Dienstag, 24. Juli 2012

My Ähh me!


Soo nun ist es soweit gekommen und ich verfasse just in diesem Moment meinen letzten Post innerhalb dieses Blogs. Ohne viel Geplänkel geht es direkt wieder rein ins Geschehen. Ort: JFK Airport. Julia und ich haben uns schon am Bahnsteig des Airtrains verabschiedet, da wir von unterschiedlichen Terminals in unterschiedliche Richtungen flogen und die Zeit nicht mehr ausreichte um noch gemeinsam etwas zu essen. Von da an hieß es dann für mich alleine weiter in Richtung American Airlines Terminal, von wo ich nach Miami aufbrechen würde. Ich war circa 1 Stunde und 40 Minuten vor Abflug am Terminal und dachte eigentlich für einen domestic flight gut in der Zeit zu liegen. Ja, ne. Man sollte meinen nach 1 ½ Jahren hätte ich es besser wissen müssen. Das erste Problem war mein langer Nachname. Da mein gesamter Nachname (von Schwerdtner – Pomeiske) in kein online Formular passt, gebe ich meistens immer nur “von Schwerdtner” an. So auch in diesem Fall. Das blöde ist nur, dass in Amerika fast gar nicht mehr über Schalter eingecheckt wird, sondern man sich sein Ticket am Automaten mit Hilfe seines Reisepasses vorher ausdruckt. Hier beisst sich der Hund in den Schwanz, denn auf meinem Reisepass ist natürlich mein ganzer Nachname gespeichert und somit konnte der Automat mein Ticket nicht finden. Ich also zum erst besten Schalter (ausgeschildert nach Flügen ist in der Halle gar nichts, nur American Airlines Schalter wohin man schaut). “Ja ne, hier sind sie falsch, da auf der anderen Seite müssen sie hin”. Ich zur anderen Seite und wieder gefragt. “Nene, wieder falsch, da ganz am anderen Ende”. Na super. Inzwischen verstrich die Zeit und schliesslich fand ich mich vor einem Bereich wieder, wo nur diese Automaten standen und dahinter ein Fliessband für das Gepäck. Als ich wieder einen angesprochen habe, meinte der er könne es besser und wieder warteten wir die Suche des Automaten ab. “Ja gut da müssen sie mal zum Service Desk”. An diesem versuchten kläglich 2 Beamte die ca. 20 wartenden Personen abzufertigen. Echt ein super System American Airlines! Naja am Anfang der Schlange stand wieder eine Dame von AA, der ich mitteilte, dass mein Flug in mittlerweile 1 Stunde abfliegen würde. “Oha, den werden sie wohl verpassen”. Ähh wie bitte. Erst lotst mich ihr scheiss Verein einmal quer durch das Terminal und dann wird mir nur gesagt, dass ich meinen Flug verpasse. Na vielen Dank ihr Trottel. Letztlich schien sie doch noch eine Chance für mich zu sehen und nach Bezahlung für Gepäckstück und Suche nach meinem Ticket blieben mir noch satte 35 Minuten um durch den Security Check zu kommen und zum Gate zu laufen. Könnte noch klappen dachte ich, bis ich die Schlange vor dem Security Check gesehen habe. Ungelogen ca. 60 Meter Schlange. Ich habe also abermals eine AA Angestellte angesprochen, die mir wieder mitteilte, dass ich wohl meinen Flug verpassen würde. Super, seid ihr alle so hilfsbereit hier? Hinter mir riefen mir Leute dann zu ich solle an den Anfang der Schlange laufen und dort nochmal fragen. Ich dachte nicht lang drüber nach und lief los. Am vorderen Ende der Schlange sagt man mir, dass man mich nicht vorlassen könnte, das wäre ja unfair den anderen gegenüber. Nochmal da drüben fragen. Um es kurz zu machen, schaffte ich es 15 Minuten vor geplanten Abflug am Gate zu sein. Die Krux war dann, dass uns im Flugzeug mitgeteilt wurde, dass wir mit einer Stunde Verspätung abheben würden. So saß ich völlig verschwitzt 1 Stunde im Flugzeug, bevor wir endlich abhebten.
Aber der Tag war noch nicht zu Ende. Im schwülen Miami angekommen machte ich mich auf die Suche nach der Busstation, von wo ich wieder mit einer Beschreibung des Hostels einen Bus nehmen sollte. Das Problem war, dass es diesen Bus nicht mehr gab. Ich fragte nach und mit einem höllen Akzent half mir jemand weiter und meinte ich müsse genau den Bus nehmen, der gerade ankam. Also wieder in den Bus gelaufen und nochmal nachgefragt, ob ich denn auch wirklich hier richtig sei. Die Busfahrerin bestätigte dieses und wollte mir Bescheid sagen, wenn wir da sind. Na also es gibt doch noch hilfsbereite Leute in Amerika.
Nach einer weiteren Stunde Busfahrt schaffte ich es schliesslich um 22:30 Uhr ins Hostel, wo ich mit lauter Bass und Hip Hop Musik von einer Party Traube empfangen wurde. Alle waren aufgebrezelt, auf der Rezeption war ein riesiges Fass mit Bier aufgestellt und die Musik war fast zu laut um mich mit der Rezeptionistin zu unterhalten. Ein Freibier wurde mir als erstes angeboten und dann wurde ich eingecheckt. Schnell noch Geld geholt und dann habe ich meinen Mini 6 Bett Dorm bezogen. Ohne zu untertreiben, war das Zimmer vielleicht 9 Quadratmeter groß und ein 1 ½ Quadratmeter großes Bad nannten wir auch noch unser eigen. 3 Hochbetten waren neben einander gequetscht und ich fand als erstes nicht mal Platz für mein Gepäck. Naja alles halb so wild. Erstmal wieder runter und mein Bier ausgetrunken. Ich gesellte mich auf die Terasse zu einigen Leuten und unterhielt mich. Schwubb die wubb war es halb 2 und ich war nun wirklich im Eimer. Tschüss gesagt und ab ins Bett. Von meinen Mitbewohnern hatte ich bislang noch niemanden gesehen. Nun war zumindestens Francisco (den Namen kannte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht) in dem Bett unter mir und schlief seelenruhig mit Augenmaske und Ohropax. Sauber, beides hatte ich nicht mit. Aber ich war guter Dinge, denn die Musik konnte man im Zimmer nicht hören und zu dem Zeitpunkt war es angenehm ruhig. Ungefähr eine halbe Stunde später war ich fast eingeschlafen, als plötzlich die Tür aufrummste. Licht an und auf einem Mal stubbste mich ein Finger an die Schulter. “Dude, do you have a condom?”. Das waren die ersten Worte von meinem anderen Mitbewohner des Dorms. Ich verneinte die Frage etwas verdutzt und so fragte er Francisco, der ihm aushelfen konnte. So verliess er kurzzeitig das Zimmer. Alles klar, dachte ich mir und hoffte das er nicht wiederkommen würde. Es hat ungefähr 5 Minuten gedauert. Da wummste die Tür auf und das Licht ging wieder an. Nun waren auch meine anderen Mitbewohner (2 Dänen und 2 Australier) mit im Zimmer, zusammen mit einer Frau. Alle wussten Bescheid was nun passieren würde und ausser dem Kondom-Australier und der Frau verliessen alle das Zimmer. Alle, ausser mir. Ja nun hätte ich es nicht so schlimm gefunden, wenn sie schnell Sex gehabt hätten und dann wieder abgezogen wären. So war es aber nicht. Die Frau (Vanessa, auch die habe ich erst später kennengelernt) wollte nämlich nicht. “No you are doing that with everyone in the hostel”. “But baby you are the only one. I only want you..” So in dem Stil, ging es ganze 2 Stunden lang, immer mal unterbrochen von Kussgeräuschen, und mittlerweile war es 5:30 Uhr. Schliesslich haben beide sich dafür entschieden wieder runter zu den anderen zu gehen und so hatte ich bestimmt eine halbe Stunde Schlaf bis die ganze Horde wieder hereinstürmte. Die Dänen flogen an dem Morgen nämlich wieder zurück und haben durchgemacht. Packten also morgens nun ihre Sachen und verliessen schliesslich ein für alle Mal das Zimmer. Ja gut, dann schlief ich nochmal bis 10:00 Uhr und dann wurde es so heiss in dem Zimmer das ich schliesslich auch aufstand. Mann war ich fertig. Naja immerhin fand ich (wurde mir von der Rezeptionistin empfohlen) einen super Italiener, wo ich einen sehr leckeren Kaffee und ein köstliches Panini genoss. So sah der Tag schon etwas besser aus. Nachmittags hab ich dann meinen Blog geschrieben, denn zu viel mehr war ich auch nicht in der Lage und Abends ging es dann zum Miami Heat Playoff Spiel gegen Indiana. Komischerweise war ich gar nicht mehr sooo unglaublich kaputt und hatte Lust mir das Spiel anzugucken. Schon auf dem Weg dorthin gaben sich die Australier wieder von ihrer besten Seite. Im Bus gröhlten 4 Männer aus Darwin völlig betrunken durch sämtliche Sitzreihen und belästigten so ziemlich jeden. Aber hey es ist ja schliesslich Miami Beach und wie ich schon festgestellt habe, kommen hier alle nur zum feiern her.
Von dem Spiel erzähle ich immer gern eine Annekdote. Ich saß natürlich ganz weit oben, denn das waren die billigsten Plätze und vor allem welche, die ich noch in der Kürze ergattern konnte. Sehen konnte ich alles und somit gab es keinen Grund sich zu beschweren. Neben mir saßen jeweils 2 Pärchen, wobei die Frauen beide neben mir saßen. Nun gingen die Pärchen unglaublich bei dem Spiel mit. Wenn LeBron mal einen daneben geworfen hat, dann wurde sich darüber aufgeregt und genauso wurden alle gelobt und bejubelt, wenn mal was Gutes passiert ist. Wie dem auch sei, jedenfalls saß ich in der Mitte und hab zwar auch geklatscht, aber halt nichts gerufen und bin auch manchmal sitzen geblieben als alle aufgesprungen sind. Naja bei der Halbzeit kam dann plötzlich einer der Männer und fragte mich, ob ich 21 sei. Ich verstand zuerst die Frage nicht so richtig und bejahte schliesslich, denn ich sei ja schon 27 Jahre alt. “Im buying you a beer, dude”. Hä? Meint er das ernst? Ja, das meinte er und nach einer halben Stunde kam er tatsächlich mit einem Bier für mich wieder. Mega cool, dachte ich. Eine halbe Minute später kam dann die Erklärung: “My wife said you need to brighten up”..Oh mann war ihr das unangenehm. Mir war es egal und ich erklärte, dass die letzten Nächte nicht so schlafergiebig waren. Naja auf jeden Fall sehr lustig, denn so sehr ist neben mir noch niemand vor Scham versunken ;-)
So ging das Spiel zu Ende und Miami gewann glaub ich mit 30 Punkten, also nicht wirklich ein gutes spannendes Spiel. Der Rückweg war dann mit dem Bus auch schwerer als gedacht, aber nachdem ich einen Penner erfolgreich abgeschüttelt habe, der Geld für seine Führung zur Bushaltestelle haben wollte, fand ich auch diesen Weg erfolgreich. Zurück im Hostel trank ich noch ein zwei Bier und gesellte mich zu Francisco, der mit 2 deutschen Mädels auf der Terasse saß. So lernte ich Judith und Kristin kennen und in dem Vierergespann unternahmen wir die nächsten Tage was. So wurde die Lincoln Street und eine große Mall zum Einkaufen besucht und Abends haben wir zusammen im Partybus gefeiert. Neben Beachvolleyball, Schwimmen und am Strand liegen war es dann auch schon was in Miami passiert ist. Viel Party, Sonne und wenig Schlaf. So lässt sich Miami für mich zusammenfassen.
An einem Samstag bin ich wieder nach Hause geflogen und ich war heilfroh nicht auch noch das Wochenende in Miami verbracht zu haben, denn es war das Memorial Day Weekend. Offiziell wird sich an dem Memorial Day an die Kriegsveteranen erinnert. Inoffiziell kommen an dem Wochenende vor Allem Schwarze nach Miami Beach und feiern bis sie nicht mehr kommen. Man erzählte mir, dass im Vorjahr 23 Leute in Miami bei Schiessereien ums Leben gekommen seien und aus dem Grund das Hostel auch keine Diskobesuche organisieren würde, denn es sei schlicht zu gefährlich. Zwar war ich am Samstag schon wieder weg (das soll der schlimmste Tag sein), aber am Freitag zeichnete sich schon alles sehr gut ab. Auf jeder Straße tummelten sich kleine oder größere Grüppchen von muskelbepackten Leuten, die sich gegenseitig mit lauter Hip Hop Musik beschallten. So blieb ich am Freitag lieber im Hostel und die meisten anderen teilten diese Meinung. Ein schöner letzter Tag ging so zu Ende und am nächsten Tag ging es wieder in die Heimat. Die Gedanken, die mir dort durch den Kopf gingen habe ich in dem entsprechenden Blog beschrieben. In jedem Fall war es für mich eine unbeschreibliche Erfahrung. 1 ½ Jahre die Welt bereist. Einiges an Glück und manchmal auch Pech gehabt. Wenn man im Nachhinein zurückblickt ist es schon erstaunlich aus was für Situationen man sich wieder befreit hat und schliesslich doch wieder alles anders als geplant gekommen ist. Ich kann es kaum in Worte fassen, wie viel mir diese Reise gegeben hat und ich bin unglaublich glücklich und stolz, dass ich mir diesen Traum erfüllen konnte.
In diesem Sinne soll auch der Blog an dieser Stelle zu Ende gehen. Ich habe mich sehr gefreut zu sehen, wie viele Leser täglich diesen Blog verfolgt haben und möchte noch einmal allen danken, die fleissig kommentiert und mitgelesen haben. Hoffentlich begleitet mich der ein oder andere auf meinen zukünftigen Reisen.

---The End--

Empire State Of Mind


Unser super Hostel in Brooklyn, NY!

Nach nun mittlerweile fast 2 Monaten im Heimatland werde ich heute versuchen diesen Blog mit dem vorletzten Post über unseren New York Aufenthalt und anschliessend mit dem letzten Post über meinen Miami Besuch abzuschliessen.
Die letzten Wochen in Deutschland waren eigentlich viel interessanter als die Geschehnisse in der Metropole: Zu allererst sei erwähnt, dass ich einen Jobangebot in München bei Rohde & Schwarz angenommen habe. Ab dem 01. August werde ich dort als Softwareingenieur für Spektrumanalyse beginnen. Obwohl ich den Betrieb ja schon von Praktikum und Diplomarbeit kenne, bin ich sehr gespannt und auch ein wenig aufgeregt (es geht ja schliesslich in knapp einer Woche schon los), was mich dort erwartet.
Auch eine Unterkunft in München habe ich bereits gefunden. Wer schon einmal in München eine Wohnung gesucht hat, der weiss wie schwer es ist etwas Zentrales und Bezahlbares zu finden. Nicht selten tritt man gegen 50 Bewerber bei einem WG-Zimmer an. Bei Mietwohnungen gehen die Zahlen manchmal sogar noch höher. So war ich heilfroh, als ich durch Zufall auf ein WG-Zimmer ganz in der Nähe von der Firma gestoßen bin. Die Wohnung kam mir auf Anhieb bekannt vor und als ich dann den Namen vom Wohnungseigentümer gelesen habe, konnte ich mein Glück kaum fassen. Gunnar, mit dem ich zusammen zur Schule gegangen bin, suchte ab 01. August einen neuen Mitbewohner. Schnell angerufen und die Sache war geritzt. Super unkompliziert und für mich natürlich einsame Spitze, da ich nicht noch etliche Male nach München heizen musste um mir WG's bzw. Wohnungen anzuschauen. Ich freue mich riesig auf die gemeinsame WG-Zeit und bin mir sicher, dass wir Nord-Jungens ne Menge Spass haben werden.
Gemütliches Cafe um die Ecke
Nachdem das Berufliche alles geregelt war, hieß es erstmal Urlaub machen. So verbrachte ich eine super Zeit auf dem altbekannten Campingplatz Teichmann mit meinen Dresdner Jungs und besuchte danach Carl in Aachen. Nach einem kurzem Aufenthalt in Bremen (Breminale mit Benni und Jannik, Ottos Geburtstagsfeier) ging es schon wieder in den Süden um mit Julia und ihrer Cousine nach Kroatien zu fahren. 5 super sonnige Tage verbrachten wir auf Krk und nun bin ich vorgestern braungebrannt wieder in Bremen angekommen, wo nun auch die Sonne scheint. Es läuft also alles im Moment hervorragend und mir geht es bestens!
Nun aber zurück zum Reisen und damit nach New York. Gestern habe ich schon Julia angerufen um so einigermaßen die Erinnerung aufzufrischen, denn wie schon gesagt ist das ganze rund 2 Monate her und so manche Einzelheit vergessen. An eins kann ich mich aber noch ziemlich genau erinnern und das war unsere Ankunft. Abermals verbrachten wir die Vornacht im Flieger nur das ich diesmal wirklich überhaupt kein Auge zugemacht habe. So kamen wir (denn Julia hatte auch nur bedingt geschlafen) völlig übermüdet in New York an und waren froh, dass es am Flughafen nicht so lange dauerte bis wir unser Gepäck bekamen. Schnell in den Airtrain und dann ging es Richtung City. In Brooklyn hatten wir unser Hostel im Vorherein gebucht und eine Wegbeschreibung zu diesem hielten wir ausgedruckt in unseren Händen. Nach einigem Umsteigen erreichten wir dann nach einer gefühlten Ewigkeit die Ziel U-Bahn Haltestelle, von wo uns dann die Wegbeschreibung weiterleiten sollte. Boah, also ich weiss nicht wer das Ding geschrieben hat, aber ich hoffe der ist mittlerweile seinen Job los. Wären wir der Beschreibung gefolgt hätten wir wahrscheinlich auf der Straße übernachtet oder wären geradewegs ins Ghetto gelaufen. Wir wussten es besser (bzw. hatten einfach keine Ahnung in welche Richtung wir gehen sollten) und fragten Passanten (bzw. wir wurden angesprochen, ob wir Hilfe benötigen). Die lotsten uns geradewegs zu einem Hostel, was aber leider nicht unseres war. Ziemlich entnervt und schwitzend von den schweren Backpacks machten wir uns also weiter auf die Suche und fanden schliesslich unser Hostel in einer Seitenstraße. 
Chillen im Central Park
Endlich! Wir legten die Sachen ab und wurden von Pablo an der Rezeption begrüßt. Dieser teilte uns nach kurzem Warten daraufhin, dass wir erst um 14 Uhr einchecken könnten, denn bis dahin würde noch geputzt. Ein Blick auf die Uhr verriet, dass es 10 Uhr (glaub ich) war und wir also noch massig Zeit bis dahin hatten. Ja gut, also die Sachen in den Keller getragen (dort wurde gerade die Küche gebaut, war leider noch nicht fertig als wir dort waren) und erstmal die Gegend erkundet. Die gefiel auf den zweiten Blick eigentlich echt gut. Alles sah ziemlich heruntergekommen aus, aber in den alten Gebäuden versteckten sich wirklich gemütliche Cafes und alternative Restaurants. Wir entschieden uns für das Swallow Cafe und genossen leckere Bagel und Kaffee. So sah der Tag schon etwas besser aus. Wir kamen etwas herunter und gingen zurück ins Hostel um im Internet zu surfen, bis wir unser Zimmer beziehen durften. Während ich also im Gemeinschaftsraum/Küche mir die Zeit vertrieb, fand Julia heraus, dass es uns lediglich $10 Aufpreis kosten würde, wenn wir ein Doppelzimmer beziehen würden. Cool, dachten wir uns, denn den letzten Aufenthalt in New York wollten wir noch einmal geniessen und vor allem auch ein wenig schlafen in der Nacht. Kurzerhand tauschten wir unseren 10 Bett Dorm gegen ein Doppelzimmer bei Pablo ein. Damit fing dann der eigentliche Stress an, denn unser “Doppelzimmer” war eigentlich nur ein großes Einzelzimmer mit einem viel zu kleinen Bett für uns beide. Noch dazu kam, dass das “Zimmer” in Mitten des 10 Bett Dorms war und die Wände des Zimmers nicht bis zur Decke reichten. Es war also lediglich ein Blickschutz zu dem 10 Bett Dorm vorhanden. 
Julia im Central Park
Jeder konnte also alle Gespräche mithören. Fässt man also zusammen hatten wir ein Doppelzimmer, wo wir nicht gut schlafen würden (wegen des kleinen Betts) und wo wir uns nicht ungestört unterhalten konnten, da alle in dem 10 Bett Dorm alles hören würden. Was waren nochmal die Vorzüge eines Private-Double Rooms? Naja wir also wieder runter zu Pablo, der schon etwas angepisst war, weil er uns ja einen Gefallen getan hätte uns überhaupt das Zimmer zu vermitteln. In der Zwischenzeit hatten wir aber herausgefunden, dass es in dem Hostel eigentlich gar keine Doppelzimmer gibt und wir also wirklich ein Einzelzimmer bekommen hatten. Für das ausgebuchte Hostel war das natürlich klasse, denn so konnten sie eine Person mehr aufnehmen (da wir ja zu zweit in einem Zimmer waren, wo sonst nur einer drin wäre). Nach etlichen Verhandlungen bis zum nächsten Tag hatten wir dann endlich einen Deal bei dem wir ein 2. Bett ins Zimmer bekamen und den selben Preis wie für den Dorm bezahlten. Pablo sprach ab diesem Zeitpunkt kein Wort mehr mit uns, oder spielte Freundlichkeit dermaßen schlecht vor, dass selbst ein Blinder erkannt hätte das er es nicht ernst meinte. Naja uns war es relativ egal, denn schliesslich hatten wir eh nicht viel mit ihm zu tun.
So und damit enden auch meine genauen Erinnerungen an unseren Aufenthalt. Ich meine, dass wir nach all dem Hostelstress nachmittags/abends zu Robertas Pizza Essen gegangen sind. Zugegeben es war wirklich teuer, aber so leckere Magherita Pizza habe ich auch selten gegessen. In einem coolen Hinterhof Ambiente genossen wir die Mahlzeit und Bierchen und dann ging es zum ersten Mal nach Manhatten. Generell war bei uns beiden irgendwie die Luft raus. Zwar wollten wir uns noch was anschauen, aber man sah schon anhand der Menge der Fotos die wir machten, dass das richtige Reise- und Entdecker-Fieber nicht unglaublich ausgeprägt war. Da ich ohnehin schon einmal vor ein paar Jahren in New York war hatte ich die meisten Sehenswürdigkeiten in Manhatten schon gesehen. Das macht sie deswegen natürlich nicht weniger beeindruckend. 
The one and only!
So marschierten wir vom Union Square (es war ziemlich cool zu sehen, was hier alles nach Feierabend bzw. Schulschluss abging, kleine Tanz/Breakdance-Veranstaltungen, Hacky-sack, etc.) auf dem Broadway in Richung Times Square. Das Flatiron-Building ist und bleibt architektonisch super beeindruckend und wir kamen an einem kleinen Markt vorbei, wo zufälligerweise auch Robertas Pizza einen Stand hatte. Es war ein schöner Abend und obwohl Julia nicht übermäßig beeindruckt vom Times Square war, fühlte es sich auch nach dem unangenehmen Hostelempfang gut an in New York zu sein. So endete der Abend und die Nacht holten wir Einiges an Schlaf nach.
Am nächsten Tag ging es dann etwas weiter nördlich in den Central Park, wo wir vom Columbus Circle aus hinein marschierten. Bei schönstem Wetter genossen wir Eis und Hot-Dogs und schauten uns ein Softball-Spiel an. Julia sah dieses zum ersten Mal und war hin und weg. “Das würd ich auch mal ausprobieren, wenn ich in Deutschland bin”. Die Strawberry Fields wurden abermals besichtigt und danach ging es mit der U-Bahn weiter in den Süden, wo wir über Rathaus und Pier zur Brooklyn Bridge gingen. Es war eine sehr schöne Stimmung, denn wir gingen völlig ohne Druck durch die Straßen. Nicht mehr dieses Gefühl von “Ich muss mir alles angucken und sämtliche Sehenswürdigkeiten durckprügeln” zu haben war wirklich klasse. Vielfach unterhielten wir uns über die bevorstehende Zeit und die Rückkehr nach Deutschland. Wieder bei den Eltern leben. Jobs suchen. Einen normalen Tagesablauf haben. Freunde wiedersehen. Wir freuten uns auf die Rückkehr und gleichzeitig war man ein wenig wehmütig das Abenteuer Weltreise hinter sich zu lassen.
Nun ja so nahm auch der zweite Tag langsam sein Ende. Am dritten Tag haben wir uns dann den Süden vorgenommen. Ich meine, dass wir von der Canal Street in Richtung World Trade Center/Ground Zero gelaufen sind und hier die Umgebung erkundet hatten. 
Manhatten von der Staten Island Ferry
Das World Financial Center schauten wir uns an und ich weiss noch, dass wir uns hier ziemlich in die Haare bekommen hatten wegen einigen Kleinigkeiten. Schon bald rauften wir uns aber wieder zusammen und gingen weiter ins Century 21, einem ziemlich großen und damit unübersichtlichen Designer Outlet Shop. So richtig fündig wurden wir hier leider nicht und ich glaube wir sind dann wieder östlich über die Wall Street zur Staten Island Ferry gelaufen. Diese ist nämlich kostenlos und man hat einen super Blick auf die Skyline von Manhatten. Staten Island selber war für uns relativ unspektakulär, denn wir wollten nicht extra mit dem Bus weit weg von der Fähre fahren, so dass wir nur einen kurzen Spaziergang bis zum ersten Cafe machten und dann wieder mit der Fähre zurückfuhren. Zwar war es relativ kalt und windig auf der Überfahrt, aber der Blick enttäuschte nicht und wir machten ein paar schöne Fotos von Manhatten. Schnell noch etwas eingekauft und dann war auch dieser Tag schon wieder vorüber. Hmm, mir fällt gerade ein, dass wir an einem Tag auch noch im Kino am Union Square gegangen sind. Bin mir nicht ganz sicher an welchem, aber auf jeden Fall haben wir uns Marvels Avengers angeguckt, was sich zum ersten Mal mal wieder gelohnt hat. War zwar kein Welthit, aber immerhin hat man sich nicht geärgert den im Kino geschaut zu haben.
Blick vom Empire State Building
Der nächste Tag war dann auch schon unser letzter ganzer Tag in New York. Am Vormittag schauten wir uns das Künstlerviertel SoHo und die benachbarten Stadtviertel an. Für uns hieß das übersetzt Shopping und eigentlich verbrachten wir mehr Zeit auf dem Broadway in irgendwelchen Schuh und Klamottengeschäften, als damit uns irgendetwas anzugucken. Schon bald wurde einiges gekauft und mit Shopping-Glück in Gedanken schauten wir uns dann die Gegend um das Rockefeller Center an. 6th and 7th Avenue wurden abgegrast, Radio City Music Hall und NBC Studios besucht und St. Patricks Cathedral haben wir auch gesehen. Alles abgehakt (danke Michi für den Rechtschreibhinweis;-)) und mit neuen Schuhen ging es hoch hinaus aufs Empire State Building. Beim ersten Besuch in New York bin ich auf dem Rockefeller Center (The Rock) gewesen und nun sah ich auch die 2. Perspektive vom Empire State Building. Ich muss sagen, es ist immer wieder beeindruckend. Manhatten von oben ist einfach etwas Anderes. Hochhäuser scheinen einen Wettkampf in Sachen Höhe und Imposanz auszutragen und bei Abend sind die Lichterspiele von Gebäuden und Autos einfach nur klasse. Trotz all der Faszination wurde es uns nach einiger Zeit etwas zu kalt und die Menschenmassen wurden auch nicht weniger, so dass wir die etlichen Stockwerke im Schnellaufzug wieder hinunterbrausten und alsbald im Hostel ins Bett fielen.
Manhatten bei Nacht
So schliefen wir in unseren Abreise-Tag hinein. Die verbleibende Zeit bis zum Flug verbrachten wir abermals mit kleinem Shopping und schon bald saßen wir wieder im Skytrain der uns zum Flughafen brachte. Hier nahmen wir Abschied voneinander, denn ich reiste weiter für 5 Tage nach Miami und Julia flog bereits an jenem Tag nach Hause. 1 ½ Jahre gemeinsam reisen und Erfahrungen sammeln fanden an jenem Tag sein Ende. Ich hätte nicht einen einzelnen davon missen wollen und freue mich immer wieder, dass wir uns zu der Reise durchgerungen haben und sie schliesslich auch zusammen beendet haben (ja gut bis auf meine Miami Extrawurst).