Freitag, 22. Juni 2012

Groß, größer, Grand Canyon!


Ein Blick in die Ferne und die Weite des
Grand Canyons.

Es scheint fast so, als würde die Zeit im Heimatland noch schneller vergehen als während der Reise. Die letzten Wochen gingen vorüber wie Nichts und ich war damit beschäftigt mich zu bewerben und einige Freunde zu besuchen. So hatte ich eine super Zeit in Bremen, Münster, Berlin und Dresden. Danke nochmal an alle Beteiligten ;-) Einige Bewerbungsgespräche habe ich auch schon geführt und so kann ich mich im Moment nicht beklagen. Es läuft doch alles wieder ganz rund in Deutschland und es fühlt sich gut und richtig an wieder hier zu sein.
Vor etwas mehr als einem Monat war die Rückkehr noch in weiter Ferne und Julia und ich waren von Williams aufgebrochen in Richtung Grand Canyon Nationalpark. Ich errinere mich, dass ich mich an jenem Tag schon viel besser fühlte. Die Nase war nicht mehr so verschnupft und auch meinem Hals ging es besser. Ein guter Start in den Tag. Frühstück wurde von dem Motel gestellt und es gab leckeren Kaffee mit Müsli (so Honey Oat Loops Zeugs) und Pastries. Für den geringen Übernachtungspreis echt super!
Wir packten zusammen und stiegen ins Auto, wo wir unseren Lieblingssender Route 66 Radio anschalteten. Der hatte es einfach drauf ein paar gute Klassiker zu spielen und wir hatten eine gute Zeit bis wir schliesslich beim Nationalpark ankamen. Nach einem kurzem Kaffeestop und Julias Briefmarkenkauf (der mich zugegeben schon etwas nervte, denn Julia hatte schon vorher gefühlte 5 andere Trading Posts abgeklappert) kauften wir schliesslich die Tickets für den Nationalpark und fuhren hinein. 
The Canyon!
Zusammen mit anderen Besuchern fuhren wir die Strasse entlang und rechts und links war nichts anderes als Bäume zu erkennen. Hm, na hoffentlich wird das noch besser dachten wir uns. Wir hatten uns im Vorherein schon für eine Route entschieden, die man nur mit dem Auto abfahren konnte. So bogen wir vor dem Grand Canyon Village (wo wir am Abend übernachten würden) rechts ab auf den “Desert View” - Drive. Ich glaube wir hatten auf unserer Reise schon viele von diesen “Ohhhhh wooww” - Momenten, wo man in einem Augenblick unglaublich viel Schönheit vor den Latz geworfen bekommen hat, aber der Grand Canyon NP hat von uns glaub ich das lauteste “Ohhh wooww” bekommen. Eben noch im tiefsten Wald, erstreckte sich plötzlich direkt neben der Straße der riesige Canyon. Riesig trifft es eigentlich noch nicht richtig, denn es war wirklich unbeschreiblich groß. Sofort sind wir, sowie auch alle anderen, links herangefahren und stapften bis direkt an den Abgrund heran.
In verschiedensten Rottönen ragten Felsformationen gen Horizont und in scheinbar unerreichbare Ferne. Auf Fotos sah es fast wie eine Montage aus, denn der Horizont war bedingt durch die Größe ein kerzen gerader Strich. Unfassbar und wir kriegten uns kaum ein. Fotos, Fotos und nochmehr Fotos ging es durch unsere Köpfe. Irgendwann hatten wir dann von dem Viewing Point genug und zogen weiter, schliesslich gab es noch so viel mehr zu erkunden.
Julie auf einem der zahlreichen Aussichtspunkte
Ich muss ganz ehrlich sagen: So viel Euphorie auch am Anfang dabei war, nach ein paar Viewing Points hatte man sich ziemlich an den Anblick gewöhnt. Schon bald ertappten wir uns dabei, wie wir sagten, dass ja doch irgendwie alles relativ gleich aussieht, nichts destotrotz blieb es natürlich unglaublich beeindruckend.
Nachdem wir am Desert View Point den Aussichtsturm besichtigt hatten und auf einem Rastplatz Mittag gemacht wurde, sollte die letzte Anstrengung für den Tag auf sich genommen werden. Wir wollten einen kleinen Walk hinein in den Canyon machen. Nun ist es so, dass man zu einigen Viewing Points nicht mit dem Auto, sondern nur mit dem kostenlosen Shuttle-Bus hinkommt. So auch zum Yaki-Point, welcher den Startpunkt des Walks markiert. Wir fuhren also zurück ins Village und nahmen zusammen mit vielen anderen Touris den Shuttle-Bus, welcher farblich markiert war. Am Yaki-Point angekommen ging es dann los. Der Ohh-Ahh Point war unser Ziel, welcher (ich glaube) 1.5 km und sehr viele Höhenmeter unter uns lag. Zwar konnte man auf diesem Walk auch ganz hinunter zum Colorado River marschieren und dann wieder zurück, aber davor warnen die Ranger immer wieder, denn viele Leute unterschätzen die Entfernungen und vor allem die Sonne, welche auch an diesem Tag kräftig auf uns hinunterschien. 
Ohh Ahh
Dennoch wurden wir belohnt mit super Aussichten und der Spruch “Es sieht doch alles gleich aus” rückte in weite Ferne. Wir zwei ganz kleine Punkte marschierten in diesem riesigen Canyon. Irgendwie verrückt und man wusste gar nicht wo man zuerst hinschauen sollte.
Auf dem Weg hinunter kamen uns immer wieder andere Wanderer völlig verschwitzt und keuchend entgegen. Naja dachten wir, so schlimm ist es ja nun auch nicht. Aber so richtig wohl war uns bei dem Gedanken das Ganze wieder hochlaufen zu müssen auch nicht. Naja wir genossen die Aussicht und kamen sicher zu unserem Ziel, dem Ohh-Ahh Point. Dieser war dann auch nochmal wirklich besonders schön, denn man hatte quasi einen 360° Blick über den Canyon. Wahnsinn. Hier trafen wir auf ein österreichisches Pärchen, welches tatsächlich den 1 tägigen Marsch hinunter zum Colorado River gewagt hat. Sie sahen schon echt richtig mitgenommen aus, erzählten das es kaum Schatten gibt und das sie ungefähr 8 Liter Wasser mitgehabt hätten. Von diesen sei jetzt noch weniger als 1 übrig und sie wären froh bald oben zu sein. Hut ab, das war bestimmt richtig anstrengend, aber eine klasse Erfahrung.
Nachdem genügend Fotos geknipst waren machten wir uns wieder auf den Heimweg. Wie nicht anders zu erwarten, so gehörten auch wir bald zu jenen schwitzenden, keuchenden Heraufgängern. Aber hey, ich hätte es nicht missen wollen.
Sonnenuntergang im Canyon!
Danach ging es zu unserer Übernachtungsstätte. In der Bright Angel Lodge hatten wir ein sündhaft teures (glaube es waren fast $100 für eine Nacht) Doppelzimmer gebucht, welches nicht wie gewohnt mit Fernseher und Mikrowelle ausgestattet war. Rustikal trifft es wohl am Besten, aber es war das Billigste was wir kriegen konnten. Das Blödste war eigentlich das Parkplatz-Suchen, denn das Hotel war keinesfalls darauf eingestellt für alle Besucher Parkplätze bereitzustellen. So gurkten wir ziemlich lange herum und hatten am Ende Glück nicht ganz so weit von dem Hotel entfernt zu parken.
Am Abend schauten wir uns dann noch den Sonnenuntergang von einem der westlichen Viewpoints an. Joaa gut, irgendwie hat es uns nicht überwältigt. Vielleicht lag es an den Besuchermassen, die mit uns auf dem Aussichtspunkt standen und sich um gute Plätze stritten, aber so richtig überzeugen konnten uns die tollen Rottöne während des Sonnenuntergangs nicht. Wir machten ein paar Fotos, warteten brav bis die Sonne ganz unter gegangen ist und stiegen dann wieder in den Shuttle-Bus der uns zurück zum Hotel brachte. Hinlegen, schlafen. Denn obwohl alles wunderschön war und ich nichts anders gemacht hätte, hat es mich doch in Sachen Erkältung wieder etwas zurückgeworfen und ich war völlig ausgelaugt.
So ging es mir auch am nächsten Morgen nicht so gut, wie ich es mir erhofft hatte. Immer noch hatte ich ein wenig Hitzewallungen und Husten gepaart mit Schnupfen. So richtig Lust auf eine weitere Wanderung hatte ich dementsprechend nicht. Dennoch versuchten wir es und machten uns auf zum Bright Angel Trail. 
Blick auf den Colorado River im Grand Canyon
Unglaublich beliebt ist dieser und wirklich schön, aber nach ungefähr 500 Metern kehrten wir um, denn es ging mir wirklich nicht gut und ich wollte nicht alles noch schlimmer machen mit einer weiteren Wanderung. So schauten wir uns lediglich mit Hilfe des Shuttle-Busses die restlichen Aussichtspunkte des westlichen South-Rims an und wurden mit einigen schönen Aussichten auf den Colorado-River belohnt. Alles in allem war der Grand Canyon Nationalpark wirklich beeindruckend und ich kann ihn nur wärmstens weiterempfehlen. Zusammen mit dem Yosemite und dem Death Valley Nationalpark hat diese Gegend in den USA wirklich einiges zu bieten.
Noch am selben Tag machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Las Vegas. Hier hatten wir im Vorherein schon ein Hotel etwas südlich des Strips gebucht. Mit dem South Point Hotel erwartete uns hier ein Hotel, so groß wie ich noch keins gesehen habe. Von der riesigen Spielhalle, den 4 oder 5 Restaurants und dem Pool mal abgesehen, gab es hier ein Kino, Bowling Bahnen, Saunen und Fitnessstudios. Beim Check-In klappte alles reibungslos und auch mit dem Self-Parking hatten wir diesmal keine Probleme. Sachen hochtragen und entspannen. Auch das Zimmer war super mit Poolblick und man hatte ein richtiges Luxus-Gefühl für ganz wenig Geld.
Unser Zimmer im South Point Hotel
Am Abend ging es dann nur noch zum Essen, wo wir uns für das Garden Buffet im Hotel entschieden. Zusammen mit Champagner gab es hier ein internationales Buffet der Superlative. Von köstlichem Fisch (Lachs, Sushi, Barracuda, etc.), über asiatische Köstlichkeiten, bis hin zu mexikanischen und italienischen Leckereien gab es dort alles was unser Herz begeehrt. Getreu dem Grundsatz “Wir haben bezahlt, jetzt wird auch alles probiert” nahmen wir von allem ein wenig und als wir dachten es geht nicht mehr kamen die Desserts dran. Neben anderen Süssigkeiten konnte man sich von gut 15 verschiedenen Kuchen Stücke abschneiden lassen. Ein Schlemm-Genuss!
So purzelten wir an jenem Abend nur noch in unser King-Size Bett und genossen das Hotelleben. Am nächsten Tag ging es dann zum eigentlichen Strip. In jener Gegend tummeln sich Hotels, wie das Bellagio, das New York New York oder auch das Paris Paris. 
Paris Paris auf dem Strip
Bei einer Mords-Hitze bahnten wir uns durch die Massen und machten uns ein Bild von Vegas. Auf den Strassen sieht man neben den Üblichen Kaputten übermässig viele Mexicaner die immer mit ihren Karten schnippen und dir dann Pin-Up Fotos von irgendwelchen Call-Girls in die Hand drücken. Ansonsten gibt es viele Party-Organisatoren, die versuchen die Leute in ihre Clubs/Casinos zu holen.
Wirklich beeindruckend waren eigentlich die Hotels. Das Bellagio mit seinen Springbrunnen und sämtliche andere mit ihrer Machart. Jeder versucht den anderen durch irgendwas Besonderes auszustechen. Das Wynn hat einen künstlichen Berg vor sich stehen, Treasure Island ein Segelschiff, Flamingo einen ganzen Park voller Tiere (inklusive Flamingos) und Caesers Palace ein Kollosseum. Man kann förmlich das ganze Geld, was hier in den Hallen verspielt wird, spüren und vor Allem sehen.
Das New York, New York Hotel!
Von der Koordination mit dem Mittagessen hatten wir es an dem Tag nicht so drauf und wir warteten ständig, ob nicht noch was billigeres kommt. Schliesslich landeten wir bei FatBurger, wo man auch nur den üblichen überteuerten Burger mit Pommes bekam. Naja wir waren froh mal eine kurze Pause im klimatisierten Raum zu haben und genossen das Essen.
Nachdem wir uns auch den Rest vom Strip angeguckt hatten machten wir uns wieder auf den Heimweg zurück ins Hotel, wo uns ein Shuttle-Bus hinbrachte. Eigentlich war der Plan abends nochmal auf den Strip zu gehen um Party zu machen, aber irgendwie hatten wir mehr Lust im Hotel zu bleiben und nochmals einen ruhigen Abend zu verbringen. So köstigten wir abermals im Garden Buffet (an dem Abend war BBQ-Night und es gab super Spanverkel und gegrilltes zu den anderen Sachen) und liessen es uns gutgehen. Julia hatte vorher sogar noch entdeckt, dass man als Hotel-Club Member das Ganze sehr viel billiger bekam und da man für die Mitgliedschaft nicht bezahlen musste haben wir das natürlich noch gemacht.
Vor dem Bellagio!
Wir sind also jetzt offizielle Club-Mitglieder des South Point Hotels. Klasse oder?
Am nächsten Tag hatten wir noch etwas Zeit bevor wir das Auto zurückgeben und dann unseren Flieger nehmen mussten. So entschieden wir uns unserer Lieblingsbeschäftigung, dem Shoppen nachzugehen. Eine weitere Outlet-Mall etwas weiter südlich wurde ausgecheckt und sämtliche Schnäppchen abgesahnt. Ich erspare euch an dieser Stelle die Einzelheiten, aber Shoppen in Las Vegas macht auf jeden Fall Laune. Anschliessend ging es dann zunächst auf die Suche nach einem Kino, denn wir hatten noch zu viel Zeit bis zum Flug, aber nachdem dieses Unterfangen scheiterte fuhren wir nochmals zu der anderen Mall, die wir schon vom letzten Aufenthalt in Las Vegas kannten. Abermals wurden die Shops durchstöbert und schliesslich brachten wir die Zeit ganz gut rum, bis wir ohne Probleme das Auto ablieferten und sicher im Flugzeug nach New York saßen.
An dieser Stelle beende ich diesen ohnehin schon sehr langen Post und wünsche euch allen ein schönes Wochenende....stay tuned...  

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