Freitag, 11. Mai 2012

Von L.A. nach San Francisco


Hollywood!

Nach langer Pause gibt es nun endlich mal wieder ein Update. Die letzten Tage war ich etwas krank (leichtes Fieber, Erkaeltung, etc.) und konnte so leider Death Valley bzw. unseren ersten Aufenthalt in Vegas nicht wirklich geniessen, aber heute geht es mir schon wieder besser. Mittlerweile sind wir im Grand Canyon Nationalpark bzw. kurz davor angekommen. In Williams, einem Winz-Ort ungefaehr 80 km vom Grand Canyon entfernt haben wir vor Kurzem in unser Motel eingecheckt und bei laufendem NBA-Playoff Game (L.A. Clippers – Memphis Grizzlies) schreibe ich nun ueber unsere anfaenglichen Erlebnisse in den USA.
Vor knapp 2 Wochen kamen wir also muede und kaputt von dem langen Flug in Los Angeles an. Das uebliche Einreise-Prozedere hatten wir ueberraschenderweise (wir hatten mit langen Kontrollen und Fragen gerechnet) recht schnell und unproblematisch hinter uns und mit unserem Gepaecktrolley rollten wir zielsicher Richtung Exit.
Blick vom Hollywood-Schild-Huegel auf L.A.!
Wahnsinn, nun sind wir in den USA. So richtig konnten wir es noch nicht fassen. Neuseeland, Fiji und nun USA. Irgendwie ging es alles so schnell und man fuehlte sich noch nicht wirklich in einem neuen Land angekommen. Dies aenderte sich jedoch recht schnell, denn anders als in Fiji ist natuerlich in den USA alles ziemlich gut ausgeschildert. So fanden wir ohne Probleme unseren Shuttle-Bus der uns zu der Avis-Zentrale fuhr, wo wir unseren Mietwagen abholten. Hier angekommen wurden wir von einer wirklich unfreundlichen Empfangsdame durch alle Einzelheiten des Vertrags gefuehrt (“Do you understand?.......Yes.......What did you understand?”) und schon bald hielten wir die Schluessel fuer unseren hellblauen Chevrolet Cruze in unseren Haenden. Gegen das Auto ist wirklich gar nichts zu sagen. Knapp 33.000 km faehrt es sich wie ein Neuwagen und wir hatten bisher noch keine Probleme, sind also voll zufrieden.
Lecker Jumbo Magheritas!
Im Auto realisierten wir dann das wir gar keine Karte von Los Angeles besassen, sprich also keine Ahnung hatten wie wir zu unserem bereits gebuchten Hostel kommen sollten. Zum Glueck konnte uns der Parkwaechter mit einer kleinen Karte aushelfen und nach einigen Umwegen und abermaligen “Nach dem Weg Fragen” fanden wir endlich unser Hostel im Herzen Hollywoods. In einer Seitenstrasse vom Hollywood Boulevard checkten wir ins USA Hostels ein und waren positiv ueberrascht. Nicht so positiv waren die Parkkosten, denn das billigste Parkhaus verlangte immerhin $12 pro Tag (und jedes mal wenn man das Auto holte musste man auch $12 bezahlen). Wie dem auch sei, wir waren froh angekommen zu sein. Nach kurzem Frischmachen gingen wir auf dem Hollywood Boulevard entlang auf der Suche nach etwas zu Essen. 
Zum Glueck haben wir noch eine
Julia gefunden...
An diesem sollte es nicht mangeln und wir entschieden uns fuer einen Burrito beim Mexikaner. Viel zu viel Koriander, aber ansonsten nicht schleht und vor allem preiswert. Nach dem Essen gingen wir noch ein wenig am Boulevard entlang. Ich war relativ ueberrascht, denn ich hatte es mir alles etwas prunkvoller bzw. etwas vornehmer vorgestellt. Zwar waren ueberall die Sternchen, die man aus dem Fernsehen kennt, aber das war es auch an “Rich and Famous”. Ansonsten sieht man vor allem Rotlicht-Schuppen, Smoke-Shops (alle moeglichen Pfeifen, Bongs, etc..), Restaurants und mexikanisch-gefuehrte Klamottengeschaefte. Bis auf die Gegend um das Kodak-Theatre war also alles relativ unspektakulaer bzw. einfach eine coole Party Gegend.
Um 22 Uhr holten wir dann Spencer und Phil vom Flughafen ab. Mein Gastbruder aus Texas und ein gemeinsamer Freund hatten meine Ankunft als Anlass fuer einen Urlaub genommen und wir wollten zusammen durch Kalifornien cruisen. Nach einigen Schwierigkeiten das richtige Terminal bzw. die richtige Empfangshalle zu finden hat am Ende doch alles geklappt und mit den beiden im Schlepptau ging es wieder zurueck zum Hostel. Es war wirklich cool, denn obwohl ich die beiden seit ungefaehr 5 Jahren nicht mehr gesehen habe, waren sie genauso wie ich sie in Erinnerung hatte.
Walt Disney Concert Hall in Downtown L.A.!
Auf der Fahrt tauschten wir uns aus, kauften noch etwas Bier im 7 Eleven und alsbald waren wir im Hostel. Hier wurden die beiden weniger herzlich empfangen, denn offiziell duerfen Amerikaner nicht in Hosteln uebernachten. Mann moechte es international halten und Amis haetten ja das Geld sich ein Hotel zu nehmen. Zum Glueck war der Rezeptionist nicht super streng und liess sie schliesslich doch mit uns ins Zimmer. Wir genossen noch einige Bierchen und redeten noch so bis 3 Uhr morgens bevor wir ins wohlverdiente Bett fielen. Nach dem langen Flug war ich wirklich im Eimer.
Doch quickfidel ging es am naechsten Morgen mit Pancake-Fruehstueck im Hostel weiter. Kaffee und Pancakes, das braucht der Amerikaner. Beim Fruehstueck schmiedeten wir dann den Plan fuer den Tag. Hollywood Blvd, Hollywood Schild und Beverly Hills wollten wir uns anschauen. Gesagt, getan und nachdem uns der zehnte Schwarze seine Rap CD andrehen wollte liessen wir den Boulevard hinter uns und stiegen wieder ins Auto. Schliesslich sind wir ja in Amerika, da geht man nicht zu Fuss. 
"Get legal and fly high like a seagal"
Mit Phil und Spence als Navigatoren ging es schnurstracks Richtung Hollywood Schild. Die Landschaft und die Aussichten ueber L.A. sind wirklich klasse, ganz zu schweigen von dem Fahrspass den man auf dem Drive hat. Wir schossen ein paar Fotos und fuhren an einigen Palaesten vorbei. Die Palaeste setzten sich in Beverly Hills fort und unser festes Vorhaben die Playboy Mansion zu finden endete vor mehreren riesigen Zaeunen bzw. Baeumen. So habe ich mir Hollywood vorgestellt. Zum Mittag gab es Sushi Deluxe. Wo, weiss ich nicht mehr genau. Danach sind wir nur noch ein wenig auf dem Sunset Boulevard gefahren, bevor es auch schon wieder zurueck zum Hostel ging. Abends: Essen und Trinken. Viel Trinken in Hollywood (Magheritas und Irish Pub Bierchen!).
Am naechsten Morgen checkten wir aus dem Hostel aus und machten uns auf den Weg in Richtung Downtown. Im Business Zentrum verschafften wir uns einen Eindruck von der Groesse L.A.'s. Ein riesiges Buero-Gebaeude steht neben dem naechsten und das Rathaus aehnelt eher einem Luxushotel. Die Amis moegen es gross, so scheint es.
Mittag gab es bei Phillipes, einem French Dip Restaurant. French Dip nennen es die Amis, wenn man die Sandwich-Brot noch einmal in Fleisch-Sosse eindippt, bevor man es mit den Zutaten belegt. Spencer und Phil waren hin und weg und wir muessten es auf jeden Fall probieren, denn in L.A. sei wohl der Ursprung dieses kulinarischen Hochgenuss.
Venice Beach Promenade
Ich muss sagen, dass es mich jetzt nicht umgehauen hat, aber es war schon lecker. Ach ja an dieser Stelle sei noch erwaehnt, dass wir glauben Nicolas Cage in der Innenstadt gesehen zu haben. Julia ist sich ganz sicher, Phil so halb und Spencer und ich haben die Person nur von hinten gesehen. Trotzdem cool.
Am Nachmittag peilten wir dann unser naechstes Ziel an, naemlich Venice Beach, wo wir die Nacht verbringen wollten. Phil hatte sich seinen Urlaub eher nicht mit Hosteluebernachtungen vorgestellt und wollte uns ein Hotel suchen. Er wuerde auch etwas mehr bezahlen. Das wollten wir natuerlich nicht, aber mehr als $50 wollten wir auch nicht pro Nacht pro Person bezahlen. Er meinte man wuede da schon was finden. Naja so einfach war es dann doch nicht. Ich staunte nicht schlecht, als wir ploetzlich vorm Marriott standen und die beiden reingingen. Ja schade, leider nur noch ein Zimmer ueber der Hoteldisko. Das wollten wir nicht. Um es kurz zu machen landeten wir schliesslich im Jamaica Inn, wo wir fuer $230 2 Queenbetten bekamen.
Unser Zimmer im Jamaica Inn!
Fuer uns ein absoluter Luxus. Flatscreen-TV, Kuehlschrank, Mikrowelle, Handtuecher...mann mann mann. Spa und Pool waren draussen. Aber deswegen war wir ja nicht hier. Wir wollten zum Venice Beach, der nur 10 Minuten entfernt war. Alsbald fanden wir den riesigen Strand und strollten an der Promenade entlang. Ich glaube ich habe noch nie einen so grossen Strand gesehen. Zwar ist alles an der Promenade etwas ueberlaufen, aber auf dem Strand findet man immer einen Platz zum Sonnen wuerde ich behaupten. An der Promenade waren neben den ueblichen Souvenir- und Faelschungsgeschaeften vor allem die “Medical Marihuana Evaluation” Doktoren. Kalifornien hat als erster Staat von den USA den Gebrauch von medizinischen Marihuana genehmigt und jetzt scheint es so, als wuerde jeder Hilfsarzt am Venice Beach einen Shop aufmachen, in dem man sich untersuchen lassen kann, ob man auf medizinisches Marihuana zurueckgreifen darf. Ueberall roch es nach Gras und bei naeherem Hinblicken sah auch jeder zweite auf dem Strip bekifft aus.
Auf dem Weg nach Big Sur (Pacific Coast Highway)
Ueberhaupt waren alle moeglichen Gestalten an der Promenade unterwegs. Von Obdachlosen bis hochnaesigen Neureichen, alle zeigten ihr Gesicht. Im Muscle-Park erkannten wir umringt von Fotografen und Touris den Schauspieler von Machete. Nach einem Abendessen neben dem Skatepark ging auch dieser Abend zu Ende und wir verbrachten eine super Nacht in unserer luxurioesen Unterkunft.
Am naechsten Morgen genossen wir den Kaffee aus unserer Kaffeemaschine im Zimmer und gingen nochmals zum Venice Beach, wo wir fruehstueckten bzw. brunchten (11:00 Uhr). Krabben-Tacos. Nicht das Beste, aber auch nicht das Schlechteste was ich je gegessen hatten. Gestaerkt gingen wir den Pier entlang, amuesierten uns abermals ueber die Leute und stiegen schliesslich wieder ins Auto um zum Santa Monica Pier zu fahren. An diesem ist relativ wenig passiert. Der Pier gleicht mehr einem Rummel, als einem Pier und ist voellig ueberlaufen. Gleichzeitig markiert er das Ende der beruehmten Route 66. Irgendwie ganz skuril, eine Achterbahn und Riesenrad neben dem Strand zu sehen, aber jetzt auch kein riesiges AHHH OHHH Gefuehl.
In Big Sur auf der Wanderung!
Mit dieser Sehenswuerdigkeit liessen wir Los Angeles hinter uns und begonnen unseren Roadtrip in Richtung San Francisco. Entlang des Pacific Coastal Highways (Highway Number One) sind wirklich super schoene Landschaften zu beobachten. Hohe Kliffe direkt nebem blauem Wasser und schoenen Straenden. Herrlich. Ich genoss es sehr die kurvigen Strassen entlang zu fahren. Dieser Tag endete im Anderson Pea Soup Inn, auf halber Strecke zu unserem Ziel Big Sur. In Big Sur hatte Phil bereits im Vorherein eine Cabin in der Natur gebucht, in der wir die naechste Nacht verbringen sollten.
Nach einer guten Nacht in Big Sur statteten wir Solvang einen Besuch ab. Dieser daenische Ort in Kalifornien ist wirklich idyllisch mit seinen Windmuehlen und auf alt gemachten Haeusern. Ich glaube hier wuerde es sich mit Ausnahme der vielen Touris gut aushalten lassen. Wir liefen ein wenig durch die Stadt, bevor wir unaufhaltsam unserem Ziel Big Sur entgegenfuhren. Abermals wurden wir von dem Highway auf dem Weg nicht enttaeuscht und bei schoenstem Wetter genossen wir die uns umgebende Natur. 
Strand in Big Sur!
Diese hoerte in Big Sur nicht auf. Nachdem wir in unserer Cabin eingecheckt hatten, gingen wir auf eine kleine Wanderung, wo einige von uns ganz schoen ins Schwitzen kamen ;-) Doch die Wanderung lohnte sich, denn der Blick ueber das Tal war wirklich schoen. Ueber den Wasserfall laesst sich streiten. Klar war der schoen, aber irgendwie ist ja auch jeder Wasserfall schoen. Naja wir liessen das Ganze hinter uns und wollten noch vor dem Abendessen zum Strand fahren. Dieser war nur mit dem Auto erreichbar, worueber nach der Wanderung aber alle dankbar waren. Der Strand hatte Julia und mich wirklich ueberrascht. Zuvor hatte ich mit Amerika immer nur die grossen Staedte, wie eben L.A., New York, etc. assoziiert. Nie hatte ich an Straende oder schoene Natur gedacht, bis zu diesem Moment. Der Strand war wirklich klasse. Felsbuchten und Felsinseln, durch die sich das Wasser durchgefressen hatte malten ein super schoenes Bild. Wir genossen ein paar Bierchen, bevor es dann wirklich frisch wurde und uns zudem noch der Hunger packte. Phil wollte uns an dem Abend zum Essen einladen und wollte in ein etwas feineres Restaurant gehen.
Lecker Bierchen am Strand!
Den Namen erinnere ich nicht mehr, aber das Restaurant war Teil eines Hotels und auf einem Huegel, von dem man direkten Meerblick hatte. Hauptgaenge fingen ab $40 an. Nach einem Blick auf die Karte wurden wir gefragt, ob wir hier essen wollten, was wir nach einigem Zoegern schliesslich bejahten. Wir setzten uns, guckten abermals in die Karte und irgendwie hatten wir alle den gleichen Gedanken. $40 fuer ein Essen? Wirklich? Nachdem uns schon Wasser gebracht wurde, entschlossen wir uns dann doch wieder zu gehen und der Kellner empfahl uns sogar noch ein etwas billigeres Restaurant. Wirklich nett, aber auch wirklich peinlich. Naja das Ende vom Lied war dann ein halb so teurer Abend mit wahrscheinlich besserem Essen inklusive Mavericks NBA Game.
Der naechste Tag markierte dann schon den letzten Urlaubstag von Phil. Wir schliefen aus, fruehstueckten und fuhren weiter Richtung San Jose, von wo Phil am Nachmittag nach Hause fliegen sollte. Viel ist an dem Tag nicht mehr passiert. Wir fanden nach langer Suche und nicht unbedingt auf dem Weg einen INN-Out Burger, bei dem wir leckere und billige Burger assen und setzten Phil in San Jose am Flughafen ab. Mit Spencer im Gepaeck setzten wir unseren Weg fort nach San Francisco.
Da ich jetzt doch schon relativ muede bin bzw. merke das ich etwas lustlos schreibe, werde ich ueber unseren Aufenthalt in San Francisco und den Verlauf der weiteren Reise im naechsten Post berichten....stay tuned.

2 Kommentare:

  1. Wazzup buddy? ich wollte mich auch mal wieder zu Wort melden, nachdem ich alle Beiträge gelesen, aber auf dem Handy nich kommentieren konnte. Was ich schon seit Neuseeland, dann auf den Fijis und nun in USA sagen wollte: Geile scheiße! So, jetzt ist es raus. Im Ernst, das hört sich hammermäßig an und nach der ganzen Zeit arbeiten nun endlich mal Urlaub ohne auf jedne Cent achten zu müssen. Gibt es etwas tolleres als am Ende dieser mega Reise noch mal so richtig alle Register ziehen zu können? Lass es so richtig krachen, genießt ihr beiden eure Zeit noch und lasst uns Leser noch ein paar mal neidisch werden:) Steven out

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  2. Stephan, was geht? Bist du noch in Brisbane? Hast nen Job gefunden? Ich hoffe doch das alles in bester Ordnung ist. Freue mich schon auf ein baldiges Wiedersehen. Wir gehen jetzt auf den Las Vegas Strip und morgen geht es schon nach New York....

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