosten wuerden und das selbst wenn jemand mal schlechte Erfahrungen mit einer bestimmten Sorte Wein gemacht haette, man heute alles nochmal probieren sollte. Keine Ausreden, sonst faehrt der Bus nicht weiter! Klasse dieser Mann. Ich persoenlich bin bei dem ersten Weingut auf den Geschmack von Port gekommen. Nussig und einfach lecker war der letzte probiert Port und waere ich in Deutschland gewesen haette ich mir glatt eine Flasche gekauft. 
Nach guten 45 Minuten hatten wir das gesamte Sortiment durchprobiert und die Gaumen freuten sich auf mehr. Zunaechst hielten wir jedoch noch kurz fuer einen Spaziergang durch die schoene Kleinstadt Tanunda, wo eine Hochzeit stattfand. Hier fiel vor allem eine Frau auf, die einen Rock/Kleid trug, der durch den starken Wind immer mal wider hochgewirbelt wurde und somit ihre nicht wirklich vorteilhaften Beine und einen Tanga hervorblitzen liessen. Geil war aber eigentlich das Bild von uns, da der gesamte Tourbus gebannt dieses Rock-Spektakel von der anderen Strassenseite begaffte. An dieser Stelle sei auch noch kurz erwaehnt, dass sich Julia einen Kaffee gekauft hatte, obwohl der Ami-Weinspezialist doch ausdruecklich davor gewarnt hatte, da ja der Kaffee den Geschmack vernebele und man wuerde ja danach nichts mehr schmecken.
Die eindeutig coolsten Typen auf dem Trip!
Auf ging es zum naechsten Weingut. Peter Lehmann war der Name des Gruenders und wie schon erahnt, handelt es sich hierbei um einen Deutschen. Auch hier erhielten wir wieder unsere eigene kleine Show in einem Vorraum und kosteten uns durch die Weine. Mir gefiel vor allem der Shiraz und wir bestellten zum Mittag noch eine Flasche Sparkling Shiraz, also eine Art Rotwein mit Sprudel, den man kalt trinkt. Wirklich lecker, aber auch verdammt teuer. Zum Mittag gab es dann zu unserer Verwunderung auch deutsches Essen. Deutsche Salami, Lachsschinken, Oliven, Brot und Dip wurden aufgetischt und alle inklusive mir wurden satt.
Zum naechsten Weingut konnte man zu Fuss laufen und Dallas hat uns mindestens 5 mal erklaert wie man dorthin kommt. “Also ueber die Bruecke und dann Rechts!”....das Wort rechts hat er noch etwas lauter gesagt, so dass man das Gefuehl hatte, dass der durchschnittliche Tourbesucher an dieser Stelle schon so betrunken ist, dass er nicht mehr in der Lage ist simple Richtungen zu behalten. Wir waren zu diesem Zeitpunkt schon gut dabei und gerade nach der extra Flasche zum Mittag ging es froehlich zum naechsten Weingut. Hier erhielten wir zwar nicht unseren eigenen Raum, aber trotzdem fragten wir nach fast allen Weinen um diese zu probieren. Auch hier ueberzeugte mich der Shiraz und nach einer guten halben Stunde packte uns Dallas wieder ein und es ging froehlich weiter zum letzten Weingut. Dieses war etwas kleiner als die zuvor besuchten, aber aus dem Grund nicht weniger schoen. Mit Haighs Schokolade als Zusatz genossen wir die letzten teuren Weine fuer diesen Tag. So klang der Tag langsam aus und nachdem auch die Schaukel draussen ausprobiert wurde machte sich die Truppe auf den Heimweg. Der Ami, der ja schoen ueber den Kaffee und Gaumen sich ausgelassen hat, sorgte fuer einiges Gelaechter als er immer wieder schlafend zusammensackte und knapp davor war mit dem Kopf an die Scheibe zu bumsen. Herrlich.
"Kaffee ruiniert den Gaumen!"
Um ca. 18 Uhr kamen wir so zurueck nach Adelaide und da wir doch etwas kaputt waren, schmissen wir den urspruenglichen Plan mit zu Tracey zu gehen ueber den Haufen und gingen nach Hause.
So ganz unbeschadet liess mich der Tag dann aber doch nicht davonkommen, denn schon auf dem Heimweg hatte ich unglaubliche Kopfschmerzen. Diese resultierten dann so gegen 2:00 Uhr nachts darin dass ich aufwachte und erst nach Einnehmen einer Tablette wieder einschlafen konnte. Selbst am naechsten Tag wurde ich stetig an den Vortag durch ein leises Haemmern in meinem Kopf erinnert. Wer also meint, dass qualitativ gutwertiger Wein keine Kopfschmerzen bereitet, dem sei hiermit auf die Spruenge geholfen. Wie dem auch sei, es hat sich gelohnt!
Das naechste was ich hier noch kurz erzaehlen moechte, war der vorgestrige Besuch von SOAP – The Show auf dem Fringe Festival. Wie schon berichtet ist momentan in Adelaide das sogenannte Fringe Festival und quasi jeden Tag werden auf einer Art Rummel (Garden of unearthly Delights) Shows angeboten. Da gibt es Comedy, Artistic oder auch Musik-Shows. Wir entschlossen uns fuer eine Kombination und sind schliesslich auf Soap gestossen. Eine neuartige Tanz-Akrobatik Show, die lustig sein sollte. Fuer 50 Dollar kein Schnaeppchen, aber man goennt sich ja sonst nichts.
Bei dem letzten Weingut!
So gingen Julia und ich vorgestern zum ersten mal in den Garden of Unearthly Delights, wo um 22 Uhr die Show stattfand. Wirklich cool fanden wir die Athmosphaere, die wie schon gesagt an einen kleinen Rummel mit vielen Lichtern und Zirkuszelten erinnerte. Nachdem wir uns mit Pommes und Kaeffchen gestaerkt haben, gingen wir Richtung Show-Zelt und obwohl es noch 40 Minuten vor Showbeginn war, sahen wir eine ziemlich lange Schlange. Im Nachhinein war die Entscheidung sich direkt anzustellen die einzig richtige, denn so erwischten wir noch ein paar der besseren Sitzplaetze direkt vor der Buehne. Die Show kann ich hier nicht in allen Einzelheiten beschreiben und will ich auch gar nicht, aber das Gefuehl als wir rauskamen war einfach 100%. Eine solch gute und neuartige Show mit so vielen Elementen (Opernsaengerin im neuen Stil, Ballet, Jongleure, Akrobatik, Comedy) war einfach klasse und wir waren hin und weg. Wenn die durch die Welt touren und nach Deutschland kommen sollten, dann unbedingt hingehen. Lohnt sich wirklich.
Das bringt mich schon die Gegenwart und die spielt sich momentan in meiner Firma ab. Hier sitze ich gerade und warte bis sich die Gemeinschaft auf die Streetparty aufmacht, die sich vor der Tuer der Firma abspielt. Mein Chef hat Bier gekauft und heute morgen in einer E-mail alle dazu aufgerufen mit zu feiern. Schnell wurde dadurch mein urspruenglicher Plan ins Fitnessstudio zu gehen ueber den Haufen geschmissen und ich freue mich jetzt auf ein kuehles Blondes.
Heute Abend geht es dann noch mit meiner neuen Mitbewohnerin ShieShie und ein paar anderen Leuten weg. Wohin wissen wir noch nicht, aber es wird gut, das steht fest!

In dem Sinne, gibt es hoechstwahrscheinlich das naechste Mal schon Neuigkeiten aus Neuseeland.....stay tuned!

1 Kommentar:

  1. Also wirklich guter Wein sollte eigentlich wirklich keinen Kopfschmerz verursachen, da dies eja bekanntlich durch Fuselalkohoel im Getränk hervorgerufen werden..
    Allerdings sollte man auch immer das Maaß halten :-)
    Ein bisschen neidisch bin ich übrigens auf deinen Urlaub - ich wollte da auch schon immer mal hin nach neusseland :-(

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