Donnerstag, 12. April 2012

Queenstown, Milford Sound, Christchurch und Kaikoura


Queenstown

Einen wunderschoenen guten Morgen wuensche ich aus Kaikoura, einem Kuestenort ungefaehr 150 km noerdlich von Christchurch. Waehrend Julia zur Zeit auf einem Schiff nach Walen Ausschau haelt sitze ich bei Sonnenschein in einem Cafe und hatte gerade ein super nettes Gespreach mit dem Besitzer. Urspruenglich aus Kaikoura hatte er bereits 3 verschiedene Cafes und war einfach ein netter Typ zum unterhalten. “Go with the flow, bro” werde ich jetzt versuchen etwas in meinen Lebensstil einzufuegen.
Anyways, das letzte Update gab es aus Queenstown, wo wir vor gut 1 Woche aufschlugen. Unser Vorhaben die Dinge etwas lockerer anzugehen und zu relaxen wurde sofort in die Tat umgesetzt. 
Beste Cookies in Queenstown
Die 2 Tage in Queenstown verbrachten wir eigentlich nur mit Sport, spazieren gehen und ganz viel Essen. Fuer einen Fergburger standen wir eine gute Stunde an und ich weiss nicht genau ob es die Wartezeit und der Preis wert waren, aber die Burger waren schon verdammt lecker. Cookietime hot Cookies sind absolut zu empfehlen und Kaffees sind sowieso immer und ueberall gut. So ging die Zeit schnell vorueber und bald schon ging es weiter in Richtung Milford Sound, wo wir eine Bootstour gebucht hatten um die Buchtenlandschaft zu erkunden.
Wir verbrachten die Nacht zwischen Te Anau und Milford Sound auf einem DOC-Campingplatz und am naechsten Morgen ging es frueh los zu der Bootsfahrt. Den letzten Tag hatte es komplett durchgeregnet und wir hofften das es an diesem Tag etwas besser werden wuerde. 
Milford Sound
So ganz wurden unsere Gebete jedoch nicht erhoert, denn obwohl es nicht mehr so stark regnete hingen die Wolken doch sehr dicht und tief zwischen den Bergen. Zusammen mit dem Nebel liess sich nicht viel von der Umgebung und dem angepriesenen Hiweg zu Milford Sound erkennen. Doch wir liessen uns nicht entmutigen, waren froh ein etwas kleineres Schiff erwischt zu haben und schipperten los.
Leider wurde das Wetter auf dem Weg Richtung Meer und durch die Buchten nicht sehr viel besser, aber trotz alledem fand ich Milford Sound beeindruckend. Gruen bewachsene Kliffe, mit Schnee bedeckte Berge, blaues Wasser und wir mitten drin. Alles in allem war es das Geld wert, aber im Nachhinein haetten wir vielleicht eine spaetere Tour buchen sollen, denn das Wetter wurde gerade besser als unsere Tour zu Ende war. Aber hey was solls, man kann nicht alles haben und eine Erfahrung war es allemal.
Danach ging es dann von einigen Stops abgesehen ziemlich schnurstracks Richtung Dunedin, der naechstgroesseren Stadt im Osten der Suedinsel. 
Vor dem groessten Berg in Milford Sound
(Namen vergessen)
Wir kamen trotz des scheiss Wetters ziemlich gut durch und waren gegen Abend angekommen. Dann hiess es: Schlafplatz finden. Da wir die vorherige Nacht bezahlt hatten, wollten wir versuchen diese Nacht irgendwo umsonst zu uebernachten. Doch leichter gesagt, als getan in einer “Grossstadt”. Wir kurvten umher und wurden sichtlich genervter. Dann entschlossen wir uns etwas aus der Stadt herauszufahren und fanden letztlich unseren Spot auf der anderen Strassenseite einer Tankstelle, wo schon einige andere Autos schier im Nirgendwo parkten. Anfangs wussten wir noch nicht was diese verlassenen Autos hier wollten, doch es wurde uns bald klar, als in regelmaessigen Abstaenden ein Bus ankam und Leute rauslies. Mit lautem Bremsen einschliesslich des lauten “Pfffff”-Geraeusch wurde man aus jeglichen Traeumen gerissen und am naechsten Morgen waren wir uns nicht mehr sicher ob es das wirklich wert war. Ach was erzaehl ich hier, eine absolut beschissene Nacht war das und wir waren uns sicher, dass wir liebendgerne die Dollars fuer einen Campingplatz bezahlt haetten.
Naja es half nun nichts. Wir fuhren wieder nach Dunedin rein um uns die Stadt anzugucken. 
Mirror Lakes
An dem wirklich schoenen Bahnhof besuchten wir die Toilette, dann checkten wir noch die Schokoladenfabrik von Cadbury (Cadbury-World) aus und strollten durch die Stadt. Nach all den Kleinstaedten war es nett mal wieder durch eine etwas groessere, jedoch relaxte Stadt zu laufen. So ganz in ihren Bann hatte sie uns dann aber doch nicht gezogen und im fruehen Nachmittag brachen wir auf zu unserem vorletzten Ziel, naemlich Christchurch.
Auch dieser Weg ging recht schnell zu Ende und am Abend erreichten wir die Erdbeben-erschuetterte Hauptstadt. Auf Johnns-Campingplatz checkten wir ein und schliefen endlich mal wieder eine gute Nacht, obwohl es geschuettet hat wie aus Kuebeln. Nach einem leckeren Fruehstueck liessen wir uns Zeit und organisiserten die Weiterreise. Hostel in Christchurch fuer die letzten Naechte ohne Camper wurde gebucht und auch schon das erste Hostel auf Fiji. 
Christchurch CBD
Desweiteren holte ich meine Kamera von Lucky Rentals ab (yeah es hat alles geklappt) und schickte letzte Dokumente fuer meinen Taxback Auftrag weg. Aufgrund des immer noch schlechten Wetters wollten wir Abends abermals ins Kino gehen und uns vorher die Stadt angucken. “The Raid” wurde auf IMDB mit 8.4 bewertet und als gut befunden. Nachdem die Tickets in der Mall abgeholt, und alle Geschaefte durchforstet wurden ging es dann in die Innenstadt. Wirklich erschreckend, was fuer Schaeden ein Erdbeben anrichten kann. Der gesamte innere Kern der Stadt ist abgeriegelt und mit grossen “Gefahr” Schildern umgeben. Ueberall sieht man Kraene mit Abrissbirnen, die den noch stehenden Haeusern den Gar ausmachen. Bei dem Anblick schaut es aus, als sei das Erdbeben erst gestern passiert und es fuehlt sich an als waere man in einem schlechten Film, wo gleich ein Zombie aus einem heruntergekommenen Gebaeude springt. Fast allein, neben den Bauarbeiten streiften wir noch fuer eine Weile durch die unheimliche Stadt, bevor wir uns dann wieder Richtung Kino bewegten. Nur fuers Protokoll: “The Raid” ist ein absoluter Mist-Film, ohne besondere Handlung und wirklich nur auf Martial-Arts und Action ausgelegt. Ein besonders tiefer Griff ins Klo und Bestaetigung das IMDB nicht immer Recht hat mit ihren Bewertungen. So!
Christchruch, nett hier!
Zurueck ging es auf den Campingplatz, von dem wir am naechsten Morgen frueh aufbrachen in Richtung Kaikoura, wo Julia den schon benannten Whale-Watching Trip gebucht hatte. Ich entschloss mich dagegen, da es mir glaub ich nicht viel geben wuerde, eine Walflosse aus weiter Entfernung vom Boot zu sehen. Aber Abwarten, wahrscheinlich kommt sie wieder und zeigt mir all die super Fotos von springenden Walen und dann wuenschte ich mir, ich waere dabei gewesen.
Wie dem auch sei, gestern hatten wir nach dem Mittag noch den Nachmittag Zeit um uns die Umgebung um Kaikoura anzugucken. Der Peninsula-Walkway lud zu einem 3 Stunden Walkway ein auf dem wir uns bald befanden. Auf grasbewachsenen Wanderwegen, ging es weder zu steil, noch zu flach, sondern einfach angenehm an der Kueste entlang. Es war ein wirklich schoener Wanderweg und noch dazu kam die Sonne durch. Schon auf halber Strecke des Rundwegs erkannten wir, dass man auch unten am Strand und damit zwischen den Seeloewen wieder zurueck gehen kann. Der Entschluss war schnell gefasst und bei der 2. Gelegenheit gingen wir hinunter und auf den Felsen am “Strand” entlang. 
Kaikoura
Alles war relaxt und entspannt und nachdem mir Julia ungefaehr die 5. Muschel gezeigt hatte, die nun aber wirklich wirklich schoen war, vernahm ich nur noch ein erschrockenes “Rooolliii” von ungefaehr 3 Meter hinter mir. Dieses war gefolgt von einem lauten Grunzen direkt vor mir. Neben all den Steinen hatten wir einen Seeloewen uebersehen, den wir wohl in seinem Schlaf ungefaehr 2 Meter von uns entfernt gestoert haben. Julia hatte diesen schon etwas frueher als ich gesehen und ist ohne mir etwas zu sagen schon mal davon gelaufen. Dann kam der “Rooollii” Ausruf. Wir erinnerten uns an Kangaroo-Island und saemtliche Schilder, die darauf hinwiesen nicht naeher als 10 Meter an einen Seeloewen heran zu treten, da die Bisse nicht ungefaehrlich sind. Da der noch zu ueberbrueckende Teil der Bucht mit Seeloewen bespickt war, entschliessen wir uns kurzerhand umzukehren und die Bucht herauf zu klettern um nicht alles zurueck zu gehen. 
Unsere Abkuerzung.
Sieht nicht so steil aus, war es aber!
Ich voran und guter Dinge war das ganze dann doch rutschiger und steiler als gedacht, aber ein Abenteuer allen voran. Angestrend und nach ganz vielen strafenden Blicken von Julia schafften wir es dann aber doch noch hoch und wieder auf den Wanderweg. Auf dem Rueckweg viel uns erst auf, wie viele Seeloewen an der Kueste liegen. Wirklich ueberall, hunderte! Krass im Nachhinein, dass man in Australien dafuer bezahlen muss um ein paar von diesen Kreaturen zu sehen. Alles in allem war der Tag schon aufregend genug gewesen, aber er wollte noch besser werden. Es wurde dunkel und wir waren auf dem Weg zu einem kostenlosen DOC-Camp was 8 km abseits der Strasse liegen sollte. Wir fuhren und fuhren und hatten nicht damit gerechnet irgendeine Menschensehle auf dem Campingplatz im Nirgendwo zu treffen. Doch wir wurden eines besseren belehrt und es war rappelvoll. Doch wir entdeckten eine Luecke zwischen einem Zelt und einem Camper und ich fing an den Van zu positionieren. Dann ging es ploetzlich nicht mehr weiter. Weder vorwaerts noch rueckwaerts, gar nicht. Wir steckten fest. Und zwar richtig. Ich schub an, was aber nicht gut ging, denn hinter dem Auto war nur Matsch auf dem man immer wegrutschte. 
Schneebedeckte Berge im Sonnenuntergang (Kaikoura)
Es half nichts. Dann kamen schon die ersten uns zu Hilfe. Im Dunkel beratschlagte man, Franzosen kamen mit einem Eimer Split an, ein Englaender versuchte uns mit seinem Abschleppseil einschliesslich 4 Wheel Drive herauszuziehen, woraufhin das Seil riss und dann hatten wir ungefaehr 8 Leute um unser Auto herumstehen. Sauber! Letztlich kamen dann noch ein paar Daenen hinzu und wir schafften es das Auto erst nach hinten und dann wieder nach vorne aus dem Matsch zu schieben. Echt klasse, wie alle hier einem helfen wenn man in Not ist. Wir erfuhren, dass an der Stelle wohl staendig jemand stecken bleiben wuerde. Puh, also nicht die ersten Dummen. Mensch was fuer ein Tag. Bett aufbauen, Weeds gucken, Schlafen. Aufwachen. Fruehstuecken. Ins Cafe gehen und Blog schreiben..in 3 Tagen gehts nach Fiji...stay tuned!

1 Kommentar:

  1. Hallo Roland,
    Danke für deine ausführlichen Beschreibungen ... wobei ich schon erwartet haette dass du ein Kampf Mann-gegen-"Loewen" angetreten hättest .. und dabei elendig untergangen waerst ;-) ... vielleicht doch besser so :-). Tja das war deine Chance fuer ein paar coole Bissnarben.
    Christchurch sieht echt einladend aus - super Bildunterschrift !

    Tja bei soviel Hilfsbereitschaft habt ihr ja auf eurer Reise noch genug Zeit anderen zu helfen ;-).

    Na dann weiter viel Spass auf eurer Reise und haltet die Ohren steif !!

    Gruss aus MUC,
    Boris

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