Dienstag, 22. Mai 2012

Die Jakobs Kroenung der Nationalparks: Yosemite!


Wale in Monterey

Wie versprochen gibt es die vergangenen News heute aus dem schwuelen und bewoelkten Miami. Nach einem absoluten Hoellenflug (mehr im entsprechenden Blogeintrag in naher Zukunft) von New York bin ich gestern in Floridas Metropole angekommen und habe schon ausgiebig das Einzige um was es hier geht miterlebt. Party, Party und Party heisst die Devise. Mein Hostel und vor allem meine Zimmergenossen schreiben dieses ganz gross und es gibt schon die ein oder andere Geschichte die ich ueber sie erzaehlen kann. Aber auch solche Details werde ich fuer den Miami Blogpost aufbewahren. Zunaechst gilt es aufzuholen in Sachen Vergangenheit.
Das letzte Mal war ich stehengeblieben als wir frueh morgens Le's Appartement in San Francisco in Richtung Monterey verliessen. Monterey ist ungefaehr 150 km suedlich von SF und dort hatten wir, wie schon erwaehnt einen Whale-Watching Trip fuer schlappe $39 (irgendwie sowas) gebucht. 
Schiff 1, Seekranke Menschen 5
Seitdem Julia von dem Angebot gehoert hatte war sie voellig aus dem Haeuschen. Als Meerestier-Fanatikerin freute sie sich schon wahnsinnig und erzaehlte mir 1000 Mal und mehr, dass ja die Humpback Wale die spielfreudigsten sind und die wuerden ja auch schon mal aus dem Wasser springen und und und und oder oder oder. Ich muss zugeben, dass ich mich auch ein wenig drauf gefreut habe, denn Wale habe ich noch nie gesehen und wenn die auch noch aus dem Wasser huepfen waere das wirklich klasse. Trotz Kaffee stiegen wir etwas muede auf das kleine Boot und schon bald ging es los. Im Vorherein wird man noch gewarnt, dass die See ja etwas “rough” sein koennte und wenn man seekrank werden wuerde, solle man doch bitte ueber die Reling spucken und nicht aufs Deck. 
Yosemite NP, inklusive Regenbogen Wasserfall!
Alles klar, wird schon nicht so schlimm sein. Ja doch, wurde es aber. Ich habe zum Glueck einen festen Magen, aber rund 5 andere Passagiere hingen nach kurzer Zeit ueber der Reling und danach auf ihren Stuehlen. Das war dann aber auch das Interessanteste auf dem ganzen Trip. Zwar sahen wir ziemlich viele Wale und noch viel mehr Delphine (ja Julia, von denen waren einige wirklich schoen und klasse!), aber die Wale waren weder spielfreudig noch sprungen sie aus dem Wasser. So sah man immer nur von Weitem eine Fontaene aus dem Wasser schiessen und das war es dann auch. Ganz ehrlich, da fand ich selbst die Seeloewen, die sich ueberall am Hafen tummelten interessanter. Ich denke, dass wird vorerst mein letzter Waltrip gewesen sein.
Nun gut, es ging weiter und als naechstes Ziel war der Yosemite Nationalpark auserkohren. Ganz schafften wir saemtliche Kilometer jedoch nicht an demselben Tag und so uebernachteten wir in Merced in einem netten kleinen Motel.
Mirror Lake in Yosemite!
Fuer ein Kingbett und dem obligatorischen Schnick-Schnack (Fernseher, Kuehlschrank, Mikrowelle, Garderobe und Bad) bezahlten wir $50 fuer 2 Personen. Praedikat: Sehr Gut!
Am naechsten Tag ging es dann mit grossen Schritten zum Yosemite. So richtig hatten wir keine grossen Vorstellungen was uns erwarten wuerde und so liessen wir uns ueberraschen. Im Lonely Planet erfuhren wir, dass dieses Gebiet die Hoechste Dichte an Wasserfaellen bieten wuerde. Ja gut hoert sich ja schon mal nicht schlecht an. War es dann auch wirklich nicht. Gleich am Anfang des Parks fuhr man an unglaublich hohen Felswaenden vorbei, die zusammen mit den ganzen hohen Baeumen und Wasserfaellen wirklich spektakulaer und einfach atemberaubend aussahen. Wir stoppten an Wasserfaellen und Aussichtspunkten, machten Fotos und wollten abschliessend noch auf eine kleine Wanderung zum Inspiration Point gehen.
Vor dem Lower Yosemite Fall!
Dieser war zwar etwas schwierig zu finden und nur durch ein altes verrostetes Schild gekennzeichnet (um das cliché zu bedienen, dass die Amis einfach lieber Auto fahren als zu wandern), aber dies hatte den Vorteil das wir fast allein auf dem Wanderweg waren. Ich befand mich zu dem Zeitpunkt schon am Anfang meiner Krankheitsphase und so huestelte und schwitzte ich ein wenig mehr als sonst, aber das war es wert. Oben angekommen ueberraschte uns zwar kein super Ausblick, wie erwartet, aber dafuer etwas anderes was wir schon lange nicht mehr erlebt hatten. Ruhe. Es war kein anderer Mensch in Reichweite und so hatte man einen super Blick ueber das Tal nur fuer sich allein. Wirklich schoen! Eichhoernchen, Schlangen und Eidechsen genossen mit uns die Idylle und auf dem Abstieg hatten wir sogar das Glueck einen Regenbogen im Wasserfall zu beobachten. Wahnsinn, die USA hat also wirklich mehr zu bieten als nur grosse Staedte und arrogante Mitmenschen ;-)
Nach der Wanderung machten wir uns dann auf die Suche nach einer Uebernachtungsmoeglichkeit. 
Auf dem Tioga Pass!
Und das war wiederum schwieriger als gedacht. Wir schienen die einzigen Idioten zu sein (und ja das war meine Schuld, denn ich dachte es waere schon nicht so schwierig ein Zimmer vor Ort zu finden), die kein Zimmer reserviert hatten. Nach einem Marsch zur Yosemite Lodge, die leider ausgebucht war, wurden wir weitergeschickt zur naechsten Lodge, wo es wohl noch Tent-Cabins fuer $110 gab. Ach du Scheisse, so teuer? Kurzerhand entschieden wir uns wieder aus dem Park herauszufahren und kurz vor dem Park nach Unterkuenften zu schauen. Als Erstes trafen wir bei diesem Vorhaben auf ein Hotel, wo uns ein sichtlich verunsicherter Hotel-Rezeptionist ein Zimmer mit Flussblick und Kamin fuer $200 anbot. Wow, das wird ja immer besser. Die Frage nach einem guenstigerem Zimmer verneinte er und schickte uns weiter in entgegengesetzter Richtung vom Park zu deren Tochterhotel, was wohl etwas guenstiger sei. Das Ende vom Lied war dann eine Tent-Cabin auf halben Weg fuer den halben Preis den wir im Park haetten bezahlen mussen. 
Ja so faehrt man halt da durch, nech?
Was ist eine Tent-Cabin fragten wir uns. Naja eigentlich ist es nur ein schoener Ausdruck fuer ein grosses Zelt mit Holzboden und Betten. Was wahrscheinlich wirklich klasse fuer eine warme Sommernacht waere, war wirklich arschkalt an dem Tag als wir dort uebernachteten. Es braucht nicht lange um nachzuvollziehen, dass dies meiner Erkaeltung nicht wirklich gut tat. So ging es mir am naechsten Morgen alles andere als gut und blickte unseren geplanten Wanderungen nur bedingt gluecklich entgegen. Doch auch an diesem Tag ueberraschte uns der Yosemite Park mit viel Neuem und alter Schoenheit. Den Mirror Lake wuerde ich zwar nicht als Highlight bezeichnen, aber schoen an ihm entlang zu gehen war es allemal. Die Yosemite Falls sind wirklich ein Erlebnis und dann war es fuer mich vor allem der Tioga Pass der mich faszinierte. 
Und die waren auch da!
Dieser Pass fuehrt ueber die Berge und dann aus dem Park hinaus in Richtung Las Vegas. Steil ging es hinauf und wir waren so hoch, dass man sogar von Schnee umgeben war. Ein ganz komisches Bild: Eben noch geschwitzt auf dem Mirror-Lake Walk und jetzt ist man von Schnee umgeben auf einem Berg. Fuer mich war der Yosemite Nationalpark wirklich ein super Erlebnis, was ich nur jedem empfehlen kann.
Nach so langem Reisen denkt man manchmal man haette schon alles gesehen und nichts kann ein anderes vergleichbares Erlebnis toppen. Doch ich muss sagen, hier liegen alle Lang-Reisenden falsch und diese Erfahrung hat der Yosemite Nationalpark besonders bei mir verstaerkt.Am Beispiel Wasserfall: 
Der gesamte Yosemite Wasserfall
Jeder Wasserfall ist verschieden und im Zusammenspiel mit anderen Faktoren (wie eben Felsen, viel Gruen, Tiere, etc...) kann selbst ein unspektakulaerer Wasserfall ploetzlich einzigartig und unglaublich sein. Der Yosemite NP ist mit Sicherheit vergleichbar mit einigem was wir schon auf unserer Reise gesehen haben, aber trotzdem hat uns die Schoenheit ueberwaeltigt und zu weiterem Reisen angespornt.
Was fuer ein schoener Schlusssatz. Ich werde jetzt versuchen etwas Basketball zu spielen und dann noch etwas Schlaf nachzuholen, denn ich bezweifle das ich von letzterem viel heute Nacht bekommen werde. Bis ganz bald in Deutschland....stay tuned

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