| Wale in Monterey |
Wie versprochen gibt es
die vergangenen News heute aus dem schwuelen und bewoelkten Miami.
Nach einem absoluten Hoellenflug (mehr im entsprechenden Blogeintrag
in naher Zukunft) von New York bin ich gestern in Floridas Metropole
angekommen und habe schon ausgiebig das Einzige um was es hier geht
miterlebt. Party, Party und Party heisst die Devise. Mein Hostel und
vor allem meine Zimmergenossen schreiben dieses ganz gross und es
gibt schon die ein oder andere Geschichte die ich ueber sie erzaehlen
kann. Aber auch solche Details werde ich fuer den Miami Blogpost
aufbewahren. Zunaechst gilt es aufzuholen in Sachen Vergangenheit.
Das letzte Mal war ich
stehengeblieben als wir frueh morgens Le's Appartement in San
Francisco in Richtung Monterey verliessen. Monterey ist ungefaehr 150
km suedlich von SF und dort hatten wir, wie schon erwaehnt einen
Whale-Watching Trip fuer schlappe $39 (irgendwie sowas) gebucht.
| Schiff 1, Seekranke Menschen 5 |
Seitdem Julia von dem Angebot gehoert hatte war sie voellig aus dem
Haeuschen. Als Meerestier-Fanatikerin freute sie sich schon
wahnsinnig und erzaehlte mir 1000 Mal und mehr, dass ja die Humpback
Wale die spielfreudigsten sind und die wuerden ja auch schon mal aus
dem Wasser springen und und und und oder oder oder. Ich muss zugeben,
dass ich mich auch ein wenig drauf gefreut habe, denn Wale habe ich
noch nie gesehen und wenn die auch noch aus dem Wasser huepfen waere
das wirklich klasse. Trotz Kaffee stiegen wir etwas muede auf das
kleine Boot und schon bald ging es los. Im Vorherein wird man noch
gewarnt, dass die See ja etwas “rough” sein koennte und wenn man
seekrank werden wuerde, solle man doch bitte ueber die Reling spucken
und nicht aufs Deck.
| Yosemite NP, inklusive Regenbogen Wasserfall! |
Alles klar, wird schon nicht so schlimm sein. Ja
doch, wurde es aber. Ich habe zum Glueck einen festen Magen, aber
rund 5 andere Passagiere hingen nach kurzer Zeit ueber der Reling und
danach auf ihren Stuehlen. Das war dann aber auch das Interessanteste
auf dem ganzen Trip. Zwar sahen wir ziemlich viele Wale und noch viel
mehr Delphine (ja Julia, von denen waren einige wirklich schoen und
klasse!), aber die Wale waren weder spielfreudig noch sprungen sie
aus dem Wasser. So sah man immer nur von Weitem eine Fontaene aus dem
Wasser schiessen und das war es dann auch. Ganz ehrlich, da fand ich
selbst die Seeloewen, die sich ueberall am Hafen tummelten
interessanter. Ich denke, dass wird vorerst mein letzter Waltrip
gewesen sein.
Nun gut, es ging weiter
und als naechstes Ziel war der Yosemite Nationalpark auserkohren.
Ganz schafften wir saemtliche Kilometer jedoch nicht an demselben Tag
und so uebernachteten wir in Merced in einem netten kleinen Motel.
| Mirror Lake in Yosemite! |
Fuer ein Kingbett und dem obligatorischen Schnick-Schnack (Fernseher,
Kuehlschrank, Mikrowelle, Garderobe und Bad) bezahlten wir $50 fuer 2
Personen. Praedikat: Sehr Gut!
Am naechsten Tag ging
es dann mit grossen Schritten zum Yosemite. So richtig hatten wir
keine grossen Vorstellungen was uns erwarten wuerde und so liessen
wir uns ueberraschen. Im Lonely Planet erfuhren wir, dass dieses
Gebiet die Hoechste Dichte an Wasserfaellen bieten wuerde. Ja gut
hoert sich ja schon mal nicht schlecht an. War es dann auch wirklich
nicht. Gleich am Anfang des Parks fuhr man an unglaublich hohen
Felswaenden vorbei, die zusammen mit den ganzen hohen Baeumen und
Wasserfaellen wirklich spektakulaer und einfach atemberaubend
aussahen. Wir stoppten an Wasserfaellen und Aussichtspunkten, machten
Fotos und wollten abschliessend noch auf eine kleine Wanderung zum
Inspiration Point gehen.
| Vor dem Lower Yosemite Fall! |
Dieser war zwar etwas schwierig zu finden
und nur durch ein altes verrostetes Schild gekennzeichnet (um das
cliché zu bedienen, dass die Amis einfach lieber Auto fahren als zu
wandern), aber dies hatte den Vorteil das wir fast allein auf dem
Wanderweg waren. Ich befand mich zu dem Zeitpunkt schon am Anfang
meiner Krankheitsphase und so huestelte und schwitzte ich ein wenig
mehr als sonst, aber das war es wert. Oben angekommen ueberraschte
uns zwar kein super Ausblick, wie erwartet, aber dafuer etwas anderes
was wir schon lange nicht mehr erlebt hatten. Ruhe. Es war kein
anderer Mensch in Reichweite und so hatte man einen super Blick ueber
das Tal nur fuer sich allein. Wirklich schoen! Eichhoernchen,
Schlangen und Eidechsen genossen mit uns die Idylle und auf dem
Abstieg hatten wir sogar das Glueck einen Regenbogen im Wasserfall zu
beobachten. Wahnsinn, die USA hat also wirklich mehr zu bieten als
nur grosse Staedte und arrogante Mitmenschen ;-)
Nach der Wanderung
machten wir uns dann auf die Suche nach einer
Uebernachtungsmoeglichkeit.
| Auf dem Tioga Pass! |
Und das war wiederum schwieriger als
gedacht. Wir schienen die einzigen Idioten zu sein (und ja das war
meine Schuld, denn ich dachte es waere schon nicht so schwierig ein
Zimmer vor Ort zu finden), die kein Zimmer reserviert hatten. Nach
einem Marsch zur Yosemite Lodge, die leider ausgebucht war, wurden
wir weitergeschickt zur naechsten Lodge, wo es wohl noch Tent-Cabins
fuer $110 gab. Ach du Scheisse, so teuer? Kurzerhand entschieden wir
uns wieder aus dem Park herauszufahren und kurz vor dem Park nach
Unterkuenften zu schauen. Als Erstes trafen wir bei diesem Vorhaben
auf ein Hotel, wo uns ein sichtlich verunsicherter Hotel-Rezeptionist
ein Zimmer mit Flussblick und Kamin fuer $200 anbot. Wow, das wird ja
immer besser. Die Frage nach einem guenstigerem Zimmer verneinte er
und schickte uns weiter in entgegengesetzter Richtung vom Park zu
deren Tochterhotel, was wohl etwas guenstiger sei. Das Ende vom Lied
war dann eine Tent-Cabin auf halben Weg fuer den halben Preis den wir
im Park haetten bezahlen mussen.
| Ja so faehrt man halt da durch, nech? |
Was ist eine Tent-Cabin fragten wir
uns. Naja eigentlich ist es nur ein schoener Ausdruck fuer ein
grosses Zelt mit Holzboden und Betten. Was wahrscheinlich wirklich
klasse fuer eine warme Sommernacht waere, war wirklich arschkalt an
dem Tag als wir dort uebernachteten. Es braucht nicht lange um
nachzuvollziehen, dass dies meiner Erkaeltung nicht wirklich gut tat.
So ging es mir am naechsten Morgen alles andere als gut und blickte
unseren geplanten Wanderungen nur bedingt gluecklich entgegen. Doch
auch an diesem Tag ueberraschte uns der Yosemite Park mit viel Neuem
und alter Schoenheit. Den Mirror Lake wuerde ich zwar nicht als
Highlight bezeichnen, aber schoen an ihm entlang zu gehen war es
allemal. Die Yosemite Falls sind wirklich ein Erlebnis und dann war
es fuer mich vor allem der Tioga Pass der mich faszinierte.
| Und die waren auch da! |
Dieser
Pass fuehrt ueber die Berge und dann aus dem Park hinaus in Richtung
Las Vegas. Steil ging es hinauf und wir waren so hoch, dass man sogar
von Schnee umgeben war. Ein ganz komisches Bild: Eben noch geschwitzt
auf dem Mirror-Lake Walk und jetzt ist man von Schnee umgeben auf
einem Berg. Fuer mich war der Yosemite Nationalpark wirklich ein
super Erlebnis, was ich nur jedem empfehlen kann.
Nach so langem Reisen
denkt man manchmal man haette schon alles gesehen und nichts kann ein
anderes vergleichbares Erlebnis toppen. Doch ich muss sagen, hier
liegen alle Lang-Reisenden falsch und diese Erfahrung hat der
Yosemite Nationalpark besonders bei mir verstaerkt.Am Beispiel
Wasserfall:
| Der gesamte Yosemite Wasserfall |
Jeder Wasserfall ist verschieden und im Zusammenspiel mit
anderen Faktoren (wie eben Felsen, viel Gruen, Tiere, etc...) kann
selbst ein unspektakulaerer Wasserfall ploetzlich einzigartig und
unglaublich sein. Der Yosemite NP ist mit Sicherheit vergleichbar mit
einigem was wir schon auf unserer Reise gesehen haben, aber trotzdem
hat uns die Schoenheit ueberwaeltigt und zu weiterem Reisen
angespornt.
Was fuer ein schoener
Schlusssatz. Ich werde jetzt versuchen etwas Basketball zu spielen
und dann noch etwas Schlaf nachzuholen, denn ich bezweifle das ich
von letzterem viel heute Nacht bekommen werde. Bis ganz bald in
Deutschland....stay tuned
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