Freitag, 6. April 2012

Eis aus der Luft oder Eis unter den Fuessen?


Guter Dinge vor dem Skydive!
Noch schnell hinzugefuegt sei an dieser Stelle der Link zu dem Tongariro Video:

http://www.mediafire.com/?1r1mbwflgja2wms


Ich weiss nicht genau, wie viele es sich herunterladen koennen, aber probiert es einfach. Ich hoffe es klappt! So und damit zurueck zum eigentlichen Blogeintrag...
In Queenstown angekommen nutze ich die Zeit um meinen letzten Blogeintrag fortzusetzen. Stehen geblieben war ich bei dem Tag unseres Skydives am Franz Josef Gletscher (vor nunmehr 4 Tagen). Den Skydive buchten wir mit einer Firma am Fox Gletscher, denn diese erlaubte es uns waehrend des Fluges und waehrend des Fallschirmfliegens unsere eigenen Fotos mit mitgebrachter Kamera zu schiessen bzw Videos zu drehen. Bei anderen Firmen zahlt man fuer von der Firma geschossene Fotos bzw gedrehte Videos gut nochmal einige hundert Dollar oben drauf. Somit fiel die Entscheidung auf die Firma beim Fox Gletscher. Der Fox und Franz Josef Gletscher sind sowieso genau nebeneinander und insofern macht es keinen grossen Unterschied, wo man aus dem Flugzeug springt, denn von oben sieht man sie beide!
Unser einzige Sorge war an jenem Tag das Wetter, denn bei wolkenbedeckten Himmel waere alles doch nur halb so gut gewesen. Aber schon kurz nach dem Aufstehen hatten sich jene Bedenken in Luft aufgeloest, denn der Himmel zeigte sich wolkenfrei und mit strahlender Sonne. Klasse.
Aus dem Flugzeug: Mt Cook und Mt Tasman!
Wir checkten ins Hostel bzw. auf dem Campingplatz ein und wurden alsbald vom skydiveNZ Van abgeholt. Waehrend der Fahrt zum “Flughafen” klaerte sie uns ueber moegliche Absprunghoehen und damit verbundene Kosten auf und bestaetigte uns nochmal, dass heute ein super schoener Tag zum skydiven sei. Ja gut, das sagt sie wahrscheinlich jeden Tag und auch wenns regnet, aber trotzdem haben wir uns gefreut.
Wir hatten uns schon vorher fuer den 12000 ft hohen Absprung entschieden, denn dieser war mit $299 der billigste und fuer den ersten Skydive unseres Leben sollten wohl 45 Sekunden freier Fall genuegen. Dann ging alles furchtbar schnell. Bezahlen sollten wir nach dem skydive und dann wurden wir auch schon in unsere Anzuege manoevriert. Der Chef gab uns noch einen Schnellkurs, was wir alles beachten sollten. Erst: Bananenstellung beim Absprung. Dann beim ersten Klopfen, die Haende vom Harnisch nehmen. Beim zweiten Klopfen oeffnet sich der Fallschirm usw. Viel zu viel Informationen fuer uns in dem Moment. Naja wir hatten eh noch etwas Zeit, denn die Firma hatte nur ein Flugzeug bzw. begrenzt viele Tandem-Partner und vor uns sollte das Flugzeug noch 2x abheben, bevor wir drankamen. Dann war es soweit. 
Ich geb zu mir war etwas mulmig...
Unsere Tandem-Partner stellten sich uns vor. Nic, mein Partner, kam aus Suedafrika und seitdem er mit 10 das erste Mal mit seinem Vater gesprungen ist, skydived er sein Leben lang. Mit Rastalocken und super entspannt hatte er etwas sehr Beruhigendes an sich und komischerweise war ich in dem Moment auch noch gar nicht so aufgeregt. Erste Aktion von ihm war es mir aus dem Harnisch, den der Chef mir angelegt hat, herauszuhelfen. “Viel zu ungemuetlich...hier wir nehmen den..und den mach ich dann im Flugzeug fest....relax erstmal”. Nic, geiler Typ!
Dann gingen wir zum Flugzeug und hoben ab. Unbeschreiblich schoene Berglangschaften liessen wir unter uns. Direkt vor an den Gipfel des Mt. Cook und Mt. Tasman ging es Richtung Absprungort.
Die Aufregung kam dann so richtig, als die Klappe von dem Flugzeug in 12000 Fuss aufgemacht wurde und die 2 anderen vor mir heraussprangen. Wir robbten zusammen gekettet auf die Tuer zu und als der Wind (das Flugzeug fliegt mit guten 150 km/h beim Absprung) meine Beine erfasste ging mein Arsch dann endgueltig auf Grundeis und mein Puls war so hoch wie noch nie. 
Aussicht waehrend des Fallschirmflugs!
1, 2, 3 und hebb.....Ahhhhh uuuuaaahhshhhh..so in etwa waren meine Wortlaute fuer die ersten 10 Sekunden des freien Falls. Voellig ueberwaeltigt durch das Adrenalin und den Schock kann man die ersten 2 -3 Sekunden des Falls nicht so richtig geniessen, aber danach ist es einfach unbeschreiblich. Man rast durch die Luft, schwerelos wie es scheint, und versucht die Schoenheit foermlich einzusaugen ohne das Atmen zu vergessen. Nic hatte mir im Vorherein gesagt, ich solle nicht vergessen zu atmen, denn daraus resultieren die meisten Kopfschmerzen und nicht gutes Empfinden beim Free Fall. So bloed es sich anhoert, aber das war wirklich eine gute Information, denn durch den Adrenalinstoss vergisst man so Einiges in dieser Hoehe.
Nach einer kleinen Ewigkeit oeffnete sich dann der Fallschirm und mit einem Ruck wurde man nach oben gerissen und konnte sich wieder normal unterhalten. Nic liess mich den Fallschirm steuern und wir unterhielten uns als waeren wir gerade in einem Cafe oder in einem Pub. 
Nic und ich nach der sicheren Landung!
Einfach nur genial: Auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite Gletscher und Berge. Besser geht es nicht und zielsicher segelten wir gen Landeort. Kurz vor der Landung uebernahm Nic wieder und ohne Probleme landeten wir den Fallschirm auf einem Feld, wo die anderen bereits warteten. Ob es nun das Adrenalin war, oder einfach nur das Glueck was man gerade erfahren hatte, egal..alle waren am Lachen und froehlich ging es wieder zurueck nach Franz Josef zum Campingplatz. Ein klasse Erlebnis, was ich jedem empfehlen kann.
Am Campingplatz angekommen und als das Adrenalin etwas abgeklungen war, erschlug uns dann die Muedigkeit. Obwohl man noch gar nicht viel gemacht hatte, war es anscheinend doch alles so aufregend gewesen, dass die Koerper etwas Erholung brauchten. So gingen wir am Abend in die Gletscher Hot Pools und liessen diesen unvergesslichen Tag Revue passieren. Herrlich!
Franz Josef Gletscher!
Am naechsten Tag war dann direkt die naechste Attraktion gebucht. Der Franz Josef Gletscher laesst sich nur innerhalb einer gefuehrten Tour besteigen und das wollten wir dann doch noch mitnehmen. Fuer $123 kein Schnaeppchen, aber wenigsten bekamen wir so den Eintritt zu den Hot Pools am Vorabend umsonst. Equipment (Boots, Socken, Regenjacke,etc..) wurde gestellt und zusammen mit 37 anderen Wanderburschen ging es mit dem Bus Richtung Gletscher. Urspruenglich war ich etwas enttaeuscht, denn so eine Massenabfertigung haette ich fuer das Geld nicht erwartet. Wir gingen durch etwas Buschland und standen bald vor dem Franz Josef Gletscher, der von Weitem schon beeindruckend aussah. Man muss allerdings sagen, dass der Gletscher in den letzten Jahren sehr gelitten hat, denn das meiste ist mittlerweile geschmolzen und in ein paar Wochen soll sogar die Tour nicht mehr stattfinden, da sich ein riesiges Loch vor dem Gletscher entwickelt was bald unpassierbar sein wird. Nochmal Glueck gehabt. Bevor wir auf den Gletscher marschierten wurden wir dann doch in 3 Gruppen unterteilt. Puh, also doch keine Massenabfertigung. 
Bei der Gletscherwanderung..
Die Spikes wurden angeschnallt und nach kurzer Instruktion marschierten wir durch und ueber das Eis. Kleine Hoehlen wurden ausgecheckt und schoene Aussichten bei abermals bestem Wetter genossen. Alles in allem eine coole Erfahrung, die ich nicht haette missen wollen, da ich so etwas noch nie gemacht habe. Aber ich muss auch sagen, dass ich mir mehr davon versprochen haette. Irgendwie habe ich mir vorgestellt ganz auf den Gletscher hinauf zu wandern und nicht in der Mitte stehen zu bleiben. Aber gut man kann nicht alles haben.
Nach der Wanderung um ca. 16:30 ging es dann wieder in den Van und weiter Richtung Queenstown. An dem Abend schafften wir noch einige Kilometer und uebernachteten dann gute 200 km suedlich von Franz Josef auf einem Rastplatz. Hier stellte ich dann fest, dass ich meine Kamera vermisse. Schon vorher hatte Julia meine Kamera nicht finden koennen, aber ich hatte bloederweise in dem Moment nicht naeher nachgeschaut und einfach ihre Kamera benutzt. Nun war sie weg. Handys hatten keinen Empfang und es war 21 Uhr. Scheisse! Einzige Moeglichkeit war, dass ich sie bei der Gletscherwanderung am Ende beim Boots ausziehen vergessen hatte. Es half nichts, nun konnten wir eh nichts mehr machen. Also schlafen!
Blue Pools
Am naechsten Morgen fuhren wir ins naechstgelegene Dorf, von wo ich die Firma anrief. Glueck gehabt, tatsaechlich hatten sie meine Kamera gefunden und waren sogar bereit diese nach Queenstown zu verschicken. Einzig Doofe ist nur, dass gerade Ostern und somit Feiertage sind. Somit wuerde die Kamera mindestens 5 – 6 Tage brauchen. Viel zu viel fuer Queenstown. So rief ich unsere Campervan-Firma an und fragte ob es OK sei, die Kamera zu denen nach Christchurch zu schicken. Klar, no worries! Super, geritzt. Insofern hoffe ich, dass ich am Ende des Trips wieder im Besitz meiner Kamera bin. Zum Glueck haben wir ja noch Julias Kamera, auf die wir nun besonders aufpassen.
Am selben Tag besuchten wir die Blue Pools in der Naehe von dem Telefonort (Namen vergessen). Super blaues Wasser, strahlende Sonne...ihr bekommt das Bild. Dann ging es weiter nach Wanaka, wo ich den letzten Post verfasste und wo wir abends zu “Headhunters” ins Kino gingen. Witziger Zufall: Die Familie die uns Unterschlupf am Anfang der Reise im Norden gewaehrte, empfahl uns einen Buchauthor namens Jo Nesbo. Super gut soll der sein und ich erinnere nur das Buch “The Leopard” auf dem Tisch der Familie liegen. “Headhunters” war uns vor dem Kino noch nie unter gekommen und es stellte sich heraus, dass dieser Film nach einem Buch von, ihr ahnt es, Jo Nesbo gedreht wurde. Sachen gibts ;-)
Lake Hawea und Umgebung...traumhaft!
Wie dem auch sei, das Kino war alles andere als herausragend. Im Kinosaal, was urspruenglich wohl mal eine Garage war, sind alte Couchen aufgebaut und es ist schon alles sehr gemuetlich, aber der Besitzer hat einiges an Charme ueber die Jahre verloren. Nicht besonders freundlich hat ihn wohl der Lonely Planet Eintrag etwas an Gaesten ueberfordert und man hat den Eindruck als hatte er sein Kino lieber, als es noch nicht so bekannt war. Nichts desto trotz war das Eis sehr lecker und die ofenfrischen Cookies in der Halbzeit ein Genuss. Der Film war klasse, um das auch nochmal zu sagen.
Die Nacht verbrachten wir auf einem DOC Campingplatz in Alberttown und am naechsten Tag setzten wir unseren Weg fort nach Queenstown, wo wir uns derzeit befinden. Die Gegend um Wanaka (hier fand gestern eine Luftshow mit alten Kriegsmaschinen statt, was die Kleinstadt mal eben von 500 Einwohnern auf 50000 anwachsen liess!) und Queenstown ist abermals sehr schoen und natuerlich bergig gruen, mit vielen Seen.
Paradiso Kino in Wanaka!
Heute werden wir wohl durch die Stadt wandern, den Park erkunden und auf jeden Fall einen Ferg Burger geniessen, der uns von Suzie empfohlen wurde. Ja, ich weiss es hoert sich so an, als wuerden wir hier nur essen, aber es gibt halt ueberall auch was Besonderes zu essen und Empfehlungen. Da kann man ja nicht immer nein sagen ;-) Gestern gab es heisse Schokolade mit Ingwer und Eiscreme im Patagonia Cafe, ein Hochgenuss.
Morgen bahnen wir unseren Weg weiter Richtung Milford Sound und damit wohl dem suedlichsten Punkt unserer Reise, bevor es wieder Richtung Norden geht. Knapp 8 Tage haben wir noch in Neuseeland, dann kommt Fidschi......stay tuned

3 Kommentare:

  1. hey,

    man kommt ja gar nicht mehr hinterher mit Lesen :)

    Schönes Video und wieder super geschriebener Blog!
    Die Landschaft sschaut echt super schön aus und deinen Skydive konnte ich mir richtig gut vorstellen mit deinen Beschreibungen.

    Frohe Ostern,

    Alex

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  2. Moin Alex,

    klasse immer wieder von dir zu hoeren. Freut mich wirklich. Wie geht es dir? Alles gut in MUC?
    Ich freue mich schon darauf in ein paar Monaten dir einen Besuch abzustatten. Egal bei welchem Wetter gehen wir zum Biergarten!

    Frohe Ostern,

    Roland

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  3. Servus Roland,

    alles super hier in München, außer das Wetter ist grade total mies und das grade zu Ostern :( Aber es soll dann aber auch hier wieder schöner werden, sodass wieder vermehrt Biergartenbesuche und andere Freizeitaktivitäten an frischer Luft möglich werden. Ansonsten halt viel, viel Arbeit, aber hält sich noch in Grenzen, bzw. lassen wir uns jetzt nicht mehr so stressen und versuchen Qualität zu liefern ;-)

    Ihr seid beide natürlich herzlich Willkommen mir einen Besuch abzustatten. Eine Unterkunft kann ich auch anbieten und der Biergarten ist auch nicht weit entfernt :)

    Also weiter ne schöne Zeit euch! man sieht sich,

    Alex

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