Mittwoch, 4. April 2012

Ab in den Sueden!


Am Anfang der Golden Bay Wanderung

Eigentlich gar nicht so lange her, seitdem ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Trotzdem erscheint es mir angesichts der erlebten Sachen wie eine Ewigkeit. Deswegen nun hier das langersehnte Update.
Im letzten Post hatte ich von unserer Tongariro-Crossing berichtet von der wir uns prompt nach Wellington aufmachten. Von der Tongariro-Crossing habe ich die letzten Tage noch ein Video gemacht, aber es bisher noch nicht geschafft hochzuladen, da die kommerziellen Internetverbindungen hier doch eher schwach sind. Vielleicht kriege ich es spaeter noch hin, dann werde ich den Link noch anfuegen. Aber zurueck zum Wesentlichen.
Die Zeit in Wellington nutzten wir lediglich zum Relaxen und schauten uns neben dem lokalen Kino (Hunger Games) nur das Museum Te Papa an. Dieses ist riesig gross und noch dazu umsonst. Zahlreiche “Benutz mich” - Sachen riefen den Besucher in interaktiven Szenarien zum Mitmachen auf und so fuehlte man sich weniger wie in einem Museum, als vielmehr auf einem grossem Spielplatz mit ganz vielen Knoepfen. Genau nach unserem Geschmack. Doch auch hier hielten wir unseren Aufenthalt kurz, genossen gleich 2 Kaffees in dem Museums-Cafe (dank 2 fuer 1 Gutschein) und verliessen schliesslich mit der Bluebridge Faehre die Nordinsel.
Golden Bay bzw. Abel Tasman NP!
Die Faehre war fuer meine Verhaeltnisse unglaublich luxurioes und so war die 3 ½ stuendige Ueberfahrt dank 2 Kino-Raeume sehr schnell vorrueber.
Der Ankunftsort auf der Suedinsel war Picton, der zwar ein sehr netter Kuestenort ist, aber fuer uns nicht geeignet war um dort die Nacht zu verbringen. Unser naechstes auserkohrenes Ziel war naemlich die Golden Bay, die Bestandteil des Abel Tasman Nationalparks ist. Da wir im spaeten Nachmittag in Picton ankamen, reichte die Zeit leider nicht mehr aus um den gesamten Weg bis dorthin an einem Tag zu schaffen. So verbrachten wir die Nacht in der Naehe von Nelson, dem naechstgroesseren Ort.
Am naechsten Tag ging es dann auf zur Golden Bay. Wieder wurde es sehr bergig, was die Geschwindigkeit des Vorankommens unglaublich minderte, aber das kannten wir ja schon von der Nordinsel. An vielen Obst- und Gemuesefarmen (sogar Pferdescheisse wird hier verkauft...wirklich wahr!) sind wir vorbeigefahren und wir waren uns sicher uns hier auf dem Rueckweg mit frischem Obst einzudecken. 
Vorher lagen da noch 3 Saecke...2 gab es zum Abendessen!
Dann endlich angekommen. Im Visitor-Centre riet man uns zu einem Loop-Walk, von dem man “magical” und noch mehr “magical” Buchten und Straende sehen konnte. 19 km sollte dieser Wanderweg lang sein. Alles klar, dass schaffen wir gerade noch vor der Daemmerung. Gesagt, getan und auf ging es schon wieder zum Wandern. Um es hier etwas abzukuerzen befanden wir das Ganze zwar als sehr schoen, aber nicht gerade “mind-blowing” und schon gar nicht “magical”! Die Seeloewen am Separation-Point waren wie immer schoen anzusehen und auch sonst war es natuerlich eine klasse Natur, aber der Walk bestand eigentlich mehr aus Dschungel als aus Buchten und Straenden. Am Ende dann doch ziemlich erschoepft waren wir froh wieder im Auto zu sitzen und schafften noch ein paar Kilometer bevor wir auf einem Berg-Rastplatz uebernachteten. 
Riesige Ice-Creams von der Imkerei!
Inzwischen haben wir herausgefunden, dass ueberall wo ein “No Camping” Schild aufgebaut ist, man im Umkreis von 200 Metern nicht campen kann. Auf den meisten Rastplaetzen steht ein solches Schild, aber manchmal ist es etwas versteckt und wer geht schon einen Radius von 200 Metern um sein Auto um zu checken. Bislang ist es alles gut gegangen.
Naja, auf dem Platz wo wir jene Nacht uebernachteten war ein solches Schild und wir beschlossen sehr frueh aufzustehen um einer eventuellen Strafe von $200 aus dem Weg zu gehen. Ach ja, da faellt mir ein, dass wir die Nacht davor auch auf einem oeffentlichen Parkplatz verbracht haben und am Morgen danach, just als ich im Schlafanzug aus dem Camper gestiegen bin, eine alte Frau aus dem gegenueberliegenden Haus gekommen ist. Es sei hier ueberall verboten zu campen bzw. ueber Nacht zu parken. Sie haette es mir auch schon gestern Abend gesagt, aber da war sie wohl “undressed” und sie hat es dann vergessen. Sie bot uns an, bei ihr auf dem Grundstueck zu parken, aber da wir sowieso aufbrechen wollten, sagte ich lieb Danke und wir machten uns auf dem Weg. Einfach nett, die Neuseelaender!
Die laengste Haengebruecke in NZ!
Nach der Golden Bay, wollten wir eigentlich noch etwas mehr von dem Abel Tasman NP erkunden. Das Bloede ist nur, dass man nicht direkt an die schoenen Buchten heranfahren kann, weil diese nur vom Wasser anfahrbar sind. So muss man sich ein Wassertaxi buchen, was pro Fahrt pro Person 30 Dollar kosten wuerde. Unser ausgesuchter Trip haette so ungefaehr 70 Dollar pro Person gekostet und nachdem wir schon die Golden Bay trotz super Wetter als nicht so spektakulaer empfunden haben, sparten wir uns dieses und setzten unseren Weg gen Sueden fort.
Auf dem Weg nach Punaiki, haben wir uns wie auf dem Hinweg ueberlegt mit lokalem Obst und Gemuese zu absoluten Spotpreisen eingedeckt und unter Anderem das leckerste und groesste Eis gegessen. Die sehr nette Besitzerin einer Imkerei verkaufte neben Honig auch frisch gemachtes Eis mit eigenen Fruechten und hat uns eine mega Portion gemacht (siehe Bild!).
Vor Punakaiki, nur schoen!
Alsbald kamen wir auch an Neuseelands laengster Haengebruecke vorbei. Diese sollte natuerlich auch noch mitgenommen werden, aber im Nachhinein waren es diese $5 Eintritt nicht wirklich wert. Zwar war die Bruecke ganz nett, aber das war es dann auch. Die versprochenen “Walks” waren ein Witz, denn neben alten abgewrackten Traktoren gab es dort absolut gar nichts zu sehen. Das Ganze war ein alter Gold-Minen Ort und deswegen wohl historisch von Interesse, aber fuer die 0-8-15 Touris bzw. die erfahrenen Walker wie uns blieb die Bruecke das Einzig-erwaehnenswerte.
Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob wir schon am selben Abend den Weg nach Punakaiki schafften oder die Nacht doch noch woanders verbrachten. Ist auch egal, jedenfalls goennten wir uns in Punakaiki mal wieder einen Campingplatz mit Strom und Duschen. Herrlich!
Pancake-Rocks
Die Region um Punakaiki ist wirklich super schoen. Abgelegene Kuestenlandschaften, strahlende Straende und das ganze uebersaeht mit gruenen Baeumen bzw. Palmen. Einfach nur atemberaubend. In Punakaiki selbst gibt es eine grosse Sehenswuerdigkeit, naemlich die Pancake-Rocks. Diese Felsformationen sehen so aus Sicht der Namensgeber so aus als haette man mehrere Pfannekuchen uebereinander gestapelt. Mit viel Phantasie kann ich diesem zustimmen, aber urteilt selbst. In diese Felsen haben sich ueber die Jahre durch das Wasser grosse Loecher gefressen, welche als Blowholes bezeichnet werden. Insgesamt war es ein beeindruckendes Bild und zusammen mit dem unglaublich schoenen Wetter starteten wir in einen klasse Tag hinein.
Angeln in Greymouth...it's not over, yet!
An selbigem setzten wir unseren Weg weiter nach Greymouth fort, wo ich den Grundstein meiner zukuenftigen Karriere als Angler legte. In dem Global Village Hostel (ein absolutes super Hostel, was so geschmackvoll eingerichtet war, dass man gut ein paar Stunden im Hostel damit verbringen konnte sich das Interieur anzugucken!) konnte man sich eine Angel samt Angelhaken ausleihen und das Ganze auch noch fuer umsonst. Da habe ich zugeschlagen. Einzige Bedingung: Pro Angelhaken, den man verliert muss man 6 Dollar bezahlen. Fair enough! Kurz entschlossen fuhren wir den Angelspot in Greymouth an, wo ich vermutete zumindestens einen anderen lokalen Angler zu begegnen. Pustekuchen. Keiner da! So versuchte ich es auf eigene Faust und obwohl ich einige Startschwierigkeiten mit dem Auswerfen hatte, klappte es nach einer Weile ganz gut. Ich warf aus und kurbelte den Haken wieder ein. Dann hat er sich das erste Mal verheddert in den Steinen.
Mittag in Hokitika!
Das war dann nicht mehr so witzig, denn schliesslich waren es ja $5 pro Haken. Aber dank meiner Expertise bekam ich das Mistding wieder los und beschloss kurzerhand den Spot zu wechseln, denn hier biss ja nichts an. Das Ende vom Lied war dann, dass ich bei dem zweiten, viel besseren Spot 2 Angelhaken dem Meer ueberlassen habe und schliesslich mit leeren Haenden und $12 leichter das Angelzubehoer zurueckgab. Ein wenig enttaeuschend war es, aber ganz ehrlich: Es hat mir sehr Spass gemacht und war jetzt schon wieder am ueberlegen mir eine Angel auszuleihen. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Es steht 1 zu 0 fuer die Fische, aber ich ziehe bald nach, glaubt mir!
Nach einer entspannten Nacht in Greymouth und Sport am Morgen ging es dann weiter ueber die Jade Stadt Hokitika nach Franz Josef zum Gletscher. 
Guter Dinge vor dem Skydive!
Urspruenglich hatte ich geplant in Barrytown mir einen Knochenanhaenger zu “schnitzen”, aber der Mann der dieses in einem Kurs anbot ist leider vor einigen Monaten umgekommen und somit wird dieses Vorhaben auf Christchurch aufgeschoben.
In Hokitika haben wir voellig ausgehungert, am Strand Mittag gegessen und anschliessend in einem kleinem Stadtbummel die Stadt erkundet. Dies endete in einem erneuten Fruchteis-Kauf und abermals wurden wir von der Groesse nicht enttauescht. Zwar konnte es nicht mit der Imker-Frau mithalten, aber lecker war es alle mal. Zuvor unterhielten wir uns noch mit einem Hollaender und einem Australier, die wir am Strand trafen. So damit waere das auch erwaehnt.
Der schlimmste und beste Moment!
Den Abend verbrachten wir in einem D.O.C. - Camp direkt vor dem Franz Josef Gletscher. Hier hatten wir am naechsten Tag einen Skydive gebucht und voller Vorfreude schliefen wir die kalte Nacht etwas unruhig.
Ich muss leider an dieser Stelle Schluss machen, werde aber trotzdem schon mal ein paar Bilder von dem Skydive hinzufuegen. Wir muessen naemlich jetzt unser Auto vom Parkplatz wegbewegen, hier in Wanaka, bevor es dann gleich wiedermal ins Kino geht. Aber kein normales Kino. In diesem stehen alte Couchen und man kann sich frisch gebackene Cookies bzw. anderes Essen (Pizza, etc.) servieren lassen. Ich bin schon sehr gespannt. Beim naechsten Post werde ich dann von unserem Skydive berichten und von der nachfolgenden Gletscherwanderung....also stay tuned!

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