Samstag, 28. April 2012

Fiji Vol. 2


Lecker Lollies fuer alle!

Nachdem ich erst vor wenigen Minuten meinen letzten Blog hochgeladen habe, mache ich mich gleich daran den naechsten zu verfassen. “Sag mal hat der nichts Besseres zu tun” werden sich jetzt einige fragen. Um ganz ehrlich zu sein, im Moment gerade nicht. Unser Flieger nach Los Angeles geht um 10 Uhr Abends und bis dahin sind es noch geschlagene 10 Stunden, die wir in Nadi verbringen werden. Unsere Waesche haben wir gerade angeschmissen und in einer Stunde wollen wir nochmal mit dem Bus in die Stadt fahren um billig Mittag zu essen und Wasser zu kaufen.
Aber zurueck zu den vergangenen Tagen auf den Yasawa Inseln. Als ich den letzten Post geschrieben habe, sind wir gerade auf Waya im Octopus Resort angekommen. Wie schon berichtet hat man sich nach Kuata wie ein verwoehntes Kind gefuehlt. Fruehstuecks-Buffet vom Feinsten, Mittagsmenue a la carte und zum Abendessen ein 3 Gaenge Menue. Das Ganze liess sich zwar auch was kosten, aber wir sind ja im Urlaub. Am ersten Tag haben wir gar nicht viel unternommen. Ein wenig spazieren gehen am Strand und dann ging es schon zum Abendessen. An einem Tisch mit 6 anderen Personen unterhielt man sich mit dem ueblichen Small-Talk, wobei ein ueberdurchschnittlich ruendlicher Typ mit Goldkette auffiel, der absolut alles ueber Fiji und die Yasawas zu wissen schien. 
Und schwubbs wird aus einer Plane ein Segel...
Besserwisserisch mischte er sich in alles ein und mir war er prompt unsympathisch. Dann kam das Thema “Andere Resorts” auf und im Speziellen verglichen einige den “Blue Lagoon Resort” (wo wir spaeter noch 2 Naechte bebucht hatten) und eben den “Octopus Resort”. Da wurde der Ruendliche ploetzlich ganz still und alle am Tisch meinten fast schon gezwungenermassen ”Ja ne, also das Octopus finde ich schon schoener....jaja finde ich auch.....hm genau”. Etwas komisch fand ich das schon, aber ich habe mir nichts dabei gedacht. Erst spaeter erzaehlte man uns, dass der Ruendliche der Besitzer des Octopus Resorts sei. Ja gut dann hat das auch Sinn gemacht und wir freuten uns, dass wir nicht zu sehr ueber das Octopus hergezogen haben ;-)
Am naechsten Morgen haben wir uns fuer eine Aktivitaet eingetragen und sind mit einem Local zu seinem Dorf marschiert. Ueber einen kleinen Huegel ging es ans andere Ende der Insel, wo die Einheimischen leben. Ein kleines bisschen sah man den westlichen Einfluss schon, denn ueberall hingen Satelliten-Schuesseln, aber ansonsten war es so aehnlich wie wir es schon aus Nadi kannten. Wellblechhuetten mit und ohne Tueren reihten sich aneinander und ueberall empfing man uns mit lauten “Bula” Schreien. 
Farm des Bay Of Plenty Resorts
Auf ging es in Richtung Kindergarten, wo ganz viele kleine Fijianer zusammen mit ihrem Lehrer uns was vorsangen und tanzten. Wirklich nett mit anzusehen wie sich die Kinder gefreut haben. Als dann auch noch einer von uns Lollys verteilte, flippten sie voellig aus. Alle rannten umher und waren voellig aus dem Haeuschen. Geil, war auch, dass die Lollys so verklebt waren, dass die Kinder sie nicht allein aufbekamen und schliesslich zu mir und Julia kamen und uns baten sie aufzumachen. Wirklich eine schoene Erfahrung, auch wenn fuer Touris aufgesetzt. Danach ging es noch am lokalen “Markt” vorbei, der in der Zwischenzeit aufgebaut worden ist. Bargeldlos stellte sich fuer uns gar nicht erst die Frage, ob wir etwas kaufen sollten, aber auch sonst haetten wir wahrscheinlich nichts gekauft. Einige Ketten sahen ganz nett aus, aber ansonsten waren es ungefaehr 15 Staende an denen es immer dasselbe gab. 
Bay Of Plenty
Unglaublich warum keiner auf die Idee kommt mal etwas anderes zu machen. Aber auch das kannten wir ja schon aus Sued-Ost-Asien. Unser Guide hatte sich waehrenddessen auch aus dem Staub gemacht und so machten wir uns auf eigene Faust auf den Heimweg. Eine schoene Erfahrung.
Den Rest des Tages machten wir dann das, wofuer wir gekommen waren. Bei bewoelktem Himmel lagen wir am Pool, schwammen ein paar Runden, lasen und machten ein wenig Sport. Zwischendrin die leckeren Mahlzeiten. Lecker.
Nach dem Abendessen war dann als Aktivitaet “Quiz-Night” angesagt. Jeder Tisch bildete ein Team und dann wurde aehnlich wie in Pub-Quizen in Runden Fragen beantwortet. Das war ja auch alles sehr nett und lustig. Aber es kam wie es kommen musste und dann ging es los mit den “Tanz-Wettbewerben” und “Talent-Shows”. 
Blue Lagoon Resort Beach
Aus jeder Gruppe (unsere Gruppe benannten wir aus irgendeinem Grund die “Wicked Eels”) sollten die Jungs tanzen und wurden dann von dem Publikum bewertet. Der beste Tisch bekommt Extra-Punkte. Na super, so was liebe ich ja. Unsere Gruppe dachte wir trumpfen mit einem romantischen Tanz. Schoen schwul ueber die Buehne im langsamen Walzer, Mann an Mann...bitter, ganz bitter. Resultat: nicht gewonnen, wer haette das gedacht?
Spaeter dann Talent-Show: Jedes Team sollte ein Talent vorstellen. Hae? Was soll der Mist denn? Wir waren als letztes Team dran und so sahen wir alle anderen Teams vor uns performen. “The disappearing New Zealanders” (die Leute rannten von der Buehne)....Ball hochhalten.....Radschlag und Salto....mann mann mann. Dann kamen wir. Wir hatten einen Kindergarten-Magic Trick. Nur mit unseren Zeigefingern wuerden wir einen aus der Jury hochheben. Ja gut, geklappt hat es. Aber ueberzeugt hat es keinen. Alles Banausen, ich fand es gut. Insgesamt war es ein witziger Abend, aber ich haette auch ohne die ganzen Scharaden und Mitmachspiele eine gute Zeit gehabt.
Schoene Aussicht vom Huegel (Blue Lagoon)

Am naechsten Tag und bei Regen verliessen wir dann Waya und machten uns auf zum naechsten Inselresort, naemlich der Bay Of Plenty. Was sich vom Namen her vielversprechend anhoerte, sollte uns bald ueberraschen. Von der grossen gelben Faehre wurden wir von einem kleineren Boot abgeholt und wir waren wohl die Einzigen die nach Bay of Plenty fuhren, denn wir waren die Einzigen im Boot. Moses und Joe (unsere Abholer, ungefaehr 17 und 15 wuerde ich schaetzen) erzaehlten uns brav, wie welcher Strand auf dem Weg hiess und schliesslich fuhren wir dann auf die strandlose Bucht namens Bay Of Plenty zu. Dann ging ploetzlich der Motor aus und wir blickten in ratlose Gesichter. Gute 300 Meter vor dem Strand ist uns der Sprit ausgegangen. Doch Moses wusste Rat und eine loechrige Plane sollte als Segel umfunktioniert werden. Geil, es ging ungefaehr gar nicht voran. Ungefaehre 5 Minuten spaeter machte Moses dann den Entschluss ins Wasser zu springen und zu schieben.
Julia mit unseren 2 treuen Gefaehrten
Das von uns einige Meter tief angedachte Wasser war in Wirklichkeit nur ungefaehr knietief. Sauber Moses, das haettest du ja auch schon vor der Segelaktion mal anmerken koennen. So dauerte es keine 2 Minuten und wir waren am Strand von wo es nur noch einige Minuten bis zum Empfangshaeuschen war. Dieses bestand aus einem Dach und einigen Vorhaengen, die von dem starken Wind umhergepustet wurden. Wir wurden von dem Manager willkommen geheissen und erfuhren dass wir neben 2 Schwedinnen die einzigen Gaeste seien. Das zweite was er ansprach waren die Transportkosten. Aufgrund eines kleinen Missverstaendnisses konnten wir am naechsten Tag nicht mit unserem “Bula Pass” und dem grossen gelben Schiff zu unserem naechsten Ort fahren, sondern mussten selbst den Transport organisieren. Auf dem gelben Schiff rief man deshalb bei der Bay Of Plenty Lodge an und man versicherte uns, dass der Transport $10 (ungefaehr 4.50 Euro) kosten wuerde. Ja gut, das geht ja dachten wir uns.
Gipfelwanderung
Der Manager erzaehlte aber nun eine andere Geschichte. Die $10 seien fuer die Abholung von dem gelben Schiff (alle anderen Unterkuenfte machen dies fuer umsonst und mit genuegend Sprit), um zu der naechsten Insel zu kommen wuerde es nochmals $30 pro Person kosten. So ein Scheiss, und wieder fuehlte man sich an Thailand erinnert, denn der Manager machte doch einen zwielichtigen Eindruck und versicherte uns tausend mal, dass ja ein Wassertaxi $40 pro Person kosten wuerde. Wir sagten zunaechst grummlig zu, denn uns blieb ja nichts anderes uebrig. Nach dem Essen (was wirklich lecker war) ging es dann zu unserer kleinen Huette, welche auch wirklich sauber war und von wo man (bei gutem Wetter und nicht bei Regen wie bei uns) einen super Blick hatte. Zu unserem Glueck hatten wir sogar Handy Empfang und riefen kurzerhand den naechsten Resort an. 
Einer der zahlreichen Straende!
Dieser berichtete uns, dass ein Wassertaxi $20 pro Person kosten wuerde. Der Manager hatte uns also wie wir schon vermuteteten angelogen. Echt bescheuert, dass man niemanden vertrauen kann in diesem Land. Kurzerhand und nach einem kurzen Gespraech mit dem Manager buchten wir das Wassertaxi und gingen auf eine kleine, mueckenreiche Safari zu der lokalen Farm. Bananenbaeume, Papayas, Schweine und Kuehe wurden gesehen. Cool und mal was anderes als nur Strandurlaub.
Am Abend gab es dann abermals leckerstes Fiji-Essen (vor Allem die Roti waren wirklich lecker) und der Manager gesellte sich nach einiger Zeit mit zu uns an den Tisch. Dann wurde das Ganze sehr interessant. Offensichtlich hatte der Manager ziemlich viel aufgestaute Wut in sich, die er einfach mal entladen musste. 
In der Limestone-Hoehle
Die australischen Firmen machen alles kaputt und er koenne nicht verstehen, warum auslaendische Firmen immer alles wissen muessten (wenn er mit jemanden auf Fiji reden wuerde, dann wuerden sie ihn fragen was er gerade gesagt habe etc.). Zwar kann ich das alles nachvollziehen, aber er hat sich doch oft wiedersprochen. Ganz schlimm wurde es dann als er anfing zu erzaehlen, dass ja die Fiji-Leute frueher Kanibalen waren und auch heute noch den Geschmack von Menschenblut auf dem Gaumen schmeckten. Die australischen Manager sollten sich vorsehen, denn sonst wuerden sie zerstoert und gegessen werden. Vor einigen Jahren seien wohl auch schon einige Resorts von Locals niedergebrannt worden sein und einigen Managers seien 12 Stunden Deadlines gegeben worden (wirklich 12 Stunden Deadlines, denn wernn sie bis dahin nicht die Insel verlassen haetten, seien sie tot!). Mit solchen Gute-Nacht Geschichten verabschiedeten wir uns alsbald und machten uns, zum Glueck mit Taschenlampe bewaffnet, auf zu unserem stockfinsteren Huegel.
Unsere "Gelbe Faehre"
Wir ueberlebten die Nacht und am naechsten Morgen ging es nach einer Umarmung mit dem warmherzigen Manager (“It's so cold, I need a hug”) ins Wassertaxi und bei absolutem Dreckswetter zur naechsten Insel. Der schon erwaehnte Blue Lagoon Resort war unser auserkorenes Ziel und sollte uns ebenso gut gefallen, wie der Octopus Resort. Der Strand war ein absoluter Traum. 
Waehrend die Straende der anderen Resorts nicht so sehr zum schwimmen einluden, konnte man sich hier wirklich austoben. Tuerkises Wasser, farbenfrohe Korallenriffe, ideales Schnorchelterrain. Um diesen Aufenthalt und damit die letzten 2 Tage abzukuerzen hier nur die wichtigsten Fakten. Essen wiedermal lecker, Gipfel-Laufen war super rutschig und man sollte es NICHT mit Flip Flops machen (so wie wir), Schnorcheln war ein Traum, Kirchenbesuch war so lala und eher wieder Touri-Abzocke (die Kollekte war der eigentliche Grund warum wir dort waren). Am letzten Tag, kurz vor unserer Abfahrt zurueck nach Nadi sind wir noch die Limestone-Hoehlen besichtigen gefahren. Wegen des Windes sind alle, und vor allem ich, unglaublich nass auf der Fahrt geworden. Das eigentliche Adventure war dann von der einen Hoehle in die andere hinein zu tauchen. 
Manta-Rochen in Suva
Dies ging nur durch den Unterwasser-Weg denn dieser war der einzige Eingang zur stockfinsteren Hoehle. Eine coole Erfahrung, 5 Sekunden Luft anhalten und von einer Hoehle zur naechsten zu tauchen. Arschkalt war es noch dazu. Das sollte unser Insel-Hopping Abenteuer abrunden und am selben Tag checkten wir ins altbekannte Hostel in Nadi (Newtown) ein.
Altbekannt war es jedoch nur teilweise, denn es schien als waere die Belegschaft komplett durchgewechselt worden. Die Frau an der Rezeption war super kompetent und riet uns fuer unseren Trip nach Suva (Hauptstadt) zum Bus. Bei unserem letzten Aufenthalt sagte man uns noch das Taxi die einzige Transportmoeglichkeit sei. Naja wie dem auch sei.
Am naechsten Morgen ging es nach dem 2 Toast Fruehstueck mit dem lokalen Bus zum Busbahnhof, wo wir prompt in den naechsten Bus stiegen in Richtung Suva. Die indische Firma schien den einzig modernen Bus zu operieren und wir hatten sogar eine Fahrt inklusive “Lord of the Rings” Film auf einem Mini-Fernseher. Eines was hier jedoch alle Leute etwas ueberstuerzen ist die Temperatur in Autos oder Bussen. 
Regierungsgebaeude in Suva!
Was ich schon aus Brasilien und einigen Fluegen kannte wurde bei der Busfahrt noch getoppt. Draussen schwule 30 Grad, drinnen eiskalte 10 Grad. Einfach nur krass und keiner kann mir erzaehlen, dass er das angenehm findet. Anyways, quer durch die Insel fuhren wir ans andere Ende von der Hauptinsel Fijis. In Suva angekommen hatte man schon eher das Gefuehl in einer “Stadt” zu sein. Die Militaer-Regierung sitzt in Suva und man hat das Gefuehl das eine Menge Geld in die Stadt gepumpt wird. Neue Einkaufszentren wohin das Auge reicht... Zwischendrin immer wieder einige lokale Staende mit Souvenirs und dann natuerlich Fisch. Ganz viel Fisch ueberall. Sogar Manta-Rochen wurden hier als Delikatesse verkauft. Wirklich krass und abermals etwas was ich noch nicht vorher gesehen habe. Ansonsten war unser Aufenthalt relativ unspektakulaer. Wir assen richtig billig (umgerechnet 3 Euro fuer eine richtig grosse Portion Chicke-Curry) und abends gingen wir nochmals ins Kino (1.50 Euro Eintritt), bevor wir im South Seas Private Hotel (ein schaebbiges Hostel, wo alles nach Nass/Schimmel roch) die Nacht verbrachten.
Lecker Curry fuer 2.50 Euro!
Am naechsten Morgen ging es nochmals in die Stadt zum Souvenir kaufen und Karten schreiben. Nochmals deckten wir uns mit Kokosnussbrot und lokalen Koestlichkeiten ein bevor es wieder zurueck nach Nadi mit dem eiskalten Bus ging. Und schwubbs befinden wir uns beim heutigen Tag. In 7 Stunden steigen wir in den Flieger nach Los Angeles, wo wir dank der Zeitverschiebung vor ungefaehr 2 Stunden ankommen werden. Spencer und Phil kommen am selben Tag an und werden wohl die ersten 1 ½ Wochen mit uns in Kalifornien herumreisen. It is going to be awesome....stay tuned!

1 Kommentar:

  1. schöner Bericht und super Bilder (das von der Gipfelwanderung ist sehr sehr schön!)

    Viel Spass jetzt in Amerika!

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