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| Ein Blick in die Ferne und die Weite des Grand Canyons. |
Es scheint fast so, als
würde die Zeit im Heimatland noch schneller vergehen als während
der Reise. Die letzten Wochen gingen vorüber wie Nichts und ich war
damit beschäftigt mich zu bewerben und einige Freunde zu besuchen.
So hatte ich eine super Zeit in Bremen, Münster, Berlin und Dresden.
Danke nochmal an alle Beteiligten ;-) Einige Bewerbungsgespräche
habe ich auch schon geführt und so kann ich mich im Moment nicht
beklagen. Es läuft doch alles wieder ganz rund in Deutschland und es
fühlt sich gut und richtig an wieder hier zu sein.
Vor etwas mehr als
einem Monat war die Rückkehr noch in weiter Ferne und Julia und ich
waren von Williams aufgebrochen in Richtung Grand Canyon
Nationalpark. Ich errinere mich, dass ich mich an jenem Tag schon
viel besser fühlte. Die Nase war nicht mehr so verschnupft und auch
meinem Hals ging es besser. Ein guter Start in den Tag. Frühstück
wurde von dem Motel gestellt und es gab leckeren Kaffee mit Müsli
(so Honey Oat Loops Zeugs) und Pastries. Für den geringen
Übernachtungspreis echt super!
Wir packten zusammen
und stiegen ins Auto, wo wir unseren Lieblingssender Route 66 Radio
anschalteten. Der hatte es einfach drauf ein paar gute Klassiker zu
spielen und wir hatten eine gute Zeit bis wir schliesslich beim
Nationalpark ankamen. Nach einem kurzem Kaffeestop und Julias
Briefmarkenkauf (der mich zugegeben schon etwas nervte, denn Julia
hatte schon vorher gefühlte 5 andere Trading Posts abgeklappert)
kauften wir schliesslich die Tickets für den Nationalpark und fuhren
hinein.
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| The Canyon! |
Zusammen mit anderen Besuchern fuhren wir die Strasse entlang
und rechts und links war nichts anderes als Bäume zu erkennen. Hm,
na hoffentlich wird das noch besser dachten wir uns. Wir hatten uns
im Vorherein schon für eine Route entschieden, die man nur mit dem
Auto abfahren konnte. So bogen wir vor dem Grand Canyon Village (wo
wir am Abend übernachten würden) rechts ab auf den “Desert View”
- Drive. Ich glaube wir hatten auf unserer Reise schon viele von
diesen “Ohhhhh wooww” - Momenten, wo man in einem Augenblick
unglaublich viel Schönheit vor den Latz geworfen bekommen hat, aber
der Grand Canyon NP hat von uns glaub ich das lauteste “Ohhh wooww”
bekommen. Eben noch im tiefsten Wald, erstreckte sich plötzlich
direkt neben der Straße der riesige Canyon. Riesig trifft es
eigentlich noch nicht richtig, denn es war wirklich unbeschreiblich
groß. Sofort sind wir, sowie auch alle anderen, links herangefahren
und stapften bis direkt an den Abgrund heran.
In verschiedensten
Rottönen ragten Felsformationen gen Horizont und in scheinbar
unerreichbare Ferne. Auf Fotos sah es fast wie eine Montage aus, denn
der Horizont war bedingt durch die Größe ein kerzen gerader Strich.
Unfassbar und wir kriegten uns kaum ein. Fotos, Fotos und nochmehr
Fotos ging es durch unsere Köpfe. Irgendwann hatten wir dann von dem
Viewing Point genug und zogen weiter, schliesslich gab es noch so
viel mehr zu erkunden.
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| Julie auf einem der zahlreichen Aussichtspunkte |
Ich muss ganz ehrlich
sagen: So viel Euphorie auch am Anfang dabei war, nach ein paar
Viewing Points hatte man sich ziemlich an den Anblick gewöhnt. Schon
bald ertappten wir uns dabei, wie wir sagten, dass ja doch irgendwie
alles relativ gleich aussieht, nichts destotrotz blieb es natürlich
unglaublich beeindruckend.
Nachdem wir am Desert
View Point den Aussichtsturm besichtigt hatten und auf einem
Rastplatz Mittag gemacht wurde, sollte die letzte Anstrengung für
den Tag auf sich genommen werden. Wir wollten einen kleinen Walk
hinein in den Canyon machen. Nun ist es so, dass man zu einigen
Viewing Points nicht mit dem Auto, sondern nur mit dem kostenlosen
Shuttle-Bus hinkommt. So auch zum Yaki-Point, welcher den Startpunkt
des Walks markiert. Wir fuhren also zurück ins Village und nahmen
zusammen mit vielen anderen Touris den Shuttle-Bus, welcher farblich
markiert war. Am Yaki-Point angekommen ging es dann los. Der Ohh-Ahh
Point war unser Ziel, welcher (ich glaube) 1.5 km und sehr viele
Höhenmeter unter uns lag. Zwar konnte man auf diesem Walk auch ganz
hinunter zum Colorado River marschieren und dann wieder zurück, aber
davor warnen die Ranger immer wieder, denn viele Leute unterschätzen
die Entfernungen und vor allem die Sonne, welche auch an diesem Tag
kräftig auf uns hinunterschien.
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| Ohh Ahh |
Dennoch wurden wir belohnt mit super
Aussichten und der Spruch “Es sieht doch alles gleich aus” rückte
in weite Ferne. Wir zwei ganz kleine Punkte marschierten in diesem
riesigen Canyon. Irgendwie verrückt und man wusste gar nicht wo man
zuerst hinschauen sollte.
Auf dem Weg hinunter
kamen uns immer wieder andere Wanderer völlig verschwitzt und
keuchend entgegen. Naja dachten wir, so schlimm ist es ja nun auch
nicht. Aber so richtig wohl war uns bei dem Gedanken das Ganze wieder
hochlaufen zu müssen auch nicht. Naja wir genossen die Aussicht und
kamen sicher zu unserem Ziel, dem Ohh-Ahh Point. Dieser war dann auch
nochmal wirklich besonders schön, denn man hatte quasi einen 360°
Blick über den Canyon. Wahnsinn. Hier trafen wir auf ein
österreichisches Pärchen, welches tatsächlich den 1 tägigen
Marsch hinunter zum Colorado River gewagt hat. Sie sahen schon echt
richtig mitgenommen aus, erzählten das es kaum Schatten gibt und das
sie ungefähr 8 Liter Wasser mitgehabt hätten. Von diesen sei jetzt
noch weniger als 1 übrig und sie wären froh bald oben zu sein. Hut
ab, das war bestimmt richtig anstrengend, aber eine klasse Erfahrung.
Nachdem genügend Fotos
geknipst waren machten wir uns wieder auf den Heimweg. Wie nicht
anders zu erwarten, so gehörten auch wir bald zu jenen schwitzenden,
keuchenden Heraufgängern. Aber hey, ich hätte es nicht missen
wollen.
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| Sonnenuntergang im Canyon! |
Danach ging es zu
unserer Übernachtungsstätte. In der Bright Angel Lodge hatten wir
ein sündhaft teures (glaube es waren fast $100 für eine Nacht)
Doppelzimmer gebucht, welches nicht wie gewohnt mit Fernseher und
Mikrowelle ausgestattet war. Rustikal trifft es wohl am Besten, aber
es war das Billigste was wir kriegen konnten. Das Blödste war
eigentlich das Parkplatz-Suchen, denn das Hotel war keinesfalls
darauf eingestellt für alle Besucher Parkplätze bereitzustellen. So
gurkten wir ziemlich lange herum und hatten am Ende Glück nicht ganz
so weit von dem Hotel entfernt zu parken.
Am Abend schauten wir
uns dann noch den Sonnenuntergang von einem der westlichen Viewpoints
an. Joaa gut, irgendwie hat es uns nicht überwältigt. Vielleicht
lag es an den Besuchermassen, die mit uns auf dem Aussichtspunkt
standen und sich um gute Plätze stritten, aber so richtig überzeugen
konnten uns die tollen Rottöne während des Sonnenuntergangs nicht.
Wir machten ein paar Fotos, warteten brav bis die Sonne ganz unter
gegangen ist und stiegen dann wieder in den Shuttle-Bus der uns
zurück zum Hotel brachte. Hinlegen, schlafen. Denn obwohl alles
wunderschön war und ich nichts anders gemacht hätte, hat es mich
doch in Sachen Erkältung wieder etwas zurückgeworfen und ich war
völlig ausgelaugt.
So ging es mir auch am
nächsten Morgen nicht so gut, wie ich es mir erhofft hatte. Immer
noch hatte ich ein wenig Hitzewallungen und Husten gepaart mit
Schnupfen. So richtig Lust auf eine weitere Wanderung hatte ich
dementsprechend nicht. Dennoch versuchten wir es und machten uns auf
zum Bright Angel Trail.
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| Blick auf den Colorado River im Grand Canyon |
Unglaublich beliebt ist dieser und wirklich
schön, aber nach ungefähr 500 Metern kehrten wir um, denn es ging
mir wirklich nicht gut und ich wollte nicht alles noch schlimmer
machen mit einer weiteren Wanderung. So schauten wir uns lediglich
mit Hilfe des Shuttle-Busses die restlichen Aussichtspunkte des
westlichen South-Rims an und wurden mit einigen schönen Aussichten
auf den Colorado-River belohnt. Alles in allem war der Grand Canyon
Nationalpark wirklich beeindruckend und ich kann ihn nur wärmstens
weiterempfehlen. Zusammen mit dem Yosemite und dem Death Valley
Nationalpark hat diese Gegend in den USA wirklich einiges zu bieten.
Noch am selben Tag
machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Las Vegas. Hier hatten
wir im Vorherein schon ein Hotel etwas südlich des Strips gebucht.
Mit dem South Point Hotel erwartete uns hier ein Hotel, so groß wie
ich noch keins gesehen habe. Von der riesigen Spielhalle, den 4 oder
5 Restaurants und dem Pool mal abgesehen, gab es hier ein Kino,
Bowling Bahnen, Saunen und Fitnessstudios. Beim Check-In klappte
alles reibungslos und auch mit dem Self-Parking hatten wir diesmal
keine Probleme. Sachen hochtragen und entspannen. Auch das Zimmer war
super mit Poolblick und man hatte ein richtiges Luxus-Gefühl für
ganz wenig Geld.
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| Unser Zimmer im South Point Hotel |
Am Abend ging es dann
nur noch zum Essen, wo wir uns für das Garden Buffet im Hotel
entschieden. Zusammen mit Champagner gab es hier ein internationales
Buffet der Superlative. Von köstlichem Fisch (Lachs, Sushi,
Barracuda, etc.), über asiatische Köstlichkeiten, bis hin zu
mexikanischen und italienischen Leckereien gab es dort alles was
unser Herz begeehrt. Getreu dem Grundsatz “Wir haben bezahlt, jetzt
wird auch alles probiert” nahmen wir von allem ein wenig und als
wir dachten es geht nicht mehr kamen die Desserts dran. Neben anderen
Süssigkeiten konnte man sich von gut 15 verschiedenen Kuchen Stücke
abschneiden lassen. Ein Schlemm-Genuss!
So purzelten wir an
jenem Abend nur noch in unser King-Size Bett und genossen das
Hotelleben. Am nächsten Tag ging es dann zum eigentlichen Strip. In
jener Gegend tummeln sich Hotels, wie das Bellagio, das New York New
York oder auch das Paris Paris.
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| Paris Paris auf dem Strip |
Bei einer Mords-Hitze bahnten wir uns
durch die Massen und machten uns ein Bild von Vegas. Auf den Strassen
sieht man neben den Üblichen Kaputten übermässig viele Mexicaner
die immer mit ihren Karten schnippen und dir dann Pin-Up Fotos von
irgendwelchen Call-Girls in die Hand drücken. Ansonsten gibt es
viele Party-Organisatoren, die versuchen die Leute in ihre
Clubs/Casinos zu holen.
Wirklich beeindruckend
waren eigentlich die Hotels. Das Bellagio mit seinen Springbrunnen
und sämtliche andere mit ihrer Machart. Jeder versucht den anderen
durch irgendwas Besonderes auszustechen. Das Wynn hat einen
künstlichen Berg vor sich stehen, Treasure Island ein Segelschiff,
Flamingo einen ganzen Park voller Tiere (inklusive Flamingos) und
Caesers Palace ein Kollosseum. Man kann förmlich das ganze Geld, was
hier in den Hallen verspielt wird, spüren und vor Allem sehen.
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| Das New York, New York Hotel! |
Von der Koordination
mit dem Mittagessen hatten wir es an dem Tag nicht so drauf und wir
warteten ständig, ob nicht noch was billigeres kommt. Schliesslich
landeten wir bei FatBurger, wo man auch nur den üblichen
überteuerten Burger mit Pommes bekam. Naja wir waren froh mal eine
kurze Pause im klimatisierten Raum zu haben und genossen das Essen.
Nachdem wir uns auch
den Rest vom Strip angeguckt hatten machten wir uns wieder auf den
Heimweg zurück ins Hotel, wo uns ein Shuttle-Bus hinbrachte.
Eigentlich war der Plan abends nochmal auf den Strip zu gehen um
Party zu machen, aber irgendwie hatten wir mehr Lust im Hotel zu
bleiben und nochmals einen ruhigen Abend zu verbringen. So köstigten
wir abermals im Garden Buffet (an dem Abend war BBQ-Night und es gab
super Spanverkel und gegrilltes zu den anderen Sachen) und liessen es
uns gutgehen. Julia hatte vorher sogar noch entdeckt, dass man als
Hotel-Club Member das Ganze sehr viel billiger bekam und da man für
die Mitgliedschaft nicht bezahlen musste haben wir das natürlich
noch gemacht.
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| Vor dem Bellagio! |
Wir sind also jetzt offizielle Club-Mitglieder des
South Point Hotels. Klasse oder?
Am nächsten Tag hatten
wir noch etwas Zeit bevor wir das Auto zurückgeben und dann unseren
Flieger nehmen mussten. So entschieden wir uns unserer
Lieblingsbeschäftigung, dem Shoppen nachzugehen. Eine weitere
Outlet-Mall etwas weiter südlich wurde ausgecheckt und sämtliche
Schnäppchen abgesahnt. Ich erspare euch an dieser Stelle die
Einzelheiten, aber Shoppen in Las Vegas macht auf jeden Fall Laune.
Anschliessend ging es dann zunächst auf die Suche nach einem Kino,
denn wir hatten noch zu viel Zeit bis zum Flug, aber nachdem dieses
Unterfangen scheiterte fuhren wir nochmals zu der anderen Mall, die
wir schon vom letzten Aufenthalt in Las Vegas kannten. Abermals
wurden die Shops durchstöbert und schliesslich brachten wir die Zeit
ganz gut rum, bis wir ohne Probleme das Auto ablieferten und sicher
im Flugzeug nach New York saßen.
An dieser Stelle beende
ich diesen ohnehin schon sehr langen Post und wünsche euch allen ein
schönes Wochenende....stay tuned...









