Dienstag, 24. Juli 2012

Empire State Of Mind


Unser super Hostel in Brooklyn, NY!

Nach nun mittlerweile fast 2 Monaten im Heimatland werde ich heute versuchen diesen Blog mit dem vorletzten Post über unseren New York Aufenthalt und anschliessend mit dem letzten Post über meinen Miami Besuch abzuschliessen.
Die letzten Wochen in Deutschland waren eigentlich viel interessanter als die Geschehnisse in der Metropole: Zu allererst sei erwähnt, dass ich einen Jobangebot in München bei Rohde & Schwarz angenommen habe. Ab dem 01. August werde ich dort als Softwareingenieur für Spektrumanalyse beginnen. Obwohl ich den Betrieb ja schon von Praktikum und Diplomarbeit kenne, bin ich sehr gespannt und auch ein wenig aufgeregt (es geht ja schliesslich in knapp einer Woche schon los), was mich dort erwartet.
Auch eine Unterkunft in München habe ich bereits gefunden. Wer schon einmal in München eine Wohnung gesucht hat, der weiss wie schwer es ist etwas Zentrales und Bezahlbares zu finden. Nicht selten tritt man gegen 50 Bewerber bei einem WG-Zimmer an. Bei Mietwohnungen gehen die Zahlen manchmal sogar noch höher. So war ich heilfroh, als ich durch Zufall auf ein WG-Zimmer ganz in der Nähe von der Firma gestoßen bin. Die Wohnung kam mir auf Anhieb bekannt vor und als ich dann den Namen vom Wohnungseigentümer gelesen habe, konnte ich mein Glück kaum fassen. Gunnar, mit dem ich zusammen zur Schule gegangen bin, suchte ab 01. August einen neuen Mitbewohner. Schnell angerufen und die Sache war geritzt. Super unkompliziert und für mich natürlich einsame Spitze, da ich nicht noch etliche Male nach München heizen musste um mir WG's bzw. Wohnungen anzuschauen. Ich freue mich riesig auf die gemeinsame WG-Zeit und bin mir sicher, dass wir Nord-Jungens ne Menge Spass haben werden.
Gemütliches Cafe um die Ecke
Nachdem das Berufliche alles geregelt war, hieß es erstmal Urlaub machen. So verbrachte ich eine super Zeit auf dem altbekannten Campingplatz Teichmann mit meinen Dresdner Jungs und besuchte danach Carl in Aachen. Nach einem kurzem Aufenthalt in Bremen (Breminale mit Benni und Jannik, Ottos Geburtstagsfeier) ging es schon wieder in den Süden um mit Julia und ihrer Cousine nach Kroatien zu fahren. 5 super sonnige Tage verbrachten wir auf Krk und nun bin ich vorgestern braungebrannt wieder in Bremen angekommen, wo nun auch die Sonne scheint. Es läuft also alles im Moment hervorragend und mir geht es bestens!
Nun aber zurück zum Reisen und damit nach New York. Gestern habe ich schon Julia angerufen um so einigermaßen die Erinnerung aufzufrischen, denn wie schon gesagt ist das ganze rund 2 Monate her und so manche Einzelheit vergessen. An eins kann ich mich aber noch ziemlich genau erinnern und das war unsere Ankunft. Abermals verbrachten wir die Vornacht im Flieger nur das ich diesmal wirklich überhaupt kein Auge zugemacht habe. So kamen wir (denn Julia hatte auch nur bedingt geschlafen) völlig übermüdet in New York an und waren froh, dass es am Flughafen nicht so lange dauerte bis wir unser Gepäck bekamen. Schnell in den Airtrain und dann ging es Richtung City. In Brooklyn hatten wir unser Hostel im Vorherein gebucht und eine Wegbeschreibung zu diesem hielten wir ausgedruckt in unseren Händen. Nach einigem Umsteigen erreichten wir dann nach einer gefühlten Ewigkeit die Ziel U-Bahn Haltestelle, von wo uns dann die Wegbeschreibung weiterleiten sollte. Boah, also ich weiss nicht wer das Ding geschrieben hat, aber ich hoffe der ist mittlerweile seinen Job los. Wären wir der Beschreibung gefolgt hätten wir wahrscheinlich auf der Straße übernachtet oder wären geradewegs ins Ghetto gelaufen. Wir wussten es besser (bzw. hatten einfach keine Ahnung in welche Richtung wir gehen sollten) und fragten Passanten (bzw. wir wurden angesprochen, ob wir Hilfe benötigen). Die lotsten uns geradewegs zu einem Hostel, was aber leider nicht unseres war. Ziemlich entnervt und schwitzend von den schweren Backpacks machten wir uns also weiter auf die Suche und fanden schliesslich unser Hostel in einer Seitenstraße. 
Chillen im Central Park
Endlich! Wir legten die Sachen ab und wurden von Pablo an der Rezeption begrüßt. Dieser teilte uns nach kurzem Warten daraufhin, dass wir erst um 14 Uhr einchecken könnten, denn bis dahin würde noch geputzt. Ein Blick auf die Uhr verriet, dass es 10 Uhr (glaub ich) war und wir also noch massig Zeit bis dahin hatten. Ja gut, also die Sachen in den Keller getragen (dort wurde gerade die Küche gebaut, war leider noch nicht fertig als wir dort waren) und erstmal die Gegend erkundet. Die gefiel auf den zweiten Blick eigentlich echt gut. Alles sah ziemlich heruntergekommen aus, aber in den alten Gebäuden versteckten sich wirklich gemütliche Cafes und alternative Restaurants. Wir entschieden uns für das Swallow Cafe und genossen leckere Bagel und Kaffee. So sah der Tag schon etwas besser aus. Wir kamen etwas herunter und gingen zurück ins Hostel um im Internet zu surfen, bis wir unser Zimmer beziehen durften. Während ich also im Gemeinschaftsraum/Küche mir die Zeit vertrieb, fand Julia heraus, dass es uns lediglich $10 Aufpreis kosten würde, wenn wir ein Doppelzimmer beziehen würden. Cool, dachten wir uns, denn den letzten Aufenthalt in New York wollten wir noch einmal geniessen und vor allem auch ein wenig schlafen in der Nacht. Kurzerhand tauschten wir unseren 10 Bett Dorm gegen ein Doppelzimmer bei Pablo ein. Damit fing dann der eigentliche Stress an, denn unser “Doppelzimmer” war eigentlich nur ein großes Einzelzimmer mit einem viel zu kleinen Bett für uns beide. Noch dazu kam, dass das “Zimmer” in Mitten des 10 Bett Dorms war und die Wände des Zimmers nicht bis zur Decke reichten. Es war also lediglich ein Blickschutz zu dem 10 Bett Dorm vorhanden. 
Julia im Central Park
Jeder konnte also alle Gespräche mithören. Fässt man also zusammen hatten wir ein Doppelzimmer, wo wir nicht gut schlafen würden (wegen des kleinen Betts) und wo wir uns nicht ungestört unterhalten konnten, da alle in dem 10 Bett Dorm alles hören würden. Was waren nochmal die Vorzüge eines Private-Double Rooms? Naja wir also wieder runter zu Pablo, der schon etwas angepisst war, weil er uns ja einen Gefallen getan hätte uns überhaupt das Zimmer zu vermitteln. In der Zwischenzeit hatten wir aber herausgefunden, dass es in dem Hostel eigentlich gar keine Doppelzimmer gibt und wir also wirklich ein Einzelzimmer bekommen hatten. Für das ausgebuchte Hostel war das natürlich klasse, denn so konnten sie eine Person mehr aufnehmen (da wir ja zu zweit in einem Zimmer waren, wo sonst nur einer drin wäre). Nach etlichen Verhandlungen bis zum nächsten Tag hatten wir dann endlich einen Deal bei dem wir ein 2. Bett ins Zimmer bekamen und den selben Preis wie für den Dorm bezahlten. Pablo sprach ab diesem Zeitpunkt kein Wort mehr mit uns, oder spielte Freundlichkeit dermaßen schlecht vor, dass selbst ein Blinder erkannt hätte das er es nicht ernst meinte. Naja uns war es relativ egal, denn schliesslich hatten wir eh nicht viel mit ihm zu tun.
So und damit enden auch meine genauen Erinnerungen an unseren Aufenthalt. Ich meine, dass wir nach all dem Hostelstress nachmittags/abends zu Robertas Pizza Essen gegangen sind. Zugegeben es war wirklich teuer, aber so leckere Magherita Pizza habe ich auch selten gegessen. In einem coolen Hinterhof Ambiente genossen wir die Mahlzeit und Bierchen und dann ging es zum ersten Mal nach Manhatten. Generell war bei uns beiden irgendwie die Luft raus. Zwar wollten wir uns noch was anschauen, aber man sah schon anhand der Menge der Fotos die wir machten, dass das richtige Reise- und Entdecker-Fieber nicht unglaublich ausgeprägt war. Da ich ohnehin schon einmal vor ein paar Jahren in New York war hatte ich die meisten Sehenswürdigkeiten in Manhatten schon gesehen. Das macht sie deswegen natürlich nicht weniger beeindruckend. 
The one and only!
So marschierten wir vom Union Square (es war ziemlich cool zu sehen, was hier alles nach Feierabend bzw. Schulschluss abging, kleine Tanz/Breakdance-Veranstaltungen, Hacky-sack, etc.) auf dem Broadway in Richung Times Square. Das Flatiron-Building ist und bleibt architektonisch super beeindruckend und wir kamen an einem kleinen Markt vorbei, wo zufälligerweise auch Robertas Pizza einen Stand hatte. Es war ein schöner Abend und obwohl Julia nicht übermäßig beeindruckt vom Times Square war, fühlte es sich auch nach dem unangenehmen Hostelempfang gut an in New York zu sein. So endete der Abend und die Nacht holten wir Einiges an Schlaf nach.
Am nächsten Tag ging es dann etwas weiter nördlich in den Central Park, wo wir vom Columbus Circle aus hinein marschierten. Bei schönstem Wetter genossen wir Eis und Hot-Dogs und schauten uns ein Softball-Spiel an. Julia sah dieses zum ersten Mal und war hin und weg. “Das würd ich auch mal ausprobieren, wenn ich in Deutschland bin”. Die Strawberry Fields wurden abermals besichtigt und danach ging es mit der U-Bahn weiter in den Süden, wo wir über Rathaus und Pier zur Brooklyn Bridge gingen. Es war eine sehr schöne Stimmung, denn wir gingen völlig ohne Druck durch die Straßen. Nicht mehr dieses Gefühl von “Ich muss mir alles angucken und sämtliche Sehenswürdigkeiten durckprügeln” zu haben war wirklich klasse. Vielfach unterhielten wir uns über die bevorstehende Zeit und die Rückkehr nach Deutschland. Wieder bei den Eltern leben. Jobs suchen. Einen normalen Tagesablauf haben. Freunde wiedersehen. Wir freuten uns auf die Rückkehr und gleichzeitig war man ein wenig wehmütig das Abenteuer Weltreise hinter sich zu lassen.
Nun ja so nahm auch der zweite Tag langsam sein Ende. Am dritten Tag haben wir uns dann den Süden vorgenommen. Ich meine, dass wir von der Canal Street in Richtung World Trade Center/Ground Zero gelaufen sind und hier die Umgebung erkundet hatten. 
Manhatten von der Staten Island Ferry
Das World Financial Center schauten wir uns an und ich weiss noch, dass wir uns hier ziemlich in die Haare bekommen hatten wegen einigen Kleinigkeiten. Schon bald rauften wir uns aber wieder zusammen und gingen weiter ins Century 21, einem ziemlich großen und damit unübersichtlichen Designer Outlet Shop. So richtig fündig wurden wir hier leider nicht und ich glaube wir sind dann wieder östlich über die Wall Street zur Staten Island Ferry gelaufen. Diese ist nämlich kostenlos und man hat einen super Blick auf die Skyline von Manhatten. Staten Island selber war für uns relativ unspektakulär, denn wir wollten nicht extra mit dem Bus weit weg von der Fähre fahren, so dass wir nur einen kurzen Spaziergang bis zum ersten Cafe machten und dann wieder mit der Fähre zurückfuhren. Zwar war es relativ kalt und windig auf der Überfahrt, aber der Blick enttäuschte nicht und wir machten ein paar schöne Fotos von Manhatten. Schnell noch etwas eingekauft und dann war auch dieser Tag schon wieder vorüber. Hmm, mir fällt gerade ein, dass wir an einem Tag auch noch im Kino am Union Square gegangen sind. Bin mir nicht ganz sicher an welchem, aber auf jeden Fall haben wir uns Marvels Avengers angeguckt, was sich zum ersten Mal mal wieder gelohnt hat. War zwar kein Welthit, aber immerhin hat man sich nicht geärgert den im Kino geschaut zu haben.
Blick vom Empire State Building
Der nächste Tag war dann auch schon unser letzter ganzer Tag in New York. Am Vormittag schauten wir uns das Künstlerviertel SoHo und die benachbarten Stadtviertel an. Für uns hieß das übersetzt Shopping und eigentlich verbrachten wir mehr Zeit auf dem Broadway in irgendwelchen Schuh und Klamottengeschäften, als damit uns irgendetwas anzugucken. Schon bald wurde einiges gekauft und mit Shopping-Glück in Gedanken schauten wir uns dann die Gegend um das Rockefeller Center an. 6th and 7th Avenue wurden abgegrast, Radio City Music Hall und NBC Studios besucht und St. Patricks Cathedral haben wir auch gesehen. Alles abgehakt (danke Michi für den Rechtschreibhinweis;-)) und mit neuen Schuhen ging es hoch hinaus aufs Empire State Building. Beim ersten Besuch in New York bin ich auf dem Rockefeller Center (The Rock) gewesen und nun sah ich auch die 2. Perspektive vom Empire State Building. Ich muss sagen, es ist immer wieder beeindruckend. Manhatten von oben ist einfach etwas Anderes. Hochhäuser scheinen einen Wettkampf in Sachen Höhe und Imposanz auszutragen und bei Abend sind die Lichterspiele von Gebäuden und Autos einfach nur klasse. Trotz all der Faszination wurde es uns nach einiger Zeit etwas zu kalt und die Menschenmassen wurden auch nicht weniger, so dass wir die etlichen Stockwerke im Schnellaufzug wieder hinunterbrausten und alsbald im Hostel ins Bett fielen.
Manhatten bei Nacht
So schliefen wir in unseren Abreise-Tag hinein. Die verbleibende Zeit bis zum Flug verbrachten wir abermals mit kleinem Shopping und schon bald saßen wir wieder im Skytrain der uns zum Flughafen brachte. Hier nahmen wir Abschied voneinander, denn ich reiste weiter für 5 Tage nach Miami und Julia flog bereits an jenem Tag nach Hause. 1 ½ Jahre gemeinsam reisen und Erfahrungen sammeln fanden an jenem Tag sein Ende. Ich hätte nicht einen einzelnen davon missen wollen und freue mich immer wieder, dass wir uns zu der Reise durchgerungen haben und sie schliesslich auch zusammen beendet haben (ja gut bis auf meine Miami Extrawurst).

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